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SIHH 2019: So war der Uhrensalon in diesem Jahr

Das Jahr 2019 ist noch recht jung, doch die erste bedeutende Uhrenmesse hat bereits stattgefunden. Vom 14. bis zum 17. Januar traf sich die Fachwelt beim 29. Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) in Genf. Wir präsentieren den Lesern unseres Magazins einige aktuelle Uhren-Trends und ausgewählte Messe-Neuheiten von einigen in Genf vertretenen Luxusuhrenherstellern.

Positive Bilanz in einem herausfordernden Umfeld

Traditionell galt der SIHH als eine Art Hausmesse der unter dem Dach des Richemont-Konzerns zusammengefassten, beziehungsweise in Genf ansässigen Luxusuhrenmarken.

Zudem war die Genfer Uhrenmesse lange Zeit ausschließlich Fachbesuchern und Journalisten vorbehalten, bis sie ihre Tore 2017 zum ersten Mal auch für private Besucher und Uhrenliebhaber öffnete.

So erstaunt es nicht, dass sie mitunter etwas im Schatten der weitaus älteren und größeren Baselworld zu stehen schien. Die Öffnung für das Publikum, die Gewinnung zahlreicher neuer Aussteller und ein insgesamt konsequent modernisiertes Konzept unter Einbeziehung von Social Media und digitalen Lösungen haben die Positionierung des SIHH allerdings inzwischen deutlich gestärkt, während die Baselworld zuletzt mit – größtenteils hausgemachten – Problemen und der Abwanderung namhafter großer Aussteller zu kämpfen hatte.

So konnte die Leitung der Genfer Messe zum Schluss des SIHH 2019 am 17. Januar 2019 ein positives Resümee ziehen, obwohl die Uhren- und Luxusgüterbranche angesichts von drohenden internationalen Handelskonflikten, einem schwächeren Wirtschaftswachstum in China und nach wie vor ungeklärten Brexit-Modalitäten nicht gerade euphorisch auf die kommenden Monate blickt. Mit mehr als 23.000 Besuchern innerhalb von vier Messetagen, einem Zuwachs um 15% gegenüber dem Vorjahr, wurden die Erwartungen der Veranstalter dieses jahr signifikant übertroffen.

Prägende Trends: Farben, anspruchsvolle Komplikationen und neue Materialien

Da es sich um die erste große Uhrenmesse des Jahres handelte, wurde der SIHH auch 2019 wieder von vielen Branchenvertretern, Journalisten und privaten Besuchern als Indikator für die Trends betrachtet, die das Geschehen auf dem internationalen Luxusuhrenmarkt im laufenden Jahr bestimmen dürften. Einer dieser Trends ist zweifellos das Wetteifern der Manufakturen um immer anspruchsvollere mechanische Lösungen und Komplikationen, von denen beim Genfer Salon einige zu sehen waren.

Unter diesen raren Sammlerstücken erfreuen sich derzeit vor allem Modelle mit Ewigen Kalendern und mit Mondphasenanzeigen großer Beliebtheit. Darüber hinaus macht sich eine gewisse Vorliebe für die Verwendung von Farben im Uhrendesign immer stärker bemerkbar, wobei besonders Blau und Grün weiter an Popularität zu gewinnen scheinen. Eine dritte Tendenz, die sich momentan bei neuen Uhrenmodellen abzeichnet, ist die Verwendung von neu entwickelten Materialien, so beispielsweise auf Basis von Carbon oder Recycling-Titan, die in erster Linie bei Sportuhren Verwendung finden.

Ein Star des diesjährigen Genfer Uhrensalons: die Code 11.59 von Audemars Piguet mit Ewigem Kalender

Eine der spektakulärsten Messeneuheiten auf dem SIHH 2019 stammte aus dem Hause Audemars Piguet. Das Modell Code 11.59 in der Version mit Ewigem Kalender beeindruckt durch exklusive Materialien ebenso wie durch aufwendige Komplikationen. Die exklusive Uhr besitzt ein Roségold-Gehäuse mit 41 Millimetern Durchmesser und Saphirglasboden, das an einem Armband aus dunkelblauem Alligatorleder getragen wird. In dunklem Blau schimmert auch das Zifferblatt aus Aventurin. In der Natur kommt Aventurin als Quarz-Varietät mit mikrokristallinen Einschlüssen anderer Mineralien vor, die ihm eine schimmernde, glitzernde Wirkung verleihen.

Hier hingegen wurde der dunkelblaue Farbton durch Zugaben von Kobalt und Kupferoxid in Glas gewonnen, was eine faszinierende, an einen nächtlichen Sternenhimmel erinnernde Wirkung erzeugt. Angetrieben von dem schon bekannten Manufakturkaliber 5134, das mit einem für die Kollektion Code 11.59 entwickelten Rotor kombiniert wurde, zeigt das wertvolle Instrument nicht nur die Uhrzeit an, sondern zugleich noch Datum, Wochentag, Monat und – auf einer eigenen Skala am Rand des Zifferblattes – die Kalenderwoche. Der Ewige Kalender berücksichtigt die Schaltjahre und wird durch eine fotorealistisch gestaltete Anzeige der Mondphase bei sechs Uhr ergänzt. Ein weiteres originelles Detail ist das achteckige Mittelteil des Gehäuses, während Boden, Lünette und Deckglas rund sind.

Neben der neuen Kollektion Code 11.59 zeigte Audemars Piguet 2019 beim SIHH noch mehrere neue Versionen der Royal Oak und der Royal Oak Offshore sowie eine neue Kreation aus seiner Haute-Joaillerie-Kollektion. Die Sapphire Orbe ist mit mehr als 12.000 Diamanten und Saphiren und bezaubert mit einem faszinierenden Spiel von Licht und Farben.

IWC lanciert neue Pilotenuhren mit Retro-Touch

Pilotenuhren gehören schon seit mehr als acht Jahrzehnten zum Kerngeschäft von IWC, und aus ebenjenem Bereich stammten auch die wichtigsten Neuheiten, die die Aviatik-affine Luxusuhrenmanufaktur beim SIHH 2019 vorstellte.

In der neu entwickelten Spitfire-Linie, die den legendären britischen Kampfflugzeugen gewidmet ist, kommen ausschließlich markeneigene Kaliber zum Einsatz. Als Flaggschiff der neuen Kollektion fungiert die Pilot’s Watch Timezoner Spitfire Edition mit dem Namen „The Longest Flight“, die voraussichtlich ab April 2019 erhältlich sein wird und von der lediglich 250 Exemplare hergestellt werden.

Bei diesem Modell hat IWC zum ersten Mal die patentierte Timezoner-Mechanik mit einem hauseigenen vollautomatischen Kaliber kombiniert. Der Name der Sonderedition spielt darauf an, dass diese dem Projekt „Silver Spitfire – The Longest Flight“, den Piloten Steve Boultbee Brooks sowie Matt Jones und deren Spitfire-Flug um die Welt gewidmet ist. Gestalterische Details wie das schwarze Zifferblatt und das olivgrüne Textilarmband sollen an ein Spitfire-Cockpit erinnern. Rund ein halbes Jahr später soll dann im Oktober die Pilot’s Watch Chronograph Spitfire in den Handel kommen.

Wesentliche gestalterische Inspirationen für dieses Modell kommen von der ab 1948 bei IWC für die Royal Air Force gefertigten der Navigationsuhr Mark 11. Für eine besondere individuelle Note sorgen das Bronzegehäuse und die sich darauf im Laufe der Zeit bildende Patina, die jedes Exemplar zu einem Unikat werden lässt. Farblich auf den Bronzeton abgestimmt, wird der Fliegerchronograph mit einem olivgrünen Zifferblatt und einem braunen Armband aus Kalbsleder geliefert.

Wer eher ein moderneres Design bevorzugt, findet in dem ab Juni 2019 erhältlichen Modell Pilot’s Watch Double Chronograph Top Gun Ceratanium eine interessante Alternative.

Die erste komplett schwarze Pilotenuhr der Schaffhausener Manufaktur ist aus besonders robusten Materialien wie Titan und Keramik hergestellt damit sie die besonderen Anforderungen von U.S.-Navy-Elitepiloten erfüllen kann. Ihr mattschwarzes Gehäuse aus Keramik dient unter anderem dem Zweck, störende Reflexe durch einfallendes Sonnenlicht zu vermeiden.

Highlights von Girard-Perregaux und Ulysse Nardin

Girard-Perregaux präsentierte in Genf vor allem Weiterentwicklungen seiner Laureato-Linie, die damit innerhalb der Gesamtkollektion des Herstellers noch stärker gewichtet wird. Das Modell Laureato Absolute beeindruckt durch die Verbindung von markanter Präsenz und bemerkenswerter Leichtigkeit. Letztere ist der Verwendung von Titan mit schwarzer PVD-Beschichtung anstelle von Edelstahl zu verdanken.

Weitere Merkmale sind das voll integrierte schwarze Kautschukarmband und der Farbverlauf auf dem Zifferblatt, das in der Mitte blau leuchtet und sich nach außen hin immer weiter verdunkelt, bis sein Farbton in das Tiefschwarz des Gehäuses übergeht.

Neben dem Drei-Zeiger-Modell mit Tagesdatum bei der Sechs gibt es die neue Girard-Perregaux Laureato auch noch als Chronograph sowie als Weltzeituhr mit der Bezeichnung WW.TC.

Ulysse Nardin dagegen nutzte den SIHH 2019 zum einen, um die bereits 2018 erschienene und in verschiedenen Farb- und Materialkombinationen erhältliche Diver Chronometer sowie die etwas kleinere Ulysse Nardin Marine Diver einem größeren Publikum zu präsentieren. Zum anderen sorgte die Manufaktur mit dem Anker-Logo durch die Vorstellung einer Einsteiger-Version ihrer Freak-Linie für Aufsehen.

Wie bei der Freak üblich, gibt es auf dem Zifferblatt keine Zeiger, da deren Funktion von Werkbrücken übernommen wird. Im Unterschied zu den vorangegangenen Freak-Versionen lässt sich die Uhrzeit nun jedoch mithilfe einer Krone einstellen. Als Antrieb dient das automatische Manufakturkaliber UN-230, das eine großzügige Gangreserve von 72 Stunden bietet.

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