Breitling Chronospace, Tissot T-Touch, Omega Spacemaster

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Seit der sogenannten Quarzkrise in den 1970er und 1980er Jahren, als fernöstliche Hersteller die weltweiten Uhrenmärkte mit preisgünstigen Quarzuhren geradezu überschwemmten, werden diese oftmals mit Digitaluhren gleichgesetzt – und gelten zudem als preisgünstige Massenware. Doch Digitaluhren sind ebenso im Luxussegment anzutreffen – und das aus gutem Grund. Mitunter kombinieren Hersteller sogar digitale und analoge Anzeigen in ein und derselben Uhr. Diese Luxusuhren werden häufig als analoge Digitaluhren bezeichnet und sind oft mit einer Reihe von zusätzlichen Funktionen ausgestattet, die deutlich über die bloße Anzeige der aktuellen Uhrzeit hinausgehen. Einige dieser Modelle stellen wir im folgenden Beitrag vor.

Digitale Uhrzeitanzeigen – keine Erfindung der Quarzuhren-Ära

Zunächst einmal gilt es, mit einem Irrtum aufzuräumen, der leider auch unter Uhrenliebhabern weit verbreitet ist: Anders als oftmals angenommen, sind Digitaluhren keineswegs erst eine Erfindung des letzten Jahrhunderts, sondern waren in der Tat bereits schon vorher bekannt. Denn wenngleich Digitaluhren heute zum weitaus überwiegenden Teil elektronisch betrieben werden, gibt es durchaus auch mechanische Exemplare. Die Begriffe digital und analog geben in Bezug auf Uhren lediglich an, auf welche Art und Weise die Anzeige der Zeit erfolgt. Die traditionelle Anzeige durch Zeiger und entsprechende Indizes auf einem Zifferblatt wird dabei als analoge Darstellung bezeichnet. Digitale Uhrzeitangaben dagegen bilden die Zeit selbst in Form von Ziffern ab. Dabei spielt es keine Rolle, ob die angezeigte Zeit auf mechanischem Wege oder elektronisch gemessen worden ist.

Digitaluhr Torre dell Orologio
© Hans Peter Denecke / Fotolia.com

Ein bekanntes Beispiel einer frühen Digitaluhr in Deutschland ist in Dresden am Bühnenportal der Semperoper zu sehen und stammt somit aus den 1870er Jahren. In Venedig ist sogar eine Digitaluhr zu bewundern, die noch weit über 200 Jahre älter ist als das Exemplar in der Dresdener Semperoper. Sie wurde schon im Jahr 1599 am Torre dell‘ Orologio – dem Uhrenturm – am weltberühmten Markusplatz installiert. Weitere Beispiele für mechanische digitale Anzeigen sind die sogenannten Fallblätter, die häufig bei Anzeigetafeln auf Bahnhöfen und Flughäfen verbaut werden, oder Kilometerzähler, bei denen die Ziffern auf drehbare Walzen gedruckt sind.

Bei modernen mechanischen Armbanduhren ist eine digitale Zeitanzeige allerdings praktisch nie anzutreffen. Nur für Datumsanzeigen wird bei einigen mechanischen Uhren eine digitale Darstellungsweise genutzt. Bei Quarzuhren dominierten dagegen anfangs die Uhrenmodelle mit einer digitalen Ausgabe und sie spielen bis heute eine wesentliche Rolle in diesem Segment.

Inzwischen gibt es jedoch daneben eine schier unendliche Auswahl von Uhren, die zwar von Quarzwerken angetrieben werden, die Uhrzeit aber nicht digital, sondern in traditioneller analoger Weise anzeigen. Kombinationen dieser beiden Anzeigearten, wie sie für sogenannte analoge Digitaluhren typisch sind, werden häufig dann gewählt, wenn neben der Uhrzeit noch andere Daten auf dem Zifferblatt dargestellt werden sollen, ohne dass dadurch die Übersichtlichkeit leidet oder die schnelle Ablesbarkeit der angezeigten Informationen beeinträchtigt wird.

Tissot T-Touch: analoge Digitaluhren mit hilfreichen Outdoor-Funktionen

Eine Luxusuhrenkollektion, bei der dieses Konzept besonders deutlich erkennbar wird, sind die Modelle der Kollektion T-Touch von Tissot. Sie zeichnen sich nicht nur durch die Kombination von digitaler und analoger Anzeige aus, sondern vor allem durch die Verwendung eines taktilen Uhrglases. Mit dessen Hilfe lassen sich verschiedene Funktionen – ähnlich wie bei einem Touchscreen – direkt durch Antippen des Glases mit der Fingerspitze ansteuern. Die erste taktile Uhr dieser Kollektion hatte Tissot bereits im Jahr 1999 auf den Markt gebracht.

Zum Funktionsumfang des Modells, das seinerzeit für einiges Aufsehen in der Uhrenbranche sorgte, gehörten neben der Zeitanzeige mit Chronographenfunktion auch ein Höhenmesser, ein Barometer und ein Thermometer, ein Wecker sowie ein Kompass. Daran hat sich auch bei den mittlerweile erhältlichen Nachfolgemodellen der ersten Tissot T-Touch Uhren nichts geändert, doch im Laufe der Jahre hat Tissot die Kollektion immer wieder um weitere Modelle und Versionen ergänzt. Diese weisen teilweise noch einen deutlich größeren Funktionsumfang auf.

Tissot T-Touch Lady Solar Kollektion

Einige T-Touch-Modelle wie die Expert Solar oder die Lady Solar arbeiten zudem ausschließlich mit Sonnenenergie und können nach vollständiger Aufladung ohne weitere Lichtexposition noch rund ein Jahr weiterlaufen. Die analoge Anzeige der Uhrzeit mittels Stunden- und Minutenzeiger wird bei der Tissot T-Touch mit einer digitalen LCD-Anzeige gekoppelt.

Tissot T-Touch Expert Solar Kollektion

Letztere zeigt beispielsweise meteorologische Informationen, gestoppte Zeiten oder auch Azimute an. Interessant ist dabei die Funktion des Stunden- und des Minutenzeigers. Beide dienen bei der Tissot T-Touch nicht nur zur gut ablesbaren Anzeige der aktuellen Uhrzeit, sondern übernehmen darüber hinaus weitere Funktionen, indem sie beispielsweise als Kompassnadel fungieren.

Breitling Chronospace – robuste analoge Digitaluhren im Military-Stil

Die vor allem für ihre Fliegerchronographen bekannte Uhrenmanufaktur Breitling hat ebenfalls analoge Digitaluhren im Sortiment. Zwei bekannte Beispiele dafür sind die Modelle Breitling Aerospace Evo oder Breitling Chronospace. Bei diesen Uhren werden Stunden und Minuten sowie – im Falle der Breitling Chronospace auch die Sekunden – ebenfalls analog angezeigt, während für Funktionen wie Chronographen, Wecker, Datum oder Kalender die digitalen Displays auf dem Zifferblatt zur Verfügung stehen.

Breitling Aerospace Evo Kollektion

Auch bei diesen Uhren bewährt es sich als wesentlicher Vorteil des Konzepts, dass die leichte Ablesbarkeit der Uhrzeit erhalten bleibt. Bei reinen Digitaluhren mit einem besonders großen Funktionsumfang ist dies nicht immer gegeben. Dank den Leuchtindizes und Leuchtzeigern kommt die gute Ablesbarkeit einer Chronospace oder einer Aerospace Evo von Breitling dem Nutzer selbst bei Dämmerung oder Dunkelheit zugute.

Breitling Chronospace Military Kollektion

Ein besonderes Merkmal der Chronospace ist übrigens die drehbare Lünette. Sie ist im Unterschied zu den Drehlünetten von Taucheruhren nicht mit einer Minutenskala, sondern mit einer 360-Grad-Skala und Angaben der Himmelsrichtungen versehen, sodass sie als einfaches Navigationshilfsmittel verwendet werden kann.

Omega Spacemaster – die etwas andere Pilotenuhr

Der Luxusuhrenhersteller Omega hat ebenfalls analoge Digitaluhren im Angebot, die sich speziell an den Bedürfnissen von Piloten orientieren und unter dem Namen Omega Speedmaster Spacemaster Z33 vermarktet werden. Die markante Gehäuseform der Omega Spacemaster Z33 ist von der „Pilot“-Linie abgeleitet. Im Inneren dieser Uhr arbeitet ein neues Multifunktionsquarzwerk vom Kaliber 5666.

Omega Speedmaster Spacemaster Z33 Kollektion

Die Uhr verfügt über drei analoge Zeiger, die über dem digitalen Zifferblatt mit den auffallenden, rot leuchtenden Ziffern zu schweben scheinen. Sie werden über eine herkömmliche Krone bei der Drei eingestellt, während die vier darüber hinaus vorhandenen Drücker, die bei Zwei, Vier, Acht und Zehn positioniert sind, zur Steuerung der übrigen Funktionen dienen. Dazu gehören die Anzeige von Datum, UTC sowie zwei weiteren Zeitzonen, wahlweise in Zwölf- oder 24-Stunden-Darstellung, die Alarmfunktion und der ewige Kalender.

Die Chronographenfunktion und der Countdown-Timer werden ebenfalls mithilfe der Drücker bedient.

Zusätzlich verfügt die Uhr über spezielle programmierbare Pilotenfunktionen. Sie erlauben die Erfassung von bis zu zehn Flügen, welche mit Zeit- und Datumsgaben visualisierbar sind. Das rote Leuchten der Ziffern in der Anzeige ist übrigens eine Reminiszenz an frühe Digitaluhren aus den 1970er Jahren, die mit LED-Anzeigen ausgestattet waren. Seinerzeit führte dies zu einem so hohen Stromverbrauch, dass man die Anzeige nicht ständig leuchten ließ, sondern nur zum Ablesen jeweils durch Knopfdruck kurz aufleuchten ließ.

Omega Speedmaster Spacemaster Z33 Anzeige

Die heute üblichen LC-Displays, die deutlich weniger Energie verbrauchen, standen erste einige Jahre später zur Verfügung. Inzwischen ist auch die LED-Technologie erheblich weiterentwickelt worden, und wer eine moderne Omega Spacemaster Z33 erwirbt, kann sich selbstverständlich an den etwas nostalgischen, rot leuchtenden Ziffern erfreuen, ohne ständig um seine Uhrenbatterie fürchten zu müssen.

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