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Die schicksten Uhren mit Magnetfeldschutz

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Sie sind unsichtbar, können massive Gangabweichungen verursachen und treten heutzutage fast überall auf: Magnetfelder. Um ihre Einwirkungen abzuwehren, verfügen viele mechanische Zeitanzeiger über antimagnetische Materialien und faradaysche Käfige. Wir erklären, wie die Abschirmung funktionieren kann und präsentieren einige der stilvollsten Uhren mit Magnetfeldschutz.

Neue Lösungen gegen alte Probleme

Seit dem Beginn der mechanischen Horologie wissen Uhrmacher um die fatalen Konsequenzen magnetischer Felder. Einmal in die Nähe filigraner Komponenten wie etwa der hauchdünnen Spiralfeder gebracht, können sie von leichten Ungenauigkeiten bis hin zur vollständigen Nutzlosigkeit sämtliche Folgen für das betroffene Werk haben. Während im 19. Jahrhundert noch vergleichsweise wenige Quellen für eine solche Magnetisierung verantwortlich sein konnten, hält das digitale Leben von heute unzählige Störfaktoren bereit: Nicht nur Induktionsherde und Kühlschrankmagnete, sondern auch Smartphones, Lautsprecher und Computer bergen potenzielle Gefahren für die Präzision mechanischer Zeitanzeiger. Intelligente Antworten seitens der Uhrenindustrie sind also gefragter denn je.

Junger Mann mit Armbanduhr telefoniert mit dem Handy - Uhren mit Magnetfeldschutz
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Zwei Lösungsansätze stehen zur Wahl: Während frühe Modelle aus den 1950ern ihren Magnetfeldschutz durch einen Weicheisenmantel um das Uhrwerk erhielten, der eine Abschirmung nach dem Prinzip des faradayschen Käfigs bewirkte, greifen heutige Editionen überwiegend auf antimagnetische Uhrwerkskomponenten – beispielsweise aus Silizium – zurück. Dadurch können sensible Bauteile wie Spiralfedern, Anker oder Unruhwellen gar nicht erst magnetisiert werden und lassen sich dank des entfallenden Weicheisenmantels durch Glasböden beobachten. Auch die Wirksamkeit des Schutzes steigt bei dieser Methode erheblich an.

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Omega DeVille Tresor mit antimagnetischem Master Co-Axial Kaliber 8511

Wie effektiv moderne Uhren mit Magnetfeldschutz sein können, demonstriert die Omega DeVille Tresor mit antimagnetischem Master Co-Axial Kaliber 8511. Ausgezeichnet durch eine freie Silizium-Unruh-Spiralfeder und zwei hintereinander verbaute Federhäuser, gewährt dieser Antrieb 60 Stunden Gangreserve und stellt seine exklusive Rotgold-Unruhbrücke hinter einem Saphirglasboden zur Schau. Noch beeindruckender ist aber, dass völlig ohne faradayschen Käfig ein Magnetfeldschutz bis 15.000 Gauß möglich ist. Zum Vergleich: Neodym-Magneten zählen zu den stärksten Vertretern ihrer Art und erzeugen an ihrer Oberfläche “lediglich” 2.000 Gauß. Untergebracht ist das Handaufzugswerk in einem 40 Millimeter großen Weiß- oder Gelbgoldgehäuse, welches zusammen mit dem zeitlosen “Clous de Paris”-Muster des Zifferblatts eine wunderschöne Dresswatch ergibt. Unser Favorit ist die weißgoldene Referenz 432.53.40.21.02.004, welche laut Hersteller 12.960 Euro kostet.

Omega De Ville Tresor

Genauso effektiv, aber wesentlich erschwinglicher ist übrigens die stählerne Seamaster Aqua Terra Chronograph “> 15.000 Gauß” (Ref. 231.10.42.21.01.002 am Stahlband). Ihr Kaliber 8500 ist abgesehen vom Automatikaufzug fast identisch zum 8511 und lässt sich ebenfalls durch einen Sichtboden bewundern. 41,5 Millimeter groß, fällt der elegante Diver durch seine gelben Akzente ins Auge und schlägt laut Hersteller mit 5.360 Euro zu Buche.

Omega Seamaster Aqua Terra Chronometer "15.000 Gauss"

Klassiker mit Magnetfeldschutz: Rolex Milgauss

Im Gegensatz zur Seamaster verfolgt die Rolex Milgauss den technisch traditionelleren Ansatz: 1958 in Zusammenarbeit mit dem CERN entstanden, verfügt sie noch heute über einen faradayschen Käfig und erfuhr im Laufe ihrer über 60-jährigen Geschichte zahlreiche Verbesserungen. So wird der Schutz des Weicheisenmantels bei den modernen Editionen um bekannte Rolex-Innovationen wie etwa die Parachrom-Spirale ergänzt, weshalb der Zeitanzeiger deutlich mehr als die namensgebenden 1.000 Gauß aushalten dürfte. Als eine der bekanntesten Uhren mit Magnetfeldschutz wird die 40 Millimeter große Milgauss nicht nur für ihre Robustheit, sondern auch ihren blitzförmigen Sekundenzeiger und das grüne Saphirglas (welches bei keinem anderen Modell eingesetzt wird) geliebt – hervorstechende Details in einem häufig als monoton kritisierten Produktportfolio. Hätten wir die Wahl, würden wir zur Ref. 116400GV mit hellblauem Zifferblatt greifen und einen Herstellerpreis von 7.600 Euro bezahlen müssen.

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Funktionalität pur: Sinn Spezialuhren 856 S

Zu deutlich günstigeren Konditionen, aber mit ähnlichen technischen Grundlagen wie die Rolex Milgauss geht Sinns Fliegeruhr 856 S auf Kundenfang. Ihr Magnetfeldschutz basiert ebenfalls auf einem Weicheisenkäfig, welcher durch eine Kombination von Zifferblatt, Werkhaltering und Gehäuseboden gebildet wird. Ähnlich wie bei der Genfer Konkurrenz, resultiert daraus eine Abschirmung bis 1.000 Gauß oder 80.000 Ampere pro Meter. Wenig überraschend, wird das technische Gesamtpaket der Sinn Spezialuhren 856 S um weitere Innovationen ergänzt: So sorgt die schwarze Hartstoffbeschichtung auf tegimentiertem Untergrund für eine hohe Kratzfestigkeit des 40-Millimeter-Gehäuses, während die Ar-Trockenhaltetechnik die Alterung von Ölen verhindert und damit eine höhere Funktionssicherheit des automatischen Sellita SW300-1 garantiert. Besonders auffällig ist die hohe Lesbarkeit des Zifferblatts, die dem Pilotenmodell zusammen mit 200 Metern Wasserdichtigkeit eine hervorragende Funktionalität beschert. Am schwarzen Edelstahlband kostet der Zeitanzeiger 2.140 Euro.

Sinn 856 S UTC - mit Magnetfeldschutz

Hightech-Uhren mit Magnetfeldschutz: Zenith Defy El Primero 21

Dass antimagnetische Eigenschaften auch mit komplizierten Funktionen vereinbar sind, beweist die Zenith Defy El Primero 21. Seit ihrer Vorstellung im Jahr 2017 erlaubt sie mechanische Zeitmessungen auf die Hundertstelsekunde genau, was mithilfe eines zweiteiligen Uhrwerks geschieht: So ist eine gewöhnliche 5-Hertz-Hemmung für die Zeitanzeige verantwortlich, während eine separate 50-Hertz-Hemmung nur beim Aktivieren der Chronographenfunktion hinzugeschaltet wird.

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Ihr enormer Energieverbrauch schränkt Zeitmessungen auf rund 50 Minuten ein, aber sichtbar ist die revolutionäre Mechanik des Kalibers El Primero 9004 durchs skelettierte Zifferblatt permanent. Dort präsentiert der 44-Millimeter-Bolide die Gründe für seinen hohen Magnetfeldschutz: So bestehen die Spiralfedern beider Hemmungen aus einer speziellen Carbon-Nanotube-Matrix und sollen zusammen mit anderen antimagnetischen Komponenten vor über 15.000 Gauß schützen. Zahlreiche Varianten dieser beeindruckenden Uhren mit Magnetfeldschutz stehen zur Wahl, entweder aus Titan, Keramik, Carbon oder Gold. Wer den Klassiker aus Titan (Ref. 95.9000.9004/78.M9000 am Metallband) sein Eigen nennen möchte, muss 12.800 Euro nach Le Locle überweisen.

Zenith Defy El Primero 21 - mit Magnetfeldschutz Zenith Defy El Primero 21 - mit Magnetfeldschutz

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