DIAPAL – Schmierstofffreie Ankerhemmung von Sinn

Zu den wohl wichtigsten Eigenschaften eines hochwertigen Zeitanzeigers zählt eine langfristig beständige Ganggenauigkeit. Doch die Alterung der notwendigen Öle sorgt selbst bei den filigransten Uhrwerken für einen schleichenden Abfall der Präzision. Mit seiner innovativen DIAPAL-Technologie, die einen kompletten Verzicht auf Schmierstoffe erlaubt, räumt Sinn dieses Problem elegant aus dem Weg. Wie die schmierstofffreie Ankerhemmung funktioniert und in welchen Modellen sie zum Einsatz kommt, erfahren Sie in unserem Magazin.

Die Hemmung – für akkurate Uhrwerke unerlässlich

Um die Funktionsweise von DIAPAL zu verstehen, sollten wir uns zunächst das Prinzip einer Hemmung vor Augen führen. Sie stellt eine der bedeutendsten Komponenten eines modernen Uhrwerks dar und gewährleistet das Zustandekommen eines gleichmäßigen Gangs. Dazu verhindert der Mechanismus das unkontrollierte Ablaufen des Räderwerks, welches permanent unter Spannung steht und ohne eine Hemmung keinen periodischen Takt vollführen könnte.

Bei der Schweizer Ankerhemmung, einer besonders bewährten und in den meisten Armbanduhren verbauten Konstruktion, ist das Zusammenspiel von Anker und Ankerrad entscheidend.

Während das sich drehende Ankerrad die unmittelbare Bewegung des Sekundenzeigers kontrolliert, wird der Anker von der hin- und herschwingenden Unruh in eine gleichmäßige Pendelbewegung versetzt. Dadurch greift er regelmäßig in das Ankerrad ein, blockiert mithilfe seiner Rubin-Platten kurz die Drehung dieses Rades und gibt sie anschließend wieder frei. Die Frequenz dieser Blockierungen ist für die Schritte des Sekundenzeigers verantwortlich und findet sich in der häufig genannten Angabe der Halbschwingungszahl wieder.

Schmierstofffrei dank spezieller Materialpaarungen

Man braucht kein Fachwissen, um die Wichtigkeit einer hinreichenden Ölung bei einem solch exakten und schnell ablaufenden Prozess zu erkennen. Wie also können die Spezialuhren von Sinn vollständig ohne Schmierstoffe funktionieren?

Das Geheimnis der DIAPAL-Technologie liegt in dem Einsatz neuer, besonders reibungslos zusammenwirkender Materialpaarungen. So fanden die Ingenieure der Marke bereits im Jahr 1995 heraus, dass Diamant-Platten anstelle der üblichen Rubin-Platten eine wesentlich geringere Reibung ermöglichen.

Mit der Entwicklung weiterer Materialkombinationen konnte der Hersteller in den folgenden Jahren wichtige Erfahrungen sammeln, sodass DIAPAL 2001 erstmals zur Serienreife gelangte. Inzwischen findet auch modernste Nanotechnologie Verwendung, wodurch die Präzision der Uhren abermals verbessert wird. Testverfahren haben den hohen Wirkungsgrad dieser Maßnahmen unter Beweis gestellt.

Sinn 910 Jubilaeum in der Version 910-010

Während eine klassische, geölte Hemmung nach durchschnittlich drei bis fünf Jahren erkennbare Verluste der Ganggenauigkeit aufweist, erlaubt eine schmierstofffreie Ankerhemmung eine konstante Exaktheit über den gesamten Zeitraum hinweg. Daraus ergibt sich die hohe Bedeutung einer regelmäßigen Wartung klassischer Meisterstücke, deren Schmierstoffe in Qualität und Menge nachlassen – schmierstofffreie Spezialuhren hingegen müssen deutlich seltener unter die Lupe genommen werden.

Viele Modelle, stattliche Aufpreise

Ein Blick auf die Modellfamilie Sinns zeigt, dass DIAPAL in sämtlichen Kollektionen zum Einsatz kommt. So sind im Bereich der Instrumentellen Chronographen neben den Reihen 103, 144 und 358 auch die Editionen 756, 757 und 900 in einer entsprechenden Version erhältlich. Wer es hingegen besonders nobel mag, entscheidet sich für eine Frankfurter Finanzplatzuhr mit der modernen Technologie.

Vor dem Kauf ist in jedem Fall zu berücksichtigen, dass Sinn für seine DIAPAL-Modelle spürbare Aufpreise gegenüber den Standard-Ausführungen verlangt. So ist für eine 103 St DIAPAL, also ein Modell mit der innovativen Ankerhemmung beinahe der doppelte Preis im Vergleich zum „gewöhnlichen“ Modell fällig.

Sinn 900 DIAPAL in der Version 900-013

Viele Interessenten fragen sich nun sicher, ob dieser Mehrpreis begründet ist. Sollte man sich nicht besser für ein Masterpiece mit klassischer Ölung entscheiden und dabei eine Menge Geld sparen? Die Antwort hängt von den individuellen Präferenzen eines jeden Uhrenliebhabers ab. Wer einen langlebigen und robusten Zeitanzeiger sucht, trifft grundsätzlich mit allen Modellen der Frankfurter Marke eine gute Entscheidung. Sie zeichnen sich durch eine hervorragende Material- wie Verarbeitungsqualität aus und überzeugen mit einem überdurchschnittlich guten Preis-Leistungsverhältnis.

Technisch Begeisterte, aber auch Liebhaber des Außergewöhnlichen erhalten mit den DIAPAL-Editionen ein gewisses Plus gegenüber klassischen Uhrwerken, das in der Uhrenbranche einzigartig ist.

Höhere Funktionssicherheit dank Ar-Trockenhaltetechnik

Aber auch die nicht schmierstofffrei arbeitenden Zeitanzeiger aus dem Hause Sinn verfügen über eine beachtliche Vielzahl intelligenter Lösungen. Zu diesen zählt beispielsweise die sogenannte Ar-Trockenhaltetechnik, dank derer die Alterung vorhandener Öle stark verlangsamt wird.

Mittels eines aufwendigen Maßnahmenpaketes, bestehend aus einer Trockenkapsel, speziellen Dichtungen sowie einer Schutzgasfüllung, wird die komplette Abschirmung des Uhrwerks vor eindringender Feuchtigkeit erzielt. Diese Feuchtigkeit, die meist in gasförmigem Zustand durch die Dichtungssysteme ins Innere der Uhr gelangt, ist für die Alterung der Schmierstoffe maßgeblich verantwortlich.

Sinn 6052 in der Version 6052-010

Zu den weiteren Errungenschaften des Herstellers zählt die sogenannte HYDRO-Technik, mit deren Hilfe Taucheruhren unter Wasser spiegelungsfrei abzulesen sind. Darüber hinaus ist die Marke führend im Bereich des Magnetfeldschutzes: Durch den Einsatz magnetisierbarer Werkstoffe wird das Innere der Uhr vor einwirkenden Magnetfeldern bis zu einer Stärke von 80.000 A/m geschützt. Dies leistet einen wichtigen Beitrag zur erhöhten Zuverlässigkeit der mechanischen Konstruktion.

Zukunftsorientierte Marke mit Charakter

Die heutige Uhrenwelt ist kompetitiver denn je – Käufer stehen vor einer schier unbegrenzten Auswahl an Herstellern und Modellen. Umso wichtiger ist es, sich deutlich zu positionieren und vom Wettbewerb abzuheben. Der Frankfurter Marke Sinn ist das erfolgreicher gelungen als den meisten anderen Manufakturen: Mit einzigartigen Innovationen wie der DIAPAL-Technologie oder der Ar-Trockenhaltetechnik heben sich die Modelle spürbar von der Masse ab.

Dass Uhrwerke nun schmierstofffrei arbeiten können und dabei sogar zuverlässiger sind als geölte Varianten, ist als enormer Beitrag zur Uhrenbranche von morgen zu verstehen. Wir dürfen gespannt sein, mit welchen Leistungen uns die Traditionsmarke noch in Zukunft begeistern wird.

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