Geneva Watch Days
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Watches & Wonders Geneva Alternativveranstaltung

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Nachdem die beiden großen Uhrenmessen Baselworld und Watches & Wonders für 2020 abgesagt wurden, steht nun der Termin für ein alternatives Event fest. Für den 26. bis 29. August geplant, werden die „Geneva Watch Days“ eine dezentrale Veranstaltung mit mehreren Präsentationen in Genfer Luxushotels und Boutiquen sein. Mehrere Hersteller haben bereits zugesagt. Damit wird das Event die einzige nennenswerte Versammlung der Schweizer Uhrenindustrie in diesem Jahr sein.

Der schnelle Plan des Bulgari-CEOs

Die Branche ist geschockt, als Ende Februar wegen des Coronavirus fast zeitgleich beide wichtigen Messen aus dem Terminkalender gestrichen werden. Zeitlich zusammengelegt, sollten Baselworld und Watches & Wonders (ehemals SIHH) vom 25. April bis 5. Mai mit innovativen Konzepten gegen die sinkenden Besucherzahlen der vergangenen Jahre ankämpfen. Doch nur wenige Tage nach den Absagen verbreitet Bulgari-CEO Jean-Christophe Babin im Schweizer Nationalfernsehen neue Hoffnung: Er kündigt eine Alternativveranstaltung an, die vom 26. bis 29. April – also zum selben Termin wie die ursprüngliche Watches & Wonders – stattfinden soll.

Die Geneva Watch Days sind auf den 26. bis 29. August 2020 verschoben
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Seine Idee ist, die Versammlungsbeschränkungen der Regierung durch eine dezentrale Uhrenmesse zu umgehen. Viele Marken, viele Orte – das Konzept klingt vernünftig und stößt bei vielen Mitbewerbern auf Begeisterung. Breitling, Girard-Perregaux und andere großen Namen sind bei den „Geneva Watch Days“ sofort an Bord.

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Verschiebung um vier Monate

Allerdings macht die schnelle Ausbreitung von Covid-19 auch der Alternativveranstaltung einen Strich durch die Rechnung. Eine Verschiebung ist unumgänglich. Um eine zweite Absage zu vermeiden, entschließt man sich für eine relativ weite Verschiebung um exakt vier Monate, sodass die Geneva Watch Days jetzt für den 26. bis 29. August geplant sind. Aufgrund der positiven Entwicklung hinsichtlich der Virus-Ausbreitung (Stand: 18.05.) scheint es sehr wahrscheinlich, dass die alternative Uhrenmesse tatsächlich in diesem Zeitraum stattfinden wird. Babin unterstreicht zwei weitere Vorteile des späten Zeitraums: Einerseits gewähre er ein höheres Maß an gesundheitlicher Sicherheit gegenüber einem früheren Termin, andererseits erlaube er ein internationaleres Publikum mit Hinblick auf die fallenden Infektionszahlen im asiatischen Raum. Insbesondere China und Südkorea spielen dabei eine tragende Rolle.

Das Konzept: Individuelle Verkaufsveranstaltungen

Wie Babin betont, soll die „kleine“ Watches & Wonders Geneva kein Ersatz für die großen Messen sein. Vielmehr handele es sich um eine effiziente Alternative für Handel und Medien, um nach den wochenlangen Ausfällen wieder Momentum zu generieren und die neuesten Modelle der teilnehmenden Marken in den Vordergrund zu stellen. Obwohl getrennte Verkaufsveranstaltungen der Hersteller in Genfer Hotels und Boutiquen im Vordergrund des viertägigen Zeitraums stehen, soll die Alternativveranstaltung auch Elemente einer klassischen Uhrenmesse aufgreifen: Gemeinsame Dinner, ein Themenabend des GMT Magazins und weitere Versammlungen sind in Planung. Zusätzlich wird eine digitale Plattform auf www.gva-watch-days.com aufgebaut, um Händlern und Medienvertretern alle organisatorischen Informationen zu liefern.

Die Marken: Wer wird teilnehmen?

Um die Reibungslosigkeit einer vollwertigen Messe zu garantieren, wird ein zentrales Komitee für die Durchführung der Geneva Watch Days verantwortlich sein. Wie im Pressebericht der Watches & Wonders Geneva Alternativveranstaltung zu lesen ist, steht dabei eine enge Zusammenarbeit mit den Genfer Behörden im Fokus – insbesondere wegen der Möglichkeit eines deutlich breiteren Umfangs als ursprünglich geplant. Wie groß die Alternativveranstaltung tatsächlich wird, hängt von der Anzahl teilnehmender Marken ab. Sichere Kandidaten sind alle Gründungsmitglieder der Geneva Watch Days: Neben Bulgari, Breitling, Ulysee Nardin und Girard-Perregaux zählen auch MB&F, Urwerk, Gerald Genta, De Bethune und H. Moser & Cie zu dieser Gruppe. Gleichzeitig rechnet man mit 15 bis 20 zusätzlichen Teilnehmern – sollte sich diese Vorhersage erfüllen, wäre die Uhrenmesse vom ursprünglichen Ausmaß der Watches & Wonders nicht mehr weit entfernt .

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„Jetzt sehen, jetzt kaufen, jetzt weiterverkaufen“

Daran wird deutlich, dass noch viele Details der Alternativveranstaltung von Unsicherheit geprägt sind. Nicht nur das genaue Teilnehmerfeld, sondern auch die Orte und der Zeitplan stehen aktuell noch in den Sternen. Was aber feststeht, ist die hohe Bedeutung des Events: Obwohl sich die Geneva Watch Days im Gegensatz zur Watches & Wonders nicht an die breite Masse richten, könnten sie massiv zur Wiederherstellung des Normalzustands in der Uhrenbranche beitragen. Bis August besteht eine realistische Hoffnung, dass die Welt wieder offen für klassische Geschäfte wird und auf der Alternativveranstaltung eine neue Ära nach den Shutdowns anbricht. So schön die aktuellen Online-Präsentationen vieler Marken auch sein mögen – für den Handel spielt das bewährte Konzept einer Messe – jetzt sehen, jetzt kaufen, jetzt weiterverkaufen – immer noch eine tragende Rolle. Es ist eben ein Unterschied, ob man nur die Fotos eines Zeitanzeigers sieht oder das reale Objekt bewundern kann.

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Ein entscheidender Lückenfüller

Gerade deshalb waren die anfänglichen Befürchtungen so groß, als Baselworld und Watches & Wonders Ende Februar abgesagt wurden. Gäbe es keinen Ersatz, so hätte die Branche über 20 Monate ohne diese tragenden Events zurechtkommen müssen – insbesondere mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft ein beängstigendes Szenario. Die Geneva Watch Days könnten nicht nur einen spürbar positiven Effekt auf das vierte Quartal 2020 haben, sondern verkürzen auch den zeitlichen Abstand zur nächsten großen Uhrenmesse – der Baselworld 2021. Letztere wird von 28. Januar bis zum 2. Februar stattfinden. Im Gegensatz dazu stehen die Termine der nächsten Watches & Wonders noch nicht fest. Wann auch immer sie stattfinden wird: Für 2020 wurde mit den Geneva Watch Days die bestmögliche Lösung gefunden und wir freuen uns im August auf viele spannende Präsentationen.

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