Gold, Edelstahl, Titan – Daraus werden Luxusuhren gemacht

« Unter den Materialien, aus denen Luxusuhren gefertigt werden, finden sich „Klassiker“ wie Edelstahl oder Gold, aber auch zahlreiche exotische Rohstoffe, die teils aus ästhetischen Gründen, teils aber wegen ihrer spezifischen Materialeigenschaften verwendet werden. Einige Materialien wurden sogar eigens für die Herstellung hochwertiger Uhren neu entwickelt. »

Holz, Eisen, Edelmetalle und Perlmutt: Material für Luxusuhren im Wandel der Zeit

Die Vorstellungen davon, welches Material besonders wertvoll sei, haben sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verändert – vor allem infolge des technischen Fortschritts und in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit einzelner Rohstoffe. Die ersten Räderuhren, die in Europa gefertigt wurden, bestanden aus Eisen und teilweise sogar aus Holz. Auch wenn heute niemand mehr diese beiden Materialien mit Luxusuhren in Verbindung bringen würde, handelte es sich doch zum Beispiel bei den aus Holz gefertigten Uhren um handwerklich höchst anspruchsvolle Arbeiten, die nahezu ausschließlich für Fürsten und hohe Geistliche hergestellt wurden. Später, in der Renaissance, gewann das zunehmend für die Herstellung von Uhren und Uhrwerken eingesetzte Messing rasch an Bedeutung. Es ist aktuell immer noch ein wichtiges Ausgangsmaterial für die Uhrenindustrie – allerdings keineswegs mehr auf das Luxussegment beschränkt.

rolex-cosmograph-daytona-116508-10Edelmetalle, vor allem Gold, sowie Edelsteine hingegen erfreuten sich schon in der Antike besonderer Wertschätzung und haben ihren luxuriösen Charakter bis heute nicht verloren.

Perlmutt ist ebenfalls schon seit vielen Jahrhunderten gern zu wertvollen kunsthandwerklichen Produkten verarbeitet worden und fand bald auch bei der Herstellung hochwertiger Uhren Verwendung.

Besonders beliebt ist Perlmutt als Material für Zifferblätter, wo es jedoch teilweise durch preisgünstigere Imitate ersetzt wird, die zumindest einen ähnlichen optischen Effekt haben.

Natürlich sind ebenso Edelsteine an Luxusuhren zu finden. So gibt es Modelle, die regelrechte Juwelierarbeiten sind und deren Gehäuse mit Brillanten oder anderen Edelsteinen verziert sind. Genauso zur Markierung der Indizes auf dem Zifferblatt werden teilweise Brillanten eingesetzt.

Neben ästhetischen Effekten haben Edelsteine in mechanischen Uhren jedoch auch eine ganz praktische Funktion, denn sie dienen als Lagersteine, um den Verschleiß und die Reibung im Uhrwerk auf ein Minimum zu reduzieren. Hierfür werden allerdings bereits seit vielen Jahren anstelle natürlicher Edelsteine meist synthetische Rubine oder andere synthetische Korunde verwendet.

Gold in allen Variationen

Heute spielt Gold bei der Herstellung von Luxusuhren neben Edelstahl nach wie vor eine bedeutende Rolle. Viele Luxusuhrenhersteller wie beispielsweise Rolex oder Omega haben eine Reihe von Top-Modellen aus verschiedenen Goldlegierungen in ihrem Sortiment.

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Zum Teil handelt es sich sogar um Massivgoldgehäuse, die an Lederarmbändern getragen werden, zum Teil sind aber ebenso die Armbänder aus Massivgold gefertigt. Neben dem klassischen Gelbgold erfreuen sich genauso Uhren aus Rotgold, einer Goldlegierung mit höherem Kupferanteil, oder aus Weißgold wachsender Beliebtheit.

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Eine farblich ähnliche Alternative zu Weißgold ist auch das noch seltenere und teurere Platin. Mitunter wird Gold mit anderen Materialien kombiniert, so beispielsweise bei den Rolesor-Modellen von Rolex. Die Bezeichnung für diese Kombination von Gold und Edelstahl hatte sich der Hersteller bereits im Jahr 1933 als Markennamen eintragen lassen, und sie gehört auch bei neuen Kreationen von Rolex zum Standard einiger Modelle.

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In der Reihe der hochwertigen Uhrenmaterialien darf selbstverständlich Titan nicht fehlen, das weit über das Segment der Luxusuhren hinaus vor allem wegen seiner besonderen physikalischen Eigenschaften geschätzt wird. Insbesondere das geringe Gewicht bei gleichzeitig hoher Festigkeit sowie die gute Korrosionsbeständigkeit zeichnen dieses Material aus.

Neue Hightechmaterialien erobern das Luxussegment

In den vergangenen Jahrzehnten haben jedoch auch immer wieder neue Materialien das Luxussegment erobert. So ist es heute beispielsweise durchaus möglich, dass für eine Uhr mit Kautschukband ein vier- oder fünfstelliger Euro-Betrag fällig wird, wenn es sich dabei um ein Modell aus einer der international renommierten Schweizer Uhrenmanufakturen handelt.

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Ein weiteres noch relativ „junges“ Material für hochwertige Uhrengehäuse ist Keramik. Nachdem IWC und Rado Mitte der 1980er Jahre erste Uhren aus Keramik auf den Markt gebracht hatten, folgten im Laufe der Jahre immer neue Modelle und Varianten. Mit einer Saphirglas-Beschichtung versehen, ist dieses Material nicht nur leicht, sondern äußerst resistent gegenüber Kratzern. Waren die ersten Keramikuhren noch in dunklen Tönen gehalten, stellte Rado in den 1990er Jahren dann die erste vollständig weiße Uhr aus Keramik vor. Inzwischen werden die Lünetten vieler hochwertiger Taucheruhren häufig aus keramischen Werkstoffen hergestellt.

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Beispiele dafür sind etwa die Modelle der Serie Aquis Date von Oris und die Submariner Date, die GMT-Master II oder die Sea-Dweller Deepsea von Rolex.

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Auch bei sportlichen Uhren mit Tachymeterskala auf feststehenden Lünetten wie dem Automatikchronographen Tag Heuer Carrera Calibre 1887 und Rolex Cosmograph Daytona findet Keramik Verwendung.

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An einigen Luxusuhren wie der Tag Heuer Formula 1 Lady Ceramic wird das Material nicht nur am Gehäuse der Uhr eingesetzt, sondern auch die Glieder des Armbandes bestehen teils aus Keramik, teils aus Edelstahl.

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Ein Beispiel für eine komplette Kollektion von Keramikuhren ist die Kollektion Force von Junghans, deren Modelle mit Funk-Solarwerken ausgestattet sind.

Auf zu den Sternen…

…oder zumindest zu den Meteoriten lautet das Motto weniger exklusiver Manufakturen. So bietet beispielswiese Rolex mit einer Variation der Rolex Daytona eine Uhr an, deren Zifferblatt aus dem kristallinen Material des Gibeon-Meteoriten hergestellt wurde.

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Auch andere Hersteller nutzen Gesteine aus dem Kosmos, die bereits Jahrmillionen gereist sind, um Zifferblättern eine ganz besondere Aura zu verleihen.

So ist auf dem Zifferblatt der Speedmaster Grey Side of the Moon „Meteorite“ das Originalmaterial eines Meteoriten zu sehen, wodurch der besondere Bezug der als Moonwatch bekannten Speedmaster zur Raumfahrt unterstrichen werden soll.

Gleichermaßen andere Hersteller von Luxusuhren haben schon extraterrestrisches Material verwendet. So findet sich in der Master-Linie von Jaeger-LeCoultre ebenfalls ein Modell mit Zifferblatt aus Meteoritengestein, das von dem mehr als vier Milliarden Jahre alten Meteoriten „Muonionalusta“ stammt. Von einem Asteroiden zwischen Mars und Jupiter stammend, ging er vor rund 800.000 Jahren in Schweden nieder.

Etwas bodenständiger sind da Kreationen, die verschiedenste Gesteinsarten von unserem Planeten verwenden, um Armbanduhren luxuriös, männlich und markant aussehen zu lassen. Bereits 1985 lancierte Tissot mit der Rockwatch einen Zeitanzeiger, dessen Gehäuse aus Granit war und begründete eine ganz eigene Materialperspektive unter den Manufakturen.

Materialeigenschaften erschließen neue Gestaltungsmöglichkeiten für Luxusuhren

Die stetige Suche der Uhrenindustrie nach neuen Materialvarianten hat keineswegs nur ästhetische Gründe. Vielmehr geht es dabei oft um spezifische Materialeigenschaften wie einen geringen Wartungsbedarf, eine besondere Leichtigkeit oder die Robustheit gegenüber mechanischen Beanspruchungen und Witterungseinflüssen. Diese Eigenschaften finden sich bei Titan ebenso wie bei Keramik oder verschiedenen Metalllegierungen. Doch auch neue gestalterische Möglichkeiten sind für Hersteller von Luxusuhren häufig ein Grund, ein neues, bis dahin noch nicht für die Herstellung von Uhren verwendetes Material einzusetzen. So dürfen wir gespannt sein, welche Materialevolution Uhrenliebhaber als nächstes in Erstaunen versetzt.

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