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Uhren mit Weckfunktion

« Die Luxusklasse der Armbandwecker »

Egal ob Mondphasen, Chronographen oder Kalender – visuelle Komplikationen gibt es viele. Im Vergleich dazu sind akustische Funktionen deutlich seltener und lassen im erschwinglichen Preisbereich nur eine Wahl: Den Armbandwecker. Basierend auf einem gewöhnlichen Schlagwerk, finden sich Uhren mit Weckfunktion in den Kollektionen mehrere aktueller Marken und begeistern durch einen außergewöhnlichen wie lebendigen Charakter. Wir zeigen Ihnen die schönsten Modelle in allen Preisklassen.

Hammer und Resonanzkörper erzeugen den Klang

Ursprünglich 1914 von Eterna im Kaliber 68 präsentiert, feierte die Weckfunktion ihren Durchbruch erst mit der Präsentation der Schweizer Vulcain Cricket im Jahr 1947. Aufgrund ihres lauten Klangs erzeugt durch einen doppelten Resonanzboden, erhielt sie den Spitznamen „Grille“ und erlangte ihre Weltberühmtheit an den Handgelenken der US-Präsidenten Truman und Johnson. Die Cricket löste eine regelrechte Mode der Armbandwecker aus, der mehrere Hersteller gleichzeitig folgten. So stellte Junghans im Jahr 1949 das „Minivox“ genannte Kaliber J89 vor, während Jaeger-LeCoultre 1950 die bis heute gebaute „Memovox“ lancierte.

Jede Armbanduhr mit Wecker basiert auf dem Prinzip eines gewöhnlichen Standweckers: Wird die vorab eingestellte Weckzeit erreicht, schlägt ein Hammer auf einen Resonanzkörper und erzeugt dadurch den charakteristischen Klang.

Die Stärke des Geräuschs hängt nicht nur von der Art des Resonanzkörpers (Boden oder Tonfeder), sondern auch vom bereitstehenden Raum ab. Je größer das Volumen, desto kräftiger der Klang. Eine zentrale Herausforderung bei der Konstruktion stellt also die Verbindung eines möglichst schlanken Gehäuses mit guter Akustik dar.

Funktionale Klassiker von Oris

Beide Anforderungen meistert die Oris Artelier Alarm (Ref. 01 908 7607 4051) mit Bravour. Der Eleganz ihres unterteilten Zifferblatts steht ein 42,5 Millimeter großes und damit keineswegs überdimensionales Gehäuse gegenüber, welches über eine separate Krone zur Einstellung des zentralen Weckzeigers verfügt.

Oris Artelier Alarm Krokodillederband uhren-mit-weckfunktion Oris Artelier Alarm Edelstahl uhren-mit-weckfunktion

Ergänzt um eine Datumsanzeige bei sechs Uhr, überzeugt die Automatik mit Wecker durch ihre erstklassige Lesbarkeit und wird vom Kaliber 908 angetrieben. Dessen Basis ist das legendäre AS 5008, wobei die Abkürzung für „Adolph Schild“, eine 1983 geschlossene Rohwerkefabrik aus Grenchen steht. Anfang der Siebziger präsentierte das Unternehmen dieses innovative Werk mit Weckfunktion, geriet aufgrund der Quarzkrise jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und verkaufte den Antrieb schließlich an sämtliche Marken, nur um ihn loszuwerden.

Neben der Artelier Alarm kommt auch die Oris Big Crown ProPilot Alarm Limited Edition (Ref. 01 910 7745 4084) in den Genuss dieser Werksbasis. Auf 200 Stück beschränkt, vereint sie die mächtige Präsenz der 44 Millimeter großen Fliegeruhren aus Hölstein mit einer klangvollen Zusatzfunktion. Im Gegensatz zur Artelier wirkt sie deutlich sportlicher, glänzt mit 100 statt 30 Metern Wasserdichtigkeit und ersetzt das reguläre Datumsfenster durch ein neuartiges Kreisdatum.

Oris Big Crown ProPilot Alarm Limited Edition

Dabei sorgt nicht der markentypische Zeiger, sondern eine gelbe Markierung auf einer Drehscheibe für die Darstellung des Datums. Perfekt für alle, die Seltenheit und mechanische Innovationskraft verbinden möchten. Die Herstellerpreise sind 5.350 Euro für die Artelier Alarm und 4.600 Euro für die Big Crown.

Die Extreme: Hublot Big Bang Alarm Repeater

Mechanische Innovationskraft ist auch bei der Hublot Big Bang Alarm Repeater das richtige Stichwort: Sowohl in Roségold als auch Titan erhältlich, besitzt das 45 Millimeter große Gehäuse des Boliden eine unschlagbare Präsenz und – noch wichtiger – reichlich Raum für gute Akustik.

Im Zifferblatt finden wir nicht nur eine praktische On-Off-Indikation der Weckfunktion, sondern auch eine zweite Zeitzone und Teile des Handaufzugskalibers HUB5003. Letzteres besteht aus 356 Komponenten und leistet 72 Stunden Gangreserve.

Hublot Big Bang Alarm Repeater King Gold Ceramic 45mm Limited Edition uhren-mit-weckfunktion Hublot Big Bang Alarm Repeater Titanium Ceramic 45mm Limited Edition uhren-mit-weckfunktion

Highlight ist der sichtbare Schlaghammer bei sieben Uhr, dessen Leuchtbeschichtung auch im Dunkeln eine Nachverfolgung der musikalischen Action erlaubt. Sowohl Titan- als auch Roségold-Variante sind jeweils auf 250 Stück limitiert.

Sportlich und erschwinglich: Tag Heuer Formula 1 Quarz Alarm

Wer auf den immensen Luxus der Hublot verzichten kann und einen attraktiven Einstieg in die Welt der Uhren mit Wecker sucht, ist bei TAG Heuer genau richtig.

Die Formula 1 Quarz Alarm (Ref. WAZ111A.BA0875) setzt im Gegensatz zu den bisherigen Modellen auf einen elektrischen Antrieb, ergänzt um 200 Meter Wasserdichtigkeit und einen moderaten Durchmesser von 41 Millimetern. Uns gefällt nicht nur das Panoramadatum, sondern auch die Einstellung des Weckers über ein Hilfszifferblatt bei neun Uhr.

Tag Heuer Formula 1 Quarz Alarm uhren-mit-weckfunktion

Dafür ist ein Drücker nahe vier Uhr verantwortlich. Robustheit, Lesbarkeit und Qualität bewegen sich auf einem gewohnt überzeugenden Niveau. Wer den Schweizer Armbandwecker mitsamt der Drehlünette und dem soliden Edelstahlband sein Eigen nennen möchte, muss laut Hersteller 1.300 Euro nach La Chaux-de-Fonds überweisen.

Vorauswahl über 31 Tage: Glashütte Original Senator Terminkalender

Deutlich eleganter präsentiert sich die Glashütte Original Senator Terminkalender im 42 Millimeter großen Edelstahlgehäuse (Ref. 100-13-02-02-04). Angetrieben vom Manufakturkaliber 100-13 mit 55 Stunden Gangreserve, verfügt sie – wie die TAG Heuer – über einen Totalisator zur Einstellung der Weckzeit, welcher hier allerdings den Tag des Monats darstellt.

Zusammen mit der Uhrzeit-Wahl bei sechs Uhr lassen sich damit Weckzeiten bis zu 31 Tage im Voraus programmieren.

Ein traditionelles Panoramadatum rundet das Gesamtbild des sächsischen Giganten ab, der insgesamt vier Drücker besitzt und durch einen großzügigen Sichtboden in sein Inneres blicken lässt. Obwohl das Modell nicht mehr zur aktuellen Kollektion von Glashütte Original zählt, sind auf dem Markt zahlreiche neuwertige Modelle im Spektrum zwischen 12.000 und 18.000 Euro erhältlich.

Spitze der Uhrmacherkunst: Breguet Le Réveil du Tsar 5707

Ganz nach dem Motto „Das Beste zum Schluss“, rundet die Le Réveil du Tsar 5707 (Ref. 5707BA/12/9V6) von Breguet unsere Liste der Armbandwecker ab. Wer 37.180 Euro nach L’Abbaye überweist, erhält eine wahre Dresswatch der Superlative:

Auf dem handguillochierten Goldzifferblatt finden neben kleiner Sekunde, Datum und zweiter Zeitzone auch eine Gangreserve, ein Totalisator zur Einstellung des Weckers sowie eine entsprechende Ein-/Aus-Anzeige Platz. Hinzu kommen ein perfekter Durchmesser von 39 Millimetern des 18-karätigen Weiß- oder Gelbgoldgehäuses, feinste Handwerkskunst im automatischen Manufakturwerk 519F und eine Eleganz, die Träger und Beobachter zwangsläufig in ihren Bann ziehen. Damit stellt Breguet das beeindruckende Spektrum der Armbandwecker unter Beweis: In jeder Preisklasse erhältlich, sorgen sie für spannende Abwechslung in der Uhrensammlung und sind – ganz nebenbei erwähnt – auch ziemlich praktisch im Alltag.

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