Tissot Swissmatic
© konradbak – stock.adobe.com

Tissot Swissmatic

« Zuverlässiges Automatikkaliber »

Schweizer Automatikuhren unter 500 Euro: Was zunächst unmöglich klingt, lässt die Swatch Group mit ihrem Uhrwerk Swissmatic in vielen Tissot Uhren Realität werden. Aber wie können Zuverlässigkeit, Präzision und satte 72 Stunden Gangreserve zu derartig günstigen Konditionen angeboten werden? Wir nehmen das Tissot Swissmatic Kaliber unter die Lupe, erklären seine Vorzüge wie Nachteile und zeigen, in welchen Uhren der beliebte Antrieb verbaut ist.

Vollautomatische Produktion

Neue Uhrenliebhaber verstehen oftmals nicht, warum handgefertigte Luxusmodelle zehn- bis hunderttausende Euro kosten können. Die Antwort liegt zum größten Teil nicht in den Materialkosten von Goldgehäusen, Uhrwerken und weiteren Komponenten, sondern in den hohen Lohnkosten der schweizerischen wie deutschen Spezialisten. Hunderte Stunden Handarbeit – von der peniblen Montage bis zur aufwendigen Dekoration – haben ihren Preis. Aber was passiert, wenn der menschliche Faktor aus der Produktionskette gestrichen wird und ausschließlich Maschinen die Herstellung übernehmen? Exakt diese Frage stellten sich die Fachleute der Swatch Group, als sie das Swissmatic Kaliber entwarfen.

Der technische Name des Uhrwerks lautet ETA C15.111. Er klingt zwar weniger poetisch als Tissot Swissmatic, beantwortet aber die Frage nach der Herkunft des Kalibers. Seine Basis liefert das ETA C10.111 der Muttermarke Swatch, dessen Plastikrotor in Tissots Modellen durch eine hochwertigere Metallvariante ersetzt und von schwarz dekorierten Brücken umschlungen wird. Das Kostengeheimnis des Antriebs liegt in seiner vollautomatischen Produktion, bei der die verschiedenen Module zunächst separat hergestellt und anschließend zu einer geschlossenen Baugruppe montiert werden. Menschlicher Einsatz? Höchstens zur Kontrolle.

Schweizer Qualität trifft hohe Ausdauer

Zugegeben, eine industrielle Massenproduktion von Uhrwerken entspricht nicht dem romantischen Bild, das der „Swiss Made“-Schriftzug im Zifferblatt der Tissot Modelle suggeriert. Komplett erfüllt werden hingegen die qualitativen Erwartungen eines Schweizer Kalibers: ETA, der Werkespezialist des Swatch-Konzerns, produziert seit jeher einige der verlässlichsten und renommiertesten Antriebe der Branche. Vom Chronographenwerk 7500 bis zum verbreiteten Arbeitstier 2824 sorgt ETA-Mechanik in Millionen Armbanduhren für einen sauberen Gang – und das über Jahrzehnte.

Sehr ähnlich verhält es sich mit dem Swissmatic, das von den Erfahrungen älterer ETA-Werke profitiert und deren Gangreserve (mit Ausnahme des Powermatic 80) deutlich übertrifft. 72 Stunden bei 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hertz) sind ein Spitzenwert, der selbst nach dreitägiger Tragepause ein Weiterlaufen der mechanischen Energiequelle garantiert. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Automatikwerk schafft circa 38 bis 42 Stunden. Unterschiede zwischen den Tissot Swissmatic Uhren existieren nicht: Jedes Werk ist ein ETA C15.111, das eine Zentralsekunde mit einem Datumsfenster auf der Drei-Uhr-Position vereint.

Wartung und Regulierung: Die Schwächen des Antriebs

Zusammenfassend sind die Vorzüge des Kalibers klar: Günstige Produktion, hohe Verlässlichkeit, lange Ausdauer und eine praktische Datumsfunktion. Allen Pluspunkten zum Trotz besitzt der Antrieb jedoch zwei klare Nachteile, die mit seiner Bauweise zusammenhängen. So werden die Brücken des Uhrwerks fest mit der Platine verbunden, einzig die Befestigung des Rotors erfordert eine Schraube. Kommt es zu einem Schaden, beispielsweise durch einen Sturz, ist typischerweise keine Reparatur möglich und das Kaliber muss ausgetauscht werden.

Noch gravierender fällt die Tatsache ins Gewicht, dass im Falle einer Gangungenauigkeit keine nachträgliche Regulierung vorgenommen werden kann.

Ergeben sich über die Jahre also erhebliche Abweichungen, ist der Austausch die einzige Lösung. Beide Punkte – mangelnde Wartbarkeit und fehlende Regulierbarkeit – machen ein jahrzehntelanges Uhrenleben des Kalibers eher unwahrscheinlich. Im Gegenzug ist ein Tausch jedoch deutlich günstiger, als es bei einem aufwendigeren Automatikwerk der Fall wäre.

Everytime, Gentleman, Classic Dream: Elegante Kollektionen mit Swissmatic

Wer puren Minimalismus, Unisex-Qualitäten und eine vielseitige Einsetzbarkeit zu jedem Anlass bevorzugt, trifft mit der Tissot Everytime Swissmatic die richtige Entscheidung. 40 Millimeter groß, macht das 316L-Edelstahlgehäuse der Kollektion zu sportlichen wie vornehmen Gelegenheiten eine gute Figur und verfügt auf Wunsch über eine Vergoldung. Unser Favorit ist die Ref. T109.407.11.031.00 mit weißem Zifferblatt und Milanaiseband, welches den eleganten Charakter der Everytime Swissmatic zusätzlich hervorhebt.

Tissot T-Classic Everytime Swissmatic in der Version T109-407-11-031-00

Ein großer Vorteil im Preissegment unter 500 Euro ist das kratzfeste Saphirglas, welches zur allgemein erstklassigen Haptik der Kollektion passt. Wie die Everytime, verfügt auch die Tissot Classic Dream über einen Glasboden zur Begutachtung des schwarz dekorierten Antriebs. Von vorne setzt die 42 Millimeter große Kollektion auf eine kraftvollere Ästhetik: Nicht nur eine breitere Lünette und souveräne Dauphine-Zeiger, sondern auch die zweigeteilten Indizes mit Einkerbung machen das Design der Classic Dream schmuckvoller.

Wir würden zur Ref. T129.407.22.031.00 greifen, deren silberner Sonnenschliff perfekt mit ihren Vergoldungen harmoniert. Moderner zeigt sich die Tissot T-Classic Gentleman Swissmatic (Ref. T098.407.26.052.00), die satte 44 Millimeter Durchmesser mit einer breiten, schwarz lackierten Lünette und arabischen Ziffern kombiniert. In weiß gehalten, stechen letztere deutlich hervor und machen die Erfassung der Uhrzeit zu einem Kinderspiel.

Tissot T-Classic Gentleman Swissmatic in der Version T098-407-26-052-00

Ein tolles Detail markiert die Guillochierung des äußeren Zifferblatts, die Abwechslung in das Gesamtbild der Gentleman Swissmatic bringt. Wie ihre Verwandten mit demselben Uhrwerk hält die Kollektion Saphirglas auf der Front- und einen Sichtboden auf der Rückseite bereit.

Sportliche Modelle: Hier tickt das ETA C15.111

Steht maskuline Sportlichkeit im Vordergrund des Uhrenkaufs, raten wir zur Tissot T-Sport V8 Swissmatic (Ref. T106.407.11.051.00). Bis zu 100 Meter wasserdicht, kann sie problemlos zum Schwimmen benutzt werden und punktet – wie alle hier vorgestellten Zeitanzeiger – mit kratzfestem Saphirglas.

Tissot T-Sport V8 Swissmatic in der Version T106-407-11-051-00

Markant sind die schwarze 60-Minuten-Skala auf der fixen Lünette und der Kronenschutz des ausdrucksstarken Zeitanzeigers. Nette Details begrüßen uns im Zifferblatt mit den skelettierten Stunden- und Minutenzeigern, applizierten Pfeilindizes und der gekörnte Oberfläche. Die solide Umrandung des Datumsfensters unterstützt die hochwertige Erscheinung der V8 Swissmatic. Darf es etwas ausgefallener sein, lohnt sich ein Blick auf die Tissot T-Race Swissmatic (Ref. T115.407.17.041.00).

Tissot T-Race Swissmatic in der Version T115-407-17-041-00

Von Motorrädern inspiriert, besitzt ihr Gehäuse einen enormen Durchmesser von 45 x 48,8 Millimetern, gepaart mit einer dicken Lünette im Bremsscheiben-Look. Die extravaganten Bandanstöße sind von den Hinterradaufhängungen sportlicher Bikes inspiriert. Bestätigt wird das dominante Erscheinungsbild der T-Race im blauen Zifferblatt, wo breite Indizes und Zeiger mit Leuchtbeschichtung den Ton angeben. 100 Meter Wasserdichtigkeit und der aus allen Tissot Swissmatic Editionen bekannte Sichtboden runden den Ausstattungsumfang ab.

überprüfen Sie auch

Das Nomos Swing System

Das Nomos Swing System

« Von ETA zur Manufaktur » Zu den größten Geheimnissen der mechanischen Uhrenwelt zählt die …

Uhren mit Heliumventil in Funktion und Einsatz

Maximale Sicherheit für hohe Wassertiefen: Das Heliumauslassventil ist ein fester Bestandteil vieler ernsthafter Taucheruhren und …

Solar-Funkuhren

Solar-Funkuhren

« Exakte Uhrzeit-Anzeige dank Licht » Clever, präzise und modern: Solar-Funkuhren zählen zu den fortschrittlichsten …