Nomos Neomatik

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Die Glashütter Uhrenmarke Nomos hat im Laufe ihrer noch relativ kurzen Unternehmensgeschichte konsequent in die Entwicklung eigener Kaliber investiert. Das Ergebnis ist eine Reihe von Uhrwerken, die nicht nur durch ihre Leistungsfähigkeit, sondern auch durch ihre flache Bauweise beeindrucken. Besonders erfolgreich ist die seit einigen Jahren in mehreren Versionen gebaute Neomatik-Linie, die wir unseren Leserinnen und Lesern in diesem Beitrag vorstellen.

In 15 Jahren zur Uhrenmanufaktur

Die Marke Nomos Glashütte ist noch keine dreißig Jahre alt, wird aber unter Uhrenkennern längst mit anderen großen Namen aus dem sächsischen Uhrenstädtchen in einem Atemzug genannt. Verdient hat sie sich das vor allem durch ihr eigenständiges Design und durch eine intensive Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, die inzwischen reiche Früchte trägt. Als sich der Düsseldorfer Fotograf und EDV-Spezialist Roland Schwertner im Jahr 1990 den Markennamen eintragen ließ, war keineswegs absehbar, dass dieser schon binnen weniger Jahre weltweite Bekanntheit erlangen würde. Doch das Konzept der neuen Marke war gut durchdacht.

Zum einen stellte man sich mit der Wahl von Glashütte als Firmensitz bewusst in die Tradition eines der bedeutendsten Zentren deutscher Uhrmacherkunst, wo es eine Reihe hervorragend ausgebildeter und erfahrener Fachleute gab, die im Zuge der politischen und wirtschaftlichen Umbrüche jener Zeit auf der Suche nach neuen beruflichen Perspektiven waren.

NOMOS Glashuette Tangente neomatik 39 silvercut in der Version 342 mit Saphirglasboden

Zum anderen entwickelte das Unternehmen von der ersten Uhrenkollektion an eine eigenständige Formensprache und Typographie, die sich an das Bauhaus und die Klassische Moderne anlehnt und den einzelnen Modellen schon auf den ersten Blick einen hohen Wiedererkennungswert sichert. Und last, but not least, arbeiteten die Ingenieure und Uhrmacher in der eignen Manufaktur konsequent an der Entwicklung eigener Komponenten und Uhrwerke.

NOMOS Glashuette Tagente Neomatik 41 Update Ruthenium in der Version 181 mit Saphirglasboden

Übrigens: Um eines ihrer Produkte als Glashütter Uhr bezeichnen zu dürfen, müsste die Marke wenigstens 50 Prozent ihrer Wertschöpfung an dem betreffenden Werk in Glashütte erbringen. Mit bis zu 95 Prozent liegt Nomos Glashütte deutlich darüber. Die kontinuierliche Entwicklungsarbeit führte dazu, dass der Betrieb bereits seit 2005 ausschließlich Kaliber aus eigener Fertigung verwendet und sich damit nur 15 Jahre nach der Unternehmensgründung schon zum exklusiven Kreis der Uhrenmanufakturen zählen durfte. Die Neomatik Uhrwerke sind Teil dieser neuen Tradition.

Drei Standorte und jede Menge Erfolgsmodelle

Heute wird Nomos von Gründer Roland Schwertner zusammen mit Uwe Ahrendt und Judith Borowski geführt. Während Schwertner den Verkauf leitet und Borowski die Marke und deren Design verantwortet, kümmert sich Ahrendt vor allem um die Produktion in Glashütte.

Diese verteilt sich inzwischen auf zwei Standorte am Glashütter Erbenhang sowie im Stadtteil Schlottwitz; dazu kommt ein dritter Standort im ehemaligen Empfangsgebäude des Glashütter Bahnhofs, wo die Verwaltung des Unternehmens untergebracht ist. Für die Marketingaktivitäten ist eine Tochtergesellschaft mit Sitz in Berlin zuständig. Der ersten, 1992 lancierten Kollektion aus den vier Grundmodellen Ludwig, Orion, Tangente und Tetra, sind seither zahlreiche weitere Modelle gefolgt, die am Markt auf ebenso positive Resonanz trafen.

Die selbst gefertigten Kaliber werden seit 2015 nach und nach mit dem Nomos-Swing-System versehen und tragen seither die Bezeichnung DUW für „Deutsche Uhrenwerke“. Dies gilt auch für die Produktlinie Nomos Neomatik, zu der neben dem Uhrwerk DUW 3001 von 2015 auch dessen verschiedene Neomatik-Nachfolger zählen.

Solide, vielfältig und beeindruckend flach: die Kaliber Neomatik

Als die Serie Neomatik 2015 aufgelegt wurde, umfasste sie jeweils zwei verschiedene Versionen der Modelle Ludwig, Metro, Minimatik, Orion und Tangente. Sie alle waren mit dem DUW 3001 ausgestattet worden, einem Uhrwerk mit automatischem Aufzug, das Nomos komplett neu entwickelt hatte.

NOMOS Glashuette Ludwig neomatik 41 Datum in der Version 260 mit Saphirglasboden

Automatik-Werke sind seit einem halben Jahrhundert für Chronographen verfügbar und für einfache Drei-Zeiger-Uhren sogar schon einige Jahrzehnte länger. Dass die Modelle der Serie Nomos Neomatik dennoch für einiges Aufsehen sorgten, lag weniger an einer grundsätzlich neuen Technik als an der innovativen, kompakten Bauweise.

Vergleichsweise flache und kompakte Gehäuse gehören ebenso zu den charakteristischen Merkmalen der Uhren wie das übersichtliche Zifferblatt im Bauhaus-Design. Häufig wurde die flache Bauweise der Uhren durch die Verwendung von Handaufzugskalibern erreicht, die in der Regel deutlich weniger Raum einnehmen als ein vergleichbares Uhrwerk mit automatischem Aufzug, bei dem allein schon der Rotor für zusätzlichen Platzbedarf sorgt.

NOMOS Glashuette Metro neomatik 39 silvercut in der Version 1114 mit Saphirglasboden

Insofern ist es eine beeindruckende Leistung von Nomos Glashütte, dass sich das Kaliber Neomatik trotz seinem automatischen Aufzugsmechanismus problemlos in die Gehäuse von Nomos-Klassikern wie Ludwig, Metro, Orion und Tangente einschalen ließ.

Neomatik: ein Uhrwerk mit Automatik und Handaufzugsmaßen

Tatsächlich handelt es sich beim Neomatik um ein Werk mit automatischem Aufzug, dessen Dimensionen gleichwohl von einem Werk mit Handaufzug stammen könnten. Seine Bauhöhe beträgt nur 3,2 Millimeter.

NOMOS Glashuette Minimatik champagner in der Version 1204 mit Saphirglasboden

Dass ein so flaches Automatikwerk wie das DUW 3001 der Serie Neomatik überhaupt gebaut werden konnte, ist zum einen dem Swing-System, einer bereits 2014 präsentierten, selbst entwickelten Hemmungsbaugruppe, und zum anderen dem neu berechneten Räderwerk zu verdanken.

Außerdem waren dafür neue Fertigungsmethoden entwickelt worden, die einige Jahre zuvor noch nicht zur Verfügung gestanden hätten.

Dass sich das Werk Neomatik in den verschiedenen Klassiker-Linien ebenso bewährte wie beispielsweise in der neuen Modelllinie Minimatik und am Markt sehr positiv aufgenommen wurde, motivierte den Hersteller zu weiteren Modifikationen. Ein beeindruckendes Beispiel dafür ist das DUW 6101, das 2018 in den Markt eingeführt wurde und die Bezeichnung Neomatik Datum trägt.

Neben der schon aus dem Namen ablesbaren Datumsfunktion, die auf einem von Nomos Glashütte selbst entwickelten Mechanismus basiert, besitzt das Neomatik Datum auch eine Gangreserveanzeige. Für diese beiden Komplikationen sowie für die in diesem Uhrwerk verwendete Hemmung hält Nomos mehrere Patente.

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