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Meister aller Komplikationen – Das Patek Philippe Sortiment

Lange Wartezeiten, extreme Sammlerpreise und begrenzte Stückzahlen: Seit Jahrzehnten zählt Patek Philippe zu den begehrtesten Manufakturen der Horologie und wird nicht selten als beste Uhrenmarke der Welt bezeichnet. Neben der innovativen Geschichte und perfektionistischen Handarbeit sind vor allem die aufwendigen Komplikationen des Genfer Herstellers für seinen legendären Status verantwortlich. Ein Blick auf die Tourbillons, ewigen Kalender und Minutenrepetitionen des heutigen Produktportfolios lässt keine Zweifel am herausragenden Ruf des unabhängigen Unternehmens.

Vorreiter von 1839 bis heute

Wer den Charakter der Manufaktur und Ihr Sortiment verstehen will, muss es als das Resultat einer 180-jährigen Firmengeschichte betrachten. Nicht eine oder zwei, sondern viele Generationen talentierter Uhrmacher haben die heutigen Leistungen der Zeitanzeiger erst ermöglicht.

Ihren Anfang nahm die Historie im Jahr 1839, als der polnische Adlige Antoine Norbert de Patek den Betrieb zusammen mit Franciszek Czapek eröffnete. Nach anfänglichen Schwierigkeiten feierte die Manufaktur ihren Durchbruch 1851 auf der Londoner Weltausstellung mit einer der ersten schlüssellosen Uhren der Welt. Spätere Meilensteine sollten die erste Schweizer Armbanduhr im Jahr 1868, der erste Doppel-Chronograph aus 1902 und der erste ewige Kalender im Jahr 1925 werden.

Zu seiner heutigen Form entwickelte sich der Hersteller jedoch erst ab 1932, als ihn die Übernahme durch die Unternehmerfamilie Stern vor dem Bankrott rettete.

Die Sterns, heutzutage bereits in vierter Generation an der Spitze der Manufaktur, erhöhten zunächst die internationale Bekanntheit der Marke und betrieben spätestens seit den 1980er-Jahren eine systematische Begrenzung des Angebots bei exklusivem Sortiment. Insbesondere die komplizierten Modelle erfahren dadurch bis heute eine ungewöhnlich gute Werterhaltung im Vergleich zu anderen Manufakturen.

Vom Jahreskalender zur Weltzeituhr: Die Komplizierte Uhren Kollektion

Eine der breitesten und sicherlich auch spannendsten Reihen aus Genf bildet die sogenannte „Komplizierte Uhren“ Kollektion. Sie konzentriert sich auf die Umsetzung vieler im Alltag nützlicher Zusatzfunktionen, wobei die Kombination aus Jahreskalender und Mondphase zu den beliebtesten Komplikationen zählt. Absolute Klassiker mit dieser Ausstattung sind die Referenzen 5146R-001 aus Roségold und 5146G-010 aus Weißgold: Mit ihrer Wochentags-, Monats- und Datumsanzeige markieren die runden Luxusmodelle das „Idealbild“ einer typischen Patek Philippe.

So verwundert es kaum, dass die harmonische Gehäuseform als Konstante bei sämtlichen Varianten der Kollektion erscheint. Sie bleibt nicht nur bei Flyback-Chronographen wie der eleganten Platin-Referenz 5905P-001 erhalten, sondern charakterisiert auch die künstlerisch angehauchten Weltzeituhren des Herstellers.

Vor allem die roségoldene 5231J-001 mit ihrer zentralen Weltkarte aus Cloisonné-Email gilt als Musterbild der exotischen Komplikation. Doch auch hier darf aus der Reihe getanzt werden: Die Referenz 5235/50R-001 vereint eine bewusst modernere Gehäuseform mit einer heutzutage eher seltenen Regulatoranzeige, bei der sich die Stunden- und Minutenzeiger auf verschiedenen Achsen bewegen.

Die Grenzen der Haute Horlogerie: Grandes Complications

Die Vielzahl ihrer eindrucksvollen Funktionen sichert der „Komplizierte Uhren“ Reihe bereits einen Platz in der obersten Liga des modernen Uhrenbaus. In Pateks Sortiment jedoch ist sie lediglich die Spitze des Eisbergs. Wer die wahren Gründe für den sagenhaften Ruf der Marke erkunden will, muss in die Grandes Complications Kollektion vordringen. Hier, wo Preise maximal eine untergeordnete Rolle spielen, dominieren High-End-Komplikationen das Geschehen.

Ganz vorn dabei: Der ewige Kalender. Entweder einzeln, wie in der Referenz 5327J-001 oder in Verbindung mit anderen Komplikationen, wie etwa einem Chronograph (Ref. 5271P) erhältlich, verwandelt er die Idee eines Vollkalenders durch die Berücksichtigung von Monatslängen und Schaltjahren in ein wesentlich aufwendigeres Konzept. Als Resultat hunderter Einzelteile entsteht eine technische Höchstleistung, dank derer der Zeitanzeiger bis zum Jahr 2100 keine Datumsumstellung benötigt.

Der reichhaltigen Auswahl ewiger Kalender steht eine ebenso üppige Vielfalt an Minutenrepetitionen gegenüber. Standesgemäß bietet Patek Philippe die akustische Darstellung der Uhrzeit aber nicht bloß einzeln, sondern auch in Verbindung mit ewigen Kalendern, Weltzeituhren und Chronographen an. Beispiele für diese monumentalen Kombinationen liefern die Referenzen 5374P-001, 5531R-012 und 5204/1R-001.

Den Sternenhimmel am Handgelenk

An die Ausgefallenheit der sogenannten Celestial-Editionen kommen diese Modelle trotz ihrer technischen Meisterleistungen aber nicht heran. Denn im Mittelpunkt der Referenzen 6102R-001 und 6102P-001 steht eine bewegliche Sternkarte des nördlichen Nachthimmels, die alle Phasen und Winkelbewegungen des Mondes sowie die Meridiandurchgänge von Sirius und dem Erdtrabanten darstellt. Wie komplex die mechanische Realisierung dieser Funktionen sein muss, verdeutlichen die Kaufpreise von etwa 250.000 Euro.

Und weil wir gerade über Geld sprechen: Nach oben sind dem Sortiment der Grande Complications nahezu keine Grenzen gesetzt. Nicht nur jede Tourbillon-Variante der Kollektion, sondern auch die momentan komplizierteste Uhr aus dem Genfer Vorort Plan-les-Ouates verdeutlicht dieses Statement. So verfügt die Referenz 6300G-010 über sage und schreibe 20 Komplikationen, unter denen sich eine Minuten- und Datumsrepetition, eine Weckfunktion und eine vierstellige Jahresanzeige befinden. Etwa zwei Millionen Euro müssen für diese horologische Symphonie geopfert werden.

Von der Nautilus zur Calatrava: Ein Sortiment der Superlative

Doch die Modellvielfalt Patek Philippes erstreckt sich noch weit über die „Komplizierte Uhren“-Reihe und die Grande Complications hinaus. Ein ganz anderer Zeitanzeiger des Herstellers ist sogar so populär, dass Käufer bis zur Abholung jahrelange Wartezeiten in Kauf nehmen: Die Nautilus. Anfang der Siebziger von Gerald Genta, dem berühmten Designer der Audemars Piguet Royal Oak entworfen, repräsentiert sie mit ihrer unverkennbaren achteckigen Form den avantgardistischen Teil des Sortiments.

Es verwundert kaum, dass auch die Nautilus mit den prestigeträchtigen Komplikationen der Marke ausgestattet werden kann – wie etwa dem ewigen Kalender der Referenz 5740/1G-001. Seit 1997 wird die Kollektion durch die separate Aquanaut Reihe ergänzt, die vom Stil der Nautilus inspiriert wurde und durch ihre Wasserdichtigkeit bis 120 Meter charakterisiert ist.

Patek Philippe Aquanaut in der Version 51671A-001

„Einfaches Sortiment“ der Manufaktur

Bei einer solchen Vielfalt komplexer und ausgefallener Editionen stellt sich die Frage: Kann Patek Philippe auch einfach? Kann sich die Königin der Schweizer Hersteller auf jene Simplizität zurückbesinnen, die den Grundstein für alle späteren Innovationen der Horologie legte? Die gute Nachricht lautet ja. Denn wer es bewusst zurückhaltend mag, greift auf die zeitlosen Modelle der Calatrava- oder Ellipse d’Or-Kollektion zurück.

Ihnen gelingt es, die Eleganz der frühen Taschenuhren ohne große Veränderungen ins 21. Jahrhundert zu transportieren. Ein einfaches und doch so wirksames Rezept. Vielleicht ist es ja gerade diese Simplizität, die den eigentlichen Zauber im Sortiment der Genfer Manufaktur entfacht.

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