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Watches and Wonders Geneva

« Die Uhrenmessen-Revolution beginnt am 25. April »

Neues Konzept, neuer Name, neues Publikum: Zu ihrem 30. Jubiläum steht die weltberühmte Uhrenmesse SIHH vor ihrem bisher größten Umbruch. Ab 2020 unter dem Namen „Watches and Wonders Geneva“ bekannt, verfolgt das renovierte Konzept eine Ausweitung des klassischen Salons auf die breite Öffentlichkeit und wird sich erstmals – zusätzlich zur Messe selbst – in der Genfer Innenstadt präsentieren. Fachbesucher dürfen sich vom 25. bis 29. April auf über 30 Aussteller und innovative Neuerungen freuen.

Seit 1991 im Herzen der Uhrenwelt

Seine hohe Bedeutung wird der „Salon Internationale de la Haute Horlogerie“ trotz seiner Umbenennung und der neuen Struktur nicht ablegen. Ganz im Gegenteil: Der Veranstalter Fondation de la Haute Horlogerie (FHH) rechnet durch die offene Gestaltung mit einer deutlich größeren Reichweite als in der Vergangenheit. Damit vollzieht die Messe einen radikalen Wandel und wendet sich von ihrem Ruf als abgesperrtem Treffpunkt der Fachwelt ab.

Wir erinnern uns, bis 2016 gab es ohne Einladung keinen Zutritt. Durch das exklusive Konzept stand die Größe des SIHH seit jeher deutlich hinter der Baselworld: So kam die Nummer Eins der Uhrenmessen selbst im Krisenjahr 2019 auf 81.000 Besucher, während gerade einmal 23.000 Interessierte nach Genf pilgerten.

Die prestigeträchtige Ausrichtung des Salons geht übrigens bis in sein Gründungsjahr 1991 zurück. Damals entschlossen sich Cartier und vier weitere Marken (Baume & Mercier, Gérald Genta, Daniel Roth und Piaget) zur privaten Ausstellung ihrer Meisterwerke in einer geschlossenen Atmosphäre. Das typische „High-End-Feeling“ der ersten Auflage ist bis heute erhalten geblieben und wird sich auch bei der Watches and Wonders nicht ändern.

„Lab“ und „Live“: Eine neue Programmwelt

Dafür verantwortlich ist die weiterhin beschränkte Markenauswahl: Während bei der Baselworld jedes Jahr hunderte Aussteller erscheinen, fokussiert sich die Watches and Wonders Geneva auf 31 Uhrenhersteller. Wie gewohnt, entfällt mit zehn Herstellern ein hoher Anteil der Vielfalt auf den Richemont-Konzern: So werden A. Lange und Söhne, Cartier, IWC und Montblanc ebenso vertreten sein wie Panerai, Piaget und Vacheron Constantin. Unter den Neuzugängen 2020 herrscht die übliche Genfer Exklusivität: Von Arnold & Son über den Tourbillon-Spezialisten C.Purnell bis hin zur künstlerischen Traditionsfirma Rudis Sylva wird eine ganze Reihe kleiner Manufakturen mit den teuersten und seltensten Kreationen der Branche aufwarten.

Zu den weiteren Ausstellern zählen unter anderem Ulysse Nardin oder Girard Perregaux. Wer exklusive Uhren bewundern möchte, kommt also durchaus auf seine Kosten. Ziel der Watches and Wonders wird es sein, die klassischen Auftritte der Hersteller um ein erlebnisreiches Rahmenprogramm zu erweitern.

Girard Perregaux 1966 Column-Wheel Chronograph in der Version 49529-52-231-BA6A Ulysse Nardin Executive Tourbillon Free Wheel in der Version 1766-176

Wie schon im letzten Jahr, werden die Innovationen der ausstellenden Firmen im „Lab“ vorgestellt, einer Art Denkfabrik für uhrmacherischen Pioniergeist. Gleichzeitig soll „Live“ eine Kommunikations-Plattform schaffen, auf der täglich einflussreiche Persönlichkeiten aus Mode, Design und anderen Disziplinen auftreten. Damit werden den vertretenen Marken alle Möglichkeiten der Vernetzung im 21. Jahrhundert eingeräumt. Dazu passend, wird die ganze Messe auf ein zukunftsweisenderes Erscheinungsbild mit mehr Interaktivität und einem moderneren Raumgefühl setzen.

Uhrenwelt zum Anfassen: „In the City“

Doch die eigentliche Revolution der Watches and Wonders findet außerhalb des Palexpo-Geländes statt – nämlich in der Genfer Innenstadt selbst. Erstmals überhaupt organisiert die Messe hier eine Vielzahl erlebnisreicher Aktivitäten für die interessierte Öffentlichkeit. Nicht mehr nur hinter verschlossenen Toren, sondern mitten in der traditionsreichen Uhrenstadt wird die moderne Horologie greifbar gemacht.

Wie funktioniert ein Uhrwerk? Welche Rolle spielt das Handwerk bei der Produktion? Das abwechslungsreiche Programm richtet sich an Neulinge und langjährige Begeisterte gleichermaßen. Dabei reicht das Spektrum der angebotenen Aktivitäten von geführten Touren durch Genf über spezielle Workshops bis hin zu Besuchen in den Manufakturen selbst. Uhrmacher, Graveure und Steinsetzer werden ihre Handwerke vorführen, exklusive Boutiquen werden Zugang zu ihren luxuriösen Zeitanzeigern bieten und Kinder dürfen sich über ein unterhaltsames Extra-Programm freuen.

Eine lebendige Uhrenmesse wird sie sein, die Watches and Wonders Geneva. Es scheint so, als würde sich die Veranstaltung zum ersten Mal seit 30 Jahren für die Begeisterung jener Enthusiasten interessieren, die bisher keinen Zugang zur SIHH hatten. So fasziniert man Menschen für die Horologie – und nicht anders.

Zeitliche Koordination mit der Baselworld

Eine weitere Änderung betrifft den Zeitplan der Watches and Wonders. Während Januar bisher als traditioneller Austragungsmonat der Genfer Uhrenmesse diente, erfolgt nun eine Verlegung auf Ende April.

Dahinter steckt keine Willkür, sondern eine durchdachte Lösung. Denn bisher mussten internationale Fachhändler und Journalisten innerhalb von zwei Monaten zweimal in die Schweiz reisen – einmal nach Genf, einmal nach Basel. Durch die neue Abstimmung mit der Baselworld erfolgt eine Zusammenlegung beider Termine: Nach der Watches and Wonders Geneva vom 25. bis 29. April kann das Publikum direkt zur größeren Messe reisen, die vom 30. April bis zum 5. Mai 2020 ihre Tore öffnet. Zumindest bis 2024 soll diese Abstimmung bestehen bleiben.

Fazit: Ein vielversprechendes Konzept

Seit seiner ersten Austragung markiert der Genfer Uhrensalon die zweitwichtigste Veranstaltung der Branche. Über ein Vierteljahrhundert entwickelte sich die Messe kontinuierlich weiter, gab den Ton in der Oberklasse des Uhrenbaus an und lieferte wichtige Ausblicke auf kommende Trends.

Aber erst jetzt ist den Veranstaltern der entscheidende Schritt gelungen: Weg vom geschlossenen Event, hin zu einem greifbaren Erlebnis für alle Uhrenbegeisterten. Ohne ihren exklusiven Charakter zu verlieren, trägt die Watches and Wonders damit zum Überleben des bedrohten Messe-Konzepts bei. Und beweist, dass Messen auch in Zeiten der Digitalisierung aktueller denn je sind.

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