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Junghans Uhren Altersbestimmung

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Mit seiner hohen Modellvielfalt, eleganten Designs und einem breiten Preisspektrum zählt Junghans zu den beliebtesten Uhrenmarken Deutschlands. Nicht nur neue, sondern auch historische Editionen stehen auf der Wunschliste vieler Liebhaber und werfen häufig die Frage nach dem Baujahr auf. Wir erklären, welche Ansätze bei einer erfolgreichen Altersbestimmung wichtig sind und geben einen Überblick zur Modellgeschichte des populären Herstellers.

1928: Die ersten Armbanduhren entstehen

Die Gründung der Schwarzwälder Marke erfolgt im Jahr 1861, als Erwin Junghans mit der Fertigung von Uhren-Bestandteilen für die heimische Industrie beginnt. Zunächst auf Großuhren-Komponenten wie etwa Holzgehäuse, Glastüren und Pendelscheiben spezialisiert, fertigt die Manufaktur 1866 ihre ersten eigenen Uhren.

Was groß beginnt, wird in den folgenden Jahrzehnten immer kompakter: In den 1870ern bereichern Wecker, kurz vor der Jahrhundertwende auch Taschenuhren das Schramberger Sortiment.

Erst 1928 nimmt der Hersteller die Produktion von Armbanduhren auf – anfangs noch mit zugekauften Kalibern, ab 1936 schließlich mit eigenen Werken.

Altersbestimmung anhand des Kalibers

Letztere Uhrwerke spielen bei der Junghans Uhren Altersbestimmung eine tragende Rolle und ermöglichen häufig eine enge Eingrenzung des Produktionszeitraums. Grundsätzlich gilt: Jedes Kaliber mit dem Namensvorsatz „J“ wurde vor dem Modelljahr 1962/63 hergestellt, die meisten anderen Antriebe fallen in den Zeitraum danach.

Zu den wichtigsten Werken der frühen Phase zählt das J80, welches ab 1936 in den ersten Armbanduhren verbaut wird und in seiner aufwendigsten Variante, genannt „Meister“, die Bezeichnung J80/2 trägt.

Junghans Meister Chronometer Herrenuhr Edelstahl silber junghans-uhren-altersbestimmung

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dessen Verlauf der Betrieb auf Rüstungsproduktion umgestellt wird, setzt das Chronographen-Kaliber J88 die militärische Historie der Marke bei der Bundeswehr fort. Ab 1946 hergestellt, wird es bis zum Jahr 1964 gefertigt und arbeitet in vielen klassischen Fliegeruhren des Herstellers.

Ab 1950 kommt das „zivile“ Kaliber J82 hinzu, welches 1957 durch das berühmte J83 in den Schatten gestellt wird: Als erstes automatisches Chronometerwerk des Herstellers arbeitet es in einigen der heutzutage begehrtesten Sammlerstücken und wird bis einschließlich 1964 gebaut. Wer bei der Junghans Uhren Altersbestimmung hingegen auf den Kalibernamen J85 stößt, kann seinen Zeitanzeiger im Schnitt etwas moderner einordnen; es wurde zwischen 1960 und 1967 herstellt.

Obwohl diese Auflistung längst nicht alle Antriebe aus der „J“-Phase enthält, stellt sie die hohe Eignung mechanischer Uhrwerke bei der Altersbestimmung zur Schau. Frei zugängliche Kalibertabellen im Internet eignen sich hervorragend, um nähere Informationen zum Baujahr des eigenen Zeitanzeigers zu erhalten.

Seriennummern als wichtiger Faktor

Seit der Änderung des Namenssystems ab 1962/63 steht nicht mehr der Buchstabe J, sondern eine Ziffer  in der Regel die 6  am Anfang einer jeden Kaliberbezeichnung. Ein Beispiel dafür ist 687.11. Oftmals aber ist eine exakte Junghans Uhren Altersbestimmung anhand des mechanischen Werkes nicht möglich – schließlich werden die meisten Kaliber über mehrere Jahre hinweg produziert. Deshalb empfiehlt sich ein Blick auf die Seriennummer: Wie bei den meisten anderen Marken, existieren auch hier frei zugängliche und sehr umfangreiche Tabellen zur Datierung des eigenen Zeitanzeigers im Internet.

Hilft ein näherer Blick auf diese Tabellen nicht weiter, raten wir zur direkten Anfrage beim Schramberger Hersteller. Ein Auszug aus den Archiven der meisten Marken ist zwar in der Regel mit einer Gebühr verbunden, liefert aber eine verlässliche Bestätigung über die Herkunft des Zeitanzeigers.

Elektronische Features und moderne Baureihen

Die modernere Geschichte Junghans´ ist von einer Reihe elektronischer Innovationen geprägt. So erscheint 1970 die „Astro-Quarz“, eine Vorserie der ersten deutschen Quarz-Armbanduhr. Angetrieben vom Kaliber W666.02, geht sie 1972 in Serienfertigung und legt den Grundstein für weitere Modernisierungen des Produktportfolios. Wie zum Beispiel 1990, als die Schwarzwälder Marke mit der Mega 1 die weltweit erste Funkarmbanduhr vorstellt.

1993 folgt die Einführung der ersten Solaruhren, gefolgt vom ersten Zeitzeichensender im Jahr 2004. Bei moderneren Editionen wie diesen ist die Altersbestimmung meist deutlich einfacher als bei Vintage-Serien  ein Blick auf Design, Funktionsumfang und Name genügt häufig schon zur präzisen Einordnung.

Weitere Tipps zur Junghans Uhren Altersbestimmung

Erfahrene Uhrensammler wissen, dass Kaliber, Seriennummer und Modellreihe längst nicht die einzigen Faktoren bei der Altersbestimmung sind. Denn das Äußere eines Zeitanzeigers verrät mehr über das Baujahr, als man denkt. So zum Beispiel die Leuchtfarbe des Zifferblatts: Bis Anfang der Sechziger wurde häufig auf den gefährlichen Stoff Radium zurückgegriffen, bevor er durch Tritium ersetzt wurde. Ein Detail, das viele Zeitanzeiger mit einem kleinen „T“ neben der Herkunftsbezeichnung kenntlich machen.

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Auch bestimmte Trends wie beispielsweise Gehäusematerialien geben Aufschluss über das Alter – so bestehen viele Modelle der 1930er-Jahre aus „Nickel-Chrom“, während spätere Serien der 40er vermehrt auf Edelstahl setzen. Sämtliche Gravuren im Gehäuse – egal ob Logos, Beschriftungen oder Markenbezeichnungen – sind ebenfalls spezifisch für bestimmte Perioden und können von Fachkundigen relativ schnell eingeordnet werden.

Junghans Kollektion 1972 Chronoscope Solar junghans-uhren-altersbestimmung

Wer erstmal nicht zum Juwelier gehen möchte, erhält in Foren oftmals wertvolle Ratschläge. Letztere Variante bietet die besten Erfolgschancen, wenn man im Voraus möglichst viele Informationen selbstständig sammelt.

Fazit: Es gibt viele Ansatzpunkte

Kaliber, Seriennummer, Technik und Design: Bei der Junghans Uhren Altersbestimmung führen viele Wege zum Ziel. Wenn die frei zugänglichen Informationen nicht ausreichen, helfen Experten, Juweliere oder der Hersteller auf der Suche nach dem richtigen Baujahr. Als großer Vorteil bei Junghans sticht die gut abgegrenzte Unternehmensgeschichte hervor: Vorkriegszeit, die Phase der J-Kaliber und die anschließende Einführung vieler technischer Neuerungen erlaubt eine präzise Suche nach dem Baujahr des eigenen Meisterstücks.

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