Sinn 6000: Finanzplatzchronograph mit Stil

Zwei Welten in einer Uhr: Seit ihrer Präsentation im Jahr 1999 steht die Sinn 6000 für eine gelungene Verbindung aus technischer Funktionalität und optischer Eleganz. Drei Zeitzonen, Chronograph, 100 Meter Wasserdichtigkeit – schon auf den ersten Blick scheint das Gesamtpaket der Frankfurter Finanzplatzuhr zu überzeugen. Aber wie alltagstauglich ist die noble Kreation? Zeit, den Chronograph 6000 näher unter die Lupe zu nehmen.

Eine Hommage an die Heimat

Das Aufsehen war groß, als die 1961 gegründete Traditionsmarke vor über 20 Jahren ihre ungewöhnlich schicken Finanzplatzuhren lancierte. Damals reichten die Reaktionen auf die 6000 von sofortiger Begeisterung bis hin zu lautstarker Kritik: Passt diese Kollektion überhaupt noch zu Sinn?

Eine berechtigte Frage, denn die bisherige Unternehmensgeschichte sprach eine andere Sprache. Nicht etwa die Schönheit, sondern die Technik der Sinn Taucheruhren und Fliegerchronographen stand im Vordergrund – ganz nach den Vorstellungen des Gründers Helmut Sinn, einem begeisterten Piloten und Fluglehrer. Zur Erleichterung aller Puristen änderte sich an den Finanzplatzuhren und deren Philosophie nichts.

Sinn 6068 in der Version 6068-010

Ganz im Gegenteil: Die heute insgesamt sieben Linien – von der großzügigen 6052 bis zur simplen 6068 – tragen die Grundwerte Robustheit, Verlässlichkeit und Fortschritt zweifelsfrei in sich. Die 2.000 Meter Tauchtiefe eine Sinn U2 erreichen die Frankfurter Stilträger bei Weitem nicht. Wollen sie aber auch nicht. Vielmehr geht es darum, die technische Intelligenz des Herstellers auf einen alltäglichen Begleiter zu projizieren, der am Wochenende genauso passend erscheint wie im Beruf.

Drei Zeitzonen in einem Zifferblatt: Ein echter Kosmopolit

Kann die Sinn 6000 in dieser Rolle überzeugen? Ihr Zifferblatt jedenfalls liefert klare Antworten. Dank des hohen Kontrasts zwischen dem galvanisch schwarzen Hintergrund und der weißen Beschriftungen exzellent ablesbar, verfügt es über eine saubere Anordnung der drei Totalisatoren und fällt durch seine Erhöhung am äußeren Rand ins Auge. Hinter diesem Merkmal versteckt sich der typische drehbare Stundenkranz aller Finanzplatzuhren, bedienbar über eine zweite Krone bei zehn Uhr. In Kombination mit dem pfeilförmigen GMT-Stundenzeiger wird dadurch die simultane Anzeige dreier Zeitzonen möglich. Eine seltene, aber im Gegensatz zur ersten Befürchtung erstaunlich gut erfassbare Konstellation. Die Weltreise kann beginnen.

Sinn 6000 in der Version 6000-010

Damit die Finanzplatzuhr 6000 auf diesem Abenteuer keine Schäden nimmt, wurde ihrem Gehäuse eine beträchtliche Stabilität verliehen. So besteht die Hülle nicht etwa aus gewöhnlichem Edelstahl, sondern aus jener Mischung, die bei den Außenhüllen deutscher Marine-U-Boote zum Einsatz kommt.

Ergänzt durch entspiegeltes Saphirglas auf Vorder- und Rückseite, verfügt die 6000 über eine spezielle Unterdrucksicherheit und erfüllt die DIN 8310 für Wasserdichtigkeit – immerhin 100 Meter kommen hier zustande. Die Haptik der ersten Berührung bestätigt die soliden Daten: Alles fühlt sich nach Luxusklasse an, jede Kante ist präzise bearbeitet und die erstklassige Ergonomie spricht für sich.

Perfekt für schmale Handgelenke

Dafür mitverantwortlich sind die erstaunlich kompakten Ausmaße des Chronographen: Während die große Mehrheit der Zeitstopper mittlerweile auf Durchmesser jenseits der 40 Millimeter setzt, beschränkt sich die Sinn 6000 auf 38,5 Millimeter. Das macht sie angesichts der geringen Auswahl in diesem Segment extrem attraktiv für schlanke Armgelenke. Apropos Armgelenke: Im Lieferumfang des Modells sind gleich zwei Bänder enthalten – ein Feingliederarmband aus Edelstahl und ein schwarzes Kalbslederband. Wer das mitgelieferte Werkzeug richtig einsetzt, kann den Austausch nach Gusto vornehmen und dabei gegebenenfalls auf die zusätzlich enthaltene Eschenbach-Uhrmacherlupe zurückgreifen.

Das Innere der Frankfurter Finanzplatzuhren jedoch sollten bei Bedarf nur geschulte Experten bearbeiten. Oft wird das nicht nötig sein, denn das verbaute Automatikwerk SW 500 auf Basis des Valjoux 7750 ist gemeinhin für seine Verlässlichkeit bekannt. Vor Magnetfeldern geschützt und mit einer Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde schlagend, macht es auch optisch Einiges her.

Doch die eigentliche Show des Glasbodens gehört dem Rotor: Verziert durch eine goldene Gravur der Frankfurter Skyline und dem Namen der hessischen Metropole, betont es den Heimatstolz der 6000 unmissverständlich. Ein Gefühl, das die ganze Existenz der Finanzplatzuhren überhaupt erst begründet und an die internationale Bedeutung der Banken- und Börsenstadt erinnert.

Exklusivität im Schweizer Stil: Auch Roségold ist möglich

Kommen wir zum Wesentlichen, dem Preis. Und auch an dieser Stelle fällt die Sinn 6000 positiv auf: Zwar ist die Herstellerangabe von 3.590 Euro wahrlich kein Schnäppchen, doch eine Unterbietung der Schweizer Konkurrenz von Breitling oder Omega gelingt den Frankfurtern allemal. Wohlgemerkt, bei gleichem Leistungsumfang. Wie ihre Mitbewerber aus dem Alpenland, will die 6000 jedoch nicht auf ein opulentes Topmodell aus 18-karätigem Roségold verzichten.

Weitestgehend identisch zum gewöhnlichen Chronographen, punktet der exklusive Überflieger zusätzlich mit der hauseigenen DIAPAL-Technologie.

Ebenso verständlich wie genial, setzt diese Innovation auf spezielle Materialpaarungen, die ohne Schmierung reibungslos zusammenarbeiten und somit eine dauerhafte Präzision des automatischen Kalibers gewährleisten. Auch der Wartungsaufwand wird dadurch reduziert. Bevor man allerdings mit dem Kauf eine roségoldenen Finanzplatzuhr 6000 liebäugelt, sollte der Aufpreis gegenüber dem Standardmodell erwähnt sein: Ganze 12.600 Euro verlangen die Hessen für die glänzende Pracht.

Falls die Übersteigung des Budgets damit deutlich erreicht wird, lohnt sich ein Blick auf die anderen sechs Finanzplatzuhren: Bei etwas über 2.000 Euro für die simplen Modelle geht es los, wobei sich selbst die aufwendige 6052 unterhalb der 5000er-Schmerzgrenze bewegt.

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