Armbanduhren - Historische Uhren
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Historische Uhren

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Welche Faszination hätten moderne Armbanduhren ohne ihre reiche Geschichte? Historische Uhren lassen die glorreiche Vergangenheit des Zeitanzeigers wieder aufleben und sind für viele Enthusiasten die ultimative Faszination. Kein Wunder, dass prominente Hersteller regelmäßig Heritage Kollektionen zu Ehren ihrer frühen Modelle lancieren. Noch traditionsreicher ist das Erbe von Taschen- und Standuhren, die Menschen seit Jahrhunderten durch den Tag begleiten. Lesen Sie weiter und folgen Sie uns in die nostalgische Welt der Vintage-Editionen.

Taschenuhren: Für 400 Jahre der Goldstandard

Hat man antike Sammleruhren im Visier, die gerne über 100 Jahre auf dem Buckel haben dürfen, wird es für Armband-Modelle eng und die Taschenuhr rückt in den Fokus der Aufmerksamkeit. Über 400 Jahre, vom 16. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, beherrschte sie die portable Zeitmessung und brachte unglaublich komplexe Meisterwerke hervor. Historische Uhren wie die Patek Philippe Henry Graves Supercomplication (Ref. 198.385) von 1932, die mit 24 Funktionen über 50 Jahre lang den Titel der aufwendigsten Taschenuhr aller Zeiten tragen durfte, markierten das spektakuläre Finale des tragbaren Zeitanzeigers. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er nahezu bedeutungslos, erfreut sich bis heute aber einer treuen Fangemeinde und bietet viel Geschichte zum erschwinglichen Preis.

Wer keine beliebigen Modelle, sondern Taschenuhren mit historischer Relevanz kaufen möchte, muss in erster Linie auf einen großen Namen wie Breguet, Girard-Perregaux oder eben Patek Philippe achten. Aufgrund der überschaubaren Nachfrage sind die Preise oftmals erstaunlich niedrig, steigen mit der Perfektion des Zustands und dem Grad der Komplexität aber gewaltig. Als Investitionsgüter sind die portablen Modelle nur in Ausnahmefällen zu empfehlen, da sie nicht das Potenzial zur Preissteigerung einer Rolex Submariner, Patek Philippe Nautilus oder anderen beliebten Armbanduhren besitzen. Übrigens: Will man historische Uhren meiden und trotzdem einen tickenden Begleiter in der Hosentasche tragen, bietet Tissots T-Pocket Kollektion eine verblüffend große Auswahl moderner Editionen.

Tiffany's Patek Philippe Watch Collection - Historische Uhren
Von Kamal Aboul-Hosn from Jersey City, United States – IMG_1338-17, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7648457

Standuhren: Gefährlich nah am Perpetuum Mobile

Dass die Begeisterung für historische Uhren nichts mit tragbaren Instrumenten zu tun haben muss, beweist die Welt der Standuhren. Egal ob die prächtige Bodenstanduhr mit gewichtsantreibendem Pendel oder das legendäre Tischmodell Atmos von Jaeger-LeCoultre, das seine Kraft aus minimalen Temperaturdifferenzen schöpft und dem Traum eines Perpetuum Mobiles gefährliche nahekommt – es gibt keine interessanteren Dekorationen in der Wohnung als tickende Maschinen. Antike Sammleruhren sind in Auktionshäusern wie eBay oftmals zum Spottpreis erhältlich und befinden sich in akzeptablem bis sehr gutem Zustand – oftmals genügen kleine Reparaturen und Feineinstellungen eines Experten, um die Gebrauchtstücke voll funktionstüchtig und präzise zu machen. Zu unterschätzen sind die großen Zeitanzeiger jedoch nicht: Echte Vintage Uhren mit Handarbeit, prestigeträchtigen Materialien wie Gold und feinen Dekorationen können ein Vermögen kosten.

Standuhr im Zimmer im Kilkenny Castle, Irland - Historische Uhren
Von Antony-22 – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=69363827

Rolex Deepsea Challenge: Rückkehr des Extremsten

Zurück ans Handgelenk. Spricht man heutzutage über historische Uhren, spielen moderne Heritage Kollektionen zu Ehren eines bestimmten Vorgängers der jeweiligen Firmengeschichte eine zentrale Rolle. Das spektakuläre, bis zu 12.000 Meter wasserdichte Sondermodell Deepsea Challenge auf Basis der Rolex Sea-Dweller Deepsea ist zwar nur experimentell und nicht im freien Verkauf erhältlich, kann aber auf eine beispiellose Geschichte zurückblicken. Sie ist eine Hommage an die legendäre Deep Sea Special, die 1960 mit Jacques Piccard und Don Walsh erstmals den Grund des Marianengrabens erkundet. An der Außenhülle des Tiefseebootes Trieste montiert, hält sie dem Druck des 10.916 Meter tiefen Challengertiefs mühelos stand und verewigt sich in den Geschichtsbüchern der Horologie. Historische Uhren gibt es viele, aber welche haben schon dem tausendfachen Atmosphärendruck standgehalten?

Selbst, wenn die Rolex Deepsea Challenge zum Verkauf stünde, ginge ihre massive Konstruktion mit praktischen Schwierigkeiten einher: 51,4 Millimeter Durchmesser und satte 28,5 Millimeter Höhe prädestinieren das Instrument vielmehr für Bärentatzen als menschliche Handgelenke und beinhalten ein Saphirglas, dessen 14,3 Millimeter Höhe einen eigenen Chronographen beheimaten könnten. Geschichte pur – nur leider nicht zum Anfassen.

First Omega in Space: Hommage an die legendäre Speedmaster CK2998

Kompakter als historische, wie die Deepsea Challenge Modelle zeigt sich definitiv die aktuelle First Omega in Space (Ref. 311.32.40.30.01.001), deren 39,7 Millimeter schlankes Gehäuse an die frühen Speedmaster Editionen erinnert. Konkreter: An die ikonische CK2998 aus dem Jahr 1962, die am Handgelenk des amerikanischen Astronauten Walter Schirra während der Mercury-Atlas 8 Mission in die Erdumlaufbahn gelangte. Damit war sie die erste Omega im Weltraum – eine große Errungenschaft, die der Schweizer Hersteller 50 Jahre später mit der First Omega in Space Serie honoriert.

Seit 2012 sprechen die modernen Vintage-Uhren jene Liebhaber an, die die Omega Speedmaster vor allem wegen ihrer kosmischen Historie zu schätzen wissen und vergleichsweise schlanke Proportionen präferieren. Das hier vorgestellte Modell ist nummeriert, wird noch vom berühmten Handaufzugskaliber 1861 befeuert und zeigt sich mit seinem schwarzen Look so puristisch, wie eine Speedmaster nur sein kann. Historische Uhren wiederbelebt – mit der First Omega in Space wird der Traum wahr.

Omega Speedmaster Moonwatch "Dark Side of the Moon" Omega Speedmaster Moonwatch Moonphase Chronograph 44,25 mm Limited Edition

Zenith El Primero A384: Rückkehr einer Ikone

Wenige Armbanduhren beeinflussten die heutige Branche stärker als die Zenith El Primero. Ihre große Stunde schlägt im Jahr 1969, als die Traditionsmarke aus Le Locle mit ihrem Kaliber El Primero („Der Erste“) das weltweit erste automatische Hochfrequenz-Chronographenwerk lanciert. Historisch! – flinke zehn Zeigerschläge pro Sekunde (36.000 Halbschwingungen pro Stunde) legt der berühmte Zeitstopper an den Tag, womit er die üblichen Frequenzwerte meilenweit übertrifft und Zenith seinen verdienten Ruhm beschert. Auf den ersten Plakaten wird das Werk in der A384 mit ihrem markanten Tonneau-Gehäuse beworben, welche lange für den ersten Chronographen gehalten wurde, in dem das prominente Kaliber tickte. Heutige Erkenntnisse zeigen jedoch, dass diese Ehre wahrscheinlich dem Modell A386 zuteilwurde.

Zenith Chronomaster Revival El Primero A385    Zenith Chronomaster Revival El Primero A385

Beide historische Uhren erfuhren jüngst eine atemberaubende Wiederbelebung. Während die Zenith El Primero A384 Revival (Ref. 03.A384.400/21.M384) dem auffälligen Tonneau-Gehäuse von damals neuen Glanz beschert, bringt die Chronomaster Revival A386 Manufacture Edition (Ref. 03.Z386.400/60.C843) ein zuvor nie gesehenes Prototypen-Zifferblatt ins 21. Jahrhundert. Dazu noch die drei typischen, verschiedenfarbigen Hilfszifferblätter und man könnte meinen, historische Uhren in neuwertiger Perfektion vor sich liegen zu haben.

Zenith Chronomaster Revival El Primero A384 Revival

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