Die größten Abenteuer von Luxusuhren

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Luxusuhren von Rolex, Tag Heuer, Omega und anderen renommierten Manufakturen zeichnen sich nicht nur durch die häufige Verwendung besonders hochwertiger Materialien aus, sondern vor allem durch ihre exzellente Qualität. Diese kommt in der Verarbeitung ebenso zum Ausdruck wie in der Robustheit der Uhren und in ihrer Zuverlässigkeit. So ist es kein Zufall, dass bei vielen historischen Ereignissen und beeindruckenden Rekordleistungen Luxusuhren namhafter Uhrenmanufakturen häufig mit von der Partie gewesen sind.

Stundenlanger Härtetest im Ärmelkanal: die Oyster von Rolex

Zu den ersten Luxusuhren, die sich unter extremen Bedingungen bewährten und Zeitgeschichte mitgeschrieben haben, gehört zweifellos die Rolex Oyster. Die junge britische Schwimmerin Mercedes Gleitze beabsichtigte im Jahr 1927, den Ärmelkanal schwimmend zu durchqueren. Als Rolex-Gründer Hans Wilsdorf von ihrem Vorhaben erfuhr, bat er sie, auf ihrem Weg durch die Fluten ein Exemplar seines neuen, besonders wasserdichten Armbanduhrenmodells mitzunehmen.

Rolex Oyster Perpetual 36mm Zifferblatt Steel Red Grape White Grape

Gleitze willigte ein und trug die Uhr bei sich, als sie am 7. Oktober 1927 in die kalten Fluten stieg. Der hohe Seegang und die niedrigen Temperaturen, die an diesem Tag herrschten, zwangen die Schwimmerin zwar, die Kanaldurchquerung nach 15 Stunden und 15 Minuten abzubrechen, obwohl sie die französische Küste zu diesem Zeitpunkt schon fast erreicht hatte. Ungeachtet dessen zollte man ihr jedoch großen Respekt.

Aufsehen erregte aber nicht nur die sportliche Leistung Gleitzes, sondern auch die Tatsache, dass die Uhr, die ihr Wilsdorf mitgegeben hatte, den Härtetest im nassen Element hervorragend bestanden hatte.

Trotz des stundenlangen Aufenthalts im kalten, salzigen Meerwasser zeigte sie keinerlei Schäden oder Ausfallerscheinungen und funktionierte danach ebenso exakt wie zuvor. Wilsdorf startete umgehend eine große Werbekampagne, die diesen eindrucksvollen Qualitätsbeweis weithin bekannt machte und seiner Marke ebenso wie dem als Oyster bezeichneten Uhrenmodell weltweit einen erheblichen Popularitätszuwachs bescherte.

Mercedes Gleitze machte später übrigens noch mehrfach durch spektakuläre Aktionen auf sich aufmerksam, beispielsweise mit Durchquerungen der Meerenge von Gibraltar und der Dardanellen sowie mit dem ersten Weltrekord im Frauen-Dauerschwimmen mit einer Zeit von 42 Stunden. Die Oyster Gehäuse-Technologie ist unterdessen schnell zu einem Standard bei Rolex geworden und kommt heute noch bei einer großen Anzahl der Luxusuhren zum Einsatz.

Blancpain Fifty Fathoms: Abenteuer in den Tiefen der Meere

Der Franzose Jacques Cousteau wurde durch seine zahlreichen Tiefsee-Expeditionen und Unterwasserfilme als Pionier der Meeresforschung international bekannt. Zuvor hatte er mehr als zwei Jahrzehnte in der französischen Kriegsmarine gedient und dort den Rang eines Korvettenkapitäns erreicht. Im Laufe seiner Offizierskarriere leistete Cousteau unter anderem einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau der französischen Marinetauchereinheiten.

So dürfte er bereits frühzeitig ein Uhrenmodell kennengelernt haben, das ihn nach dem Ausscheiden aus der Marine bei seinen zahlreichen Unterwasserabenteuern begleitete: die Fifty Fathoms von Blancpain.

Diese Uhr war 1953 im Auftrag der französischen Marine eigens für deren Kampfschwimmereinheit entwickelt worden und gilt als eine der ersten – wenn nicht sogar die erste – mechanische Taucheruhr, die mit einer einseitig verstellbare Lünette zur Anzeige der Tauchzeit ausgestattet war, wie sie heute bei Taucheruhren standardmäßig anzutreffen ist. Der Name spielt auf die Wasserdichtigkeit der Uhr an, die bis zu einer Tiefe von 50 Faden gegeben war, was etwas mehr als 90 Metern entspricht.

Schnell erwarb sich die Blancpain Fifty Fathoms einen legendären Ruf als eine der zuverlässigsten und meistverwendeten Taucheruhren ihrer Zeit. Bis heute hat die aus diesem Modell hervorgegangene Kollektion ihren festen Platz im Sortiment dieser Uhrenmanufaktur.

Blancpain Sport Automatique Fifty Fathoms Automatikuhren

Die traditionsreiche Bezeichnung Fifthy Fathoms wurde dabei beibehalten, wenngleich die Wasserdichtigkeit der heutigen Luxusuhren mit diesem Namen inzwischen bis zu 300 Meter und damit deutlich mehr als die ursprünglichen 50 Faden beträgt.

Zenith El Primero: die Uhr, die vom Himmel fiel – gemeinsam mit ihrem Träger

Der Österreicher Felix Baumgartner stieg am 14. Oktober 2012 in einer an einem Heliumballon befestigten Druckkapsel bis in die Stratosphäre auf und sprang anschließend nur mit Schutzanzug und Fallschirm aus mehr als 38 Kilometern Höhe ab.

Dabei stellte er gleich mehrere beeindruckende Rekorde auf. Es handelte sich um den bis dahin höchsten Absprung eines Fallschirmspringers und zugleich um den mit etwas mehr als 36 Kilometern tiefsten freien Fall. Des Weiteren erreichte Baumgartner mit 1357,6 Kilometern pro Stunde die größte Geschwindigkeit eines ohne Stabilisierungsschirm im freien Fall befindlichen Menschen und durchbrach zugleich die Schallmauer. In diesem historischen Augenblick begleitete ihn ein Exemplar des Sportchronographen El Primero von Zenith.

„El Primero“ bedeutet so viel wie „der Erste“ und ist nicht nur eine passende Bezeichnung für eine Uhr, deren Träger gleich mehrere Rekorde auf einmal brechen konnte.

Vielmehr verweist der Name der Serie exklusiver Luxusuhren auf eine besondere Sternstunde der Uhrengeschichte.

Denn am 10. Januar 1969 präsentierte Zenith nach rund zweijähriger Arbeit das erste automatische Chronographenwerk und setzte sich damit erfolgreich gegen die ebenfalls an einem solchen Projekt arbeitende Konkurrenz – darunter so illustre Namen wie Breitling, Hamilton oder Tag Heuer – durch.

Zenith El Primero Stratos Flyback Kollektion

Zur Erinnerung an diesen denkwürdigen Sieg wird dieses Luxusuhren-Kaliber seither unter dem Namen Zenit El Primero vermarktet.

Eine Uhr als Lebensretter im Orbit: die Omega Speedmaster

Die Omega Speedmaster ist nicht nur eines der bekanntesten und beliebtesten Luxusuhren-Modelle der Welt, sondern hat sich gleich mehrfach in der Raumfahrt bewährt. Schon als der Astronaut Walter Schirra mit Mercury-Atlas 8 am 3. Oktober 1962 sechsmal die Erde umkreiste, trug er dabei eine Speedmaster von Omega. 1965 wurde diese Uhr, die inzwischen als das am meisten getestete Uhrenmodell der Welt gilt, von der NASA nach umfangreichen Testreihen als einzige für geeignet befunden, um sie künftig für das bemannte Raumflugprogramm der USA zu verwenden.

Und die Omega Speedmaster hat die hohen Erwartungen, die in sie gesetzt wurden, nicht enttäuscht. Beim ersten Weltraumausstieg eines Amerikaners am 3. Juni 1965 war sie ebenso mit von der Partie wie bei der ersten Mondlandung am 21. Juli 1969, als sie – am Handgelenk von Buzz Aldrin – zur „ersten Uhr auf dem Mond“ wurde. Noch heute wird sie vor allem mit diesem Ereignis in Verbindung gebracht und oft nur als Moonwatch bezeichnet.

Weniger bekannt ist, dass die Omega Speedmaster in einer äußert kritischen Situation entscheidend dazu beitrug, das Leben von drei Astronauten zu retten.

Im April 1970 unternahm die NASA mit der Raumfahrtmission Apollo 13 den dritten Versuch einer Mondlandung. Im Gegensatz zu den ersten beiden Versuchen verlief diese Mission aber nicht erfolgreich, sondern musste vorzeitig abgebrochen werden. Grund dafür war ein Unfall, der sich knapp 56 Stunden nach dem Start in einer Entfernung von mehr als 300.000 Kilometern von der Erde ereignete. Die Explosion eines Sauerstofftanks im Servicemodul hatte mehrere lebenswichtige Systeme beschädigt. Es wurde daher entschieden, das Raumschiff schnellstmöglich auf die Erde zurückzuholen, um das Leben der Astronauten an Bord nicht zu gefährden. Dabei musste die Besatzung jedoch alle Stromkreise bis auf den Funkverkehr abschalten – auch die Zeitmesser und Navigationscomputer. Die präzisen Luxusuhren der Astronauten waren somit die einzigen Hilfsmittel, die ihnen zur Verfügung standen, um die Zeit der Raketenzündung für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu ermitteln. Das Zeitfenster für Kurskorrekturen betrug lediglich 14 Sekunden.

Omega Speedmaster Moonwatch Co-Axial Chronograph Kollektion

Während seine Kollegen Fred Haise und Jim Lovell die Raumfähre manuell steuerten, bestimmte Jack Swigert mithilfe seiner Omega Speedmaster die korrekte Zündungsdauer und die drei Astronauten wurden vor dem anderenfalls unausweichlichen Tod bewahrt. Omega und die Speedmaster wurden für ihren substanziellen Beitrag zum Gelingen der Mission mit der höchsten Auszeichnung der NASA bedacht, die Unternehmen oder Mitarbeitern zu Teil werden kann – dem Snoopy.

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