© kaninstudio / Fotolia.com

Luxus Militäruhren

« Uhrengenre mit Tradition »

„Kein Plan überlebt die erste Feindberührung“, lautete eine Erkenntnis des berühmten preußischen Generalfeldmarschalls Helmuth von Moltke d. Ä., der als Chef des Generalstabes erheblichen Anteil an den Siegen in den drei Einigungskriegen des 19. Jahrhunderts hatte. Dennoch spielt die sorgfältige Planung militärischer Operationen – insbesondere auch in zeitlicher Hinsicht – bis heute in jeder Armee eine zentrale Rolle. So ist es nicht erstaunlich, dass schon relativ früh Uhren eigens für militärische Zwecke entwickelt wurden, die sich durch eine besonders hohe Ganggenauigkeit und Robustheit auszeichneten. Aufgrund ihrer besonderen Qualitätsmerkmale fanden Militäruhren schnell auch den Weg in den zivilen Bereich – und bis heute sind einige dieser Uhrenmodelle im Luxusuhrensegment zu finden.

Hohe Präzision und Belastbarkeit – typische Merkmale von Militäruhren

Die Hauptanforderungen an Zeitanzeiger für das Militär bestanden seit jeher darin, dass sie die Uhrzeit über einen möglichst langen Zeitraum hinweg mit hoher Präzision anzeigen und sich dabei zugleich auch als widerstandsfähig gegen Belastungen wie Stöße oder eindringende Feuchtigkeit erweisen sollten. Da dies eine entsprechend hohe Qualität von Material und Verarbeitung erforderte, waren Militäruhren meist relativ teuer und zum größten Teil Offizieren vorbehalten. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Marine- und Artillerieoffiziere um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu den ersten Männern gehörten, die Armbanduhren trugen, während diese bis dahin überwiegend nur als Schmuckuhren von Frauen verwendet worden waren.

© olivercesarritz / Fotolia.com
© olivercesarritz / Fotolia.com

Die Gehäuse von Zeitanzeiger aus dem militärischen Bereich bestanden üblicherweise aus Stahl und wurden an Lederarmbändern getragen. Die verwendeten Bänder mussten sehr stabil sein. Zudem erhielten Uhren, die für Piloten bestimmt waren, meist besonders lange Armbänder, damit sie über der Fliegeruniform getragen werden konnten. Die Zifferblätter von Militäruhren sind meist schwarz oder zumindest in einem unauffälligen Farbton gehalten, es gibt jedoch auch Modelle mit weißen oder grünlichen Zifferblättern. Ein weiteres typisches Merkmal war die Beschichtung von Indizes und Zeigern mit Leuchtmasse, um bei schlechten Lichtverhältnissen und in der Nacht eine gute Ablesbarkeit zu gewährleisten. Um außerdem bei schlechter Witterung keinen Schaden zu nehmen und auch von Marineoffizieren getragen werden zu können, kam als weitere Anforderung bald eine gewisse Wasserdichtigkeit hinzu.

Militäruhren für besondere Einsatzzwecke: Fliegeruhren und Taucheruhren

Eine klare, allgemeingültige Abgrenzung zwischen Militäruhren und Fliegeruhren gibt es nicht, doch verfügen einige Uhrenmodelle über besondere, auf die Bedürfnisse von Piloten und Navigatoren abgestimmte Ausstattungsmerkmale. Dafür kommen neben dem langen Armband beispielsweise ein relativ großer Durchmesser des Zifferblattes, eine große und besonders griffige Krone, eine Tachymeterskala, eine Chronographenfunktion, eine Rechenschieberfunktion oder die Anzeige einer zweiten Zeitzone infrage.

breitling-chronomat-41-airborne

Teilweise werden Uhren, die für militärische Ansprüche konzipiert sind oder sich zumindest an das Design von Militäruhren anlehnen, jedoch auch nur aus Gründen der besseren Vermarktbarkeit im zivilen Bereich je nach Funktionen und Komplikationen teilweise den Fliegeruhren oder Taucheruhren zugeordnet. Bei letzteren stehen natürlich vielmehr die hohe Wasserdichtigkeit und die gute Ablesbarkeit unter Wasser im Vordergrund – unabhängig davon, ob die Nutzung im zivilen Bereich, etwa bei Berufs- oder Sporttauchern, oder im militärischen Bereich erfolgt.

blancpain-fifty-fathoms

Zudem müssen Taucheruhren über eine Möglichkeit zur Vorwahl einer bestimmten Zeitspanne verfügen, um die erforderlichen Dekompressionszeiten einhalten zu können. Diese Anforderung kann sowohl durch eine drehbare Lünette als auch durch einen Timer erfüllt werden. Die erste „echte“ Taucheruhr war übrigens die Fifty Fathoms von Blancpain, die 1953 für eine Kampfschwimmereinheit des französischen Militärs entwickelt wurde. Das Modell ist in neuer Interpretation bis heute im Sortiment des Herstellers.

Breitling Chronospace Military: moderne Interpretation eines klassischen Genres

Mit der Kollektion Breitling Chronospace Military hat Breitling das klassische Genre der für den militärischen Gebrauch entwickelten Uhren auf moderne Weise neu interpretiert. Kompromisslose Funktionalität, Leuchtzeiger und -indizes, Chronometerfunktion und Datumsanzeige gehören zum Ausstattungsumfang der meisten Modelle dieser Kollektion. Hinzu kommen fallweise noch weitere Funktionen, etwa ein Wecker oder ein Ewiger Kalender.

breitling-chronospace-military

Getragen wird eine Breitling Chronospace Military an einem hochwertigen, strapazierfähigen Textilband. Für die exakte Zeitanzeige sorgt ein präzises Quarz-Uhrwerk vom Kaliber Breitling 78. Merkmale wie die schwarzen Zifferblätter und das XXL-Gehäuse unterstreichen die betont maskuline Optik dieser Uhr.

Longines Heritage Military: Militäruhr-Modelle nach historischen Vorbildern

Gleich mehrere Angebote für Freunde militärischer Masterpieces hält Longines bereit. In seiner Heritage-Kollektion offeriert der traditionsreiche Schweizer Hersteller mehrere Modelle, deren Gestaltung sich an militärischen Uhren verschiedener Epochen orientiert.

longines-heritage-military-1938

So gibt es beispielsweise die Longines Heritage Military 1938 in mehreren Varianten von der einfachen Dreizeigeruhr mit Datumsfenster über ein Modell mit Anzeige einer zweiten Zeitzone bis hin zum Chronographen. Andere Modelle – wie etwa die Longines Heritage Military COSD – wurden als Neuauflage britischer Fallschirmjägeruhren aus den 1940er Jahren gestaltet. Auch eine Militäruhr aus dem Jahr 1918 hat bei der Kreation eines Modells der Kollektion Longines Heritage Military Pate gestanden.

Breguet Type XX – eine Militäruhr der Luxusklasse

Eine besonders edle Kollektion dieser Art wird übrigens in der traditionsreichen Uhrenmanufaktur Breguet gefertigt. Es handelt sich um die Breguet Type XX, die in den 1950er Jahren für die Luftstreitkräfte Frankreichs sowie für die französische Marine entwickelt worden ist und heute als moderne, zivile Version mit einem mechanischen Automatikwerk angeboten wird. Die verschiedenen Modelle der Kollektion Breguet Type XX werden teils an Leder- und teils an Edelstahlbändern getragen.

breguet-type-xx

Sie machen nicht nur auf der Brücke oder im Cockpit eine gute Figur. Vielmehr zeigen sie, dass eine Militäruhr keineswegs immer martialisch daherkommen muss, sondern durchaus auch sehr elegant wirken und als Dresswatch getragen werden kann.

überprüfen Sie auch

Uhren mit Weckfunktion

« Die Luxusklasse der Armbandwecker » Egal ob Mondphasen, Chronographen oder Kalender – visuelle Komplikationen …

Gehäuseöffner und Gehäuseschließer

Gehäuseöffner und Gehäuseschließer

« Wie Uhrmacher Uhren öffnen » Egal ob Wartung, Batteriewechsel oder Echtheitsprüfung: Viele Arbeitsschritte am …

Wir erklären die Komplikation Minutenrepetition

Das Tourbillon – höchste aller Komplikationen? Nicht ganz. Die wahre Königin des mechanischen Uhrenbaus ist …