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Mit chinesischen Astronauten auf dem Weg: Aquaracer und Carrera greifen nach den Sternen

Gibt es bald eine zweite „Moonwatch“? Wenn das chinesische Mondprogramm CLEP Erfolg hat, könnte es bald soweit sein. Denn für die Mondmission gibt es bereits einen hochkarätigen strategischen Partner in der Schweizer Uhrenindustrie. Wir stellen die ersten Ergebnisse der Partnerschaft zwischen dem chinesischen Mondprogramm und TAG Heuer vor.

Die „Außerirdischen“ im Luxusuhrensegment

Seit der Mensch erfolgreich ins Weltall vorgedrungen ist, müssen sich Uhren nicht nur unter Wasser oder in der Luft, sondern auch unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit bewähren. Während einer Weltraummission kommt es immer wieder auf ein äußerst präzises Timing an, vom Start über verschiedene Manöver während des Fluges bis hin zur planmäßigen Landung. Die dafür verwendeten Uhren müssen nicht nur extrem präzise zuverlässig, sondern auch äußerst robust sein, um den hohen Belastungen während eines Raumfluges – insbesondere in der Startphase, aber auch während der Landung – widerstehen zu können.

omega-speedmaster-professional-moonwatch

Amerikanische Astronauten nutzen dafür seit Jahrzehnten die Omega Speedmaster Professional, die seit der ersten bemannten Mondlandung den Beinamen Moonwatch trägt und von der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA bereits in den 1960er Jahren zur offiziellen Uhr für ihre bemannten Weltraummissionen erklärt wurde.

Russische Kosmonauten hingegen setzen auf Armbanduhren der Marke Fortis, die sich ebenfalls schon seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Raumfahrtuhren auseinandersetzt.

So ist es wenig erstaunlich, dass auch China, das im Begriff ist, sich ebenfalls als Raumfahrt-Nation zu etablieren, eine strategische Partnerschaft mit einen renommierten Schweizer Uhrenhersteller eingegangen ist. Diese besteht seit 2016 und als Partner des chinesischen Raumfahrtprogramms fungiert die für ebenso sportliche wie robuste Uhren bekannte Manufaktur TAG Heuer.

Chinas Mondmissionen – ein ambitioniertes Raumfahrtprogramm mit langfristigem Planungshorizont

Mit ihrem „Mondprogramm der Volksrepublik China“ (Chinese Lunar Exploration Program bzw. CLEP) haben die Chinesen im Jahr 2007 ein Raumfahrtprogramm gestartet, das auf mehrere Jahrzehnte angelegt ist und der umfassenden Erforschung des Erdtrabanten gewidmet ist. Im Rahmen des CLEP sind zunächst Mondmissionen von unbemannten Raumsonden vorgesehen, von denen die ersten bereits erfolgreich durchgeführt worden sind. In einer späteren Phase wird es zudem möglicherweise zu bemannten Mondmissionen chinesischer Astronauten kommen.

Verantwortlich für die Planung und Realisierung des Chinesischen Mondprogramms ist die Raumfahrtagentur der Volksrepublik China (China National Space Administration). Das Programm umfasst unter anderem einen Mondorbiter mit der Bezeichnung Chang’e-1, der nach einer chinesischen Mondgottheit benannt wurde, einen Mondrover sowie eine Rückholmission. Letztere soll verschiedene Proben von Mondgestein auf die Erde bringen.

Die bislang durchgeführten Weltraummissionen im Rahmen des chinesischen Mondprogramms

Nachdem die ersten Pläne der chinesischen Mondmission im September 2004 abgeschlossen worden waren, folgten bis Jahresende 2005 die Entwicklung eines Prototyps und die notwendigen Tests des Mondorbiters, der im Dezember 2006 endgültig fertiggestellt wurde. Der Start erfolgte am 24. Oktober 2007. Am 1. März 2009 schlug der Orbiter an der vorgesehenen Stelle auf dem Mond auf. Sein Nachfolger Chang’e-2 startete am 1. Oktober 2010. Nachdem er den Mond mehrere Monate lang in einer Höhe von 100 Kilometern umkreist hatte, wurde seine Umlaufbahn zum Ende der Mission auf 15 km abgesenkt.

Im Dezember 2013 folgte dann die erste unbemannte Mondlandung des Chinesischen Mondprogramms.

Im Rahmen der mit Chang’e-3 bezeichneten Mission war der Mondrover Yutu insgesamt drei Monate lang auf der Oberfläche des Mondes unterwegs. In dieser Zeit übermittelte das 1,5 Meter hohe und 120 Kilogramm schwere sechsrädrige Mondfahrzeug zahlreiche Videoaufnahmen in Echtzeit an die Leitzentrale, entnahm zahlreiche Bodenproben und analysierte diese. Für die im nächsten Schritt ab 2018 geplante Rückkehrmission wurde im Oktober 2014 ein erfolgreicher Test mit dem Raumfahrzeug Chang’e 5-T1 durchgeführt, das am 1. November 2014 wohlbehalten zur Erde zurückkehrte.

Tag Heuer Space and Lunar Exploration Baselworld 2018
Bildquelle: Baselworld

TAG Heuers Sondereditionen zu Ehren des Chinesischen Mondprogramms

Auf der Baselworld 2018 präsentierte sich TAG Heuer mit einer Ausstellung zum Thema „Space and Lunar Exploration“ als strategischer Partner und offizieller Zeitnehmer des chinesischen Weltraumprogramms.

Gezeigt wurden unter anderem eine Nachbildung der chinesischen CZ-5-Rakete, ein Forschungsroboter sowie eine Raumkapsel.

Für Raumfahrtinteressierte war der Besuch am Uhrenliebhaber dürften sich neben all diesen Exponaten jedoch vor allem für die beiden Special Editions interessiert haben, welche die Schweizer zu Ehren ihrer Partnerschaft mit den chinesischen Weltraumforschern lancierte. In einem Fall handelte es sich um eine Sonderversion der Carrera Heuer 01. Das zweite Modell dagegen war eine TAG Heuer Aquaracer Calibre 5 Automatik.

Inspiriert von der dunklen Seite des Mondes

Gleich doppelt exklusiv zeigt sich die TAG Heuer Carrera Heuer 01 Special Edition CLEP. Zum einen ist sie mit gerade einmal 100 hergestellten Exemplaren eine echte Rarität. Zum anderen ist sie der dunklen, von der Sonne abgewandten Seite des Mondes gewidmet, die von der Erde aus niemals zu sehen ist. Das spiegelt sich auch in der Farbwahl wider. Ob Zifferblatt oder Armband, ob Gehäuse oder Lünette – bei dieser Uhr ist nahezu alles Schwarz. Wie bei den Carrera-Chronographen üblich, findet sich auf der Lünette eine Tachymeterskala.

Neben den drei Totalisatoren bei Sechs, Neun und Zwölf zeigt die TAG Heuer Carrera Heuer 01 Special Edition CLEP bei der Drei das Tagesdatum an. Zeiger und Stundenindizes sind mit Leuchtmasse beschichtet und heben sich dank ihrer weißen Farbe deutlich vom schwarzen Hintergrund ab. Rote und gelbe Markierungen an den Chronographendrückern sowie die roten Spitzen des zentralen Sekundenzeigers und zweier Chronographenzeiger setzen auflockernde Farbakzente. Für den zuverlässigen und präzisen Antrieb sorgt das markeneigene Manufakturkaliber Heuer 01. Den besonders exklusiven Charakter der Uhr dokumentiert die Gravur auf dem Gehäuseboden. Der Schriftzug „Official Watch CLEP“ verweist auf die Partnerschaft des Herstellers mit dem chinesischen Raumfahrtprogramm. Die Seriennummer dokumentiert die Zugehörigkeit zu dieser streng limitierten Sonderedition.

Die TAG Heuer Aquaracer Calibre 5 Automatik CLEP: bereit zum Eintauchen in die Tiefen des Weltalls

Das zweite Sondermodell basiert auf der Aquaracer Calibre 5, die als Taucheruhr bekanntlich dafür konzipiert wurde, auch in für den Menschen unwirtlichen Umgebungen bestehen zu können. Die TAG Heuer Aquaracer Calibre 5 Automatik CLEP weist von der charakteristischen Form des Gehäuses und der zwölfeckigen Lünette bis hin zum Design der Ziffern, der Zeiger und der Indizes alle wesentlichen Merkmale der Kollektion Aquaracer auf. Ihre Wasserdichtigkeit ist mit bis zu 300 Metern angegeben. Dank dieser Eigenschaft ist sie auch gegenüber hohem Druck von bis zu 30 Bar resistent. Das Gehäuse besitzt einen Durchmesser von 43 Millimetern. Die mit schwarzer Keramik versehene Lünette ist – wie bei Taucheruhren aus Sicherheitsgründen üblich – nur in eine Richtung drehbar. Gegenüber dem mit einer Lupe im Uhrglas kombinierten Datumsfenster bei der Drei findet sich auf dem Zifferblatt dieser Sonderedition bei der Neun eine Abbildung des Mondes.

Heuer-Uhren und die Raumfahrt: seit mehr als einem halben Jahrhundert verbunden

Auch wenn TAG Heuers Partnerschaft mit dem chinesischen Mondprogramm erst zwei Jahre alt ist, reichen die Ambitionen dieses Uhrenherstellers im Hinblick auf die Raumfahrt doch deutlich weiter zurück. Schon vor mehr als einem halben Jahrhundert ging zum ersten Mal eine von Heuers Uhren auf die große Reise in den Orbit – und dies als erste Schweizer Uhr überhaupt. Der amerikanische Astronaut John Glenn hatte sie getragen, während er 1962 als erster Amerikaner die Erde umkreiste. Damals handelte es sich um ein Exemplar der legendären Stoppuhr TAG Heuer 2915A. Bleibt abzuwarten, welches Modell demnächst möglicherweise an Bord eines chinesischen Raumschiffes den Weg zum Mond antreten wird.

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