© millaf – stock.adobe.com

Zenith Defy Classic Midnight

« Zifferblatt mit Sternenhimmel »

Seit ihrer Wiederbelebung im Jahr 2017 steht Zeniths Defy Kollektion für zukunftsweisende Technologien in der horologischen Oberklasse. Die neuen Classic Midnight Damenuhren liefern der Reihe eine spannende Bereicherung, die durch ihren Sternenhimmel und einen eleganten Farbverlauf im Zifferblatt heraussticht. Alle sechs Varianten werden vom Manufakturkaliber Elite 670 SK angetrieben und verfügen über einen Durchmesser von 36 Millimetern.

Erste Damenuhr in einer maskulinen Welt

Die Ursprünge der Zenith Defy Serie reichen bis in die 1960er-Jahre zurück, als der Schweizer Hersteller eine Alternative zur legendären El Primero Kollektion vorstellt. Obwohl damals von letzterer in den Schatten gestellt, beeindruckt das Modell mit einer ungewöhnlich hohen Stoßsicherheit und Wasserdichtigkeit für ihre Zeit.

Dem technischen Fortschritt steht eine klare, ausdrucksstarke Gestaltung des berühmten Uhrendesigners Gerald Genta gegenüber, der später noch weitere Klassiker wie die Audemars Piguet Royal Oak und die Patek Philippe Nautilus erschaffen sollte.

Lange vergessen, kehrt die Defy erst im Jahr 2017 ins Rampenlicht der Uhrenbranche zurück. Deutlich auffälliger und extremer als das Original, positioniert sie sich als innovativer Exot in der High-End-Liga. Nicht nur die skelettieren Designs, sondern auch die technischen Leistungen stechen hervor: So legt die Inventor eine unglaubliche Frequenz von 18 Hz an den Tag, was selbst den Schnellschwinger El Primero (5 Hz) meilenweit übertrifft.

Zu Recht stellt sich jetzt die Frage, wie die elegante Damenuhr Classic Midnight in die Welt der maskulinen Überflieger passen soll. Keine Skelettierung, keine technische Revolution, keine exklusive Limitierung – hat die Midnight den Namen Defy überhaupt verdient?

Ein Sternenhimmel, der wirklich leuchtet

Man muss genauer hinsehen, um die Besonderheit der Classic zu verstehen. Etwa aufs Zifferblatt, wo einige ihrer winzigen Sterne über Leuchtmasse verfügen – endlich mal ein Sternenhimmel, der seinen Namen verdient! Unterstützt wird die Nähe zur Realität durch eine fließende Abstufung des Hintergrunds, der mit etwas Fantasie an einen Sonnenuntergang erinnert. Zumindest bei den blauen und grauen Farbvarianten.

Als weitere Option steht der Trägerin eine weiße Perlmutt-Oberfläche zur Wahl, die sich mit dem Edelstahl des Gehäuses deckt und vergleichsweise dezent wirkt.

Was alle drei Farben eint, sind elf kantige Brillanten auf den Stundenmarkern – der zwölfte musste einer Datumsanzeige auf drei Uhr weichen. Dank silberner Zeiger ist die Ablesbarkeit bei der blauen und grauen Classic Midnight besonders gut; im Falle der Perlmutt-Edition ist ein etwas genaueres Hinsehen gefragt.

Zenith Defy Midnight blau Brillantbesatz Zenith Defy Midnight blau

Insgesamt umfasst die Zenith Defy Classic Midnight sechs Modelle, weil die Käuferin bei jeder der drei Farbtöne zwischen zeitloser Edelstahl- und funkelnder Diamantlünette wählt. Mit 44 Edelsteinen besetzt, könnte letztere nicht deutlicher nach Exklusivität schreien. Unabhängig von dieser Geschmacksfrage punktet das Gehäuse der Classic Midnight mit mehreren Vorzügen: Während 100 Meter Wasserdichtigkeit eine ordentliche Robustheit bedeuten, geht der (für feminine Verhältnisse große) Durchmesser von 36 Millimetern mit einer deutlichen Präsenz einher.

Zenith Defy Midnight grau Brillantbesatz Zenith Defy Midnight grau

Zusätzlich hebt sich die Damenuhr mit ihrem fließenden Übergang zum Armband von der Masse ab – eine auffällige Gemeinsamkeit mit Gerald Gentas Royal Oak. Was vermutlich ein Zufall ist, ermöglicht ein äußerst praktisches und innovatives Feature der Midnight: Ihr Armband-Wechselsystem.

Zwei Handgriffe für ein neues Armband

Es erlaubt der Trägerin, jederzeit ohne Werkzeuge zwischen dem standardmäßigen Edelstahl- und einem der drei mitgelieferten Lederbänder zu wechseln. Somit passt sich die Classic Midnight an verschiedene Outfits oder Anlässe an – eine großartige Flexibilität. Um eine gute Harmonie zwischen Armband und Zifferblatt der Classic zu gewährleisten, haben die Zenith-Designer bereits eine Vorauswahl getroffen und statten jede Farbvariante mit anderen Lederbändern aus. Dass dies anscheinend gut gelungen ist, zeigt das Beispiel der Perlmutt-Variante: Die hellblauen, rubinroten und hellbraunen Bänder schaffen eine hervorragende Ergänzung zum schimmernden Weiß.

Hauseigener Antrieb mit gewohnter Leistungsstärke

Nicht nur äußerlich distanziert sich die Classic Midnight von der Masse der Damenuhren. So beherbergt ihr schlankes Gehäuse ein echtes Manufakturwerk und Arbeitstier zugleich: Das automatische Elite 670 SK stellt ordentliche 50 Stunden Gangreserve auf die Beine und schlägt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hz). Damit erreicht es zwar kein El-Primero-Territorium, hebt sich aber gewaltig von der Mehrheit an Quarz- oder massenproduzierten Standardwerken ab.

Zenith Defy Midnight perlmutt Brillantbesatz Zenith Defy Midnight perlmutt

Obwohl Zenith bislang keine Bilder des Gehäusebodens veröffentlicht hat, macht der für skelettierte Kaliber stehende Namenszusatz „SK“ Hoffnung auf ein Sichtfenster. Damit bekäme die Classic Midnight ihre perfekte Abrundung. Aber auch ohne Saphirglasboden würde der feminine Zeitanzeiger ein überzeugendes Gesamtbild liefern: Ihr namensgebender Sternenhimmel schafft in Verbindung mit kreativen Farbverläufen einen individuellen Auftritt, der durch Brillanten und eine Mechanik der Premiumklasse abgerundet wird. Damen mit Kaufinteresse müssen laut Hersteller 8.800 Euro für die Zenith Defy Classic Midnight mit Edelstahl- und 10.700 Euro für jene Editionen mit Diamantlünette zurücklegen.

Zeniths Damenuhren: Alternativen zur Classic Midnight

Obwohl die 1865 gegründete Traditionsmarke aus Le Locle einen starken Fokus auf Herrenmodelle legt, erweist sich der Hersteller als echter Geheimtipp für feminine Luxusuhren. Wer es besonders klassisch mag, entscheidet sich für eines der Elite Classic Modelle: Wahlweise mit Mondphase, aus 18-karätigem Roségold oder als zeitlose Edelstahl-Variante erhältlich, stechen die Editionen durch ihre schmale Lünette mit Brillantbesatz hervor und besitzen – wie die Midnight – eine Größe von 36 Millimetern. Etwas größer, aber deutlich funktionaler und sportlicher zeigt sich die Chronomaster El Primero: Der 38 Millimeter große Zeitstopper bringt die berühmteste Kollektion der Schweizer Manufaktur ans weibliche Handgelenk und steht der Leistung ihrer maskulinen Verwandten in nichts nach.

Welches Modell es auch sein soll: Wir empfehlen jeder Interessentin einer Luxusuhr einen näheren Blick auf das technisch erstklassige und optisch eigenständige Angebot der oftmals unterschätzten Nobelmarke.

überprüfen Sie auch

Uhren der 70er Jahre

« Blüte der Uhrenmechanik » Sie stehen für gesellschaftliche Umbrüche, die anfängliche Digitalisierung und sollten …

Die Breitling Sportuhr

« Die neue Chronomat glänzt am Strand und auf dem roten Teppich » Im Frühjahr …

Die beliebtesten Luxusuhren 2020

« Ein Rückblick auf ein Jahr ohne Uhrenmesse » Obwohl 2020 als Jahr ohne Uhrenmesse …