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90 Jahre Mille Miglia

« Vom Motorsport-Mythos zur Chopard Uhr »

Die Mille Miglia feiern dieses Jahr ihren 90. Geburtstag, und noch heute lässt dieser Name die Augen vieler Motorsportfans leuchten. Dabei ist das letzte „echte“ Rennen der Serie schon vor rund sechzig Jahren ausgetragen worden. Doch wie kaum ein anderes Motorsport-Ereignis aus der Frühzeit der Autorennen sind die „Tausend Meilen“ zu einer Legende geworden, die bis heute weiterlebt. Die Uhrenmanufaktur Chopard pflegt seit vielen Jahren eine besonders enge Beziehung zu diesem Mythos. Zum 90-jährigen Jubiläum des ersten Rennens hat sie ihre Mille-Miglia-Kollektion nun um einen Chronographen im Retro-Design erweitert.

Eine Idee von vier Lokalpatrioten aus Brescia

Neben der auf Sizilien veranstalteten Targa Florio und der erst in den 1950er Jahren hinzugekommenen Carrera Panamericana galt das „Tausend-Meilen-Rennen“ als einer der Klassiker unter den auf Langstrecken ausgetragenen Straßenrennen schlechthin. Seine Ursprünge reichen bis in den Dezember 1925 zurück. Damals hatten sich vier junge motorsportbegeisterte Männer aus Brescia, Giovanni Canestrini, Renzo Castagneto, Graf Aymo Maggi und Graf Franco Mazzotti, geschworen, ihre Heimatstadt Brescia durch die Veranstaltung eines entsprechend großen Rennens zu einem bekannten Motorsportzentrum zu machen. Geplant war ein Straßenrennen, dessen Strecke zum großen Teil über unbefestigte Landstraßen quer durch die Appeninenhalbinsel verlaufen sollte. Start- und Zielort war Brescia.

Dreizehn Jahre später wurde zudem Rom als Wendepunkt der Strecke festgelegt. Die vorgesehene Rennstrecke hatte eine Gesamtlänge von etwa 1.600 Kilometern beziehungsweise rund 1.000 englischen Meilen, was den Name des Rennens erklärt.

Eine goldene Ära des italienischen Motorsports und ihr tragisches Ende

Die Geschichte der Mille Miglia ist zugleich eine goldene Ära des italienischen Motorsports – die allerdings ein tragisches Ende fand. Seit dem ersten Rennen im Jahr 1927 wurden die Siege nahezu ausschließlich auf einheimischen Fahrzeugen von Marken wie Alfa Romeo, Ferrari und Lancia eingefahren und trugen so zu deren Ruhm und Markterfolg bei. Ein Sieg für BMW und zwei Siege für Mercedes blieben seltene Ausnahmen. Der 1955 von Stirling Moss für Mercedes errungene Spitzenplatz ist jedoch insofern besonders hervorzuheben, als bei dieser Gelegenheit mit fast 157,62 km/h die höchste jemals auf diesem Parcours erreichte Durchschnittsgeschwindigkeit gemessen wurde.

Nach gut einem Jahrzehnt wurde das Rennen 1938 zum ersten Mal umfassend modifiziert: Nach einem schweren Unfall unter Beteiligung einer Straßenbahn wurden Stadt-Durchfahrten verboten. 1940 reduzierten die Veranstalter den Kurs auf rund 165 Kilometer in der Po-Ebene, die insgesamt neunmal zu absolvieren waren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrte man jedoch auf den großen Kurs zurück.

Im Jahr 1957 fanden die Mille Miglia zum vorerst letzten Mal in ihrer ursprünglichen Form statt, denn bei diesem Rennen ereignete sich am 12. Mai ein besonders schwerer Unfall. In der Nähe des Dorfes Guidizzolo, das zwischen Mantua und dem Zielort Brescia liegt, geriet der spanische Fahrer Alfonso de Portago mit seinem Ferrari infolge eines geplatzten Reifens ins Schleudern und verlor die Kontrolle über sein Fahrzeug. Neben de Portago und seinem Copiloten Edmund Gurner Nelson verloren dabei neun Zuschauer des Rennens – vier Erwachsene und fünf Kinder – ihr Leben. Dieser dramatische Zwischenfall war maßgeblich dafür, dass das Rennen in seiner bisherigen Form nicht mehr gestattet wurde. In den folgenden vier Jahren wurden die Mille Miglia in Form einer Rallye durchgeführt, bei der die teilnehmenden Piloten jeweils nur kurze, abgesperrte Teilstrecken auf Zeit fuhren.

Renaissance einer Legende

Im Jahr 1977 wurde erstmals eine Neuauflage der Tausend Meilen veranstaltet, ohne bei dem Rennen auf Höchstgeschwindigkeit zu fahren. An den Start gingen historische Fahrzeuge, die in ähnlicher Form an den Rennen von 1927 bis 1957 teilgenommen hatten. Statt auf Schnelligkeit kam es bei der Wertung nunmehr auf Zuverlässigkeit und Gleichmäßigkeit an. Bei diesem eher historisch-nostalgischen Charakter des Events ist es bis heute geblieben. Der klangvolle Name Mille Miglia wird jedoch bis heute gerne verwendet, wenn es darum geht, eine gewisse Affinität zum Motorsport zu zeigen oder an dessen goldene Ära zu erinnern.

Chopard Mille Miglia Chronograph 42 mm Chopard Mille Miglia GT XL 44 mm

Ein besonders bekanntes Beispiel dafür sind die Chopard Uhren der Mille Miglia Linie. Ihre Entstehung ist eng mit der Motorsportbegeisterung von Karl Friedrich Scheufele verbunden, dessen Vater die Firma Chopard 1963 von Paul André Chopard erworben hatte. Selbst begeisterter Motorsportler, nahm Scheufele Seit Ende der 1980er Jahre persönlich an den „Historischen Tausend Meilen“ teil und unterstützte das sportliche Event seither aktiv mit seiner Firma. In diesem Zusammenhang erhielten die Teilnehmer der einzelnen Teams jeweils ein Erinnerungsstück aus der Manufaktur.

Chopard Mille Miglia GT XL Chrono 44 mm Chopard Mille Miglia GT XL Chrono 2011 Limited Edition 44 mm

Dabei handelte es sich 1988 um eine Quarzuhr und im Jahr darauf einen Schlüsselanhänger. 1990 erhielten die Teams einen mechanischen Taschenuhrchronographen, der inzwischen bei Sammlern sehr gefragt ist, doch bis zu einem Comeback mechanischer Armband-Chronographen sollte es noch sieben weitere Jahre dauern. Angetrieben von einem ETA-Valjoux-Chronographenwerk erblickte dieser 1997 das Licht der Welt und begründete damit eine Tradition, die seitdem kontinuierlich gepflegt wird. Ein Jahr später wurden Uhren der aus der Chopard Classic Racing Collection hervorgegangenen Linie Mille Miglia dann erstmals im freien Verkauf angeboten.

Aufstieg in die höchste Liga der Haute Horlogerie

Im Jahr 2000 ließ der Hersteller die Modelle seiner Kollektion Chopard Mille Miglia zum ersten Mal als Chronometer zertifizieren. Nachdem sie die entsprechenden Tests erfolgreich absolviert hatten, wurde die Zertifizierung durch das COSC für alle weiteren Uhren der Kollektion beibehalten. Einen besonderen Höhepunkt in der Geschichte der Uhr markiert das Jahr 2015, denn damals entschied sich das Atelier, die Classic Racing Edition mit eigenen Uhrwerken auszustatten – und vollzog damit zugleich den Aufstieg in die prestigeträchtige Haute Horlogerie: Ein regelrechter Paukenschlag folgte 2016, als die Mille Miglia 2016 XL Race Edition mit einem hauseigenen Säulenradchronographenwerk mit Flybackfunktion auf den Markt kam, welches zuvor bereits in der Chopard Superfast Kollektion und Masterpieces der Luxuslinie L.U.C. verbaut worden war.

Zum 90-jährigen Jubiläum des legendären Rennens: Premiere auf der Baselworld 2017

Anlässlich des 90-jährigen Jubiläums der Tausend Meilen präsentierte Chopard zur Baselworld 2017 ein neues Modell der Kollektion Mille Miglia. Der Classic Chronograph verbindet eine sportliche Retro-Optik mit der Präzision eines COSC-zertifizierten Chronometers. Bei diesem Modell mit einem 42 Millimeter großen Gehäuse aus Edelstahl entschied sich Chopard anstelle eines Manufakturkalibers für das Automatikwerk 2894-2 von ETA. Typographie und Design des Zifferblatts nehmen deutliche Anleihen bei den Armaturen von Rennwagen aus den 1920er-Jahren. Indizes und Zeiger sind dank einer großzügigen Beschichtung mit Leuchtmasse selbst bei Dunkelheit sehr leicht ablesbar.

Chopard Baselworld 2017
Bildquelle: Baselworld

Als markantes Detail mit hohem Wiedererkennungswert trägt das neueste Modell – wie alle anderen Chopard Uhren der Kollektion – selbstverständlich die „Rosso Corsa“, ein pfeilförmiges rotes Mille-Miglia-Logo, am Rand des Sichtglasbodens sowie auf dem Zifferblatt. Es verweist auf die enge Beziehung der Kollektion zu dem legendären Rennen, welches nun schon seit fast drei Jahrzehnten von Chopard als Unterstützer und offizieller Zeitnehmer begleitet wird. Getragen wird der Mille Miglia Classic Chronograph an dem charakteristischen Gummiarmband, das an das Profil eines Racing-Reifens von Dunlop aus den 1960er Jahren erinnert. An motorsportbegeisterte Damen hat Chopard ebenfalls gedacht: Für sie gibt es eine besonders edle und elegante Version mit 39 Millimetern Gehäusedurchmesser, Diamantbesatz und weißem Armband.

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