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Die Armbanduhr mit Wecker

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So einfach die Idee, so anspruchsvoll die Umsetzung: Bereits vor über 100 Jahren realisierten Uhrmacher mit dem Wecker am Handgelenk eine der nützlichsten, aber dennoch seltensten Komplikationen der Horologie. Die Rarität der geräuschvollen Zeitanzeiger ist auf ein simples Platzproblem zurückzuführen – denn was gut klingen will, braucht Raum zur Ausbreitung. Heutzutage punktet eine erlesene Auswahl mechanischer wie elektronischer Lösungen mit kräftigem Klang und hebt sich funktional von der Masse ab.

Vom Rampenlicht ins Abseits

Die Geschichte der Armbanduhr mit Wecker reicht bis ins Jahr 1914 zurück, als der Schweizer ETA-Vorläufer Eterna mit dem Kaliber 68 eine damals revolutionäre Entwicklung präsentierte. Ein wirklicher Startschuss gelang dem Hersteller damit jedoch nicht: Obwohl technisch fortschrittliche Nachfolger wie etwa die Zenith Alarm im Jahr 1920 erschienen, war die Nachfrage gering.

Und das, obwohl die frühen Modelle bereits respektable Weckzeiten von über 30 Sekunden erreichten.

Die Zeit war schlichtweg noch nicht reif für so viel horologischen Pioniergeist. Erst 1947 sollte Vulcain mit seiner legendären „Präsidentenuhr“ der Durchbruch gelingen: Die Cricket, auf deutsch Grille, konnte mit Truman, Eisenhower, Johnson und Nixon auf gleich vier US-Präsidenten als Botschafter zählen.

Der Boom war ausgelöst. Kleinhersteller wie Pierce und Venus, aber auch große Player wie Junghans und Jaeger-LeCoultre mit seiner populären Memovox stiegen ab den Fünfzigern ins Geschäft mit den mobilen Weckern ein. Spätestens mit dem Auftritt der Seiko Bell-Matic Ref. 4006-7000 im Jahr 1966 wurde die Komplikation ein globaler Hit, befeuert durch die erschwinglichen Preise der japanischen Kollektion. Heute ist die Hochphase der schallenden Armbanduhr vorbei. Fans des klangvollen Zeitanzeigers können dennoch aufatmen: Wer sich im Jahr 2020 umschaut, wird in sämtlichen Preisklassen auf spannende Wecker fürs Handgelenk treffen.

Für Liebhaber: Mechanischer Wecker am Handgelenk

Einen der besten Allrounder der gesamten Branche hält die Hölsteiner Traditionsmarke Oris bereit: Die 42,5 Millimeter große Oris Artelier Alarm sieht mit ihrem symmetrischen Zifferblatt nicht nur stimmig aus, sondern bietet auch genügend Raum für einen kraftvollen Klang des Weckers.

Oris Artelier Alarm in der Version 01 908 7607 4051-Set LS in Edelstahl Armbanduhr mit Wecker

Charakteristische Merkmale wie die beiden großen Kronen, der schlichte Alarmzeiger im Zentrum und der markentypische, rote Rotor unter dem Glasboden verleihen ihr einen selbstständigen Auftritt. Der vielleicht größte Vorteil der Oris Artelier Alarm steckt jedoch im Preis-Leistungsverhältnis: Zwar ist der Herstellerpreis von 6.180 Euro an sich kein Schnäppchen, aber einen anderen mechanischen Wecker mit ähnlich hohen Qualitätsstandards sucht man in dieser Klasse vergebens.

Eine Liga höher spielt die Hublot Big Bang Alarm Repeater: Weltweit limitiert auf jeweils 250 Gold- und Titanmodelle, übertrifft ihr Einstiegspreis von rund 40.000 Euro die Oris Artelier Alarm um mehr als das Sechsfache. Ist das progressive Abenteuer aus Nyon diesen Aufschlag wert? An souveränen Leistungsdaten fehlt es der kraftvollen Luxusuhr jedenfalls nicht: So stellt ihr Handaufzugswerk eine Gangreserve von 72 Stunden bereit, wobei die Zeitfunktion und die Weckfunktion über separate Federhäuser verfügen.

Hublot Big Bang Alarm Repeater King Gold Ceramic 45mm Limited Edition in der Version 403-OM-0123-RX Armbanduhr mit Wecker

Ist das Federhaus des Weckers voll aufgeladen, schlägt der sichtbare Stahlhammer bei sieben Uhr ganze 16 Sekunden lang. Zudem gefallen die praktischen Eigenschaften der Hublot Big Bang Alarm Repeater, die neben einem separaten Zifferblatt für den Wecker auch eine deutliche On-Off-Markierung zur Vermeidung überraschender Klänge umfassen.

Effizient und präzise: Die Quarzmodelle überzeugen

Bei aller Liebe zur klassischen Mechanik muss erwähnt sein, dass die Integration eines Weckers in ein solches Kaliber grundsätzlich mit einem hohen Aufwand und beträchtlichen Kosten verbunden ist. Als größte Herausforderung erweist sich das mangelnde Volumen einer Armbanduhr:

Im Gegensatz zu stationären Uhren kann sich der Klang dort wesentlich schlechter ausbreiten und es droht ein viel zu leises Geräusch. Spezielle Resonatoren, doppelte Böden und eine erlesene Materialwahl sind die gängigsten Lösungen, um die Hörbarkeit des mechanischen Weckers sicherzustellen. Aber muss es gleich so kompliziert und kostenintensiv sein? Moderne Quarzuhren beweisen, dass die Faszination des horologischen Alarms auch wesentlich günstiger zu erreichen ist.

Tag Heuer Formula 1 Quarz Alarm in der Version WAZ111A-BA0875 Armbanduhr mit Wecker

Das beste Beispiel dafür liefert die Tag Heuer Formula 1 Quarz Alarm. Laut Hersteller mit 1.250 Euro bepreist, umfasst der sportliche Zeitanzeiger neben seiner namensgebenden Weckfunktion auch ein Panoramadatum bei sechs Uhr. Die Bedienung des Alarms erfolgt über einen dezenten Drücker bei vier Uhr.

Breitling Exospace B55 Connected in der Version VB5510H21B1S1 Armbanduhr mit Wecker

Gute Argumente für den Schweizer Allrounder sind neben seiner Wasserdichtigkeit bis 200 Meter auch der angenehme Tragekomfort des 41 Millimeter großen Gehäuses und eine überzeugende Wertigkeit in seiner Klasse. Wer das vielseitige Prinzip der Tag Heuer Formula 1 Quarz Alarm um eine ganze Reihe hilfreicher Zusatzfunktionen ergänzen möchte, ist bei der Breitling Exospace B55 Connected an der richtigen Adresse.

Die ultimative Armbanduhr mit Wecker?

Zugegeben, durch seinen Preis von rund 8.000 Euro ist das technische Wunderwerk aus Grenchen um Welten teurer als die Formula 1 und spielt – wenig verwunderlich – in einer ganz anderen Liga. Wer aber zur Opferung des nötigen Kleingeldes bereit ist, wird im Gegenzug mit einer satten Ausstattung verwöhnt:

Neben Alarm, Timer und ewigem Kalender mit Wochentagsanzeige hält das SuperQuartz-Kaliber auch einen Flyback-Chronographen, eine Batterie-Reserveanzeige und eine Bluetooth-Verbindungsmöglichkeit mit dem Smartphone bereit.

Das alles komprimiert die Exospace Connected in einem ultraleichten Titangehäuse, das dem 46 Millimeter großen Boliden ein Gewicht von gerade einmal 120 Gramm ermöglicht.

Ist die Breitling damit der ultimative Wecker am Handgelenk? Nun ja, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Aber die technische Präzision und breite Funktionalität der Luxusuhr sprechen eine klare Sprache: Wer das Maximum aus seinem portablen Wecker herausholen möchte, muss zur innovativen Reihe mit dem geflügelten B greifen.

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