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Tissot Connect Solar

« Solaruhr unter der Lupe »

Im heiß umkämpften Markt für Smartwatches treffen die großen Elektrokonzerne auf zunehmenden Gegenwind aus der Schweizer Uhrenindustrie. Wie professionell die Antwort aussehen kann, zeigt Tissots neue Connect Solar: Ausgezeichnet durch ein modernes Titangehäuse, will sie die qualitativen Maßstäbe ihres Heimatlandes mit einem innovativem Bedienkonzept verbinden. Wir haben den Newcomer auf Herz und Nieren überprüft und erklären alles, was man vor dem Kauf wissen muss.

Erster Eindruck, Gehäuse und Varianten

Mächtig, imposant oder doch lieber massiv? Ganz egal, welchen dieser Begriffe man bevorzugt – die neue Tissot Connect Solar ist ohne Zweifel ein großes Instrument. Satte 47,5 Millimeter Durchmesser prädestinieren die smarte Modellreihe für breite Handgelenke und wirken aufgrund der sportlichen Designsprache besonders bullig. Noch wichtiger als die Frage nach den Ecken und Kanten des maskulinen Gehäuses ist aber die Untersuchung seiner Hochwertigkeit:

Wer bewusst eine Tissot und nicht etwa die deutlich bekanntere Apple Watch ins Auge fasst, erwartet einen qualitativen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz aus chinesischer Produktion.

Macht sich das Swiss-Made-Siegel also im Alltag bemerkbar? Unserem Eindruck nach sehr deutlich: Während das 92 Gramm leichte Titangehäuse mit einer exzellenten Verarbeitung und hypoallergenen Eigenschaften punktet, zeigt sich die schwarze Keramiklünette nahezu kratzfest und betont die hohe Detailliebe der Solaruhr mit einer leuchtbeschichteten Kompassskala.

Weitere Aufmerksamkeit wurde den Oberflächen gewidmet, deren Kombination aus satinierten Flächen und polierten Kanten einen äußerst gediegenen Eindruck hervorruft. Drei Varianten stehen zur Wahl: Klassisches Titan in Silber, eine schwarze Edition mit PVD-Beschichtung und eine vergoldete Ausführung. Unser Favorit ist erstere Option, weil sie einen schönen Kontrast zur schwarzen Lünette herstellt und als einzige Connect Solar mit einem korrespondierenden Metallband erhältlich ist. Alle anderen Bänder der Kollektion bestehen aus schwarzem oder rotem Silikon, einem bekanntermaßen sehr widerstandsfähigen und ergonomischen Material.

Apropos widerstandsfähig: Wer das Bedürfnis eines Tauchgangs verspürt, kann Tissots digitales Multitalent dank 100 Metern Wasserdichtigkeit bedenkenlos am Handgelenk lassen.

Aufladung und Bedienung

Richten wir den Fokus vom Gehäuse auf die Bedienung des Giganten. Diese kann natürlich nur bei ausreichender Stromversorgung erfolgen, welche entweder mithilfe des beiliegenden und drahtlosen Ladegeräts oder der namensgebenden Solarfunktion erfolgt. Letztere gewährt im Unterschied zu klassischen Modellen wie Junghans Solar Uhren keine endlose Ausdauer, sondern beläuft sich nach Herstellerangaben auf „mindestens sechs Monate“. Eine vage Angabe, die sehr stark von der Nutzungsintensität abhängt und deutlich niedriger ausfallen kann.

Ist genügend Energie vorhanden, kann es endlich losgehen. Am rechten Gehäuserand finden wir drei Knöpfe, die eine zentrale Rolle beim Umgang mit der Tissot Connect Solar spielen. Dabei übernimmt die mittig positionierte, digitale Krone eine ähnliche Funktion wie die Maus beim Computer: Während die Menü-Navigation und Änderung von Werten wie etwa dem Datum durch ein Drehen gelingt, dient das kurze Drücken zur Bestätigung. Hält man die Krone länger gedrückt, erfolgt eine Aktivierung der nützlichen wie energiefressenden Hintergrundbeleuchtung des MIP-Displays (Memory In Pixel). Über der Krone befindet sich der START-Drücker, der bei langer Betätigung zur Entsperrung des Touch-Displays und bei kurzem Antippen zur Aktivierung von Chronographen- und Countdown-Funktionen dient.

Demgegenüber fungiert der unten positionierte BACK-Drücker hauptsächlich als „Zurück“- oder „Reset“-Button. Theoretisch würden die drei Knöpfe zur vollständigen Bedienung der Solaruhr ausreichen, aber dann würde man eines ihrer Highlights verpassen: Die taktilen Felder des Saphirglases.

Über 20 Funktionen: Ein Schweizer Messer am Handgelenk

Dabei handelt es sich um berührungsempfindliche Sektionen, die einen schnellen Zugang zu den über 20 Funktionen der Tissot Connect Solar erlauben. Gruppiert sind diese Funktionen in sieben Bereiche, welche jeweils einem taktilen Feld entsprechen und nach dem Entsperren (langes Drücken des START-Knopfes) angewählt werden können. Im Zentrum des „Zifferblatts“ befindet sich die CLOCK-Sektion zur Einstellung von Basisfunktionen wie Datum, Uhrzeit und zweiter Zeitzone, während die anderen sechs taktilen Felder am Rand positioniert sind:

  • METEO
  • ACTIVITY
  • CONNECTED
  • T-TOUCH
  • TIMING
  • NAVIGATION

Ein äußerst intuitives System, das unserer Erfahrung nach eine sehr kurze Eingewöhnungszeit benötigt und bereits nach einer Stunde reibungslos funktioniert. An dieser Stelle möchten wir nur kurz auf die einzelnen Funktionsbereiche eingehen: wer eine detaillierte Beschreibung sucht, findet die Bedienungsanleitung der Connect Solar inklusive Video-Tutorials auf der Herstellerseite. Außerdem hat Tissot für die Bedienung ein Video-Tutorial erstellt:

Grundsätzlich sei gesagt, dass einige Funktionen sehr nützlich sind und andere eher als Spielerei durchgehen. Zur ersten Klasse zählt definitiv der Activity-Tracker, welcher von Schritt- über Kalorienzähler bis hin zum Höhenmesser einen großen Mehrwert im Outdoor-Bereich stiftet. Auch die Timing-Sektion mitsamt ihrer Chronographen-, Timing- und Weckfunktionen dürfte sich einer hohen Nutzung im Alltag erfreuen. Davon kann beim Kompass im NAVIGATION-Menü keine Rede sein – zusammen mit den Barometer- und Temperaturfunktionen des METEO-Bereiches wird er wohl hauptsächlich dem Vergnügen seines Trägers dienen.

Aber ist es nicht total praktisch, ein Thermometer am Handgelenk zu tragen? Normalerweise schon, wäre da nicht eine erhebliche Verzerrung der gemessenen Temperatur durch die Körperwärme. Denn: Mindestens 15 Minuten Ablegen sind erforderlich, um ein exaktes Resultat ohne Pulswärme zu erhalten.

Konnektivität mit dem Smartphone

Wer in die Einstellungen der Connect Solar gelangen möchte, drückt das taktile T-TOUCH-Feld bei sechs Uhr. Hier erwarten den Nutzer von simplen „Quick Settings“ bis hin zu Systemeinstellungen umfangreiche Möglichkeiten zur individuellen Anpassung. Spannender ist jedoch das CONNECTED-Menü, welches einen Zugriff auf zwei Smartphone-Funktionen ermöglicht: Erstens können diverse Benachrichtigungen (E-Mail, Social Media, Erinnerungen etc.) angezeigt werden, zweitens ist eine Verwaltung eingehender Anrufe möglich. Diese können über die Tissot Connect Solar aber nicht angenommen, sondern lediglich stummgeschaltet oder abgelehnt werden.

Zuvor muss selbstverständlich eine Verbindung mit dem externen Gerät hergestellt werden. Bisher erlaubt Tissots in der Schweiz entwickeltes Betriebssystem „Sw-ALPS“ die Konnektivität mit iOS und Android, wobei in naher Zukunft eine zusätzliche Berücksichtigung von Huaweis Harmony-Oberfläche angestrebt wird. In jedem Fall kann der Nutzer beim Start der Solaruhr wählen, ob eine Kopplung mit dem Smartphone erfolgen soll oder zugunsten eines schonenderen Energieverbrauchs darauf verzichtet werden soll. Der Großteil aller Funktionen bleibt in diesem Fall erhalten.

Preislich liegen die sechs Modelle der digitalen Tissot laut Hersteller zwischen 935,80 und 1.033,28 Euro.

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