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Echte Style Uhren

« Eine Tudor Kollektion, die direkt sagt, was sie sein möchte »

Wie kaum ein anderer Trend prägt die Vorliebe für originelle Vintage Uhren seit einigen Jahren die Uhrenwelt. Aber wie wäre es, die Charakterzüge der Sechziger bis Achtziger in einer brandneuen Kollektion zu verewigen? Als Antwort auf diese Frage lancierte Tudor auf der Baselworld 2014 die Style Collection, deren Vielfalt seit ihrer Vorstellung nahezu explodiert ist. Wir haben die umfassende Reihe der Rolex-Schwestermarke unter die Lupe genommen und erklären, was die hohe Attraktivität der Genfer Damen- und Herrenuhren begründet.

Understatement im Retro-Look: Das Design

Was macht eine Dresswatch zum Erfolgsmodell? Betrachtet man die berühmtesten Exemplare des 20. Jahrhunderts, von der Seiko 5 im Einstiegs- bis zur Rolex Oyster im Premiumsegment, so eint diese Zeitanzeiger vor allem ihre Simplizität. Nicht etwa Aggression oder wagemutige Linien, sondern sanfte Übergänge und klassische Rundungen dominieren diese weltberühmten Kollektionen. Es wirkt beinahe so, als hätten die historischen Vorbilder einen detaillierten Bauplan für die Tudor Style erschaffen, deren schlichte Indizes und vertraute Lünette in einer fast schon lehrbuchmäßigen Harmonie resultieren. Ließe man ein Kind eine Armbanduhr zeichnen, so wäre das Ergebnis vermutlich sehr nahe an der Schweizer Edition.

Doch genau das ist es, was die Style sein möchte – eine lebendige Reminiszenz an eine Ära, in der elegante Schönheit noch angesagter war als übergroße Boliden fürs Handgelenk. Eines der wichtigsten Merkmale aller Style Uhren bildet ihre Lünette: Während die doppelte, glatte Variante mit ihrer satinierten Oberfläche eher gelassen wirkt, erzielt die geriffelte Ausführung einen weitaus dramatischeren Auftritt – sie verkörpert das sprichwörtliche gewisse Etwas. Und wer es besonders aufregend mag, wird wahrscheinlich eine besondere Zuneigung zu jenen Exemplaren mit bordeauxrotem Zifferblatt verspüren.

Noblesse für alle Geschmäcker: Die Vielfalt

Dieser, zugegebenermaßen sehr exotischen Farbgebung steht eine ganze Reihe gemäßigter Alternativen gegenüber: So erscheint die Tudor Style nicht nur mit silbernen und schwarzen, sondern auch blauen und goldfarbenen Zifferblättern.

Tudor Style 41mm in der Version M12700-0002

Auch bei den Durchmessern des Gehäuses herrscht eine erfreuliche Vielfalt, die von 28 über 34 bis hin zu 38 und 41 Millimetern reicht. Obwohl die beiden kleineren Größen eher feminin und die mächtigeren Style Uhren maskulin orientiert sind, punktet die Reihe mit einer bewussten Unisex-Gestaltung – so kann jede Größe beiden Geschlechtern stehen, ein passender Handgelenksumfang natürlich vorausgesetzt.

Tudor Style 38mm in der Version M12503-0002

Eine weitere Differenzierung erfolgt anhand der Materialien: Während klassische Edelstahlgehäuse einen eher dezenten Eindruck vermitteln, sorgt optionales Gold bei allen Gehäusegrößen für einen betont exklusiven Touch. Dabei bestehen allerdings nie die gesamte Tudor Style, sondern lediglich die Lünette und zwei dünne Streifen des Edelstahlarmbands aus dem prestigeträchtigen Metall – vorausgesetzt, man wählt nicht eines der Lederbänder.

Tudor Style 34mm in der Version M12310-0001

Unabhängig von der Entscheidung für Edelstahl oder Gold können die Zifferblätter der Style Uhren gegen Aufpreis mit drei Brillanten geschmückt werden, die jeweils bei 3, 6 und 9 Uhr angeordnet sind. Um die winzigen Edelsteine optimal zur Geltung zu bringen, ist die Kombination mit einem dunklen Hintergrund an dieser Stelle klar zu empfehlen.

Style Collection oder Rolex Datejust? Ein Vergleich

Wer nun ernsthaftes Interesse an der Style bekommen hat, wird sich die alles entscheidende Frage nach dem Preis stellen – und wahrscheinlich positiv überrascht. So starten die Edelstahlmodelle bereits knapp unter 2.000 Euro, während die luxuriösen Gold-Varianten bis etwa 4.000 Euro reichen. Damit unterbietet Tudor die Rolex Datejust Kollektion um Längen, was selbstverständlich nach einem direkten Vergleich schreit. Ist die stets über 5.000 Euro angesiedelte Rolex ihren satten Aufpreis wert?

Tudor Style 28mm in der Version M12100-0009

Zunächst einmal sticht die Ähnlichkeit der Schweizer Reihen ins Auge: Denn nicht nur die Datumsanzeige bei 3 Uhr und die zeitlose Gestaltung, sondern auch die Wahl zwischen glatter und geriffelter Lünette sowie das breite Größenspektrum teilt sich die Tudor Style mit der Datejust.

Auch innen sind die Differenzen überschaubar, da beide Kollektionen von Automatikwerken mit etwa 38 Stunden Gangreserve angetrieben werden.

Letztendlich sind es vor allem optische Details und das Prestige, die über den Kauf entscheiden: Soll es lieber die freie, herausgestellte Lünette der Style Uhren oder der integrierte, wie aus einem Guss wirkende Auftritt der Datejust sein? Ist die persönliche Begeisterung für den Mythos Rolex groß genug, um den Aufpreis der fünfzackigen Krone zu rechtfertigen? Fest steht, dass qualitative Unterschiede keine Erklärung für die preislichen Differenzen liefern – beide Kollektionen setzen mit ihrer hohen Präzision, exzellenten Verarbeitung und erstklassigen Materialqualität Maßstäbe.

Klassisch und originell: Elegante Alternativen von Tudor

Doch nicht nur die Konzernmutter, sondern auch das eigene Produktportfolio macht der Tudor Style reichlich Konkurrenz. Unter den hauseigenen Mitbewerbern sticht insbesondere die Classic Kollektion hervor, deren breite Bandanstöße für eine äußerst markante, beinahe eckige Gehäuseform sorgen. Damit interpretiert sie den Retro-Stil der Sechziger zwar anders, kann ihre sonst ausgeprägte optische Nähe zu letzterer Reihe jedoch nicht verbergen.

Tudor Glamour Date-Day 39mm in der Version M56003-0112

Als weitere Alternative steigt die Tudor Glamour in den Ring: Auf Wunsch mit einem Panoramadatum oder einer Day-Date-Komplikation erhältlich, erweitert sie die Funktionalität der Style Uhren unter Beibehaltung des eleganten Designs.

Innovation und Charakter – das Erbe Hans Wilsdorfs

Diese Vielfalt demonstriert einmal mehr, dass der Schweizer Hersteller seine Eigenständigkeit gegenüber Rolex in den letzten Jahren massiv ausgebaut hat. Ursprünglich als günstige Alternative zur Muttermarke geplant, begann Tudors Geschichte 1926 mit einer Idee des Rolex-Gründers Hans Wilsdorf – ihn faszinierte die Vorstellung eines verlässlichen Zeitanzeigers für eine breitere Käuferschicht.

In den folgenden Jahrzehnten sollte die Marke vor allem durch ihre Taucheruhren Berühmtheit erlangen, die sowohl der US-Eliteeinheit Navy SEALS als auch der französischen Marine Nationale dienten. Die Tudor Style transportiert den verlässlichen und funktionalen Ruf des Unternehmens auf eine zeitlose Dresswatch im Retro-Look – ein Erfolgsrezept, das die Mittelklasse des Schweizer Uhrenbaus sichtbar prägt und auch zukünftig reiche Früchte tragen dürfte.

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