Jubiläumsedition der Rolex Sea-Dweller

« Eine Legende wird 50 »

Viele Uhrenkenner denken heute beim Namen Rolex vor allem an die Taucheruhren der renommierten Schweizer Uhrenmanufaktur – und dafür gibt es gute Gründe. Immerhin gilt die Rolex Submariner als eines der am häufigsten kopierten Luxusuhrenmodelle der Welt. Ihr Design war Vorbild für eine ganze Reihe von Taucheruhren unterschiedlichster Hersteller, und gemeinsam mit der Rolex Sea-Dweller ist sie längst zu einer regelrechten Ikone der Uhrengeschichte geworden. Das Modell Sea-Dweller, konzipiert um noch größeren Belastungen standhalten zu können als die Submariner, wurde 1967 erstmals vorgestellt und wird zum 50-jährigen Jubiläum durch eine Sea-Dweller Jubiläumsedition gewürdigt.

Taucheruhren – geschaffen für die Eroberung der Tiefe

Die 1950er und 1960er Jahre waren nicht nur durch die ersten Vorstöße der Menschheit in das Weltall geprägt, sondern ebenso durch das Bestreben, in immer größere Meerestiefen vorzudringen. Zugleich ermöglichte die Entwicklung praxistauglicher Tauchgeräte durch Jacques-Yves Cousteau, Hans Hass und andere Pioniere, dass sich in dieser Zeit auch das Sport- und Freizeittauchen in seiner heutigen Form herausbilden und von immer mehr Menschen betrieben werden konnte. Vor diesem Hintergrund brachten immer mehr renommierte Uhrenhersteller Armbanduhren auf den Markt, die aufgrund ihrer Wasserdichtigkeit zum Tauchen verwendet werden konnten und zudem für Taucher hilfreiche Details wie die einseitig drehbare Lünette zum Einstellen der Tauchzeit und besonders gut ablesbare, mit Leuchtmasse beschichtete Zeiger und Indizes aufwiesen.

Die erste Taucheruhr der Welt?

Rolex Submariner Version 114060Zwar gilt die 1953 eingeführte Blancpain Fifty Fathoms als erste Taucheruhr der Welt, doch die von Rolex im selben Jahr lancierte Submariner gehört zweifellos ebenso zu den frühesten Exemplaren dieser Uhrengattung und erwies sich zudem als erheblich widerstandsfähiger.

Die Wasserdichtigkeit der ersten von Blancpain entwickelten Taucheruhr wurde mit bis zu 50 Faden angegeben, was etwas mehr als 91 Metern entspricht und diesem legendären Uhrenmodell zu seinem Namen verhalf.

Die Submariner hingegen war mit einer Wasserdichtigkeit von bis zu 200 Metern deutlich größeren Belastungen unter Wasser gewachsen.

Bei der Entwicklung dieser Uhr zahlte es sich ganz offensichtlich aus, dass sich der Hersteller im Hinblick auf die Wasserdichtigkeit von Uhren schon früh einen signifikanten Vorsprung gegenüber den meisten Wettbewerbern erarbeitet hatte.

Bereits 1926 hatte Firmengründer Hans Wilsdorf unter dem Namen Oyster die erste patentierte wasserdichte Uhr präsentiert und ihr ein Jahr später zu weltweitem Ruhm verholfen, als er die Schwimmerin Mercedes Gleitze bat, ein Exemplar bei ihrem Versuch einer Durchquerung des Ärmelkanals mit sich zu führen.

Ungeachtet des stundenlangen Aufenthalts im kalten Seewasser erwies sich die Uhr als dicht und funktionierte danach ebenso zuverlässig wie zuvor, was Wilsdorf zum Gegenstand einer massiven Werbekampagne machte.

Rolex Sea-Dweller Deepsea Version 116660Seither ist die Wasserdichtigkeit ein wesentliches Merkmal der meisten Rolex Oyster Perpetual Uhren, selbst bei den Modellen, die nicht als Taucheruhren konzipiert sind.

1967: das Geburtsjahr der Rolex Sea-Dweller

14 Jahre nach der Markteinführung der Rolex Submariner wurde zum ersten Mal das Modell Sea-Dweller präsentiert, das im Segment der professionellen Taucheruhren schnell zur Legende avancierte. Die Wasserdichtigkeit wurde zu Beginn mit bis zu 610 Metern angegeben. Eine Besonderheit dieser Uhr von 1967 war das sogenannte Heliumventil.

Dabei handelt es sich um ein patentiertes Sicherheitsventil, das ohne jegliche Beeinträchtigung der Wasserdichtigkeit eine Regulierung des entstandenen Drucks im Inneren der Uhr ermöglichte, wenn sich der Taucher während der Dekompressionsphase in der Druckkammer befand. Seit ihrer Markteinführung ist die Sea-Dweller aus der Kollektion der Marke mit der Krone nicht mehr wegzudenken. Im Laufe der Jahre blieb sie äußerlich nahezu unverändert, nur in einzelnen Details kam es zu verschiedenen Modifikationen. Hier ist an erster Stelle die weitere Verbesserung der Wasserdichtigkeit zu nennen. Diese wurde im Jahr 1980 zunächst bis auf 1.220 Meter erweitert, und seit dem Jahr 2008 gibt es die Rolex Sea-Dweller Deepsea, deren Wasserdichtigkeit bis zu 3.900 Meter beträgt.

Angesichts des jahrzehntelangen Markterfolgs lag es nahe, den 50. „Geburtstag“ dieses außergewöhnlichen Uhrenmodells mit einer Jubiläumsedition zu feiern. Diese wurde anlässlich der Baselworld 2017 präsentiert und dürfte stilbewussten Tauchern ebenso viel Freude bereiten wie Liebhabern von sportlich-robusten Luxusuhren für höchste Ansprüche.

Rolex Sea-Dweller Deepsea D-Blue Version 116660 D-BlueEin Blick auf die aktuelle Kollektion

Die aktuelle Kollektion der ultraresistenten Rolex Uhren für professionelle Taucher umfasst drei Modelle. Die Basisversion ist die Sea-Dweller, die aus äußerst korrosionsbeständigem Edelstahl 904L gefertigt wird. Dieser ist extrem hart und widerstandsfähig gegenüber mechanischen Beanspruchungen, lässt sich aber gleichzeitig so polieren, dass er einen angenehmen Glanz bewahrt. Von dem tiefschwarzen Zifferblatt heben sich die für die Professional-Modelle typischen breiten Indizes und Zeiger besonders gut ab. Sie sind mit einer blauen Leuchtmasse beschichtet, die bis zu acht Stunden gleichmäßig nachleuchtet und somit bei Dunkelheit etwa zweimal so lange sichtbar bleibt wie herkömmliche Leuchtmaterialien. Der Gehäusedurchmesser beträgt 43 Millimeter.

Im Unterschied dazu ist die Rolex Sea-Dweller Deepsea um einen Millimeter größer. Das besonders dicke Saphirglas über dem Zifferblatt hat bei der Deepsea keine Datumslupe.

Das dritte Modell ist die Deepsea D-Blue, die sich schon auf den ersten Blick durch ihr blaues Zifferblatt von den beiden anderen Versionen unterscheidet. Darüber hinaus ist der Schriftzug „Deepsea“ hier in demselben Grün gehalten, wie das Tauchboot von James Cameron in dem Film „Deepsea Challenge 3D“.

Die Sea-Dweller Special Edition zum 50-jährigen Jubiläum

Die Sea-Dweller Jubiläumsedition ist mit einem Uhrwerk des neu entwickelten Kalibers 3235 ausgerüstet, das durch insgesamt 14 Patente geschützt ist und hier erstmalig in einem Modell aus der Professional-Kategorie verbaut wurde. Es ist als „Superlative Chronometer“ zertifiziert und entspricht damit einem Präzisionsstandard, der im Jahr 2015 neu definiert worden ist und über die strengen Kriterien einer herkömmlichen COSC-Zertifizierung weit hinausgeht.

Der rote Schriftzug „Deepsea“ erinnert an die erste Sea-Dweller Deepsea und setzt zugleich einen dezenten farbigen Akzent.

Selbstverständlich findet sich auch bei der Jubiläumsedition das Heliumventil auf der linken Seite des Gehäuses, und die nur in einer Richtung drehbare Lünette mit der für Taucheruhren typischen 60-Minuten-Teilung ist dank der patentierten schwarzen Cerachrom-Zahlenscheibe nicht nur hervorragend ablesbar, sondern auch sehr kratzfest. Bemerkenswert ist die Gangreserve der Rolex Sea-Dweller Special Edition, die nunmehr bei rund 70 Stunden liegt. Erwähnt sei außerdem das Oyster-Band aus massiven Edelstahl-Elementen mit der Oysterlock-Sicherheitsfaltschließe, welche ein versehentliches Öffnen des Armbandes verhindert.

Dank einem Doppelsystem zur Bandverlängerung lässt sich die Bandlänge so variieren, dass die Sea-Dweller Jubiläumsedition auch über dem Ärmel eines bis zu sieben Millimeter dicken Taucheranzuges getragen werden kann.

überprüfen Sie auch

Gentleman mit Armbanduhr - Jérôme Lambert im Portrait

Jérôme Lambert

« Der Richemont CEO im Portrait » Charismatisch, kompetent und visionär: Jérôme Lambert zählt zu …

Von Uhren, Namen und Spitznamen

«Die kuriosen Bezeichnungen von Uhrenmodellen» Unzählige Referenzen, breite Modellfamilien und lange Geschichten: Bei den meisten …

Longines Lindbergh Stundenwinkeluhr

Paris, 21. Mai 1927: Charles Lindbergh schreibt mit dem weltweit ersten Nonstop-Transatlantikflug Geschichte. Nur wenig …