Mann in Anzug und eleganter Armanduhr
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Neue Junghans Vintage Meister

« 50er Jahre Charme in drei neuen Editionen »

Mit drei neuen Editionen seiner Meister Kollektion lässt Junghans den Zeitgeist der Fünfziger wiederaufleben. An den eleganten Minimalismus der Urmodelle anknüpfend, übernimmt die Meister Automatic zahlreiche Designelemente aus dem Jahrzehnt des Wirtschaftswunders und setzt die über 80-jährige Geschichte ihrer Kollektion auf stimmige Weise fort. Heute wirkt ihre kühle und symmetrische Ästhetik der Junghans-Vintage-Uhren damit moderner denn je.

Früher Maßstab für Qualität und Präzision

Um die Ursprünge der Junghans Meister Automatic zu verstehen, reicht eine Zeitreise in die Ära von Nierentisch, Heckflosse und Currywurst nicht aus. Denn bereits 1936 lancierte die Schramberger Traditionsmarke ihr erstes Modell mit dem Namen Meister, welcher die hohe Qualität der verbauten Uhrwerke demonstrieren soll. Für die Gestaltung des Flaggschiffs zeichnet „Uhren-Architekt“ Anton Ziegler verantwortlich: Als Sohn eines Bamberger Uhrmachers geboren, wird er zu Beginn der 1930er mit keiner geringeren Aufgabe als der Rettung von Junghans betraut und setzt dazu auf eine klar definierte Designsprache. So besteht Ziegler vor allem auf eine harmonische, reduzierte Gestaltung der Zifferblätter und gibt damit bereits einen Ausblick auf die spätere Max-Bill-Uhren des Schwarzwälder Unternehmens.

Junghans Max Bill Automatic  Junghans Max Bill Automatic

Bis in die 60er-Jahre hinein wird der kreative Vordenker für die makellosen Linien der Uhren aus dem Schwarzwald verantwortlich sein. Ihre Blütezeit erlebt die mechanische Kollektion in den 1950ern mit der Einführung des Kalibers J82. Berühmt für seine markante Schraubenunruh, macht es den deutschen Hersteller im Jahr 1956 zum weltweit drittgrößten Chronometerproduzenten. Auch das 1949 eingeführte Chronographenwerk J88 mit Breguetspirale und prestigeträchtiger Schaltrad-Steuerung leistet seinen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Es scheint, als würde das Wirtschaftswunder neben der Gesellschaft auch die deutsche Horologie durchdringen. Bis zum Jahr 1970, als die Meister zusammen mit unzähligen weiteren Mechanikuhren durch die Quarzkrise aus dem Markt gedrängt wird, symbolisiert sie den Fortschrittsgeist des traditionellen Uhrenbaus wie kaum eine andere Kollektion. Erst 2011 kehrte sie anlässlich des 150-jährigen Firmenjubiläums in die Schaufenster zurück und ist seitdem fester Bestandteil des Schramberger Produktportfolios. In gewisser Weise sind damit alle Uhren der Schrammberger Vintage und modern zugleich.

Alter Glanz wiederbelebt: Junghans Vintage

Das aktuelle Kapitel der Modellgeschichte schreibt die frisch präsentierte Junghans Meister Automatic. Anders als die Mehrheit ihrer Schwestermodelle, versteht sich die 38 Millimeter kompakte Herrenuhr nicht als Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, sondern zielt auf eine authentische Wiederbelebung des Vintage-Designs ab. Wie sich diese Absicht manifestiert, demonstriert das gewölbte Zifferblatt: Hauchdünne Indizes mit Doppelstrich-Markierung bei zwölf Uhr treffen auf spitze Dauphine-Zeiger mit dunklem Mittelstrich – ein typisches Designelement der 50er-Jahre Uhren, die das Wunder von Bern noch selbst miterlebten. Besonders gefällt uns die nach außen dunkler werdende Effektlackierung (Dégradé-Muster) – sie verleiht dem Vintage-Zifferblatt zusätzliche Tiefe und hebt die Vintage-Automatic von anderen Editionen ihrer Baureihe ab.

Stichwort Lackierung: Die 50er-Jahre-Uhr steht in drei Farbgebungen zur Wahl. Während die mattsilbernen und schwarz polierten Zifferblätter (Ref. 027/4050.00 bzw. 027/4051.00) mit einem klassischen Edelstahlgehäuse einhergehen, wird die weiß polierte Variante (Ref. 027/7052.00) um eine goldene PVD-Beschichtung der 10 Millimeter flachen Hülle ergänzt. Alle Junghans-Vintage-Editionen sind mit traditionellem, aber im Vergleich zu Saphirglas weniger kratzfestem Hartplexiglas auf der Vorderseite ausgestattet und runden ihr Gesamtbild durch einen fünffach verschraubten Sichtboden aus Mineralglas ab.

Selbst die Naht des Lederbands ist authentisch

Durch Letzteren blicken wir auf das Automatikwerk J800.1, basierend auf dem ETA 2824-2 mit 38 Stunden Gangreserve und 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hz). Eine zuverlässige und im erschwinglichen Preisbereich weitverbreitete Energiequelle, deren Datumsfunktion die Junghans Meister Automatic  zu einem noch praktischeren Vintage-Zeitanzeiger macht, als sie es durch ihre hervorragende Ablesbarkeit ohnehin schon ist. Puristen werden die Unterbrechung der Symmetrie durch das Datumsfenster bei drei Uhr bemängeln – eine berechtigte Kritik, die angesichts der dezenten Ausführung der Mini-Komplikation allerdings nicht ganz so schwer wiegt.

Junghans Meister Automatic

Einen deutlichen Pluspunkt der Vintage-Junghans stellt ihr erstklassiger Tragekomfort dar. Mit 38 Millimetern besitzt sie einen universell passenden Durchmesser, der am schmalen Handgelenk genauso gut aussieht wie bei kräftigeren Trägern. Abgerundet wird die Ergonomie des vornehmen Zeitanzeigers durch ein Kalbslederband, dessen nahtlose Prägelinie auf der Oberseite an die typischen Lederbänder der Fünfziger erinnert. In den Farben braun, schwarz und grau erhältlich, verfügt es über eine Dornschließe und betont den klassischen Vintage-Look der Meister Automatic gelungen. Auch andere Modelle wie die Junghans Meister Handaufzug bieten diesen Komfort beim Armband.

Junghans Meister Handaufzug

Am feinen Ende einer vielfältigen Modellfamilie

Im Kontext der aktuellen Meister Kollektion spielt die zurückhaltende 50er-Jahre-Uhr eine wichtige Rolle, weil sie die Ursprünge und Hochzeiten der traditionellen Linie aus Schramberg zurück ins Gedächtnis ihrer Fangemeinde bringt. Blickt man auf die heutige Modellfamilie, könnte man den simplen und mechanischen Fokus von damals in der Tat schnell vergessen: Von der hochmodernen Meister Mega mit Funktechnologie über die bullige Meister Pilot bis hin zur Retro-Serie Meister Driver erstreckt sich ein breites Spektrum, das die reduzierte Designsprache Anton Zieglers an einigen Stellen vermissen lässt. Erst kürzlich erblickte die sportliche, auf 888 Exemplare limitierte S Chronoscope das Licht der Welt – ohne Frage ein gelungener und noch immer harmonischer, aber ästhetisch deutlich komplizierterer Zeitanzeiger als seine Vorgänger aus dem letzten Jahrhundert. Doch nicht jede Junghans muss Vintage sein.

Junghans Meister Pilot Junghans Meister MEGA Kleine Sekunde

Wer Zeitlosigkeit und Simplizität zu schätzen weiß, trifft mit den neuen Junghans Vintage Uhren eine großartige Entscheidung. Ihr enger Bezug zur Erfolgsgeschichte des Unternehmens, authentische Designelemente aus den Fünfzigern und eine perfekte Größe fürs schmale Handgelenk machen sie zu einer ebenso guten Einsteiger- wie Sammleruhr.

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