Solar-Funkuhren
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Solar-Funkuhren

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Clever, präzise und modern: Solar-Funkuhren zählen zu den fortschrittlichsten Zeitanzeigern der Branche und schaffen es, gleich zwei schlaue Technologien in flachen Gehäusen zu vereinen. Während die Funktechnologie eine extreme Genauigkeit durch regelmäßige Nachregulierung erzielt, punktet die Solartechnik mit einer schier unerschöpflichen Energiezufuhr. Wie die Solar-Funkuhr arbeitet, welche Vor- und Nachteile sie auszeichnen und warum eine deutsche Marke der Spitzenreiter dieser Nische ist, erfahren Sie beim Weiterlesen.

Wie funktionieren Solar-Funkuhren?

Will man das Funktionsprinzip solarbetriebener Funkuhren verstehen, ist eine separate Betrachtung der Funk- und der Solartechnologie erforderlich. Widmen wir uns zunächst der Energiezufuhr: Im Fokus des Systems stehen seine Solarzellen, die bei eintreffendem Licht Strom erzeugen und letzteren in einen Akku speisen, statt die Energie direkt an das Uhrwerk zu leiten. Zum Einsatz kommen Quarzkaliber.

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Der Einsatz des Akkus ermöglicht eine Dunkelgangreserve, also jene Zeitspanne, in der das Werk ohne neuen Lichteinfall weiterlaufen kann. Moderne Uhren erreichen bis zu zwei Jahre Dunkelgangreserve – eine enorme Leistung. Vom Akku fließt der Strom ins Quarzwerk, wo er kleine Zahnräder in Bewegung setzt und die Uhr zum Laufen bringt. Ein Quarzkristall reguliert dabei den Stromfluss zwischen Akku und Quarzwerk. Ihre Genauigkeit erhält die Solar-Funkuhr von einem Zeitzeichensender, der die Information zur aktuellen Uhrzeit als Funksignal aussendet. Weltweit existieren momentan 24 solcher Sender, von denen der einzige im deutschsprachigen Raum bei Mainflingen nahe Frankfurt am Main positioniert ist.

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Zwecks Stromeinsparung wird das Signal nicht kontinuierlich empfangen, sondern typischerweise alle paar Stunden. Viele moderne Solar-Funkuhren besitzen einen Energiesparmodus, der die Bewegung der Zeiger nach einer längeren Dunkelzeit einstellt, im Hintergrund jedoch die Zeitmessung weiterlaufen lässt und auf Abruf eine sofortige Einsatzfähigkeit sicherstellt.

Solar-Funkuhr: Vor- und Nachteile

Wer maximale Präzision und moderne Technik zum erschwinglichen Preis sucht, ist mit einer Solar-Funkuhr erstklassig beraten.

Die modernen Instrumente besitzen aufgrund ihrer Quarztechnik nicht den mechanischen Charme einer Automatik- oder Handaufzugsuhr, was für viele Träger jedoch keinen Nachteil darstellt.

Hochwertige Funkuhren mit Solartechnik verlangen ceteris paribus zwar einen spürbaren Preisaufschlag gegenüber reinen Quarzuhren, liefern im Gegenzug aber ultimativen Komfort: Erstens muss man zu keiner Gelegenheit (inklusive der Zeitumstellung) eine Adjustierung der Uhrzeit vornehmen, zweitens ist kein Batteriewechsel erforderlich, der im Falle regulärer Quarzuhren alle zwei bis fünf Jahre geschehen müsste. Hinzu kommt im Durchschnitt eine extreme Lebensdauer des Akkus, der seine Arbeit in hochwertigen Solar-Funkuhren bis zu 40 Jahre am Stück verrichtet. Wir finden das beeindruckend.

Welche Hersteller produzieren hochwertige Modelle?

Eine angesagte Solar-Funkuhr ist momentan die Tissot Connect Solar, welche aufgrund ihrer Eigenschaft als Smartwatch jedoch einen Sonderfall darstellt.

Tissot T-Touch Connect Solar in der Version T121-420-47-051-03 solar-funkuhren Tissot T-Touch Connect Solar in der Version T121-420-47-051-04

Widmen wir uns dem klassischeren Segment, sticht neben japanischen Vorreitern wie Seiko und Citizen vor allem eine Marke hervor: Junghans. Seit die Schwarzwälder im Jahr 1962 die erste elektromechanische Tischuhr präsentierten, gelten sie in der Fachwelt als Vorreiter elektronischer Zeitmessung. 1970 folgt mit der Astro-Quartz die erste deutsche Quarz-Armbanduhr, gefolgt von der offiziellen Zeitnahme bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München. 1986 zeigt der Hersteller mit der RCS1 die weltweit erste funkgesteuerte Solaruhr – ein stationäres Modell für den Tisch.

Bis die clevere Technologie ans Handgelenk kommt, dauert es nicht lange: 1990 lanciert die Schramberger Manufaktur mit der MEGA 1 die erste Solar-Funkuhr für unterwegs.

Sportlichkeit pur: Junghans Spektrum Kollektion

Heute ist die wegweisende Technik in vielen Kollektionen der Marke vorzufinden. Die sportlichste Serie heißt Junghans Spektrum und zeichnet sich durch ein kontrastreiches Bicolor-Design aus, das ein Edelstahlgehäuse mit einer kratzfesten Lünette aus Keramik vereint. Die Keramik setzt sich in den Mittelgliedern des Armbands fort, wodurch eine bündige Ästhetik entsteht.

Junghans Kollektion Spektrum in der Version 018-1425-44

Die Präsenz des 100 Meter wasserdichten Allrounders ist nicht zu unterschätzen: 41,6 Millimeter Durchmesser eignen sich ideal für mittelstarke bis kräftige Handgelenke, während die Höhe von 9,6 Millimetern eine angenehme Zurückhaltung bewirkt. Optisch zeigt sich das Instrument bodenständig: Applizierte arabische Ziffern und hohe Kontraste führen zu einer glänzenden Lesbarkeit. An coolen Eigenschaften fehlt es der Spektrum nicht: Neben dem digitalen Großdatum auf sechs Uhr sticht die Tastensperre am rechten Gehäuserand ins Auge, welche den Knopf zur Zeitzoneneinstellung auf Wunsch blockiert.

Junghans Kollektion Spektrum in der Version 018-1120-44 solar-funkuhren Junghans Spektrum Mega Solar in der Version 018-1919-44

Ihre Kraft ziehen die Solar-Funkuhren aus dem Multifrequenz-Funk-Solarwerk J615.84, das eine satte Dunkelgangreserve von 21 Monaten besitzt und die Spektrum nach 72 Stunden in einen Sleep Mode schaltet. Ist letzterer aktiviert, startet die Uhr keine Empfangsversuche mit dem nächsten Zeitzeichensender und führt stattdessen die aktuelle Werkszeit auf Quarzbasis fort.

Futuristisches Design in Voll-Keramik: Die Force Serie

Eine weitere Besonderheit des Werks markiert seine Konnektivität mit dem Smartphone: Ist die Junghans Mega App für iOS und Android installiert, ermöglicht sie eine manuelle Zeitverstellung der Armbanduhr. Das J615.84 ist ebenso in der Junghans Force Kollektion verbaut, die im Gegensatz zur Spektrum auf futuristische Eleganz mit einem vollständigen Keramikgehäuse setzt. Flacher, schlanker und graziler – wer Solar-Funkuhren von ihrer nobelsten Seite kennenlernen möchte, wird die 40,4 Millimeter schlanke und nur 8,2 Millimeter hohe Force lieben.

Junghans Force Mega Solar in der Version 018-1000-00 Junghans Force Mega Solar in der Version 018-1938-44 solar-funkuhren

Der Preis der Schönheit sind 50 statt 100 Meter Wasserdichtigkeit, welche die meisten Träger nicht stören dürften. In der Hierarchie ist die Serie leicht oberhalb der Spektrum positioniert, was an feinen Details wie der Titan- statt Edelstahlfaltschließe zu erkennen ist. Im Zifferblatt herrscht Minimalismus. Nicht arabische Ziffern, sondern schlanke Indizes und ebenso dünne Zeiger prägen den Auftritt der Linie. Auch haptisch strebt die Kollektion nach maximaler Simplizität und einem cleanen Look, wie die fehlenden Drücker am Gehäuserand demonstrieren.

Junghans Force Mega Solar in der Version 018-1001-00 solar-funkuhren Junghans Force Mega Solar in der Version 018-1002-00

Während die Spektrum auf griffige Tasten mit Verschluss-Mechanismus setzt, finden wir bei der Force lediglich zwei mikroskopische Knöpfchen, die für eine seltene Betätigung mit dem Bleistift gedacht sind. Hier entfaltet die komfortable MEGA-App ihren vollen Nutzen.

Wie viel Licht erfordert der tägliche Betrieb?

Um nicht von ihrem Speicher zu zehren, braucht jede Solar-Funkuhr ein tägliches Minimum an Lichteinfall. Dabei variiert die Beleuchtungsstärke (gemessen in Lux) stark zwischen verschiedenen Lichtquellen:

Während Sonnenlicht im Freien 50.000 Lux liefert und zur Betriebserhaltung nur sieben Minuten täglich auf den Zeitanzeiger einwirken muss, erzielt Sonnenlicht durchs Fenster nur 10.000 Lux und muss laut Junghans 25 Minuten einwirken.

Deutlich schwächer ist die durchschnittliche Raumbeleuchtung, die bei 500 Lux rund sieben Stunden täglich auf die Solar-Funkuhr einstrahlen muss, um den Betrieb dauerhaft zu erhalten.

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