Pärchen mit Armbanduhren - die Durchmesser unterscheiden sich
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Welcher Uhren-Durchmesser für welches Handgelenk

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Beim Kauf einer Luxusuhr zählt der Gehäusedurchmesser zu den wichtigsten Eigenschaften jedes Modells. Denn selbst der schönste Zeitanzeiger verliert an Strahlkraft, wenn seine Dimensionen viel zu groß oder zu klein für das Handgelenk seines Trägers sind. Wir verraten Ihnen, wie man das richtige Größenspektrum für den eigenen Arm ermittelt und warum der Uhren-Durchmesser meistens nicht die ganze Wahrheit verrät.

Uhren und Handgelenke richtig ausmessen

Schließen wir die Augen und stellen uns einmal folgende Situation vor: Jemand geht in ein Kleidungsgeschäft, findet seinen Traumanzug und trägt ihn vor lauter Begeisterung sofort zur Kasse, ohne ihn jemals anprobiert oder zumindest seine Größe ermittelt zu haben. Was absurd klingt, hält eine wichtige Lehre für den Uhrenkauf bereit: Nur wer den Umfang seines Handgelenks und die dafür geeigneten Gehäusedurchmesser kennt, kann mit hoher Sicherheit ein stimmiges und proportionales Modell erwerben. Angesichts des kontinuierlichen Trends zu mächtigeren Zeitanzeigern stellt sich dabei fast immer die Frage des „zu Großen“, also ob der Durchmesser einer Uhr für den eigenen Arm noch akzeptabel ist.

Mann mit sehr großer Armbanduhr - der Durchmesser der Uhr erscheint zu groß
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Zur Beantwortung dieser Frage ist im ersten Schritt der Handgelenksumfang zu ermitteln. Dabei ist das Maßband nicht hauteng, sondern angenehm und locker anzulegen. Als Orientierung sei erwähnt, dass der durchschnittliche männliche Handgelenksumfang in Deutschland bei 18 cm liegt, wobei alle Maße bis 16 cm als schmales Handgelenk und jene Größen über 20 cm als starkes Handgelenk bezeichnet werden können. Darüber hinaus muss klar sein, was mit dem Uhren-Durchmesser gemeint ist: In Millimetern angegeben, bezeichnet er den Gehäusedurchmesser eines runden Zeitanzeigers ohne Berücksichtigung der Krone. Diese Konvention besteht aus Gründen der Einheitlichkeit, da die Ausmaße verschiedener Kronen teils gravierend voneinander abweichen können. Bei eckigen Gehäusen gilt dasselbe Prinzip, nur dass hier die Breite und Länge (meist inklusive der Bandanstöße) angegeben werden.

Mann misst den Umfang seines Handgelenks, um den Durchmesser der Armbanduhr bestimmen zu können
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Die richtige Größe – eine Orientierung

Zurück ins Kleidungsgeschäft: Wir alle kennen es, dass Hemd-, Schuh- und weitere Größen von Hersteller zu Hersteller variieren können. Passte gestern noch der Lackschuh in 43, muss es heute schon Nummer 44 sein. Nicht nur beim Mode-, sondern auch beim Uhrenkauf sollten Größenempfehlungen daher als Richtlinien und nicht als fixe Regeln betrachtet werden. Faktoren wie die Breite der Lünette, integrierte Armbänder und vor allem die Gestaltung der Bandanstöße können eine Diskrepanz zwischen tatsächlichen und wahrgenommenen Ausmaßen erzeugen.

Mann mit Hemd fasst sich an seine Armbanduhr mit durchschnittlichem Durchmesser
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Auf Basis langjähriger Erfahrungen möchten wir trotzdem eine Orientierung vorstellen, die jeder Interessent als verlässlichen Ausgangspunkt seines Uhrenkaufs verwenden kann:

  • Wer ein schmales Handgelenk von 16 cm besitzt, kann bedenkenlos zu Zeitanzeigern mit bis zu 41 Millimetern greifen, wobei der perfekte Uhren Durchmesser bei 38 Millimetern liegt.
  • Beläuft sich der Handgelenksumfang auf die durchschnittlichen 18 cm, erhöht sich die Obergrenze für den Durchmesser auf 45 Millimeter und der ideale, also am angenehmsten empfundene Gehäusedurchmesser auf 41-42 Millimeter.
  • Liegen die Dimensionen des Handgelenks zwischen, unter oder über diesen Größen, können die entsprechenden Maximal- und Idealgrößen des Zeitanzeigers in linearer Weise angepasst werden – so zum Beispiel bei 17 cm, wo der von uns empfohlene maximale Durchmesser bei 43 Millimetern liegt.
  • Übergrößen im XXL-Format, wie beispielsweise die Blancpain Fifty Fathoms X Fathoms mit 56 Millimetern Gehäusedurchmesser, benötigen dementsprechend ein sehr starkes Handgelenk mit 22-23 cm Umfang.

Blancpain Fifty Fathoms X Fathoms

Die Bandanstöße: Entscheidendes Kriterium bei der Größenwahl

Die gute Nachricht für alle Enthusiasten mit schmaleren Handgelenken lautet, dass unzählige Zeitanzeiger trotz des Überschreitens unserer empfohlenen Höchstmaße problemlos tragbar sind. Wie das funktioniert? Betrachten wir dazu die gigantische, 55 x 48 Millimeter große Omega Seamaster Ploprof 1200 M. Normalerweise wären ihre Dimensionen mit einem 16-cm-Handgelenk völlig unvereinbar, doch der Diver aus Biel hat einen Clou zu bieten: Fehlende Bandanstöße. Da ihr Armband praktisch auf der Unterseite des Gehäuses befestigt wird, ist der 48 Millimeter große Abstand zwischen Ober- und Unterkante fast genauso groß wie die Distanz zwischen den Bandanstößen einer Rolex Datejust 41. Letztere wird zwar mit 41 Millimetern angegeben, trägt sich aufgrund der gestreckten Bandanstöße und des ovalen Oyster-Gehäuses aber vielmehr wie ein 43-Millimeter-Modell.

Omega Seamaster Ploprof 1200 M Co-Axial Master Chronometer 55x48mm       Rolex Datejust 41

Zwei Extrembeispiele, die die hohe Bedeutung der Bandanstöße neben dem Durchmesser unter Beweis stellen. Während gestreckte und lange Varianten mit einer gefühlten Vergrößerung des Zeitanzeigers einhergehen, schaffen kurze und stark abfallende Bauweisen Freiraum für mächtigere Gehäusedurchmesser am kompakten Arm. Ähnlich bedeutsam ist übrigens der Einfluss integrierter Armbänder auf die Präsenz aktueller Kollektionen: So mögen die 41 Millimeter Uhren Durchmesser einer Audemars Piguet Royal Oak zwar moderat klingen, tragen sich in Wahrheit aber deutlich größer.

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Breiter, fetter, größer: Der Trend zum XXL-Format

Angesichts der heute üblichen Ausmaße scheint es fast unglaublich, aber es gab tatsächlich Zeiten, in denen 31-33 Millimeter Gehäusedurchmesser die Norm waren. Für Herrenuhren, wohlgemerkt. Kein Wunder also, dass heutige Klassiker wie die Omega Speedmaster Moonwatch Professional in den 1960er-Jahren für Aufsehen sorgten, als sie die 40-Millimeter-Marke überschritten. Spätestens seit der Jahrtausendwende ist die Zeit der kompakten Zeitanzeiger jedoch Geschichte: Während Herrenuhren mit 38 Millimetern oder weniger zur Seltenheit geworden sind, boomt der Markt für übergroße Modelle stärker denn je. Ein zwiespältiger Trend, der Trägern mit schmalen Handgelenken eine spürbar kleinere Auswahl potenzieller Armbanduhren lässt als kräftigeren Sammlern. Umso wichtiger ist es, neben dem Uhren Durchmesser zusätzliche Faktoren wie etwa die Bandanstöße oder Ausformung des Gehäuses zu betrachten – oftmals kommen dadurch Modelle infrage, die bei der ausschließlichen Betrachtung ihres Durchmessers keine Chance gehabt hätten.

Omega Speedmaster Professional Moonwatch Omega Speedmaster Moonwatch Moonphase Chronograph 44,25 mm Limited Edition

Die Lehre daraus: Kein Enthusiast sollte seine Traumuhr vergessen, nur weil sie zwei oder drei Millimeter über der empfohlenen Maximalgröße liegt. Erfahrungen aus Foren, Video-Testberichte oder eine professionelle Beratung decken häufig eine erstaunlich gute Eignung für den eigenen Handgelenksumfang auf. Und falls der Favorit tatsächlich zu massiv ist, kommt die nächste gute Nachricht: Die Welt der Uhren ist beinahe unendlich und hält so viele großartige Alternativen bereit, dass selbst wir als Experten jeden Tag dazulernen.

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