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Tag Heuer Uhrwerke

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Die heute als TAG Heuer firmierende Uhrenmanufaktur mit Sitz in La Chaux-de-Fonds gehört zu den international renommiertesten Uhrenherstellern der Schweiz. Im Laufe ihrer Geschichte hat sie sich viele Verdienste um die Entwicklung leistungsfähiger Uhrwerke und innovativer technischer Lösungen erworben, die die Präzision von Uhren verbesserten und ihren Funktionsumfang erweiterten. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen der Calibre-Manufaktur geworfen.

Qualität und Innovation – Basis einer erfolgreichen Expansion

Als Edouard Heuer 1860 in Saint-Imier sein eigenes Uhrenunternehmen gründete, legte er damit den Grundstein für eine inzwischen schon mehr als anderthalb Jahrhunderte währende Erfolgsgeschichte, wenngleich es in diesem Zeitraum auch ernsthafte Bewährungsproben zu bestehen galt.

Für den schnellen Markterfolg und das dynamische Wachstum des Unternehmens waren vor allem zwei Faktoren ausschlaggebend: die hohe Qualität von Heuers Uhren und die zahlreichen Innovationen, mit denen der Hersteller nicht nur Uhrengeschichte schrieb, sondern sich auch immer wieder erfolgreich gegenüber anderen Wettbewerbern durchsetzen konnte. Einen Schwerpunkt bildete dabei immer wieder das Thema Zeitmessung. So konnte sich Heuers Firma im Jahr 1882 das erste Patent für einen Stoppuhrenmechanismus sichern und brachte 1916 den ersten Hundertstelsekunden-Chronographen auf den Markt.

34 Jahre später sorgte die Marke Heuer mit dem ersten Chronographen, der über eine Weltgezeitenanzeige sowie ein Zifferblatt für Regatten verfügte, erneut für Furore. Die Präsentation des weltweit dritten Chronographenwerkes mit automatischem Aufzug im März 1969 und der erste Quarzchronograph mit analoger Anzeige im Jahr 1983 waren weitere wichtige Meilensteine in Heuers Unternehmensgeschichte.

Und mit dem ersten mechanischen Uhrwerk mit Riemenantrieb, Keramiklagern und linearer Schwungmasse sowie dem ersten mechanischen Armband-Chronographen mit Hundertstelsekunden-Genauigkeit in den Jahren 2004 beziehungsweise 2005 bewiesen Heuers Nachfolger, dass sie gewillt sind, auch im 21. Jahrhundert eine führende Rolle bei der Entwicklung der Uhrentechnik zu übernehmen.

Tag Heuer Monaco Automatik Chronograph CAW2114-FT6021Die Calibre-Manufaktur in La Chaux-de-Fonds

Um sich über so viele Jahrzehnte in der Spitzengruppe der innovativen Qualitätsuhrenhersteller behaupten zu können, bedarf es einer kontinuierlichen Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie immer wieder optimierter Produktionsprozesse – und natürlich eines eingespielten, engagierten Teams von hoch spezialisierten Uhrmachern und Ingenieuren.

In Heuers Manufaktur wurde daher schon früh Wert daraufgelegt, dass Ingenieure, Designer, Mathematiker und Uhrmacher unter einem Dach arbeiten und selbst die als grundlegend und selbstverständlich geltenden Prinzipien der Uhrmacherei – sei dies nun die Gangregulierung, die Energieübertragung oder irgendein anderer wesentlicher Aspekt – immer wieder neu durchdenken und verbessern können. Nach diesem bewährten Prinzip arbeitet die Calibre-Manufaktur bis heute.

Anspruchsvolle Belastungstests – Voraussetzung für hohe Widerstandsfähigkeit

Je komplexer und aufwendiger die Technik einer Uhr ist, desto wichtiger ist es, sie gegen störende Einflüsse wie Magnetismus, Stöße, Vibrationen, Wasserdruck oder andere mechanische Beanspruchungen abzuschirmen. Dazu kann die Materialauswahl ebenso beitragen wie Bauart der Uhrwerke oder andere technische Details. In jedem Fall müssen die Uhren sowohl in der Entwicklungsphase als auch während der serienmäßigen Produktion immer wieder anspruchsvollen Belastungstests unterzogen werden. Für seine Qualitätstests hat TAG Heuer sogar ein Patent des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum erhalten.

Im Zuge der Tests muss jede Uhr 16.000 Stöße, einen freien Fall sowie 100.000 Bewegungen, die intensiven Sport simulieren, überstehen.

Dazu kommen Bestrahlungen, Drehungen, Wendungen, Erschütterungen und Druck. Insbesondere die Taucheruhren, aber auch andere sportliche Uhren Chronographen, müssen sich zudem 200 bis 500 Meter unter Wasser, bei 93-prozentiger Luftfeuchtigkeit und unter zweiwöchigem Einfluss von Schweiß bewähren, damit sie später den Erwartungen ihrer Träger gerecht werden und weder im Regen noch beim Duschen, Schwimmen oder Tauchen Schaden nehmen. Nicht nur die Uhrwerke und Gehäuse, sondern auch die verschiedenen Armbänder aus Leder, Edelstahl und anderen Materialien müssen entsprechenden Tests unterzogen werden.

Hochwertige Uhrwerke und Gehäuse erfordern hohen Zeitaufwand trotz modernster Technik

Heute kommt in Heuers Designbüros und Werkstätten modernste Technik zum Einsatz. So ist beispielsweise das Büro für computerunterstützte Konstruktion (CAD) für die äußere Gestaltung der Uhren verantwortlich und prüft diese in verschiedenen Varianten. Dabei wird beispielsweise mittels 3-D-Druckern beurteilt, was für ein Volumen notwendig ist, damit eine Uhr den aktuellen Modetrends und Geschmacksvorlieben entspricht. Ungeachtet der eingesetzten Technik ist der Aufwand für die Entwicklung luxuriöser Armbanduhren immer noch relativ hoch. So dauert die Fertigung eines vollständigen Produktmodells eine ganze Woche, und für die Entwicklung eines kompletten Design-Prototypen sind sogar zwölf bis 18 Monate erforderlich.

Insgesamt werden in Heuers Labors und Werkstätten rund 300 Projekte pro Jahr realisiert.

Dabei gehen High-Tech-Automatisierung und traditionelles Uhrmacherhandwerk Hand in Hand. In den Bewusstsein, dass die Qualifikation und das Können der Uhrmacher ein zentraler Erfolgsfaktor für eine Uhren-Manufaktur sind, hat man sich bei Heuer sogar entschlossen, eine eigene Uhrmacherschule ins Leben zu rufen.

Die ersten Exemplare einer neuen Uhr: die Prototypen

Ein besonders faszinierender Tätigkeitsbereich in der Calibre-Manufaktur ist der Prototypenbau. Hier erblicken Uhrwerke und Gehäuse zum ersten Mal das Licht der Welt, und nur wenige von ihnen werden es bis in die Serienproduktion schaffen. Das Faszinierende an den Prototypen ist, dass sie jeweils nur ein einziges Mal existieren. Innerhalb der Uhrenfertigung bilden Kunsthandwerker und Designer von Prototypen eine Einheit, die in den gesamten Prozess der Uhrenentstehung eingebunden ist.

Tag Heuer Monaco Calibre 11 Automatik Chronograph Gulf Special Edition in der Version CAW211R-FC6401Beispiel für die Innovationskraft der Calibre-Manufaktur: die Monaco V4

Ein Beispiel für die Innovationskraft der Calibre-Manufaktur von TAG Heuer ist das Modell Monaco V4, das als erste Uhr der Welt mit einem Riemenantrieb ausgestattet ist. Die Monaco zählt zu den legendären Heuer-Modellen aus der großen Ära des Motorsports um 1970. Sie war der erste Armbandchronograph mit quadratischem Gehäuse und brach auch mit dem metallicblauen Zifferblatt, den auffälligen, roten Zeigern sowie der linksseitig montierten Krone althergebrachte Konventionen der Uhrmacherei. Spätestens mit dem Film „Le Mans“ von 1971, in dem Steve McQueen mit einer Monaco am Handgelenk zu sehen war, erlangte sie Kultstatus und wurde zur Ikone.

Etwas mehr als 30 Jahre danach, im Jahr 2004, gelang ihrem Hersteller nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit mit der Vorstellung der Monaco V4 auf der Baselworld ein weiterer spektakulärer Coup. Die Bezeichnung V4 spielt auf die V-förmige Werkplatte an, auf der vier Federhäuser auf Kugellagern montiert sind. Ihre Gestaltung erinnert an die Zylinder eines Formel-1-Motors, und anstelle eines herkömmlichen Antriebs wurde in diesem Modell ein innovativer Riemenantrieb eingesetzt, den es in dieser Form bis dahin nicht gegeben hatte.

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