Tudor Pepsi

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Beim Stichwort „Pepsi“ denken viele Uhrenkenner nicht nur an einen weltweit bekannten amerikanischen Softdrink-Hersteller, sondern auch an ein charakteristisches Uhrendesign von Rolex. Dessen hervorstechendes Merkmal die blau-rote Lünette ist, die es bereits seit mehr als einem halben Jahrhundert gibt. Seit der Baselworld 2018 findet sich im Sortiment von Tudor ebenfalls eine Pepsi-Uhr, die nicht nur mit einem attraktiven Preis, sondern durchaus auch mit gestalterischer Eigenständigkeit und bemerkenswerter Widerstandsfähigkeit überzeugt. Wir haben uns die neue Tudor Pepsi einmal näher angesehen und sie mit dem „Original“ von Rolex verglichen.

Die rot-blaue Lünette und ihr Hintergrund: ein Blick in die Geschichte

Die Geschichte der sogenannten Pepsi-Lünette ist untrennbar mit jener der Rolex GMT Master verbunden. Diese auf den ersten Blick stark an Taucheruhren der Submariner-Linie erinnernde Uhr war im Jahr 1954 – ein Jahr nach der ersten Submariner – lanciert worden. Sie verfügte neben dem Stunden-, dem Minuten- und dem Sekundenzeiger noch über einen vierten Zeiger sowie eine drehbare Lünette mit einer 24-Stunden-Skala. Die beiden letztgenannten Details erlaubten es, neben der jeweiligen Lokalzeit auch die Zeit einer zweiten Zeitzone schnell und unkompliziert abzulesen.

Entwickelt worden war das Modell im Rahmen einer Ausschreibung der US-amerikanischen Airline Pan-Am, die ihr Flugpersonal mit Uhren ausstatten wollte, die über eine solche Zeitzonenfunktion verfügten. Um die Unterscheidung zwischen Tag und Nacht optisch zu erleichtern, wurde ein Teil der Uhren mit Lünetten ausgeliefert, die farblich in zwei Hälften unterteilt waren.

GMT-Master: nicht nur beim fliegenden Personal von Pan-Am beliebt und begehrt

Rolex GMT-Master II 116719BLRO

Die neue Uhr entwickelte sich für ihren Hersteller schnell zu einem beliebten Erfolgsmodell, denn neben der ursprünglich ins Auge gefassten Zielgruppe des Pan-Am-Bordpersonals wussten bald auch immer mehr vielreisende Geschäftsleute und Privatpersonen die praktische Zusatzfunktion zu schätzen.

Die anhaltende Beliebtheit der GMT-Master motivierte Rolex, im Jahr 1985 mit der GMT-Master II einen verbesserten Nachfolger dieses Modells auf den Markt zu bringen, der 2007 noch einmal etwas überarbeitet wurde. Ältere Exemplare der GMT-Master sind heute bei Sammlern hoch begehrt.

Neben der blau-roten „Pepsi“-Version existieren auch Versionen mit den Farbkombinationen Schwarz-Rot und Schwarz-Blau, die von vielen Uhrenliebhabern als „Coke“ beziehungsweise „Batman“ bezeichnet werden.

Baselworld-Überraschung 2018: Tudor und Rolex stellen gleichzeitig neue Pepsi-Uhren vor

Zur Baselworld 2018 sorgten die Uhrenmanufaktur Rolex und deren Zweitmarke mit der Tudor-Rose im Logo insofern für eine Überraschung, als dass beide Marken gleichzeitig neue Uhren mit dem Pepsi-Farbschema präsentierten. Die Rolex GMT Master 2 Pepsi wurde erstmalig mit einem Jubilé-Band kombiniert, welches in den letzten Jahren überwiegend Modellen aus der Datejust-Linie vorbehalten war, und Tudors Black Bay Taucheruhrenlinie umfasst nunmehr ebenfalls ein GMT-Modell, das eine blau-rote Lünette trägt. Dass Rolex-Modelle wie die Submariner – aber eben auch die GMT-Master – nicht nur häufig von Fälschern kopiert werden, sondern mit ihrem erfolgreichen Design zahlreiche Modelle anderer Hersteller ebenfalls stark beeinflusst haben, ist allgemein bekannt.

Rolex Baselworld 2018
Bildquelle: Baselworld

Umso erfreulicher ist es, dass die Tudor Pepsi sich keineswegs in die Kategorie der von Uhrenliebhabern mitunter etwas verächtlich bezeichneten Nachahmermodelle einreiht, sondern vielmehr eine bemerkenswerte Eigenständigkeit erkennen lässt. Dies bestätigt einmal mehr, dass es immer weniger gerechtfertigt ist, Tudor als Rolex-Zweitmarke zu bezeichnen und das Unternehmen – zugleich die letzte verbliebene von einst mehr als einem halben Dutzend Handelsmarken des Unternehmens – nicht als autark mit eigener Strategie und Modellpolitik wahrzunehmen.

Tudor Baselworld 2018
Bildquelle: Baselworld

Wurden lange Zeit zugekaufte ETA-Werke verbaut, so kommen seit 2016 zunehmend auch selbst entwickelte Manufakturkaliber zum Einsatz. Und die früher verwendeten Gehäuse, Böden und Kronen der Rolex Oyster sind bereits in den 1990er Jahren durch entsprechende Eigenprodukte ersetzt worden.

Schneeflocken-Zeiger und eigenständige Typographie: die neue Black Bay mit blau-roter Lünette im Detail

Zu den auffälligsten Unterschieden zwischen Tudors neuer Black Bay Pepsi zählen die Typographie der Ziffern auf der Lünette und die markanten „Schneeflocken-Zeiger“ mit dem auf der Spitze stehenden Quadrat, die Uhrenkennern unter anderem auch von der Longines Hydroconquest her bekannt sind und bereits bei den vorherigen Versionen der Black Bay zu sehen waren.

Tudor Black Bay GMT in der Version M79830RB-0001 Tudor Black Bay GMT in der Version M79830RB-0002

Das schwarze Zifferblatt im klassischen Taucheruhren-Look bietet eine gute Ablesbarkeit, die dank des großzügigen Einsatzes von Leuchtmasse auf Zeigern und Indizes auch im Dunklen gegeben ist. Als Zierde der Krone erscheint wie gewohnt das Markenlogo – die stilisierte Rose der Tudors.

Robust genug für Unterwasser-Einsätze – die Tudor Pepsi ist eine vollwertige Taucheruhr

Mit einem Gehäusedurchmesser von 41 Millimetern ist die Tudor Pepsi im Vergleich zu ihrem Pendant um einen Millimeter größer, kostet aber deutlich weniger als die Hälfte. Bemerkenswert ist auch der Unterschied in puncto Wasserdichtigkeit. Während die GMT-Master 2 Pepsi – ebenso wie ihr Vorgängermodell und die meisten anderen Nicht-Taucheruhren von Rolex – bis zu 10 Bar oder 100 Metern wasserdicht ist, bietet die Tudor Pepsi exakt das Doppelte.

Damit kann das Rolex-Modell zwar beim Duschen oder Schwimmen am Arm bleiben, sollte bei einem Tauchgang jedoch lieber an Land bleiben. Die Tudor Pepsi hingegen ist – wie ihre älteren Schwestermodelle – eine vollwertige Black Bay Taucheruhr. Getragen wird der Neuzugang in Tudors Taucheruhrenlinie wahlweise an einem genieteten Band aus Edelstahl, Textilband oder an einem Lederband.