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Batteriewechsel bei der Armbanduhr

« Luxusquarzuhren gehören in ein Fachgeschäft »

Hervorragende Präzisionswerte, geringe Wartungskosten und lange Batterielaufzeiten: Selbst begeisterte Anhänger des mechanischen Uhrwerks können die Vorzüge moderner Quarzuhren nicht ignorieren. Doch auch die ausdauernde Knopfzelle wird eines Tages erschöpft sein, was einen Batteriewechsel unumgänglich macht. Warum die Expertise eines Fachgeschäfts dabei entscheidend ist und welche Konsequenzen ein laienhafter Tausch bewirken kann, erfahren Sie beim Weiterlesen.

Präzision und Erfahrung: Der Wechsel beim Uhrmacher

Zahlreiche Hersteller setzen auf die Quarztechnologie – egal ob Breitling Aerospace Evo, Tag Heuer Aquaracer oder Omega Constellation mit Quarzwerk.

Der Batteriewechsel klingt machbar: Öffnen, einsetzen, schließen – was zunächst nach drei simplen Schritten klingt, erfordert in der Praxis die Expertise und das Feingefühl eines Spezialisten. Wer den Batteriewechsel seiner Armbanduhr in einem Fachgeschäft vornehmen lässt, profitiert von einer fachgerechten Behandlung des Zeitanzeigers, bei der es weder zu Beschädigungen noch zur Reduktion oder gar dem Verlust der Wasserdichtigkeit kommt.

Diese Sicherheit hat in der Regel einen niedrigen Preis, der je nach Uhrenhändler bei 5 bis 20 Euro liegt oder als Serviceleistung kostenlos durchgeführt wird.

Wie also geht ein Experte vor, um einen reibungslosen Batteriewechsel zu gewährleisten?

Den ersten Schritt stellt das Öffnen des Gehäusebodens dar, bei dem sowohl ein spezieller Gehäuseöffner als auch ein sogenanntes Gehäuseöffnermesser zum Einsatz kommen – insbesondere letzteres wird mit höchster Vorsicht benutzt, damit es die inneren Komponenten der Quarz-Luxusuhren nicht beschädigt. Der anschließende Tausch der Knopfzelle ist mechanisch weniger anspruchsvoll, erfordert angesichts der über 30 verschiedenen Batterietypen allerdings das Fachwissen um die vorliegende Armbanduhr und den passenden Energiespeicher. Darüber hinaus stellt die Vorgehensweise eines Spezialisten sicher, dass während das Wechsels kein Staub bzw. Schmutz ins Innere des Zeitanzeigers gelangt.

Ersetzen der Batterie in der Quarzuhr
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Beim letzten Schritt, dem Wiedereinsetzen des Verschlusses, ist in der Regel ein kräftiger Druck erforderlich. Um die Zerstörung des Glases auf der Frontseite zu vermeiden, verwenden Uhrmacher dabei einen Ring, in den das Modell vor dem Einsetzen passgenau eingelegt wird. Nach der anschließenden Prüfung der Wasserdichtigkeit kann der Besitzer seinen Zeitanzeiger wieder in Empfang nehmen – mit dem Wissen, dass der hundertprozentige Zustand und die Garantie der Uhr erhalten geblieben sind.

Selbst ist der Mann – wie schwer kann es schon sein?

Von der Fachkenntnis bis zur richtigen Verwendung der Werkzeuge – es sollte deutlich geworden sein, dass ein Batteriewechsel keineswegs trivial ist. Natürlich gibt es eine verlockende Alternative zum Fachgeschäft: Batteriewechsel in Eigenregie. Immerhin stehen unzählige Video- und Textanleitungen im Internet bereit, die gleichzeitig Empfehlungen zum Ersatz der professionellen Werkzeuge bereithalten.

Wechsel der Batterie in einer Quarz-Armbanduhr
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Wie wäre es zum Beispiel mit einem Küchenmesser oder Schraubenzieher zum Öffnen des Gehäusebodens? Letzteres klingt so einfach, dass wir es gleich einmal probieren. Doch selbst mit einem scharfen Messer scheint das Öffnen zu misslingen – da hilft wohl nur etwas Kraft. Leider genügend Kraft, um gleich den innenliegenden Dichtungsring zu zerstören, was mit dem Ende der Wasserdichtigkeit einhergeht. „Egal“, denken wir uns und nehmen den Batteriewechsel der Armbanduhr vor. Zwar stammt die neue Knopfzelle aus dem Supermarkt, aber bestimmt ist es genau die Richtige. Jetzt nur noch das Gehäuse mit einem kräftigen Faustschlag verschließen – sicher gut für das Uhrenglas.

Von Kratzern bis zum Totalschaden: Die Konsequenzen

Genug der Ironie. Doch der beschriebene Fall ist keine Fantasie, sondern bildet die Realität erschreckend gut ab. Wer hunderte, möglicherweise sogar tausende Euro in Quarz-Luxusuhren investiert, kann einen Großteil dieses Wertes mit wenigen falschen Handgriffen vernichten. Die Vielzahl der möglichen Schäden kennt nahezu keine Grenzen: Verkratzte Gehäuse, verbogene Batteriehalter, fehlende Schrauben, Fingerabdrücke und Schmutz im Uhrwerk, kurzgeschlossene Batterien und das Auslaufen billiger Knopfzellen sind nur einige Beispiele für kleine bis schwerwiegende Konsequenzen.

knopfzellen
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Angesichts dessen scheint es umso schockierender, dass selbst renommierte Online-Magazine zum Batteriewechsel in Eigenregie raten. Wer das hohe finanzielle Risiko des Laien-Tausches mit den niedrigen Kosten des professionellen Wechsels beim Uhrenhändler abwägt, kann nur zu einem Ergebnis kommen: Das Fachgeschäft ist die einzig richtige Entscheidung.

Faszination Quarz – die gute Pflege lohnt sich

Dass Automatik- und Luxusuhren keine Synonyme mehr sind, wissen wir bereits seit den Siebzigern. Damals, als den ersten Quarzuhren der internationale Durchbruch gelang, führten sie die Schweizer Uhrenindustrie trotz anfänglicher Bedrohung zu ihrem erfolgreichsten Kapitel: Der Gegenwart. Doch nicht nur die Branche, sondern auch die batteriebetriebene Armbanduhr selbst befindet sich seit ihren Anfängen im stetigen Wandel: So verfügen heutige High-End-Modelle über Batterielaufzeiten von bis zu zehn Jahren, ermöglichen die Konnektivität mit digitalen Geräten und begeistern mit einer schier unglaublichen Funktionsvielfalt.

TAG Heuer Aquaracer Quarz 40,5mm in der Version WAY1150-BD0911

Es zahlt sich also aus, diese kleinen Wunderwerke der Technik sorgfältig zu pflegen. Dazu zählt vor allem der rechtzeitige Batteriewechsel der Armbanduhr, weil eine leere Knopfzelle über längere Zeiträume auslaufen und das Innere des Zeitanzeigers beschädigen kann. Handelt es sich um eine Taucheruhr, die tatsächlich im Wasser genutzt wird, empfiehlt sich zur Überprüfung der Wasserdichtigkeit eine regelmäßige Kontrolle im Fachgeschäft. Ein Intervall von ein bis zwei Jahren sollte hierbei mehr als ausreichend sein.

Und natürlich gilt: Sollte man Ungewöhnlichkeiten jeglicher Art wie beispielsweise Kondenswasser im Innern beobachten, ist der schnelle Weg zum Uhrenhändler die einzige Option.

Wird zusätzlich noch ein hinreichender Schutz vor Stößen, starker Hitze, Magnetfeldern und anderen schädigenden Faktoren gewährleistet, steht einem langen und reibungslosen Leben der Quarzuhr nichts mehr im Wege.

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