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Weltzeituhren der Luxusklasse

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Majestätisch im Auftritt, funktional in der Verwendung: Weltzeituhren besitzen seit jeher einen besonderen Status in der Uhrenwelt. Liebhaber schätzen nicht nur ihre Exklusivität, sondern erkennen in einer zunehmend globalisierten Gesellschaft auch den praktischen Nutzen der traditionsreichen Komplikation. Wir haben uns die spannendsten Modelle der aktuellen Kollektionen genauer angesehen und erklären ihre Besonderheiten im Alltag.

Die Weltzeit: Erster Schritt zum vernetzten Globus

Die Geschichte der Weltzeituhr reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, genauer gesagt bis ins Jahr 1884: Auf der sogenannten Meridiankonferenz in Washington D.C. wurde die Erde erstmals ins 24 ganzstündige Zeitzonen unterteilt, wobei der Londoner Vorort Greenwich per Definition zum Nullmeridian erklärt wurde. Die dort herrschende Uhrzeit wird als koordinierte Weltzeit (UTC) bezeichnet.

Betrachtet man das regelrechte Chaos früherer Jahre – im Amerika des 18. Jahrhunderts existierten allein über 60 am Sonnenstand orientierte Zeitzonen – wird die Notwendigkeit dieses Schrittes umso deutlicher.

Moderne Weltzeituhren verfügen daher über eine Städtescheibe, die mindestens 24 Zeitzonen anhand ihrer berühmtesten Metropole darstellt. Warum mindestens 24? In einigen Ländern wie Indien, Nordkorea oder Nepal gelten keine ganzstündigen Uhrzeiten – so liegt beispielsweise Nepal genau vier Stunden und 45 Minuten vor der koordinierten Weltzeit. In einigen High-End-Modellen finden sich deshalb bis zu 37 Städte, die alle ganz-, halb- und viertelstündigen Zeitzonen der Erde berücksichtigen.

Die Funktion im Alltag: Wie liest man die Zeitzone richtig ab?

„Ist die Städtescheibe jetzt auch wirklich korrekt eingestellt?“ – diese oder ähnliche Fragen dürften sich viele Uhrenliebhaber stellen, die eine Weltzeituhr zum ersten Mal verwenden. Obwohl sich die einzelnen Uhren in ihrer Bedienung voneinander unterscheiden und somit kein allgemeines „Rezept“ zum richtigen Gebrauch existiert, ist das Vorgehen im Allgemeinen sehr simpel und intuitiv. Schauen wir uns die Einstellung der Komplikation am Beispiel der Classic Worldtimer Manufacture von Frederique Constant an.

Der Zeitanzeiger zählt mit seinem eleganten Erscheinungsbild, das neben der mittig abgebildeten Weltkarte auch die Datumsanzeige auf 6 Uhr umfasst, zu den beliebtesten Weltzeituhren im moderaten Preisbereich. Um die Städtescheibe zu adjustieren, wird die Krone in die erste Position herausgezogen und so lange gegen den Uhrzeigersinn gedreht, bis sich die eigene Zeitzone (hier durch Genf bzw. „Geneva“ gekennzeichnet) exakt auf der 12-Uhr-Position befindet.

Frederique Constant Manufacture Worldtimer Limited Edition in der Version FC-718MC4H6B

Wie bei den meisten gewöhnlichen Zeitanzeigern, erfolgt die Einstellung der Uhrzeit durch das vollständige Herausziehen der Krone. Dreht man diese nun, so bewegt sich die numerische 24-Stunden-Drehscheibe im Zifferblatt zusammen mit den Zeigern. Sie stellt die Synchronisierung aller 24 abgebildeten Zeitzonen sicher. Die Bewegung der Drehscheibe sorgt nun dafür, dass die eingestellte Uhrzeit nicht nur mittels der Zeiger, sondern auch im 24-Stunden-Format der Drehscheibe wiedergegeben wird. Möchte man also „10 Uhr abends“ einstellen, so wird die Drehscheibe auf der 12-Uhr-Position (die den aktuellen Ort „Genf“ angibt) die Zahl „22“ anzeigen, die für 22 Uhr steht. Nun können alle anderen Zeitzonen problemlos anhand der Drehscheibe abgelesen werden.

Die Vielfalt: Welche Weltzeituhren sind besonders attraktiv?

Das Funktionsprinzip der Frederique Constant kann auf viele, aber längst nicht alle Weltzeituhren übertragen werden. So verfügt die Nomos Glashütte Zürich Weltzeit über einen zusätzlichen Drücker, bei dessen Betätigung die Städtescheibe jeweils um eine Zeitzone weiterspringt. Ihr modernes, stark reduziertes Design hebt die Nomos Glashütte von der Vielzahl klassisch orientierter Uhren dieser Gattung ab und macht sie insbesondere für jüngere Träger sehr attraktiv.

NOMOS Glashuette Zuerich Weltzeit in der Version 805 mit Saphirglasboden NOMOS Glashuette Zuerich Weltzeit Nachtblau

Wer es traditioneller mag, findet mit der neuen Breitling Navitimer 8 Unitime einen gleichermaßen exklusiven wie funktionalen Begleiter. In fünf verschiedenen Designs erhältlich, verbindet sie die reiche Luftfahrtgeschichte der Schweizer Luxusmarke mit modernen Akzenten.

Breitling Navitimer 8 B35 Automatic Unitime 43 in der Version AB3521U01G1P1 Breitling Navitimer 8 B35 Automatic Unitime 43 in der Version AB3521U41B1A1

Ihre fein strukturierte Lünette, der transparente Saphirglasboden und die zeitlos gehaltenen Beschriftungen des Zifferblatts machen die Unitime zweifelsfrei zu einer der schönsten Worldtimer-Uhren unserer Zeit. Ein besonderes Feature ist die Anzeige diverser Sommerzeiten neben den 24 ganzstündigen Standard-Zeitzonen.

Luxus und Prestige – die besondere Stellung der Weltzeituhr

Eine Preisklasse über der Breitling Navitimer rangiert die Chopard L.U.C Time Traveler One, mit der die Genfer Manufaktur im Jahre 2016 den ersten Schritt in die Klasse der Weltzeituhren wagte. Sowohl die Edelstahl- als auch die Roségold- und Platin-Ausführungen erweisen sich in puncto Eleganz und Materialqualität als absolute High-End-Modelle. Ihre Funktion erfüllt die Chopard meisterhaft: Mit farblich abgesetzten Markierungen, einer stark kontrastierten 24-Stunden-Anzeige und einer angenehm zu tragenden Größe von 42 mm kommt sie dem Idealbild einer luxuriösen Weltzeituhr sehr nahe. Damit repräsentiert die Time Traveler One jenen exklusiven Charakter, der Uhren dieses Formats seit jeher auszeichnet.

Chopard LUC Time Traveler One mit der Referenz 161942-5001 Chopard LUC Time Traveler One mit der Referenz 161942-9001

Nicht nur ihre Seltenheit im Vergleich zu anderen Uhrentypen, sondern auch ihre im wahrsten Sinne des Wortes globale Orientierung hebt sie von der Masse ab. Wer eine Worldtimer trägt, interessiert sich für das große Gesamtbild statt für kleinen Geschehnisse. Doch die einzigartige Komplikation unterstreicht nicht nur die Bedeutung, häufig sogar hohe berufliche Position ihrer Träger, sondern weckt auch das Fernweh, die Lust, alle Facetten unseres Planeten zu entdecken. Das schafft so schnell keine andere Uhr.

Die alltägliche Benutzung – was man vor dem Kauf beachten sollte

Vor der Anschaffung einer Weltzeituhr empfiehlt es sich, einen näheren Blick auf die Handhabung des favorisierten Modells zu werfen. Denn während sich bei einigen Uhren wie der Breitling Unitimer sowohl die Städtescheibe als auch die 24-Stunden-Drehscheibe bewegen, ist die Städtescheibe bei anderen Zeitanzeigern fixiert. Auch die Einstellung der Uhrzeit kann auf diverse Arten erfolgen.

Oris Big Crown ProPilot Worldtimer in der Version 01 690 7735 4063-07 1 22 72FC Oris Big Crown ProPilot Worldtimer in der Version 01 690 7735 4063-07 8 22 19-1

Die perfekte Weltzeituhr für den eigenen Bedarf sollte also nicht nur optisch, sondern auch in der alltäglichen Verwendung ansprechend sein. Und noch ein wichtiger Ratschlag zum Schluss: einige Modellnamen, wie beispielsweise der der Oris Artelier World Timer, erwecken den Anschein einer „echten“ Weltzeituhr, obwohl es sich in Wirklichkeit um ein GMT-Modell handelt.

GMT-Uhren unterscheiden sich grundlegend von Weltzeituhren im eigentlichen Sinne, da sie anstelle von 24 Zeitzonen nur eine weitere Zeitzone mittels eines zusätzlichen Zeigers abbilden.

Aber nicht nur Oris, sondern auch andere Hersteller nutzen die Bezeichnung gelegentlich für ihre GMT-Varianten. Eine genauere Betrachtung der jeweiligen Editionen ist daher stark anzuraten.

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