COSC – zertifizierte Chronometer aus der Schweiz

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Vom Wortsinn her bedeutet der Begriff Chronometer eigentlich nicht viel mehr als Zeitmesser. Dennoch hat diese Bezeichnung für Uhrenkenner einen ganz besonderen Klang. Denn ein Chronometer ist nicht einfach nur irgendeine Uhr. Vielmehr handelt es sich dabei um ein besonders präzise arbeitendes Exemplar, dessen Leistungsfähigkeit nach Prüfung durch ein entsprechendes Zertifikat bestätigt wird.

Präzisionsuhren für die Navigation zur See und in der Luft

Das Bedürfnis, eine Uhr mit besonders exakter Zeitanzeige zu verwenden, kam zuerst in der Seefahrt auf. Denn eine genaue Zeitbestimmung war Voraussetzung für die präzise Bestimmung der geografischen Länge. Und diese wiederum ermöglichte die Positionsbestimmung mit einer zuvor nicht erreichbaren Genauigkeit. Auch in der Luftfahrt wurden für die Navigation bis zur Erfindung der Quarzuhr hochpräzise mechanische Uhren benötigt.

Frühe Marinechronometer stammten übrigens meist aus französischen oder englischen Werkstätten, doch heute handelt es sich bei einem mechanischen Chronometer – insbesondere bei entsprechend zertifizierten Armbanduhren – meist um eine Schweizer Armbanduhr. Die ersten Schweizer Chronometer wurden vor allem in den Manufakturen von Abraham Louis Breguet und Ulysse Nardin hergestellt. Für Zwecke der Navigation sind mechanische Präzisionsuhren heute natürlich nur noch ausnahmsweise in Gebrauch. Für Liebhaber hochwertiger Uhren hat eine besonders genau gehende mechanische Uhr jedoch bis heute nichts von ihrer Faszination verloren.

Die COSC-Zertifizierung – der „Ritterschlag“ für eine Schweizer Uhr

Wegen der besonders hohen Anforderungen an Chronometer kam schon früh das Bedürfnis auf, deren Genauigkeit einer besonderen Prüfung zu unterziehen und dies durch ein entsprechendes Zertifikat zu dokumentieren. In der Schweiz übernimmt diese Funktion die Contrôle Officiel Suisse des Chronomètres (COSC). Getragen wird die Schweizer Chronometerkontrollstelle in ihrer heutigen Form als Verein nach Schweizer Recht durch die fünf Kantone Bern, Genf, Neuenburg, Solothurn und Waadt, die auch als „Uhrenkantone“ bezeichnet werden, sowie durch den Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH.

@wikipedia – Andreas Faessler / Waldteufel78
@wikipedia – Andreas Faessler / Waldteufel78

Die Institution, die ihren Sitz in La Chaux-de-Fonds hat, ging 1973 aus einer Zusammenlegung von verschiedenen privaten und halbstaatlichen Laboratorien hervor. Auch wenn in ihrem Namen das Wort „offiziell“ enthalten ist und mehrere Kantone zu den Mitgliedern des Trägervereins zählen, handelt es sich bei der COSC nicht um eine öffentlich-rechtliche Einrichtung oder um eine staatlich überwachte Kontrollstelle. Vielmehr fungiert sie als Organisation für die freiwillige Selbstkontrolle der Uhrenindustrie und ist eine als gemeinnützig anerkannte Organisation.

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Um als Chronometer bezeichnet zu werden und den prestigeträchtigen Schriftzug „Chronometer“ auf dem Zifferblatt tragen zu dürfen, muss eine Armbanduhr bei der COSC ein standardisiertes Messverfahren durchlaufen. Dabei ist es im Prinzip gleich, ob es sich um eine Armbanduhr, ein Marinechronometer oder einen anderen Uhrentyp handelt. Erst nachdem das Messverfahren erfolgreich absolviert wurde, erhält der Hersteller für diese Uhr das begehrte Qualitätszertifikat.

Wie werden Chronometer durch die COSC geprüft?

Die COSC prüft die Ganggenauigkeit der Uhren, die ihr von den Herstellern zur Zertifizierung eingereicht werden, bei drei verschiedenen Temperaturen und in fünf unterschiedlichen Lagen. Der Grund dafür liegt darin, dass es gerade auf See und in der Luftfahrt darauf ankommt, dass weder Lageveränderungen noch Temperaturschwankungen den präzisen Gang der zur Navigation verwendeten Uhren beeinträchtigen. Aufgrund des relativ aufwendigen Prüfverfahrens dauert es insgesamt 15 Tage, bis die Chronometerprüfung einer mechanischen Uhr abgeschlossen ist.

Während der Prüfung wird nach jeweils 24 Stunden die Gangabweichung gemessen und das Uhrwerk neu aufgezogen und eingestellt, bevor die Prüfung in der nächsten Position fortgesetzt wird. Ist die Armbanduhr mit Komplikationen – wie zum Beispiel einer Chronographenfunktion – ausgestattet, so wird diese am zehnten Prüfungstag eingeschaltet, um festzustellen, inwiefern sie sich auf die Ganggenauigkeit des Kalibers auswirkt. Nach Abschluss des Prüfverfahrens wird das Zertifikat ausgestellt, das Informationen zu sieben verschiedenen Prüfkriterien enthält. Dazu zählen unter anderem der mittlere tägliche Gang, die mittlere tägliche Gangabweichung, die größte Gangabweichung und der primäre Kompensationsfehler, der die Gangabweichung pro Grad Celsius angibt. Neben mechanischen Uhren können auch Uhren mit Quarzwerken einer Chronometerprüfung unterzogen werden. In diesem Fall beträgt die Dauer des Prüfverfahrens 11 Tage.

Einige renommierte Uhrenhersteller stehen der COSC als Prüfinstitution zwar distanziert gegenüber und verzichten auf eine Zertifizierung ihrer Produkte, obwohl diese die Anforderungen problemlos erfüllen könnten, doch insgesamt erfreuen sich das Prüfverfahren und die Zertifikate einer breiten Akzeptanz. Ganz nebenbei erfüllt die Zertifizierung noch eine wichtige Marketingaufgabe im Interesse der Schweizer Uhrenindustrie. Denn in der Regel handelt es sich bei einem COSC-zertifizierten Chronometer um eine Schweizer Uhr, denn bereits seit einigen Jahren werden keine Uhren mehr zertifiziert, deren Werke nicht von Schweizer Herstellern eingeschalt werden.

Rolex an der Spitze der renommierten Hersteller von Armbanduhren mit COSC-Zertifikat

Unter den „Stammkunden“ der offiziellen Schweizer Chronometerprüfstelle finden sich zahlreiche illustre Namen, unter denen Rolex mit Abstand an der Spitze liegt. So wurden beispielsweise im Jahr 2009 mehr als 600.000 Werke des Herstellers mit dem Kronen-Logo zur Zertifizierung eingeliefert, was beinahe der Hälfte aller in diesem Jahr geprüften Werke entsprach. Auch Omega, Breitling und TAG Heuer lassen erhebliche Stückzahlen ihrer Uhrwerke als Chronometer zertifizieren. Wer eine chronometerzertifizierte Armbanduhr sucht, findet bei Rolex – entsprechend den großen zur Prüfung eingelieferten Stückzahlen – eine besonders weitläufige Auswahl.

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Von der Oyster Perpetual Explorer über Taucheruhren-Klassiker wie Submariner und GMT-Master bis hin zur Rolex Cosmograph Daytona trägt der größte Teil der am Markt erhältlichen Rolex-Modelle den Hinweis auf die bestandene Chronometerprüfung auf dem Zifferblatt.

Omega mit zahlreichen Kollektionen

Auch diejenigen, die lieber eine Armbanduhr von Omega am Handgelenk tragen, können im Sortiment des Herstellers zwischen verschiedenen Modellen mit offiziellem Chronometerzertifikat wählen, so etwa in den Serien Omega Speedmaster, Omega Seamaster Aqua Terra oder Omega Seamaster 300 M.

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Breitling, Tag Heuer, Chopard, Tissot

Dass auch Marken wie Breitling oder TAG Heuer, deren Ursprünge eng mit der Fertigung von Pilotenuhren beziehungsweise mit dem Motorsport verbunden sind, ebenfalls eine Reihe zertifizierter Präzisionsuhren im Programm führen, ist schon beinahe eine Selbstverständlichkeit.

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So ist beispielsweise die Breitling Navitimer 01, die Breitling Navitimer World oder die Breitling Superocean Héritage 42 mit dem begehrten Zertifikat erhältlich.

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Bei TAG Heuer haben beispielsweise die TAG Heuer Carrera Calibre 8 GMT oder verschiedene Modelle der Serie Grand Carrera die strengen Prüfkriterien erfüllt.

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Ebenso bei Chopard erfüllen die vom Rennsport inspirierten Armbanduhren die Chronometernorm, wie einige Modelle der Classic Racing Collection beweisen.

Eine hochwertige Schweizer Armbanduhr mit Chronometerzertifikat ist übrigens nicht nur im oberen Luxussegment, sondern auch schon für einen dreistelleigen Euro-Betrag zu bekommen. Beste Beispiele dafür sind die Tissot T-Classic Le Locle Automatik COSC oder im Falle von Quarzwerken etwa die T-Classic PR 100 Quarz COSC.

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