Genfer Punze, Genfer Streifen, Genfer Uhrensalon

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Präzise und hochwertige Uhren gehören ebenso untrennbar zur Schweiz wie der legendäre Käse, exzellente Schokolade und die berühmten Taschenmesser. Zu denjenigen Schweizer Orten, die eine ganz besonders enge Verbindung zur Uhrenbranche haben, zählt die Stadt Genf. Die Metropole am Genfer See ist nicht nur Veranstaltungsort einer der wichtigsten Uhrenmessen, sondern hier haben zudem gleich mehrere der renommiertesten Schweizer Uhrenmanufakturen ihren Sitz. Zudem tragen ein wichtiges Schweizer Qualitätssiegel und ein beliebter Zierschliff für Uhrwerke den Namen dieser Stadt.

Stadt der Diplomaten, des Geldes und des Luxus

International ist Genf vor allem wegen der rund 30 internationalen Organisationen bekannt, die sich im Laufe der Zeit in der Stadt angesiedelt haben. Allein bei diesen Organisationen und bei den dort akkreditierten diplomatischen Missionen sind insgesamt mehr als 28.000 Menschen beschäftigt. Die UNO ist hier ebenso präsent wie das Rote Kreuz, die Weltgesundheitsorganisation, die Welthandelsorganisation und viele andere Vereinigungen und Institutionen mehr. Auch wichtige diplomatische Verhandlungen werden gerne in Genfer Hotels oder Tagungsstätten geführt, wenn die Beteiligten sich auf neutralem Boden treffen möchten. Neben den politischen Rahmenbedingungen dürften vor allem die reizvolle Lage und die hohe Lebensqualität zur großen Beliebtheit der Stadt beigetragen haben, die übrigens zugleich Hauptort eines gleichnamigen Schweizer Kantons ist.

Genf Stadt in der Schweiz
© Samuel Borges / Fotolia.com

Neben Zürich wird Genf schon seit Jahren immer wieder als eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität der Welt in entsprechenden Rankings genannt. Allerdings ist damit auch ein internationaler Spitzenplatz im Hinblick auf die Lebenshaltungskosten verbunden. Mit seinen knapp 202.000 Einwohnern ist Genf die zweitgrößte Stadt der Schweiz und zugleich auch der zweitgrößte Schweizer Finanzplatz nach Zürich. Von anderen Schweizer Städten unterscheidet es sich durch eine höhere Besiedlungsdichte und seinen hohen Ausländeranteil.

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Mehr als 48 Prozent der Einwohner besitzen nicht die Schweizer Staatsbürgerschaft, was zu einem großen Teil mit der starken Präsenz internationaler Organisationen und multinationaler Unternehmen wie Procter & Gamble oder Ralph Lauren zusammenhängt.

Eine der bedeutendsten Uhrenstädte der Welt und Veranstaltungsort für den Genfer Uhrensalon

Dass Genf zu den wichtigsten Standorten der Uhrenindustrie weltweit gehört, ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass hier mit Chopard, Baume & Mercier, Omega, Patek Philippe, Rolex und Vacheron Constantin gleich fünf der berühmtesten Schweizer Luxusuhrenhersteller ansässig sind. Sie alle gehören zum exklusiven Kreis jener traditionsreichen Marken, denen die Schweizer Uhren ihren guten Ruf und das hohe Prestige zu verdanken haben, das Käufer in aller Welt mit Uhren verbinden, die den diskreten Hinweis „Swiss Made“ auf dem Zifferblatt tragen. Darüber hinaus wird die Metropole am nach der Stadt genannten See im Januar eines jeden Jahres zum Ziel von zahlreichen Branchenvertretern, Händlern und Fachjournalisten aus aller Welt, wenn hier der Genfer Uhrensalon stattfindet.

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Die Branchenschau, die 1991 zum ersten Mal veranstaltet worden ist und mit offiziellem Namen „Salon international de la haute horlogerie“ (SIHH) heißt, ist heute – neben der jeweils im März stattfindenden Baselworld – eine der beiden bedeutendsten Luxusuhrenmessen der Welt. Im Unterschied zur Baselworld fokussiert sich der Genfer Uhrensalon jedoch nicht auf das private Publikum, sondern auf professionelle Zielgruppen aus der Uhrenbranche und auf die Fachpresse. Erst im Jahr 2017 haben die Veranstalter des SIHH ihre Messe erstmals auch für das private Publikum geöffnet – allerdings nur am letzten Messetag.

Genfer Streifen – beliebte Zierde für hochwertige Uhrwerke

Uhrenkenner verbinden jedoch nicht nur Uhren und den Uhrensalon mit dem Namen dieser Stadt, sondern auch die sogenannten Genfer Streifen und die Genfer Punze. Die im Französischen als Côtes de Genève oder Filets bezeichneten Streifen entstehen durch einen Zierschliff und sind relativ breit und gerade. Sie dienen zur Verzierung von Uhrwerken im Rahmen der Finissage. Gelegentlich wird die Bezeichnung darüber hinaus ebenfalls für ähnliche, streifenförmige Verzierungen von Zifferblättern verwendet, wobei die Genfer Streifen dort allerdings nicht immer durch einen entsprechenden Schliff sondern zum Teil auch auf andere Weise entstehen. Ungeachtet der Bezeichnung sind die beliebten Zierstreifen jedoch nicht nur auf Genfer Uhren, sondern auch auf Uhren anderer Provenienz anzutreffen.

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Die Genfer Punze – ein besonderes Qualitätssiegel ausschließlich für Uhren aus Genf

Die Finissage, wie der Fachbegriff für den abschließenden Veredlungsprozess eines Uhrwerkes lautet, steht auch mit einer anderen Besonderheit aus der Uhrenstadt – der Genfer Punze – in engem Zusammenhang: Hat eine Uhr keinen solchen Prozess durchlaufen, erfüllt sie eine wesentliche Voraussetzung für die Genfer Punze nicht. Diese wird auch als Genver Siegel oder als Poinçon de Genève bezeichnet und stellt ein besonderes Qualitätssiegel dar, das vom Genfer Uhrmacherhandwerk entwickelt und bereits im Jahr 1886 eingeführt worden ist. Es hat heute den Status einer gesetzlich geschützten Qualitäts- und Ursprungsbescheinigung für Uhren mit mechanischen, im Kanton Genf gebauten und regulierten Uhrwerken.

Für die Vergabe der Punze ist heute die Timelab-Stiftung zuständig.

Die Vergabevoraussetzungen sind in den zurückliegenden Jahren ausgeweitet worden und umfassen seit dem 1. Juni 2012 die folgenden Punkte: Die Produktion, der Zusammenbau und die Regulierung des Uhrwerks müssen zwingend auf dem Territorium des Kantons Genf erfolgen. Sämtliche Bestandteile des Uhrwerkes müssen von höchster Qualität und alle Stahlkanten und Schraubenköpfe geschliffen und poliert sein. Dies gilt zudem auch für weitere, genau festgelegte Oberflächen des Uhrwerks. Die Genfer Streifen sind dabei jedoch nur eine Option und müssen nicht zwingend auf allen Uhren aus Genf zu sehen sein. Eine Uhr, die keine Finissage durchlaufen hat, kann folglich nicht das Siegel erhalten. Des Weiteren sind Rubinlager und bestimmte Konstruktionsmerkmale der Mechanik vorgeschrieben.

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Es ist zum Beispiel verboten, Drahtfedern zu verwenden, wenn die Uhr das Genfer Siegel erhalten soll. An die Ganggenauigkeit werden ebenfalls hohe Anforderungen gestellt. So muss eine etwaige Abweichung über einen Zeitraum von sieben Tagen unterhalb einer Minute bleiben. Die Funktion des Kalenders über sieben Tage vom 26. Februar an, eine Wasserdichtigkeit für 24 Stunden sowie eine Gangreserve von wenigstens 24 Stunden sind ebenfalls erforderlich, um das Siegel der Stadt tragen zu dürfen.

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Ganggenauigkeit und Gangreserve sowie die Wasserdichtigkeit der Uhr werden übrigens erst seit 2012 verlangt. Zuvor betrafen die Anforderungen für das Genfer Siegel lediglich die Herstellungs- und Verarbeitungsqualität der Uhren.

Genfer Wappen und Namenszug

Erfüllt eine Uhr die notwendigen Voraussetzungen und hat eine entsprechende Prüfung bestanden, dann darf das Genfer Siegel entweder auf der Platine oder auf der Brücke des Uhrwerks angebracht werden. Es besteht aus einer Darstellung von Kanton- und Stadtwappen Genfs sowie dem Namenszug „GENEVE“. Dass die Erfüllung der Voraussetzungen mit einem gewissen Aufwand verbunden und auch für renommierte Luxusuhrenmanufakturen keine Selbstverständlichkeit ist, lässt sich indirekt an der Vergabepraxis ablesen. So lässt gegenwärtig nur noch die Firma Roger Dubuis sämtliche ihrer Werke mit dem Genfer Siegel versehen.

Bei Patek Philippe hatte man bis 2009 ebenfalls an dieser Praxis festgehalten. Mehrere andere Unternehmen, deren Uhrwerke früher ebenfalls durchweg das Siegel trugen, haben inzwischen ihren Betrieb eingestellt oder sind in anderen Firmen aufgegangen. Mehrere große Hersteller – wie zum Beispiel Cartier, Chopard und Vacheron Constantin – lassen die Genfer Punze nur auf einige ihrer Manufakturwerke stempeln.

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