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Uhrenmessen 2019

« Erste Ausblicke auf den SIHH »

Was erwartet Liebhaber mechanischer Luxusuhren Anfang 2019 auf dem SIHH? Noch halten sich viele Hersteller bedeckt, doch gibt es schon einige erste Nachrichten. Wir haben uns für unsere Leserinnen und Leser einmal nach Neuigkeiten zu einer der führenden Uhrenmessen 2019 umgesehen und umgehört.

SIHH – Jahresauftakt für die Branche in Genf

Das neue Jahr beginnt für Uhrenliebhaber traditionell mit einer der beiden wichtigsten internationalen Uhrenmessen, dem SIHH. Der Salon international de la Haute Horlogerie, wie die Abkürzung ausgesprochen lautet, findet seit 1991 alljährlich im Januar in Genf statt. Damit ist der SIHH zwar deutlich jünger als die bereits hundertjährige Baseler Uhrenmesse, doch die Erfolgsbilanz kann sich sehen lassen. Hatten sich im ersten Jahr nur fünf Marken auf rund 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentiert, so wird heute für den Genfer Uhrensalon etwa die vierzigfache Fläche benötigt, um die zuletzt deutlich mehr als 30 Aussteller und deren Exponate unterzubringen.

Eine Uhr in der Ausstellung
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Baseler Konkurrent erlebt tiefgreifenden Umbruch

Die zweite große Uhrenmesse, die seit 2003 den Namen Baselworld trägt, folgt jeweils rund zwei Monate später im März. Sie blickt bereits auf eine hundertjährige Geschichte zurück. Schon 1917 hatte auf der Basler Mustermesse eine erste Uhren- und Schmuckmesse stattgefunden, die 1931 dann einen eigenen Pavillon erhielt, der inzwischen zweimal durch größere und modernere Neubauten ersetzt wurde. Seit 1972 ist die Baseler Uhrenmesse nicht nur für Schweizer Uhrenhersteller, sondern auch für ausländische Uhren- und Schmuckproduzenten offen. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich das Konzept und der Name der Messe mehrfach geändert. Aktuell durchlebt die Baselworld eine Umbruchphase, die mit einigen Herausforderungen verbunden ist. Nachdem die Aussteller- und Besucherzahlen in den vergangenen Jahren rückläufig waren, reagierte die Messe mit einer Verkürzung der Ausstellungsdauer und inzwischen einigen grundlegenden konzeptionellen Veränderungen. Zuletzt hatten Kritik an der Messeleitung in Basel und der Veränderungsdruck immer mehr zugenommen. Einen vorläufigen Höhepunkt erreichten die krisenhaften Entwicklungen um die Baselworld im Sommer 2018, als die Swatch Group, das mit Abstand größte Unternehmen der Schweizer Uhrenbranche und zugleich Dachmarke für eine ganze Reihe von traditionsreichen Luxusuhrenmarken, ihren Rückzug von der Baselworld verkündete.

Die Baselworld befindet sich im Umbruch
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Uhrenmessen 2019 letztmals im Januar und März – ab 2020 engere Abstimmung und Verschiebung auf April

Für die Aussteller und Besucher haben die Probleme der Uhrenmessen 2019 und in den folgenden Jahren jedoch auch positive Seiten. So dürfte es in Basel bereits 2019 einige spürbare Veränderungen geben, darunter möglicherweise auch signifikant günstigere Preise für Ausstellungsflächen und Tickets. Immerhin haben mit Rolex, Patek Philippe, Breitling und LVMH mit den Marken TAG Heuer, Hublot und Zenith ihre Teilnahme an der Basler Messe zugesagt. Auf renommierte Namen wie Breguet, Blancpain, Omega, Longines, Tissot, Certina, Rado, Hamilton sowie Glashütte Original und Union Glashütte, die sämtlich zur Swatch Group gehören, werden Besucher der Uhrenmessen 2019 jedoch verzichten müssen. Andere große Namen wie Baume & Mercier, Girard-Perregaux, IWC, Mont Blanc und Ulysse Nardin, um nur eine kleine Auswahl zu nennen, sind ohnehin nicht in Basel, sondern in Genf präsent, wo es inzwischen jedoch auch erste Abwanderungstendenzen von langjährigen Ausstellern gibt. Dass die beiden großen Schweizer Uhrenmessen 2019 noch einmal zu etwa denselben Zeiten stattfinden werden wie in den vergangenen Jahren, steht zwar fest. Doch kurz vor dem Jahresende 2018 wurde offiziell verkündet, was in der Branche schon seit einiger Zeit als Gerücht kursierte: Ab 2020 wollen sich die beiden Wettbewerber bei der Terminplanung enger abstimmen. Statt im Januar und im März sollen beide Messen dann Ende April stattfinden. Vom 26. bis zum 29. April wird zunächst der Genfer Uhrensalon seine Türen öffnen, während die Baseler Uhrenmesse unmittelbar danach vom 30. April bis zum 5. Mai geplant ist. Für Fachjournalisten und Branchenvertreter, aber auch für die zahlreichen privat anreisenden Uhrenliebhaber, bedeutet das eine erhebliche Vereinfachung ihrer Zeit- und Reiseplanungen, denn künftig lassen sich Besuche der beiden führenden Uhrenmessen problemlos miteinander verbinden.

Rolex Cellini Date Rolex Cellini Moonphase Rolex Cosmograph Daytona

Erste Hinweise auf neue Modelle beim Genfer Uhrensalon

Im Vorfeld des Genfer Salons, der 2019 vom 14. bis zum 18. Januar stattfinden wird, sind bereits erste Informationen zu neuen Modellen verschiedener Hersteller in die Öffentlichkeit durchgedrungen. So wird Audemars Piguet aller Voraussicht nach sein neues Chronographenmodell Royal Oak Offshore präsentieren. Dieses dürfte nicht nur wegen seines großen 44-Millimeter-Gehäuses, sondern vor allem auch aufgrund seines Kautschukbandes mit auffälligem Camouflage-Muster einen außergewöhnlichen Blickfang darstellen. Jaeger-LeCoultre hat eine auf 100 Exemplare limitierte Version der Master Ultra Thin Moon Enamel angekündigt, während Montblanc mit zwei neuen Chronographen der TimeWalker-Linie im „Reverse-Panda“-Design in die Uhrenmetropole am Lac Léman kommen will. Panerai hat einen neuen Profi-Taucherchronographen angekündigt, und IWC will neue Pilotenuhren vorstellen.

Audemars Piguet Royal Oak Offshore Chronograph 42mm

Neues Mechanik-Highlight von Girard-Perregaux

Ein besonderes Highlight für Mechanik-Liebhaber hat die mittlerweile mehr als 200 Jahre am Markt erfolgreiche Manufaktur Girard-Perregaux angekündigt. Mit ihrer neuen Laureato Perpetual Calendar wird sie eine Uhr vorstellen, die durch ihre aparte Optik ebenso beeindruckt wie durch die aufwendige Technik in ihrem Inneren. Die Modelllinie Laureato, deren Uhren auf den ersten Blick an ihrer polierten oktogonalen Lünette und dem integrierten Edelstahlband zu erkennen sind, wurde 1975 lanciert und seitdem immer wieder um neue Modelle ergänzt. Das neue Modell mit ewigem Kalender besitzt ein blaues Zifferblatt mit einem charakteristischen Clous-de-Paris-Muster, von dem sich die weißen Zeiger und Indizes gut abheben. Zwischen der Eins und der Zwei befindet sich ein etwas größeres Hilfszifferblatt für das Zeigerdatum, während bei der Neun die etwas kleinere Wochentagsanzeige platziert wurde. Der aktuelle Kalendermonat wird unten in einem von der Vier bis zur Sieben reichenden Fenster angezeigt. Darüber gibt es bei der Sechs noch einen kleinen Schaltjahresindikator.

Girard Perregaux 1966 Column-Wheel Chronograph Girard Perregaux 1966 41mm Girard Perregaux 1966 Dual Time

Breitling tritt der FHH bei

Der Fliegeruhrenspezialist Breitling ist im Oktober 2018 der Fondation de la Haute Horlogerie (FHH) beigetreten, die den Genfer Salon ausrichtet. Dieser Schritt steht nach Einschätzung von Marktbeobachtern im Zusammenhang mit der früheren Tätigkeit von Breitling-CEO Georges Kern für den Richemont-Konzern, der sich traditionell stark auf den Genfer Uhrensalon fokussiert. Für das Genfer Messepublikum werden vor allem die seit dem Amtsantritt Kerns in Grenchen vor gut einem Jahr lancierten neuen Modelle von Interesse sein. Neben der bereits Anfang 2018 präsentierten Kollektion Navitimer 8 wird vor allem die neue Premier-Kollektion für Aufsehen sorgen, mit der die zuletzt vor allem als Fliegeruhrenhersteller bekannte Marke an frühere Erfolge im Dresswatch-Segment anknüpfen will. So zeichnet sich bereits jetzt ab, dass die beiden Schweizer Uhrenmessen 2019 zuletzt zwar mit einigen – noch keineswegs völlig überwundenen – Problemen zu kämpfen hatten, aber dennoch wieder lohnende Ziele für alle Uhrenliebhaber sein werden. Denn nach wie vor gibt es keine alternativen Messestandorte, an denen so viele renommierte Luxusuhrenhersteller gleichzeitig mit ihren neuesten Produkten präsentieren.

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