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Neueröffnung: Omega Museum in Biel öffnet seine Pforten

Größer, besser und moderner: 2019 wurde das Omega Museum in der Bieler Heimat der Traditionsmarke neu eröffnet und bietet seinen Besuchern eine interaktive Erlebniswelt zur Erkundung der Marke. Neben der Geschichte des Herstellers werden dort auch die mechanischen Innovationen und Zeitnahme-Technologien auf anschauliche Weise präsentiert. Selbst architektonisch hat der neue Standort in der „Cite du Temps“ direkt am Firmensitz der Swatch Group viel zu bieten.

Anlass zum Feiern gibt es

Die Neueröffnung fällt in eine ohnehin schon ereignisreiche Zeit für das Schweizer Unternehmen: Erst 2017 eröffnete Uhrenhersteller Omega in Biel seine neue Produktionsstätte, die dem Hersteller eine gesteigerte Effizienz bei sämtlichen Arbeitsvorgängen garantieren soll. Damit wurde ein wichtiger Schritt zur Bewältigung der steigenden globalen Nachfrage geleistet.

2019 folgte schließlich das 125. Jubiläum des Markennamens, zelebriert durch die Lancierung von 19 neuen Uhrwerken. Auf diese Weise möchte man jenen Moment des Jahres 1894 ehren, in dem die Söhne des Firmengründers Louis Brandt ein neues Kaliber entwarfen und es getreu dem Motto „Mehr geht nicht“ nach dem letzten Buchstaben des griechischen Alphabets benannten.

Vom Mondrover bis zur olympischen Laufstrecke

Meilensteine wie diese in der Geschichte Omegas können im neuen Museum auf einer größeren Fläche präsentiert werden als zuvor. Erstmals im Jahr 1983 nur unweit der aktuellen Adresse eröffnet, stellte das ursprüngliche Omega Museum die erste dauerhafte Ausstellung einer Schweizer Uhrenmarke dar. Was den neuen Standort vom alten unterscheidet, ist die stärkere Fokussierung auf interaktive Inhalte – der Zuschauer soll buchstäblich zum Teil des Geschehens werden.

Ein gutes Beispiel dafür im Omega Museum ist die 9 Meter lange olympische Laufstrecke, auf der Besucher ihren eigenen Sprint mit der Zeitnahme-Technologie der Marke messen können. Auch der wohl berühmteste Tag der Unternehmensgeschichte wird erlebbar gemacht: So veranschaulicht ein Gang über die Mondoberfläche, direkt neben originalgetreuen Apollo-11-Raumanzügen und dem provisorisch wirkenden Mondfahrzeug, in welcher Umgebung die Speedmaster im Jahr 1969 zur ersten Uhr auf dem Erdtrabanten wurde. Anderen Highlights wie der traditionellen Verbindung zu James Bond 007 oder der Entwicklung zur modernen Damenuhr werden im Museum ebenfalls interessante Ausstellungsstücke gewidmet.

Technik und Modelle im riesigen Armband

Neben den berühmten Ereignissen und Auftritten der Marke stellt das neue Omega Museum auch die Modellgeschichte des Herstellers in den Vordergrund. Dazu dient ein lebensgroßes, ganze 50 Meter langes Stahlarmband mit insgesamt 64 Vitrinen. Hier ist richtig, wer von den ersten Taschenuhren aus der Gründungszeit ab 1848 bis hin zu den modernen Flieger- und Taucheruhren des 21. Jahrhunderts ein lückenloses Gesamtbild der horologischen Präzisionsinstrumente erhalten möchte.

Ihre beachtliche Länge besitzt die Ausstellung mit gutem Grund: Die erste Seamaster von 1948, die innovative Railmaster mit antimagnetischem Doppelboden und die erste Co-Axial-Hemmung aus 1999 sind nur einige Beispiele der begehrten Exponate. Letzterer Mechanik widmet das Omega Museum zudem ein bewegliches Modell, an dem die Funktionsweise anschaulich erklärt wird.

Omega Seamaster Railmaster Co-Axial Master Chronometer 40mm in der Version 220-12-40-20-01-001

Als erster Hersteller überhaupt entwickelte das Unternehmen die Co-Axial-Hemmung vom Konzept zur Massenreife. Die Stärke der Konstruktion liegt in ihrem geringen Reibungswiderstand im Vergleich zu herkömmlichen Hemmungen, was den Wartungsaufwand verringert und die Verlässlichkeit erhöht.

Modern und imposant: Die Cite du Temps im Herzen Biels

Abgerundet wird die Ausstellung durch ein überdimensionales, begehbares Speedmaster-Modell am Ende des 50 Meter langen Armbands. Wie das gesamte Museum, befindet es sich in der ersten Etage der frisch errichteten Cite du Temps (zu deutsch: Zeitstadt) mitten in Biel.

Omega Speedmaster 57 in der Version 331-90-42-51-04-001

Über eine Brücke mit dem Hauptsitz der Swatch Group verbunden, umfasst das gläserne Gebäude neben dem Omega Museum auch den sogenannten Planet Swatch im zweiten Stock: Die heitere Sammlung widmet sich der bunten und abwechslungsreichen Welt jener Kultmarke, die entscheidend zur Rettung der Schweizer Uhrenbranche nach der Quarzkrise der Siebziger und Achtziger beitrug. Äußerlich markiert der Gebäudekomplex eine der modernsten Konstruktionen des ansonsten eher traditionellen Stadtbilds Biels.

Omega Speedmaster Dark Side of the Moon Vintage Black in der Version 311-92-44-51-01-006

Entworfen vom japanischen Architekten Shigeru Ban, verleiht sie der 50.000-Einwohner-Stadt mit ihren futuristischen Rundungen einen bemerkenswerten Kontrast. Passend hingegen wurde die Adresse gewählt: So befindet sich die Cite du Temps in der Nicolas-G.-Hayek-Strasse 2, benannt nach dem 2010 verstorbenen Swatch-Mitgründer und Unternehmer. Möglicherweise wären das Omega Museum und zahlreiche Schweizer Hersteller heute Geschichte, hätte Hayek die damaligen Uhrenkonzerne ASUAG und SSIH nicht vor dem Untergang bewahrt.

Horologie erleben: Weitere Museen in der Schweiz

Wer die Geschichte der edlen Zeitanzeiger in ihrer Heimat kennenlernen möchte, wird sich einer Vielzahl interessanter Ausstellungen gegenübersehen.

Eine besondere Empfehlung in Biel selbst ist das Neue Museum: Für seine vielzähligen Rolex-Exponate berühmt, bietet es auch künstlerisch und literarisch Interessierten eine Reihe spannender Inhalte.

Außerhalb der Stadt darf man sich das Internationale Uhrenmuseum in La-Chaux-de-Fonds nicht entgehen lassen: Etwa 50 Kilometer vom Omega Museum entfernt, umfasst es eine der weltweit größten Sammlungen portabler und fester Zeitanzeiger. Und wenn es eine etwas weitere Reise sein darf, lädt das Genfer Patek-Philippe-Museum zu einer Entdeckungstour durch die höchste Liga der Haute Horlogerie ein.

Für Uhrenfans gibt es also Grund genug, bei der nächsten Reiseplanung einmal die benachbarte Eidgenossenschaft anstelle der beliebten All-Inclusive-Resorts rund ums Mittelmeer zu berücksichtigen.

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