Die hohe Zifferblattkunst

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Das Zifferblatt ist das Gesicht einer Uhr. Von seinem Design hängt es maßgeblich ab, ob ein Zeitanzeiger eher klassisch, avantgardistisch, modern oder traditionell wirkt. In einigen Fällen haben sich die Hersteller ganz besondere Mühe gegeben, durch durchdachte Zifferblattkunst ihre Masterpieces zu Unikaten zu machen. Einige dieser kleinen, aber feinen Kunstwerke stellen wir vor.

Zifferblattkunst bei Luxusuhren – vielfältige Verfahren und Wirkungen

Es gibt zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, das Zifferblatt einer Luxusuhr künstlerisch zu gestalten. Zum Teil erhält es eine besondere Bemalungen oder grafische Gestaltungen, zum Teil werden Materialien wie bemaltes Porzellan oder Emaille eingesetzt. Und in einigen Fällen kommen alte Handwerkskünste wie die japanische oder chinesische Lacktechnik zur Anwendung. Aufgrund der besonders aufwendigen Herstellung von Luxusuhren mit künstlerisch gestalteten Zifferblättern werden diese häufig nur in relativ geringen Stückzahlen oder als limitierte Auflage angeboten. Dem Träger einer solchen Uhr gibt dies die Gewissheit, alles andere als Massenware am Handgelenk zu tragen und ein besonders exklusives Werk der Horlogerie sein Eigen zu nennen.

Das Zifferblatt einer Uhr kann bei der Herstellung sehr vielfältig gestaltet werden
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Japanische Techniken und chinesische Ikonographie: die Zifferblattkunst der Chopard L.U.C XP Urushi

Eine jahrtausendealte Kunst

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für außergewöhnliche Zifferblattkunst ist die Luxusuhr XP Urushi aus der Chopard L.U.C Collection. Diese Chopard Uhr ist nur in einer limitierten Auflage, jedoch mit unterschiedlichen Bildmotiven erhältlich. Das in der Modellbezeichnung enthaltene Wort Urushi steht für eine alte, traditionelle japanische Lacktechnik, deren Ursprünge sich rund 6.000 Jahre zurückverfolgen lassen und die bereits im 6. Jahrhundert ein bemerkenswertes künstlerisches Niveau erreicht hatte. Auf diese Weise gestaltete Gegenstände galten im alten Japan als kostbare Luxusgüter und waren viele Jahrhunderte lang dem Adel und dem Kaiserhaus vorbehalten. Erst im Laufe des 17. Jahrhunderts gelangten entsprechende Schmuckstücke in nennenswerter Zahl nach Europa. Der Rohstoff für den Lack wird aus dem Harz des ostasiatischen Lackbaumes gewonnen.

Chopard L.U.C XP Urushi Chopard L.U.C XP Urushi Chopard L.U.C XP Urushi

Außergewöhnliches Zifferblatt von Kiichiro Masumura

Anfangs wirkt der rohe Lack noch trüb, doch nach dem Aushärten wird er klar und zeigt einen hellen bis dunklen bernsteinartigen Farbton. Besonders aufwendig wird das Verfahren dadurch, dass jeweils mehrere Schichten farbiges Urushi aufgetragen werden und aushärten müssen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Gestaltet wurde die exklusive Zifferblattkunst von Chopard durch den japanischen Künstler Kiichiro Masumura, der von der Regierung seines Heimatlandes in Anerkennung seiner besonderen künstlerischen Leistungen zum „lebenden nationalen Kulturgut“ erklärt wurde. Das von ihm gestaltete Zifferblatt basiert auf den beiden traditionellen Lacktechniken Urushi und Maki-e.

Die mit nur 6,98 mm Höhe besonders flache Luxusuhr Chopard LUC XP Urushi besitzt ein Gehäuse aus 18-karätigem Gold, das dem edlen Kunstwerk den passenden Rahmen gibt. Sie ist lediglich als Zwei-Zeiger-Uhr konzipiert, sodass nahezu die gesamte Fläche des Zifferblattes für das Bild zur Verfügung steht. Angetrieben werden die Zeiger durch das mechanische L.U.C-Kaliber 96.17-L mit automatischem Aufzug, dessen Gangreserve bis zu 65 Stunden beträgt. Die Bildmotive auf den Zifferblättern zeigen beispielsweise einen leuchtend roten Fisch, eine Ziege oder verschiedene andere Motive aus der chinesischen Astrologie.

Chopard L.U.C XP Urushi Chopard L.U.C XP Urushi Chopard L.U.C XP Urushi

Glashütte Original Senator Meissen: von Hand bemaltes Zifferblatt aus Meissener Porzellan

Glashütte Original Uhren bieten Uhrenkennern und Sammlern ebenfalls ein ganz außergewöhnliches Stück Zifferblattkunst. Hierbei liegt das Besondere jedoch weniger in einem individuellen Bildmotiv, sondern vielmehr in der außergewöhnlichen Materialwahl. Das Zifferblatt präsentiert sich bei der Glashütte Original Senator Meissen in einem besonders makellosen und reinen Weiß, denn es besteht aus dem berühmten Meissener Porzellan, das seit dem 18. Jahrhundert in der weltweit bekannten sächsischen Porzellanmanufaktur hergestellt wird.

Auf die hauchdünnen, lediglich 0,8 mm starken Porzellanscheiben werden die Ziffern, der Schriftzug „Glashütte Original“ sowie das blaue, aus zwei gekreuzten Schwertern bestehende Logo der Manufaktur und die Nummer des jeweiligen Exemplars dieser außergewöhnlichen Luxuhren-Serie aufgemalt. Dabei arbeiten die Porzellanmaler mit besonders feinen Pinseln aus Eichhornhaar, mit denen sie schwarzes Metalloxid auf das weiße Porzellan auftragen.

Glashütte Original Senator Automatik Glashütte Original Senator Automatik

Einen ganzen Tag dauert es, bis eines der exklusiven Zifferblätter für eine Glashütte Original Senator Meissen fertig bemalt ist. Die außerordentlich elegante Wirkung des mit schwarzen römischen Ziffern versehenen Blattes wird zusätzlich durch die filigranen gebläuten Zeiger unterstrichen. Haben die Porzellanmaler ihre kostbare Zifferblattkunst vollendet, wird das Ergebnis noch einmal bei 900 Grad Celsius gebrannt. Dadurch, dass die Porzellanfarben jeweils in zwei verschiedenen Schichten aufgetragen und gebrannt werden, ergibt sich eine besonders schöne Farbtiefe. Das Gehäuse der Glashütte Original Senator Meissen hat einen Durchmesser von 40 Millimetern und eine Höhe von 9,8 Millimetern. Bei der technisch noch aufwendigeren Version mit Tourbillon beträgt die Höhe 12,9 Millimeter, und ein kreisrundes Fenster bei der Sechs erlaubt einen Blick auf die faszinierende Mechanik.

TAG Heuer Formula 1 Alec Monopoly: Zifferblattkunst für Sportuhrenfans

Elegante Luxusuhr mit sportivem Charakter

Natürlich würde wohl niemand auf die Idee kommen, mit einer Glashütte Original Senator Meissen Tourbillon am Arm schwimmen zu gehen. Doch grundsätzlich können sich Liebhaber individuell gestalteter Uhren auch im kühlen Nass von edler Zifferblattkunst begleiten lassen. Denn mit der TAG Heuer Formula 1 Alec Monopoly gibt es eine künstlerisch gestaltete Sportuhr, die nicht nur in einer limitierten Auflage von 200 Exemplaren angeboten wird, sondern auch bis zu 200 Metern beziehungsweise bis zu einem Druck von 20 Bar wasserdicht ist. Die robusten Sportuhren eignen sich somit problemlos zum Schwimmen oder Tauchen.

Tag Heuer Formula 1 Quarz Chronograph Tag Heuer Formula 1 Quarz Chronograph

Der Zeitanzeiger mit Street-Art

Das ist Zifferblattkunst mit Anleihen beim Street-Art. Das Antlitz dieser Uhr wurde von Alex Monopoly gestaltet, einem ursprünglich aus New York stammenden Graffiti- und Street-Art-Künstler, den TAG Heuer als Art Provocateur engagiert hat. Das Zifferblatt der TAG Heuer Formula 1 Alec Monopoly zeigt den Monopoly Man. Das ist eine vom Künstler geschaffene und immer wieder in unterschiedlichen Situationen dargestellte Figur eines kleine Bankers mit schwarzem Zylinder und rotem Halstuch vor dem Gesicht, das nur seine Augen freilässt. Das Gehäuse der TAG Heuer Formula 1 Alec Monopoly besteht aus gebürstetem Edelstahl und hat einen Durchmesser von 41 Millimetern. Getragen wird der Zeitanzeiger an einem Armband aus schwarzem Kautschuk mit Edelstahl-Dornschließe.

Angetrieben wird sie von einem TAG-Heuer-Quarzwerk, welches zu den präzisesten seiner Art aus Schweizer Produktion zählt und dessen Gangabweichung nur bei wenigen Sekunden monatlich liegt. Die Drei-Zeiger-Uhr besitzt ein Datumsfenster bei der Drei, ihre Stunden- und Minutenzeiger sind mit einer Beschichtung aus weißer Superluminova versehen. Eine Gravur des Alec-Logos auf dem verschraubten Stahlboden bezeugt, dass die außergewöhnliche Uhr unter Mitwirkung von Alex Monopoly entstand und mit seiner Zifferblattkunst veredelt wurde.

Kreativer Luxus an Ihrer Hand

Sie sehen, die Welt der Zifferblattkunst ist vielfältig und renommierte Marken für Luxusuhren haben sich immer wieder daran gemacht, besonders kreativ zu sein und ihren Masterpieces gar bemerkenswerte und unkonventionelle Antlitze zu verleihen.

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