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Baselworld 2020 abgesagt

« Die Basler Uhrenmesse zieht in Sachen Coronavirus nach »

Die Baselworld ist abgesagt wegen des Coronavirus: Nachdem die Genfer Uhrenmesse Watches & Wonders am 27. Februar aufgrund der neuartigen Erkrankung abgesagt wurde, folgte einen Tag später auch das Baseler Event rund um Luxusuhren. Wie der Veranstalter MCH Group betont, treffe man damit einen notwendigen Schritt zur Sicherheit der Besucher und folge den Empfehlungen der Schweizer Gesundheitsbehörden. Ursprünglich für den Zeitraum vom 30. April bis zum 5. Mai 2020 geplant, wird die horologische Großveranstaltung jetzt auf Januar 2021 verschoben.

Das Risiko wäre zu groß

Die rasche Ausbreitung des Coronavirus trifft die Schweiz härter als erwartet: Über 2.700 Erkrankungen, 27 Todesfälle (Stand: 18. März 2020) und die Erwartung weitaus größerer Infektionszahlen erfordern wirksame Gegenmaßnahmen seitens der Landesregierung. So rief Bundesrat am 19.03. den Notstand und ein Versammlungsverbot aus. Bereits vorher traf die Messeleitung eine harte Entscheidung: Die Baselworld ist abgesagt wegen des Coronavirus.

Symbolbild - Absage wegen Covid19 - Baselworld 2020 abgesagt
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Michel Loris-Melikoff, Managing Director der Baselworld, betont die tiefe Enttäuschung aller Teilnehmer über die Sicherheitsmaßnahme: „Im Wissen um das große Bedürfnis der Uhren- und Schmuckindustrie nach einer relevanten Plattform für die gesamte Branche bedauern wir zutiefst, die Veranstaltung aufgrund des Coronavirus verschieben zu müssen.“ Nicht nur im Sinne der Gesetzgebung, sondern auch der Gesundheit aller Besucher, Aussteller und Mitarbeiter bleibt den Veranstaltern keine andere Wahl. Hinzu kommt die internationale Ausrichtung der Messe, die eine Verbreitung der Erkrankung massiv fördern könnte.

Messebesucher
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Ein zusätzlicher Schlag nach harten Jahren

Die Nachricht, dass die Baselworld abgesagt ist wegen des Coronavirus, reiht sich in eine Vielzahl ernüchternder Meldungen der vergangenen Jahre ein. So kämpft die Baseler Messe mit sinkenden Besucher- und Ausstellerzahlen gleichermaßen: Während 2015 noch 150.000 Besucher und 1.500 Aussteller teilnehmen, schrumpfte das Volumen bis 2019 auf 81.000 Gäste und 520 Aussteller. Um dem negativen Trend entgegenzuwirken, präsentierten die Veranstalter 2019 erstmals ein gänzlich modernisiertes Konzept mit dem luftigen Loungebereich „Central Plaza“ sowie dem „Show Plaza“, eine Bühne mit täglichen Präsentationen der Schmuckbranche. 2020 sollte das frische Erscheinungsbild in seine zweite Bewährungsprobe gehen, doch nun müssen sich Uhrenfans noch etwas gedulden: Die nächste Baselworld wird (voraussichtlich) vom 28. Januar bis zum 2. Februar 2021 stattfinden.

Mann mit Mundschutz - Baselworld 2020 abgesagt
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Mit dieser Verlegung beabsichtigen die Organisatoren eine Reduktion der Wartezeit: Kein turnusmäßig volles Jahr, sondern lediglich zehn Monate länger müssen Aussteller und Besucher auf die Neuauflage des Events verzichten. Noch ist unklar, inwiefern die geplante terminliche Zusammenlegung mit der Genfer Watches & Wonders umgesetzt werden soll – offiziell soll die Kooperation bis mindestens 2024 bestehen. Zum aktuellen Zeitpunkt erscheint es sehr wahrscheinlich, dass die Genfer Veranstalter der FHH (Federation de la Haute Horlogerie) ihren Termin für 2021 bald bekanntgeben werden.

Die Baselworld als Plattform: Wirksam trotz Ausfall

Keine Frage: Der Ausfall beider Uhrenmessen durch das Coronavirus trifft die Branche ins Mark. Doch es gibt auch positive Signale. So hebt Bernd Stadlwieser, Group CEO der MCH Group, die Neuausrichtung der Veranstaltung als Stärke in der momentanen Krisenphase hervor: „Die Baselworld ist nicht nur das größte Uhren- und Schmuckevent der Welt, sie ist auch auf dem besten Weg, die größte globale Community-Plattform der Industrie zu werden, die ganzjährig aktiv ist. In den kommenden Wochen werden wir einen neuen digitalen Service präsentieren, der für unsere gesamte Community wichtig und nützlich ist.“

Messegelände Basel - Baselworld 2020 abgesagt
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Damit würde die Baselworld zu einem permanenten Tool heranwachsen, das die Kräfte der Branche auch außerhalb der Messezeiten miteinander vernetzt – in der aktuellen Zeit eine vielversprechende Vorstellung. Es wird sich zeigen müssen, inwiefern dieses Konzept funktionieren kann und wie es konkret aussehen soll. Dass die Baselworld abgesagt ist wegen dem Coronavirus, wird jedoch mindestens bis zur nächsten Ausgabe einen nachhaltigen Effekt auf die Produktstrategien der ausstellenden Marken haben – immerhin dient die Messe als primäre Gelegenheit zur Lancierung von Neuheiten der Luxusuhrenbranche.

Mehr Innovationen in 2021?

Nun müssen partizipierende Marken ihre Präsentationen neu organisieren: Entweder im Rahmen eigener Veranstaltungen oder auf der nächsten Baselworld. Ob die verschobene Messe von der längeren Pause profitiert und tatsächlich mehr zu bieten hat, steht daher noch in den Sternen. Ebenso unsicher ist das Teilnehmerfeld der prominenten Hersteller: So stiegen die 14 Marken der Swatch Group bereits 2019 aus, während Grand Seiko, Seiko, Citizen und Bulgari ihre Ausstellungen erstmals 2020 absagten. Wer der traditionsreichen Messe bis jetzt hingegen treu war, wird es höchstwahrscheinlich auch in Zeiten nach dem Coronavirus sein: Rolex, Patek Philippe, Tag Heuer, Hublot, Chopard und Zenith werden 2021 wohl zu den wichtigsten Ausstellern zählen.

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Bei aller Unsicherheit liegt die beste Lösung in einer optimistischen Zukunftshaltung: Ja, die Baselworld ist abgesagt wegen des Coronavirus. Aber wie jede bisherige Krise, wird auch diese Zeit an der Uhrenbranche vorbeigehen. Erinnern wir uns an die Quarzkrise der Siebziger und Achtziger, als die Schweizer Uhrenbranche am Rande des Untergangs stand und letztendlich doch überlebte. Ein Szenario, von dem wir heute meilenweit entfernt sind. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die goldenen Zeiten der edlen Meisterstücke zurückkehren.

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