Tudor Black Bay Dark
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Tudor Black Bay Dark

« Die dunkle Seite der Taucheruhr »

Wer starke Kontraste am Handgelenk liebt, sollte jetzt aufpassen: Mit der Tudor Black Bay Dark hat die Genfer Luxusmarke einen Diver im Programm, der komplette Dunkelheit und strahlende Helligkeit gekonnt zusammenführt. Befeuert von einem kraftvollen Manufakturwerk, genießt die schwarz-weiße Ikone seit fünf Jahren eine hohe Beliebtheit unter Markenfans und punktet – typisch Tudor – mit einem erstklassigen Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir erklären die Geschichte, Popularität und technischen Highlights der Black Bay Dark.

Große Aufzugskrone: Erinnerung ans Jahr 1958

Die Anfänge der Retro-inspirierten Dark reichen bis ins Jahr 1954 zurück, als die Rolex-Schwestermarke mit ihrer Submariner Ref. 7922 für damalige Verhältnisse spektakuläre 100 Meter Tauchtiefe (zehn bar Druck) erreicht. Für die Robustheit verantwortlich ist das legendäre Oyster-Gehäuse, dessen Name ebenso wie die Bezeichnung Submariner eins zu eins von der Mutter übernommen wurde. Vier Jahre später verdoppeln die Genfer ihre Wasserdichtigkeit mit der legendären Oyster Prince Submariner Ref. 7924. Diese ist der erste Diver des Hauses mit 20 bar Druckfestigkeit und erhält aufgrund ihrer großen Aufzugskrone den Beinamen „Big Crown“.

Ein markantes Detail, das in der neuen Tudor Black Bay Dark zu neuem Leben erwacht und Enthusiasten an das wohl wichtigste Jahrzehnt der Unternehmensgeschichte erinnert – die 50er. Übrigens: Nicht nur die Black Bay, sondern alle ab 2012 lancierten Mitglieder der Heritage Black Bay Kollektion (inklusive der populären 58er-Kollektion) betrachten die 37 Millimeter schlanke Ref. 7924 als Wurzel ihrer Existenz. Wer heute eine originale „Big Crown“ von 1958 ersteigern möchte, bezahlt für ansehnliche Exemplare locker 30.000 Euro.

Tudor Klassiker: Schwarz, Weiß und ein Hauch Rot

2016, nachdem die ersten Heritage Modelle große Erfolge feiern durften, wird Tudor mutiger und zeigt mit der Dark (Ref. M79230DK-0007) eine komplett PVD-beschichtete Version seines Retro-Divers aus Edelstahl. Mit 41 Millimetern Durchmesser spielt sie im größentechnischen Mittelfeld der Heritage, positioniert zwischen 43-Millimeter-Boliden wie der Black Bay Bronze und den kompakten 36-Millimeter-Varianten.

Markenzeichen der Tudor Dark ist ihre dominante Schwärze, die sich im Lederband fortsetzt und dort auf einen interessanten Aged-Effekt trifft.

Im Gegensatz zu ihrem historischen Vorbild ist die junge, dunkle Black Bay mit kratzfestem Saphirglas bedeckt, übernimmt aber exakt die 200 Meter Wasserdichtigkeit von 1958. Ihre Dunkelheit setzt die schwarze Taucheruhr im Drehring fort, wo eine weiße Minutenskala auf einen Leuchtpunkt trifft, dessen rote Umrandung neben der Tiefenangabe im Zifferblatt die einzige Spur von Farbe ist. Der Rest erscheint ausnahmslos in Schwarz und Weiß. Ihren starken Kontrast aus Hell und Dunkel, man könnte auch sagen aus Gut und Böse, führt die Tudor Black Bay Dark im Zifferblatt fort. Dort erzeugen die Gegensätze nicht nur einen coolen Look, sondern auch eine sagenhafte Lesbarkeit: Auf der mattschwarzen Oberfläche sitzen weiße Zeiger und Indizes mit strahlender Leuchtbeschichtung, wobei sofort der markentypische Snowflake-Stundenzeiger ins Auge sticht.

Letzterer distanziert die Black Bay Dark zwar von dem Mercedes-Zeiger der Ref. 7924 (der Ursprung des Snowflake-Zeigers liegt in der zweiten Submariner-Generation aus 1969), fügt den schwarz-weißen Boliden aber perfekt ins aktuelle Tudor-Portfolio ein. Besonders gefällt uns der Verzicht auf ein Datumsfenster, welcher der Uhr eine saubere Ästhetik und tolle Symmetrie verleiht. Ihren souveränen Auftritt verdankt die schwarze Taucheruhr nicht zuletzt der durchgehenden Minuterie am Rand, die einen wichtigen Kontrast zur dunklen Umgebung kreiert.

Highlight: Leistungsstarkes Manufakturwerk

Unter ihrem soliden Edelstahlboden verbirgt die Tudor Black Bay Dark eines ihrer zentralen Kaufargumente: Das automatische Manufakturwerk MT5602. Der COSC-zertifizierte, automatische Antrieb markiert ein deutliches Upgrade gegenüber dem zuvor eingesetzten ETA 2824, was seine 70 Stunden Gangreserve ebenso demonstrieren wie die robuste Silizium-Spiralfeder. Stichwort Robustheit:

Die gesamte Konstruktion des Kalibers passt zum widerstandsfähigen Gesamtbild der Tudor Dark, weil es mit stattlichen 6,5 Millimetern Höhe nicht zu den flachsten Uhrwerken gehört und somit keine besondere Empfindlichkeit gegenüber minimalen Fertigungstoleranzen aufweist.

Auch die waagerechte, stabile Lage der Unruh unter einer Brücke verstärkt die mechanische Robustheit der Tudor Black Bay Dark. Um die hauseigene Technik einigermaßen erschwinglich zu machen, verzichtet Tudor auf komplexe Werksverzierungen und besinnt sich auf seine konsequent praktische Ausrichtung. Wo wir bei den Kosten wären. Der Listenpreis der Black Bay Dark am Lederband (Ref. M79230DK-0007) beträgt 4.020 Euro.

Tudor Black Bay Dark in der Version M79230DK-0007aus Edelstahl mit PVD-Beschichtung

Alternativ sind Varianten am schwarzbeschichteten Massiv- oder schlichten Stoffband erhältlich. Wer sich für eine unkonventionelle, historisch relevante Taucheruhr mit hauseigener Mechanik und großem Namen interessiert, erhält in diesem Preisbereich wenige überzeugende Alternativen.

Nachfolger auf der dunklen Seite: Die brandneue Black Bay Ceramic

Der inzwischen fünfjährige Erfolg der Dark hat die Schweizer Nobelmarke offenbar zur Fortsetzung ihrer schwarzen Linie inspiriert. Noch dunkler, noch extremer lautete wohl das Motto, als Tudors Designer die brandneue Black Bay Ceramic (Ref. M79210CNU-0001) entwarfen. Trotz einiger Gemeinsamkeiten wie 41 Millimetern Durchmesser, 200 Metern Wasserdichtigkeit und dem Manufakturwerk MT5602 weicht die Ceramic grundlegend von der Dark ab. Das zeigt sich einerseits im namensgebenden Gehäusematerial, das für eine hervorragende Kratzfestigkeit keine Beschichtung benötigt, andererseits in der Reduktion weißer Elemente.

Während die Tudor Dark eine weiße Minutenskala auf ihrer Lünette besaß, ist der Drehring im Falle der Ceramic komplett schwarz und besitzt – wie der Rest der Uhr – keine roten oder andersfarbigen Kontraste. Auch die Minutenskala im Zifferblatt ist nicht weiß, sondern bewusst in einem dezenteren Grauton gehalten, um die düstere Coolness des Newcomers zu unterstreichen. Wem die Dark nicht dunkel genug ist, dem wird die Ceramic gefallen.

Interessante Details wie das Hybridarmband aus Leder und Kautschuk oder der transparente Gehäuseboden verschaffen der Keramikuhr zusätzliche Aufmerksamkeit. Preislich liegt der Diver laut Hersteller bei 4.410 Euro, die neben dem Zeitanzeiger ein zusätzliches (natürlich schwarzes) Textilband mit cremefarbenem Streifen inkludieren. Dark oder Ceramic – der Kunde entscheidet, von welcher Tudor Uhr er sich auf die dunkle Seite ziehen lässt.

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