Rolesor, Ceragold, Magic Gold & Co.

« Die Material-Innovationen der Luxusuhren-Branche »

Wer eine Luxusuhr kauft, erwartet zurecht einen höheren Gegenwert als beim Kauf eines massenhaft hergestellten, preisgünstigen Uhrenmodells. Dies bezieht sich auf die verbaute Uhrentechnik ebenso wie auf die verwendeten Materialien, womit nicht nur der reine Materialwert an sich, sondern ebenso deren spezifische Eigenschaften gemeint sind. Dementsprechend investieren einige renommierte Uhrenmanufakturen eine Menge Zeit und erhebliche finanzielle Mittel, um nicht nur technische Innovationen und neue Designlösungen, sondern auch besonders hochwertige Materialien zu entwickeln. Dabei werden zum Teil bestimmte Eigenschaften bereits bekannter Materialien miteinander kombiniert, teils jedoch völlig neue Materialien geschaffen, die unter so klangvollen Namen wie Rolex Rolesor, Hublot Magic Gold, Breitling Breitlight oder Omega Ceragold auf den Markt gelangen.

Rolex Rolesor – harmonischer Zweiklang von Stahl und Gold

Gold ist schon seit frühesten Zeiten der Menschheit als außergewöhnlich wertvolles Material geschätzt worden und gilt bis heute als „Krisenmetall“. Es wirft zwar keine Zinsen ab, ist aber bei vielen Kapitalanlegern als Sachwert beliebt, der seinen Wert niemals ganz verliert – und in Krisenzeiten oft sogar gegen den allgemeinen Trend deutliche Wertzuwächse verzeichnen kann. Hinzu kommen der angenehme, warme Glanz des Goldes, seine hervorragende Beständigkeit gegenüber den meisten Umwelteinflüssen und die Tatsache, dass es sich sehr gut verarbeiten lässt. Letzteres verdankt sich der Tatsache, dass Gold ein relativ weiches Metall ist.

Diese Eigenschaft kann sich allerdings auch nachteilig auswirken, indem sie vor allem bei oft verwendeten Gebrauchsgegenständen und häufig getragenem Schmuck zu einem vergleichsweise schnellen Verschleiß durch mechanische Beanspruchungen führt. Edelstahl wiederum ist zwar kein Edelmetall, kann dafür aber mit einer überdurchschnittlichen Robustheit und Verschleißarmut punkten. So liegt es durchaus nahe, die positiven Eigenschaften beider Metalle miteinander zu kombinieren.

Rolex Datejust 31mm Rolesor Everose

Rolex nutzte eine solche Kombination – bekannt als Rolesor – bereits seit den frühen 1930er Jahren bei den Uhren der Oyster-Kollektion. Bereits 1933 ließ sich die seinerzeit noch von ihrem Gründer Hans Wilsdorf geführte Firma den Markennamen Rolesor registrieren. Spricht mal also umgangsprachlich von einer Gold Rolex meint man ein Rolesor-Modell, das in vielen Kollektionen vielfach einen festen Platz einnimmt.

Dabei kombiniert der Hersteller stets Edelstahl 904L mit 18-karätigem Gold.

Neben klassischem Gelbgold kommen bei den Rolex-Rolesor-Modellen auch Weißgold oder das roséfarbene Everose-Gold zum Einsatz, sodass sich Rolesor-Fans jeweils für die Farbnuance entscheiden können, die am besten zu ihrem Hautton oder zu ihrer bevorzugten Garderobe passen.

Omega Ceragold – faszinierende Verbindung von Gold und High-Tech-Keramik

Keramische Werkstoffe werden schon seit alters her wegen ihrer reizvollen ästhetischen Wirkung und ihrer besonderen Materialeigenschaften geschätzt. So war chinesisches Porzellan beispielsweise in Europa jahrhundertelang einer der begehrtesten und exklusivsten Importartikel überhaupt – und nur für sehr vermögende Käufer erschwinglich. Auch bei Luxusuhren werden Keramikmaterialien gerne verwendet, weil sie gegenüber Kratzern, Feuchtigkeit und anderen äußeren Einflüssen relativ beständig sind und oftmals noch nach vielen Jahren beinahe wie neu wirken. Vor diesem Hintergrund hat der Luxusuhrenhersteller Omega eine als Ceragold bezeichnete Materialkombination kreiert.

Bei Omega Ceragold handelt es sich um eine perfekte Verbindung von Gold und Keramik, die beide Komponenten wie aus einem Guss erscheinen lässt. Der Hersteller beschäftigt sich schon seit längerer Zeit intensiv mit keramischen Werkstoffen und hat für einige Modelle der Produktlinie Omega Speedmaster sogar Gehäuse entwickelt, die komplett aus einem keramischen Werkstoff gefertigt sind. Mit der Entwicklung von Ceragold gelang schließlich eine beeindruckende, nahtlos wirkende Verbindung von relativ weichem Gold und der im Vergleich dazu deutlich spröderen Keramik.

Wie gut diese Kombination optisch zur Geltung kommt, zeigen die Modelle der Omega Seamaster Planet Ocean Ceragold-Kollektion, die durchweg mit einer Lünette aus Omega Ceragold versehen sind. Ähnlich wie das Saphirglas über dem Zifferblatt sorgt die Keramikbeschichtung der Lünette für einen guten Schutz gegen Kratzer, Flecken oder ähnliche Beschädigungen, die im Alltag leicht auftreten und das Aussehen einer Uhr sowie die Ablesbarkeit der Lünette beeinträchtigen können. Gleichzeitig bietet die Keramik mit ihrem satten schwarzen oder klaren weißen Farbton einen angenehm kontrastierenden Hintergrund für die roségoldfarbenen Ziffern und Indizes, die zum Ablesen der Tauchzeit dienen und sich mit ihrem edlen Glanz gut vom Farbton der Lünette abheben.

Hublot Magic Gold – Gold wird kratzfest

Der Luxusuhrenhersteller Hublot hat sich ebenfalls mit dem Problem auseinandergesetzt, dass Oberflächen aus Gold einerseits optisch besonders ansprechend sind, ihr Aussehen aber andererseits relativ leicht durch Kratzer beeinträchtigt werden kann. Um das Risiko solcher Beschädigungen zu verringern, entwickelte die unternehmenseigene Metallurgieabteilung eine spezielle Legierung, die unter dem Namen Hublot Magic Gold vermarktet wird.

Nach Angaben des Herstellers handelt es sich bei Magic Gold um die erste und bislang einzige kratzfeste 18-karätige Goldlegierung der Welt.

Bemerkenswert ist die Härte von Magic Gold, die von Hublot mit fast 1.000 Vickers angegeben wird. Zum Vergleich: Üblicherweise weisen 18-karätige Goldlegierungen lediglich eine Härte von 400 Vickers auf, und die meisten gehärteten Stahle erreichen eine Härte von etwa 600 Vickers. Neben Gold enthält die Legierung auch Kupfer, das für den leicht roséfarbenen Ton sorgt und auch in den meisten anderen Goldlegierungen enthalten ist, sowie Platin.

Dieses stellt nicht nur ein besonders wertvolles Edelmetall dar, das phasenweise bereits zu höheren Preisen als Gold gehandelt worden ist, sondern verbessert die Widerstandsfähigkeit der Legierung gegenüber mechanischen Beanspruchungen signifikant.

Hublot Big Bang Unico Ceramic Magic Gold 45mm

Insofern ist das Magic Gold zahlreicher Hublot Uhren ein weiteres Beispiel dafür, wie innovative Materiallösungen aus den Werkstätten und Forschungslabors der Luxusuhrenmanufakturen nicht nur zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften beitragen, sondern darüber hinaus die Palette der optischen Gestaltungsmöglichkeiten um immer neue, reizvolle Varianten ergänzen.

Breitling Breitlight – leicht, robust und angenehm auf der Haut

Dass die faszinierenden Materialinnovationen der Uhrenindustrie sich keineswegs auf Edelmetalle und deren Kombinationen mit anderen Materialien beschränken müssen, zeigt das von Breitling entwickelte Material Breitlight, das erst 2016 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Name deutet bereits auf eine seiner wesentlichen Eigenschaften hin. Breitling Breitlight ist ein besonders leichtes und daher angenehm zu tragendes Material.

Es handelt sich um eine neu entwickelte Polymerfaser, die besonders kratzfest ist und sich auf der Haut im Unterschied zu den meisten metallischen Werkstoffen nicht kühl anfühlt. Das Gewicht des neuen, optisch ansprechend marmorierten Materials beträgt nur ein Drittel des Gewichts von Titan – bei gleichzeitig größerer Härte – und ist sogar 5,8-mal geringer als das Gewicht von Stahl. So gelang der Manufaktur beispielsweise, daraus eine massive Breitling Fliegeruhr zu fertigen, die trotz eines Zifferblattdurchmessers von beachtlichen 50 Millimetern nur ganze 69 Gramm wiegt.

Bei der Präsentation der ersten Breitlight-Uhr im Rahmen der Baselworld 2016 erklärte Jean-Paul Girardin, Vizepräsident von Breitling, der neue Werkstoff sei in Partnerschaft mit einem Unternehmen im Schweizer Jura entwickelt worden. Als besonders komplex und anspruchsvoll habe sich die Herstellung von Werkzeugen erwiesen, mit denen sich das Material bearbeiten lässt. Die genaue Zusammensetzung und das Herstellungsverfahren hütet Breitling allerdings sorgfältig als Firmengeheimnis.

Die Grenchener Uhrenmanufaktur war sogar lieber bereit, auf die Erteilung eines Patents zu verzichten, als dafür streng geheime Details zur Herstellung oder zur Zusammensetzung von Breitlight offenlegen zu müssen.

So kann Breitling seine Erfindung im besten Fall deutlich länger exklusiv vermarkten als unter dem Schutz eines Patents, nach dessen Auslaufen wohl unweigerlich Nachahmer auf den Markt drängen würden.

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