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Rado True

« Von wahren Geheimnissen, echter Dunkelheit und wahrhaft schlanken Linien »

Es scheint paradox: Obwohl die Keramikherstellung zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit zählt, gilt der nichtmetallische Werkstoff als eines der modernsten Materialien der Uhrenbranche. Seine Perfektionierung erfordert hohes Fachwissen, das in einer Kollektion besonders zum Ausdruck kommt: Der Rado True. Erkunden wir eine Modellfamilie, die Keramik wie Metall aussehen lässt, bis zu 5 Millimeter dünn ist und mit Gasen bearbeitet wird, die 20.000 °C heiß werden.

Der „Master of Materials“ und sein Weg zur Keramik

Kaum ein anderes Preissegment ist in der Uhrenbranche härter umkämpft als die Region um 2.000 Euro. Denn nicht nur Schweizer Marken wie Longines, Tag Heuer und Mido, sondern auch die deutsche Konkurrenz von Mühle Glashütte, Junghans und NOMOS hat zahlreiche attraktive Modelle im Programm. Es braucht etwas Besonderes, um aus der Menge hervorzustechen. Rado gehört zu jenen Herstellern, deren Differenzierung mit einem Wort gelingt: Materialien.

1917 als Rohwerkehersteller unter dem Namen „Uhrenmanufaktur Schlup & Co“ gegründet, produziert die Marke in den Fünfzigern ihre ersten eigenen Zeitanzeiger und sorgt mit ihren futuristischen Werkstoffen regelmäßig für Schlagzeilen.

1962 erscheint die Rado DiaStar, deren Hartmetall und Saphirglas zu jener Zeit einer Revolution gleichen. 1976 erblickt die randlose, mit Saphirglas umhüllte Dia 67 das Licht der Welt. Und 1986 kommt die Rado Integral heraus, deren Hightech-Keramik zum späteren Markenzeichen ihres Herstellers werden sollte.

True: Drei nichtmetallische Kollektionen

Warum sich die Schweizer Marke seitdem auf dieses und kein anderes Material fokussiert, erklären die zahlreichen Vorzüge des Keramikgehäuses. Während das Gewicht spürbar unter dem Niveau von Edelstahl liegt, spielt die Kratzfestigkeit in einer höheren Liga und verleiht den Uhren bei pfleglicher Behandlung ewige Jugend. Hinzu kommen hypoallergene Eigenschaften, weil Keramik im Gegensatz zu Metall chemisch inert ist und keine Reaktionen mit der Haut eingeht.

Rado True Thinline My Bird Rado True Thinline Toge

Exzellent funktioniert hingegen die Wärmeübertragung und verleiht dem glatten Material ein angenehmes Tragegefühl bei jeder Außentemperatur. Damit wären die wichtigsten Pluspunkte der Rado True bereits geklärt, weil jedes Modell der drei Kollektionen aus der vielversprechenden Substanz besteht. Drei Kollektionen, da eine Unterteilung zwischen der runden True, der eckigen Rado True Square und der extraflachen Rado True Thinline besteht. Mit über 50 Referenzen ist erstere Serie die umfangreichste und lässt sich wiederum in mehrere Teilfamilien gruppieren, die vom skelettieren Herren- bis zum diamantbesetzten Damenmodell reichen.

Geheimnis offenbart: Rado True Secrets

Zu den spannendsten Editionen gehört die minimalistische Rado True Secrets: Ihr Verzicht auf Indizes und das Sichtfenster bei zwölf Uhr verleihen der 40 Millimeter großen Schönheit etwas Mystisches, während das automatische C07-Kaliber auf die rationale ETA-Power der Swatch Group zurückgreift.

Es resultieren die bekannten 80 Stunden Gangreserve, welche in allen automatischen Modellen außer der Thinline (64 Stunden) vorzufinden sind. Wer größere Einblicke ins Innenleben sucht, wird die Rado True Automatic Open Heart präferieren, die sich abgesehen vom transparenten Zifferblatt sämtliche Eigenschaften mit der Secrets und den klassischen True Automatic Varianten teilt.

Dazu gehören entspiegeltes Saphirglas, akzeptable 50 Meter Wasserdichtigkeit und eine Auswahl zweier Gehäusefarben.

Echte Dunkelheit oder metallischer Look?

Zur Verfügung stehen ein poliertes Schwarz und ein glänzendes, beinahe flüssig wirkendes Silber. Beide Varianten besitzen ihre ganz eigene Faszination und resultieren aus verschiedenen Herstellungsverfahren, die Rado als „Hightech-Keramik“ und „Plasma Hightech-Keramik“ bezeichnet. Im ersteren Fall handelt es sich um den klassischen Produktionsprozess, der bereits in den Achtzigern genutzt wurde und eine hohe Bandbreite matter wie glänzender Farbtöne hervorbringt.

Rado True Automatic Open Heart in der Version R27100162 Rado True Automatic Open Heart in der Version R27511302

Das Spektrum reicht von strahlendem Weiß über Schokoladenbraun bis hin zu jenem tiefen Schwarzton, der die Rado True (Automatic) Kollektion dominiert. Einen Schritt weiter geht die Plasma Hightech-Keramik: Hier wird das weiße Grundmaterial ebenfalls auf 900 °C erhitzt, gerät im Laufe des Herstellungsprozesses aber mit speziellen Gasen in Kontakt, welche ihrerseits bei 20.000 °C aktiviert werden. Am Handgelenk resultiert daraus ein metallischer Glanz, der etwas wärmer und geschmeidiger im Vergleich zu echtem Edelstahl herüberkommt. Obwohl die Materialtransformation nur an der Oberfläche erfolgt, verspricht Rado einen „jahrelang“ anhaltenden Effekt.

Rado True Diamonds: Maximaler Kontrast mit Brillanten

Eine wichtige Rolle innerhalb der True Serie spielt der Einsatz von Diamanten. Nicht nur die zahlreichen Quarz- und Automatikuhren mit geschlossenem Zifferblatt, sondern auch die Secrets Modelle können mit den funkelnden Edelsteinen besetzt werden. Wer dabei an reine Damenmodelle denkt, liegt falsch: Auch die Unisex- und Herren-Referenzen können gegen wenige hundert Euro Aufpreis zum Funkeln gebracht werden.

Rado True Automatic Diamonds Rado True Square Automatic Diamonds

Was einige Skeptiker zu einem empörten Aufschrei verleiten mag, bringt unserer Meinung nach ein spannendes Element in die Kollektion. Vor allem pechschwarzen Referenzen wie der R27056732 tut der Einsatz des strahlenden Kohlenstoffs gut; sie gewinnen einen Kontrast, den kein anderes Material besser erzeugen könnte. Eine Geschmackssache bleibt die Rado True Diamonds trotzdem.

Die Alternativen: Quadratisch oder extraflach

Außerhalb der regulären Rado True Kollektion hört die Vielfalt moderner Keramikuhren nicht auf, sondern setzt sich munter in der Rado True Square fort. Ihr quadratisches Monobloc-Gehäuse ist eine Art Aushängeschild der Schweizer Manufaktur geworden, was uns angesichts der Originalität des Designs nicht verwundert. Als 38-Millimeter-Unisexmodell oder feminine 29-Millimeter-Edition erhältlich, hebt sich die Square spürbar, aber ohne lautes Geschrei von der Masse ab und kann – wie die runde Version – als skelettiertes Modell bestellt werden.

Exotische Geschmäcker kommen mit den Sondermodellen auf ihre Kosten: Während die futuristische Kunstkollaboration „Formafantasma“ beinahe vollständig geschlossen ist, springt die Tej Chauhan mit ihrem quietschgelben Gehäuse ins Auge. Sie ist übrigens die einzige True, deren Hülle nicht ausschließlich aus Keramik besteht, sondern einige Edelstahl-Elemente aufweist.

Square Formafantasma Square Tej Chauhan

Noch beeindruckender ist für viele Enthusiasten die Rado True Thinline Kollektion. Erstmals 2011 lanciert, umfasst sie sowohl Quarz- als auch Automatikmodelle und setzt bis heute Maßstäbe in puncto Flachbauweise.

Lediglich 4,9 Millimeter strecken sich die elektronischen Varianten in die Höhe, was zusammen mit der Monobloc-Keramikbauweise (die erstmals in der Thinline eingeführt wurde) eine beeindruckende Leichtigkeit erzeugt. Auch Kunstinteressierte kommen auf ihre Kosten, wie die neun, jeweils monotonen Sondermodelle zu Ehren des Schweizer Architekten Le Corbusier unter Beweis stellen. Wer 18.100 Euro opfert, kann sie alle zusammen in einer Präsentationsbox bestellen. Mehr True geht nicht.

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