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Jack W. Heuer

« 20 Jahre Uhrengeschichte mit neuen Modellen geehrt »

Jack W. Heuer ist nicht nur der Urenkel von Edouard Heuer, dem Gründer der Schweizer Uhrenmanufaktur. Vielmehr hat er selbst in rund zwei Jahrzehnten an der Spitze des Unternehmens – und seit 2001 auch als Ehrenpräsident und Berater – entscheidende Impulse gegeben. Die Modellpalette von TAG Heuer hat er um mehrere Modelle bereichert, die inzwischen längst Kultstatus haben.

Über vier Generationen von der Gründerfamilie geführt

Das 1860 von Edouard Heuer gegründete Uhrenunternehmen, das seit 1999 Teil des französischen Luxusgüterkonzerns Moët Hennessy Louis Vuitton S. A. (LVMH) ist, befand sich nach dem Tod des Firmengründers im Jahr 1892 noch für fast neun Jahrzehnte in Familienbesitz. Insgesamt standen immerhin vier Generationen der Familie an der Spitze des berühmten Uhrenherstellers, der sich vor allem mit technischen Innovationen bei der Herstellung von Chronographen schnell einen Namen gemacht hatte. Jack W. Heuer, ein Urenkel Edouard Heuers, feierte 2017 seinen 85. Geburtstag. In den rund 20 Jahren, in denen er die Firma von 1961 bis 1982 geleitet hatte, hat der Jubilar gleich auf mehrfache Weise Uhrengeschichte geschrieben.

Denn mehrere Erfolgsmodelle der Branchenlegende sind längst zu regelrechten Markenikonen geworden und prägen bis heute das Gesicht der Marke und ihre Modellpalette. So wurden unter seiner Regie unter anderem die drei mittlerweile legendären Chronographenserien Carrera, Monaco und Formula 1 lanciert. Zudem konnte das Unternehmen 1969 kurz nach Zenith und Breitling das dritte marktreife Chronographenwerk mit automatischem Aufzug präsentieren.

Eine besondere Beziehung zum Motorsport

Einen besonderen Schwerpunkt im Schaffen Heuers stellten Modelle und Kollektionen mit einem besonderen Bezug zum Motorsport dar. Als ausgewiesener Chronographen-Spezialist hatte sich das Unternehmen unter Rennveranstaltern und Fahrern zwar schon frühzeitig einen Namen gemacht, doch unter der Ägide Jack W. Heuers wurde diese Beziehung noch einmal entscheidend intensiviert.

So gelang es ihm beispielsweise 1971, den bekannten Ferrari-Piloten Gianclaudio Regazzoni, der ein Jahr zuvor den Großen Preis von Italien gewonnen hatte, für einen Besuch des Uhrenunternehmens und eine Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines neuen Chronographen für die legendären „24 Stunden von Le Mans“ zu gewinnen.

Formel 1 Sponsoring

Im Rahmen eines von Enzo Ferrari persönlich unterzeichneten Vertrages mit Heuers Firma wurde unter anderem vereinbart, dass alle Fahrer der berühmten „Scuderia Ferrari“ das Heuersche Firmenlogo auf ihrer Fahrerkombi und zudem einen von Heuers goldenen Chronographen mit Automatikaufzug am Arm tragen sollten.

Die insgesamt neun Jahre dauernde Zusammenarbeit mit der renommierten italienischen Rennwagenschmiede bescherte dem Schweizer Uhrenhersteller einen enormen Zuwachs an Prestige und internationaler Bekanntheit – sowie zahlreiche Unternehmensbesuche renommierter Rennfahrer, darunter neben Regazzoni auch Mario Andretti, Jacky Ickx, Niki Lauda, Carlos Reutemann sowie Gilles Villeneuve.

Das war zweifellos ein großer Erfolg, aber mitnichten der erste große Coup im Motorsportbereich.

Carrera Panamericana

Schon in den frühen 1960er Jahren hatte das Unternehmen als Zeitnehmer bei den Zwölf-Stunden-Rennen von Sebring fungiert, wo sich der Firmenchef und der junge Fahrer Pedro Rodriguez begegneten. Inspiriert von dessen begeisterten Berichten von der Carrera Panamericana taufte Jack Heuer seine 1963 neu auf den Markt gebrachte Chronographenserie auf den Namen Carrera. Bis heute gehört diese Modelllinie zu den bekanntesten der Marke und wird immer wieder um neue Versionen ergänzt.

So wurde beispielsweise erst anlässlich der Baselworld 2017 mit der Carrera Lady 2017 eine neue Damenkollektion vorgestellt, deren Modelle sich übrigens durch breitere, massivere Lünetten, markantere Bandanstöße und ein kombiniertes Kautschuk-Leder-Armband von den zuvor aufgelegten Versionen unterscheiden.

Die Autavia: ein Rennfahrerchronograph wird zur Legende – und kehrt als Jubiläumsversion wieder

Mit der Geschichte des Motorsports untrennbar verbunden ist auch die Geschichte der TAG Heuer Autavia. Der Name dieses sportlichen Chronographen, der Ende der 1960er Jahre eingeführt wurde, spielt auf die Begriffe Automobil und Aviatik an. Berühmte Rennfahrer wie Joe Siffert oder der 1970 tragisch verunglückte Jochen Rindt trugen dieses Modell. Und für viele Uhrenliebhaber dürfte ein Traum in Erfüllung gegangen sein, als es 2017 zu einer Neuauflage dieser Chronographenlegende kam. Diese ähnelt dem Original äußerlich stark, ist jedoch mit moderner Mechanik ausgestattet worden.

Für ihren Antrieb sorgt Heuers Kaliber 02, ein Manufaktur-Chronographenwerk, das darüber hinaus noch in der Carrera Automatic Chronograph zum Einsatz kommt. Neben einer Frequenz von 4 Hz und einem automatischen Aufzug bietet es eine üppige Gangreserve von maximal 80 Stunden. Außerdem wurde der Edelstahlboden des Originals durch Saphirglas ersetzt, sodass die beeindruckende Technik den Blicken interessierter Mechanik-Fans nicht verborgen bleibt. Trotz seiner insgesamt 233 Bauteile ist das neue Kaliber nur 6,9 Millimeter hoch.

Tag Heuer Autavia Calibre HEUER 02 Automatic Chronograph 42mm Edelstahl-Band Tag Heuer Autavia Calibre HEUER 02 Automatic Chronograph 42mm Kalbsleder-Band

Persönlichkeit einer ganzen Industrie

Jack W. Heuer blieb seinem Unternehmen übrigens bis ins hohe Alter eng verbunden. Infolge der Quarzkrise hatte er die Gesellschaft zwar 1982 verkaufen müssen, doch ernannte man ihn 2001 zu dessen Ehrenpräsidenten. Dabei beschränkt er sich allerdings nicht auf repräsentative Aufgaben, sondern steht der Gesellschaft nach wie vor als Berater zur Verfügung und begleitet sie bis in die Gegenwart bei ihren aktuellen Projekten und Neuentwicklungen.

Tag Heuer Autavia Calibre HEUER 02 Automatic Chronograph 42mm Jack Heuer Special Edition Edelstahl-BandAngesichts seiner großen Begeisterung für den Motorsport lag es nahe, den Geburtstag dieser bedeutenden Persönlichkeit der Schweizer Uhrenindustrie am 19. November 2017 mit einem entsprechenden Sondermodell zu würdigen. Es handelt sich um eine Autavia, die sich an einem Modell orientierte, das zuvor im Rahmen einer Online-Abstimmung von den Fans der Marke unter 16 verschiedenen historischen Autavia-Versionen ausgewählt worden war.

Im Laufe der Abstimmung waren mehr als 50.000 Stimmen eingegangen, was das Interesse der Marken-Community auf eindrucksvolle Weise belegt. Die Sonderedition ist in Anspielung auf Heuers Geburtsjahr auf 1.932 Exemplare limitiert.

Ihre schwarze Lünette und die drei ebenfalls schwarzen Hilfszifferblätter bilden einen angenehmen Kontrast zum silbergrauen, mit Sonnenschliff versehenen Zifferblatt. An der Gestaltung der Details der Sonderauflage wirkte der damit geehrte Jubliar persönlich mit, und auf dem massiven Edelstahlboden sind seine Signatur sowie ein Hinweis auf den Anlass der Sonderauflage zu sehen.

Weitere Neuheiten im Jubiläumsjahr

Neben dieser persönlichen Ehrung für den Patriarchen der Marke brachte TAG Heuer in dessen Jubiläumsjahr noch eine Reihe weiterer Neuheiten auf den Markt. Unter ihnen findet sich wohl fast für jeden Geschmack ein passendes Modell, denn von der sportlichen Taucheruhr über Chronographen bis hin zur eleganten Dresswatch ist beinahe jeder Typ von Armbanduhren mit einem entsprechenden Modell vertreten.

Tag Heuer Carrera Calibre HEUER 02 T Automatik Chronograph 45mm Kautschuk Krokodilleder Band

Die skelettierte Calibre 02 Tourbillon gehört ebenso dazu wie die neue Connected Modular 45, die neue Aquaracer mit GMT-Funktion sowie mehrere neue Damen- und Herrenversionen der Serien Aquaracer, Link, Monaco und Formula 1.

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