Dreamteam: Victor Vescovo und Omega Seamaster Planet Ocean

« Tiefenweltrekord im Tauchen »

Ihre Taucheruhr schafft 100, 300 oder vielleicht 1.000 Meter Wassertiefe? Respekt. Die Omega Seamaster Planet Ocean Ultra Deep Professional lässt sich davon jedoch wenig beeindrucken: Auf einer Mission des amerikanischen Entdeckers Victor Vescovo tauchte sie im Marianengraben auf die Rekordtiefe von 10.925 Meter ab und hielt dem unvorstellbaren Druck des Pazifiks problemlos stand. Damit waren die Kapazitäten des innovativen Divers aber noch lange nicht ausgereizt.

Fünf Ozeane, fünf Missionen

Die Geschichte des Rekordes begann mit einer zufälligen Begegnung: Nachdem Victor Vescovo im Dezember 2018 auf 8.375 Meter im Puerto-Rico-Graben abtauchte, entschied er sich zum Kauf einer Seamaster Planet Ocean – schließlich musste die Mission zum tiefsten Punkt des Atlantiks gebührend zelebriert werden. Doch Vescovos Pläne waren größer: Seine „Five Deeps Expedition“ sah vor, zu den Tiefpunkten aller fünf Ozeane abzusteigen. Die größte Herausforderung auf diesem Weg sollte das Challengertief des pazifischen Marianengrabens werden, der tiefste und einer der geheimnisvollsten Orte der Erde.

Omega Seamaster Planet Ocean 600 M Co-Axial Master Chronometer 39,5mm

Einmal mit Omega in Kontakt getreten, bot ihm der Schweizer Hersteller die Konstruktion einer speziellen Taucheruhr für diese Mission an – die Geburtsstunde der Ultra Deep Professional. Als der lang ersehnte Tauchgang am 29. April 2019 stattfand, wurden drei der Diver an der Außenseite des Tiefsee-U-Boots „Limiting Factor“ befestigt – zwei an dessen Roboterarmen, die Dritte an einer ferngesteuerten Landekapsel. Ganze zwölf Stunden sollte die Expedition dauern, an deren Ende ein neuer Weltrekord stand: So übertraf Vescovo den bisherigen Tiefpunkt um elf Meter und erreichte eine atemberaubende Tauchtiefe von 10.925 Metern.

Ein voller Erfolg – für Wissenschaft und Horologie

Noch beeindruckender ist die Tatsache, dass der Abenteurer nur zwei Tage später erneut ins Challengertief abtauchte – niemand vor ihm besuchte den finsteren Ort mehr als einmal. Parallel zu der menschlichen Leistung selbst lieferte Victor Vescovo auch wissenschaftliche Kenntnisse: So entdeckte der ehemalige Marineoffizier neben drei neuen Spezies auch Müllreste auf dem Grund des Ozeans. Ehrlich gesagt, interessiert uns eine andere Frage aber brennender: Wie schlug sich die Seamaster in der gewaltigen Tiefe?

Hervorragend wäre untertrieben. Denn beide Planet Oceans an den Roboterarmen kehrten mit perfekter Ganggenauigkeit an die Oberfläche zurück. Doch als eigentlicher Star des Events sollte sich das dritte Exemplar herausstellen: Weil die Landekapsel auf der ersten Mission am Meeresgrund stecken blieb, musste sie über 54 Stunden später auf der zweiten Expedition gerettet werden. 54 Stunden, in denen die Ultra Deep Professional vermutlich eine angenehme Zeit mit den Bewohnern des Challengertiefs verbrachte. Denn sie kehrte genauso unversehrt und präzise ans Tageslicht zurück wie ihre beiden Weggefährten und Vescovo selbst. Eine Leistung für die Geschichtsbücher der Horologie.

Konzipiert für höchste Belastungen: Die Taucheruhr der Superlative

Warum die Planet Ocean dem Druck von über 1.000 bar standhalten konnte, erklärt ihre kompromisslos widerstandsfähige Gestaltung im Bullaugen-Design. Damit ist die konische Gestaltung des Saphirglases gemeint, die der Bauweise von Tiefseebooten nachempfunden wurde und mit dem hauseigenen „Liquidmetal“ ein zusätzliches Ass im Ärmel hat. Der Begriff beschreibt eine patentierte Verbindung zwischen Saphirglas und Gehäuse, die klassische Polymerdichtungen überflüssig macht und damit einen wesentlichen Schwachpunkt aller Taucheruhren überwindet.

Omega Seamaster Planet Ocean 600 M Co-Axial Master Chronometer Chronograph           Omega Seamaster Planet Ocean 600 M Co-Axial Master Chronometer Chronograph 45,5 mm

Auch das 28 Millimeter dicke Gehäuse selbst wurde voll auf den Weltrekord ausgerichtet. Um 10.925 Meter auszuhalten, besteht es aus speziellem Titan Grade 5 – jedem Werkstoff, der auch für die Rümpfe von U-Booten verwendet wird. Den optisch größten Unterschied zur gewöhnlichen Omega Seamaster Planet Ocean markieren die sogenannten „Manta-Bandanstöße“: Ihre offene Gestaltung soll verhindern, dass die Belastungsgrenzen des Materials in der extremen Tauchtiefe nicht überschritten werden. Stichwort Tauchtiefe: Die Grenzen der mächtigen Omega konnte Victor Vescovo nicht einmal ansatzweise ausreizen. Denn die Schweizer Entwickler haben den Diver auf bis zu 15.000 Meter ausgerichtet, um einen Sicherheitspuffer von 25% gegenüber dem Challengertief zu schaffen. Man kann ja nie wissen.

Im Kern eine waschechte Seamaster

Bemerkenswerterweise ist das horologische Monstrum trotz seiner irrwitzigen Leistungen im Marianengraben noch als Mitglied der Omega-Taucheruhren zu erkennen. Die pfeilförmigen Zeiger, die aufgesetzten Stundenmarker, die Form der arabischen Ziffern – alles wirkt irgendwie gewohnt. Doch spätestens der „Ultra Deep“-Schriftzug, die blauen Kontraste und der mattschwarze Ton des Zifferblatts dürften die außergewöhnliche Bestimmung des Zeitanzeigers verraten. Im Innern der Planet Ocean treffen wir hingegen auf gewohntes Terrain, denn das Co-Axial-Kaliber 8912 findet bereits in den alltagstauglicheren PloProf-Editionen Verwendung. Durch die Verwendung zahlreicher Titan-, Silizium- und Nivagauss-Komponenten erzielt es einen antimagnetischen Schutz bis 15.000 Gauß und kommt durch zwei Federhäuser auf eine Gangreserve von 60 Stunden.

Omega Seamaster Ploprof 1200 M Co-Axial Master Chronometer 55x48mm  Omega Seamaster Ploprof 1200 M Co-Axial Master Chronometer 55x48mm

Mission erfüllt: Der Siegeszug des Victor Vescovo

Zurück zu Vescovo. Nachdem er das Challengertief bezwungen hatte, setzte der berufliche Private-Equity-Investor alles an den erfolgreichen Abschluss der Five Deeps Expedition. Am 24. August 2019 war es schließlich soweit: Mit dem 5.669 tiefen Molloytief im Nordpolarmeer erreichte Vescovo das fünfte und letzte Ziel der Mission. Im bewegenden Leben des US-Amerikaners markierte diese Errungenschaft allerdings nur eine von vielen außergewöhnlichen Leistungen: Zuvor bestieg der Extremsportler bereits die höchsten Berge aller sieben Kontinente inklusive dem 8.848 Meter hohen Mount Everest und marschierte auf Skiern zum Nord- und Südpol. 2019 erhielt Vescovo einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde für die größte vertikale Distanz ohne Verlassen der Erdoberfläche – vom Challengertief bis zur Spitze des Mount Everest sind das immerhin 19.773 Meter.

Wir jedenfalls gratulieren Victor Vescovo zu seinen atemberaubenden Rekorden und sind schon gespannt auf die nächsten Unternehmungen des ambitionierten Unternehmers. Aber auch die Erschaffer der Omega Seamaster Planet Ocean Ultra Deep Professional verdienen ein respektvolles Lob: Sie haben bewiesen, dass die technischen Fortschritte der Uhrenbranche selbst in Zeiten der Digitalisierung von außerordentlicher Bedeutung sind und die Branche vor spannenderen Zeiten steht als je zuvor.

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