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Union Glashütte Averin

« Legendäre Neuauflage  »

Bis zum Jahr 2015 verkaufte Union Glashütte die Averin, einen quadratischen Chronographen mit maskuliner Präsenz und verblüffender Datumsfunktion. Jetzt folgt das große Comeback: Schlankere Ausmaße, ein modernisiertes Automatikwerk inklusive Siliziumspirale und ein reliefgeprägtes Zifferblatt erwecken die Averin aus ihrem sechsjährigen Dornröschenschlaf. Wir können es kaum erwarten, den eckigen Charakter aus Sachsen näher unter die Lupe zu nehmen.

Kantenlänge um zwei Millimeter reduziert

Erfahrene Uhrenliebhaber wissen, dass die Ausmaße kantiger Zeitanzeiger häufig unterschätzt werden. Ist von „schlanken“ 39 x 39 Millimetern die Rede, treffen wir nicht selten auf einen erstaunlich dominanten Boliden – Stichwort Tag Heuer Monaco. Umso einschüchternder wirkt es, dass frühere Referenzen der quadratischen Union Glashütte Averin (z.B. die D003.725 A) mit einer Kantenlänge von 43 Millimetern angeboten wurden. Nichts für schwache Handgelenke. 2021 entscheiden sich die Glashütter für eine deutliche Größenreduktion auf 41 x 41 Millimeter, was dem exotischen Chronographen eine universellere Tragbarkeit beschert.

Tag Heuer Monaco Calibre 11 Automatik Chronograph Union Glashütte Averin

Was bleibt, ist der generell hohe Seltenheitswert der eckigen Gehäuseform. Wer ohne grelle Farben aus der Masse hervorstechen will, ist bei der Averin an der richtigen Adresse. Neben ästhetischer Rarität bietet der 316L-Edelstahlkorpus schwimmtaugliche 100 Meter Wasserdichtigkeit und eine bequeme Kissenform, die sich ergonomisch an den Arm schmiegt. Beidseitig entspiegeltes Saphirglas sorgt für die nötige Kratzfestigkeit und betont die plastische Wirkung des Gehäuses mit einer ausgeprägten Wölbung. Konsequent zeigen sich die Glashütter in puncto Oberflächenbearbeitung: Statt gebürstete Elemente zur Dämpfung der Auffälligkeit einzuführen, verpassen sie dem Chronographen eine vollständige Politur. Edler geht’s nicht.

Ein Spiel aus Hell und Dunkel: Das Zifferblatt

Neben ihrer Form versteht es auch die Zifferblattgestaltung der Union Glashütte Averin, neugierige Blicke einzufangen. Als Grundlage dient eine schwarze, reliefartige Struktur, die ein wenig an Carbon erinnert und die zwölf polierten Indizes beherbergt. Deren unterschiedliche Länge schafft einen harmonischen Übergang vom eckigen Rand zum silber unterlegten Mittelteil, wo das funktionale Orchester der Averin spielt. Obwohl die Struktur logisch ist, verhindert die schiere Fülle an Komplikationen ein sofortiges Verständnis des Aufbaus. Gehen wir ihn Schritt für Schritt durch.

Auf der linken Seite ist ein klassisches Trikompax-Layout vorzufinden, dessen drei Hilfszifferblätter jeweils über konzentrische Rillen und eine schwarze Umrandung verfügen. Bei zwölf Uhr sind neben dem 30-Minuten-Chronographenzähler zwei Fenster für die Wochentags- und Monatsanzeige vorzufinden. Im unteren Zentrum der Union Glashütte begrüßt uns der 12-Stunden-Zähler, dessen Zeiger über einer Mondphase mit detailreichem Sternendekor schwebt. Der dritte Totalisator neben der Neun beinhaltet eine 24-Stunden-Anzeige mit Tag-Nacht-Indikator. Uns gefällt vor allem der Detailreichtum im Zifferblatt: So erscheinen die Zähler zum Zeitstoppen im selben Rot wie die große Chronographensekunde, während der kleine Stundenzeiger der 24-Stunden-Komplikation in skelettierter Ausführung vorliegt.

Kreativ und genial: Die Datumsfunktion

Die rechte Seite des Zifferblatts wird von einer außergewöhnlichen Datumskomplikation dominiert. Viele Hersteller fühlen sich innovativ, weil sie ein Fenster- durch ein Zeigerdatum ersetzen. Im Union Glashütte Averin Chronograph finden sie ihren Meister: Drei Ebenen an Daten sind so angeordnet, dass sie von drei Armen unterschiedlicher Länge erfasst werden können. Diese Arme sind an einem einzigen Mittelteil befestigt und bewegen sich stets simultan, sodass der „neue“ Zeiger gerade oben anfängt, wenn der „alte“ unten fertig ist. Im Gegensatz zu den vernickelten Stunden- und Minutenzeigern sind die Datumszeiger schwarz und besitzen keine Superluminova-Beschichtung, sodass die schlaue Erfindung nur tagsüber von Nutzen ist.

Gelochtes Lederband mit roter Unterseite

Unabhängig der Lichtverhältnisse bietet die Union Glashütte Averin ein angenehmes Tragegefühl, für das neben der Ausformung des Gehäuses ein schwarzes Lederband verantwortlich ist. Dessen Abstimmung auf den Rest des Designs ist phänomenal: Während die Lochprägung den sportlichen Touch des dunklen Relief-Zifferblatts unterstützt, ist die rote Unterseite an die gleichfarbigen Chronographenzeiger angelehnt. Auch die Wertigkeit zeugt von Oberklasse-Niveau: Keine simple Dornschließe, sondern eine vollwertige Doppelfaltschließe mit zwei Drückern verhilft dem Träger beim Anlegen der kantigen Union Glashütte. Schlanker macht sie die Averin allerdings nicht: Zu den keineswegs beschaulichen 41 Millimetern Kantenlänge gesellen sich eine Höhe von 15,54 Millimetern und ein Gewicht von 124 Gramm, sodass der Chronograph ein ordentliches Selbstbewusstsein am Handgelenk ausstrahlt.

Automatikwerk UNG-25.S1 mit Siliziumspirale

Auf seiner Rückseite hält der Union Glashütte Averin Chronograph einen Saphirglasboden bereit, der beim Ablegen Tageslicht in das automatische Kaliber UNG-25.S1 scheinen lässt. Letzteres basiert auf dem verbreiteten ETA/Valjoux 7751 und entspricht dem aktuellen Stand der Technik: Ordentliche 60 Stunden Gangreserve, ein Sekundenstopp und vor allem die magnetfeldresistente, stoßsichere Siliziumspiralfeder machen den Antrieb zu einem souveränen Gesamtpaket. Dass dieses Uhrwerk über dem Niveau eines standardmäßigen 7751 liegt, offenbart die Dekoration: So ist der Rotor von einem skelettierten Markenschriftzug und dem berühmten Glashütter Streifenschliff geprägt, während gebläute Schrauben und Perlagen den Rest des Sichtbaren schmücken. Gemäß des „Made in Germany“-Schriftzuges auf dem Zifferblatt, erfolgen Montage, Veredelung und Regulierung des Kalibers in Glashütte.

Und wie viel Geld muss man einplanen, um den kantigen Neuling in seinen Besitz zu überführen? Laut Hersteller kostet die Union Glashütte Averin (Ref. D015.525.16.051.00) exakt 3.250 Euro. Dafür gibt es eine ganze Fülle einzigartiger Eigenschaften: Nicht nur die exotische Datumskomplikation, sondern auch die Gehäuseform, hohe Detailliebe und moderne Mechanik sprechen für die Neuauflage des eckigen Sachsen. Wer maskuline Eleganz mit einer klaren Distanzierung vom Massengeschmack verbinden möchte, könnte sein Uhrenbudget kaum besser verplanen.

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