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Was ist eine Re-Edition?

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Die Physik lehrt uns, dass Zeitreisen in der Realität unmöglich sind. Ein Umstand, der häufig im Gegensatz zu unserer gefühlten Wahrnehmung steht: Bilder, Geräusche und Gerüche lassen vergangene Zeiten so lebendig wie die Gegenwart wirken. In der Uhrenwelt sprechen Re-Editions genau diese Emotionen an und transportieren den Charakter beliebter Klassiker in die Moderne. Wir begeben uns auf eine Zeitreise und präsentieren Ihnen die beliebtesten Neuauflagen der Horologie.

Ein Trend unserer Zeit: Die Re-Edition

Noch vor wenigen Jahren bildeten Neuauflagen eine kleine, kritisch beäugte Gruppe von Zeitanzeigern. Meistens viel zu weit vom Original entfernt, litten sie unter dem Ruf eines trickreichen Marketinginstruments – ganz nach dem Motto: Ein großer Name wird aus Profitgründen wiederbelebt.

Heute, im Jahr 2020, sieht die Welt schon ganz anders aus. In sämtlichen Preisklassen lancieren Hersteller authentische, sorgfältig am historischen Vorbild orientierte Kollektionen mit echtem Vintage-Charme.

Die Re-Edition ist zum Trend geworden, der junge wie erfahrene Enthusiasten gleichermaßen mitreißt.

Dabei geht es nicht nur um historisches Interesse, sondern auch um Individualität: Schluss mit dem Massengeschmack, her mit einem ausdrucksstarken Kontrast. Ein Leitbild, dem die Breitling Navitimer Ref. 806 1959 Re-Edition nur allzu gerne folgt.

Breitling Navitimer Ref. 806 1959 Re-Edition: Wiedergeburt einer Luftfahrt-Legende

Als die reinrassige Pilotenuhr auf der Baselworld 2019 das Licht der Welt erblickt, gibt es für die Fachwelt kein Halten mehr – der Stand des Schweizer Herstellers ist buchstäblich überfüllt. Mit gutem Grund: Die Rückkehr des frühen Navitimer-Designs aus 1959 zählt zu den glaubwürdigsten Neuauflagen aller Zeiten. Ihre Gehäusegröße von genau 40,9 Millimetern, das komplette Zifferblatt, die 94 Perlen an der Lünette – fast alle Merkmale der Re-Edition entsprechen dem Original. Selbst das empfindliche Plexiglas des Urvaters wurde eins zu eins übernommen.

Gleichzeitig gelingt der neuen Ref. 806 ein technischer Quantensprung gegenüber ihrem historischen Vorbild: Ausgestattet mit Breitlings Vintage-Kaliber B09, einer Sonderausführung des bekannten B01, legt der Handaufzugs-Chronograph eine Gangreserve von 70 Stunden an den Tag. Doch die Originalität fordert einen Preis: Kein Glasboden wie bei anderen Manufakturkalibern, sondern die undurchsichtige Ausführung der ursprünglichen Ref. 806 erwartet den Enthusiasten auf der Rückseite. Ein Kompromiss, den eingefleischte Navitimer-Fans mit Freude eingehen dürften.

Preislich bewegt sich die Re-Edition übrigens im Rahmen anderer Breitling Uhren mit Manufakturwerk genau 7.700 Euro müssen für den Besitzwechsel nach Grenchen überwiesen werden.

Historisches Erbe zum Einstiegspreis: Tissot Heritage

Von der Ober- in die Einstiegsklasse: Wer eine authentische Re-Edition im dreistelligen Preisbereich sucht, ist mit der Tissot Heritage Serie an der richtigen Adresse. Dabei umfasst die Kollektion des Schweizer Herstellers gleich mehrere Editionen, die eine Erwähnung verdienen.

Wer es exotisch mag, wählt die „Banana Centenary Edition“: Orientiert an einer der ersten Armbanduhren von 1916, fällt der rechteckige Klassiker durch seine längliche Gehäuseform (deshalb der Spitzname „Banana“) und die variierende Größe seiner arabischen Ziffern ins Auge.

Tissot Heritage Porto in der Version T128-509-36-032-00 Tissot Heritage Porto Mechanical in der Version T128-505-16-012-00

Etwas zurückhaltender, aber ebenfalls im kunstvollen Jugendstil präsentiert sich die Heritage Porto mit markanter Wölbung der Gehäuseform. In Sachen Individualität sind diese Klassiker wohl kaum zu übertreffen, aber der Stil ist zweifelsfrei Geschmackssache.

Tissot Heritage 1948 Chronograph in der Version T66-1-722-33 Tissot Heritage 1948 Chronograph in der Version T66-1-782-33

Deutlich moderner zeigt sich die Tissot Heritage 1948 Reihe, eine Hommage an die ersten Nachkriegs-Chronographen der Schweizer Marke. Zwar kommt sie ihrem Original nicht so nahe wie Breitlings Ref. 806 Re-Edition, doch eine authentische Abbildung des eleganten Zeitgeistes gelingt ihr allemal.

Angetrieben vom renommierten ETA 2894-2, zählt die 1948 zu den hochwertigsten Modellen aus Le Locle und ist im Preisbereich um 1.500 Euro eine echte Empfehlung – das Vintage-Feeling ist inklusive.

Longines Heritage Skin Diver: Volltreffer aus Saint-Imier

Mit etwa 1.000 Euro mehr schlägt eine Taucheruhr zu Buche, die bei ihrer Vorstellung 2018 für Aufsehen sorgte: Die Longines Heritage Skin Diver. Zwar gehören erfolgreiche Neuauflagen generell zu den Stärken des 1832 gegründeten Herstellers, doch diese Re-Edition scheint sie alle zu übertreffen. Keine Komplikationen, dafür eine übersichtliche Struktur mit Patina-Färbung und eine gelungene Umsetzung der schwarzen Lünette – die moderne Longines entspricht ihrem historischen Vorbild nahezu exakt.

Longines Heritage Skin Diver 42mm in der Version L2-822-4-56-6

Dabei handelt es sich um die Legend Diver aus 1959, die den ersten Schritt des Herstellers in die Unterwasserwelt markierte. Wie erwartet, legt die wiedergeborene Taucheruhr stärkere technische Leistungen an den Tag als das Urmodell: 300 Meter Wasserdichte und 64 Stunden Gangreserve können sich sehen lassen.

Tag Heuer Autavia: Demokratische Wahl der Re-Edition

Dass maximale Nähe zum Original nicht immer der beste Weg ist, beweist Tag Heuer. 2017 präsentiert das Unternehmen eine Neuauflage seines ehemaligen Cockpit-Chronographen Autavia, der sich ab 1962 großer Beliebtheit erfreute. Doch für die modernen Designer stellt sich eine wichtige Frage: Welche der vielen historischen Varianten soll wiederbelebt werden?

Um eine Antwort zu finden, organisiert Tag Heuer eine bis dato einzigartige Abstimmung innerhalb der Marken-Community. Sammler und Fans entscheiden sich schließlich für die Referenz 2446 aus 1966, auch bekannt als „Jochen Rindt“-Autavia. Es beginnt ein aufwendiger Designprozess mit dem Ziel, das damalige Design an die moderne Ära anzupassen.

Tag Heuer Autavia Automatik 42mm in der Version WBE5191-FC8276 Tag Heuer Autavia Isograph Automatik 42mm in der Version WBE5112-EB0173

Die Größe wird von 38 auf 42 Millimeter erhöht, Oberflächen und Materialien werden sorgfältig auf die modernen Anforderungen abgestimmt. Am Ende steht ein Chronograph, der den Charakter des Sechziger-Modells glaubwürdig widerspiegelt und trotzdem keine Replik ist. Ein Grundsatz, der sich auf die gesamte, inzwischen stark gewachsene Autavia-Familie übertragen lässt.

Dreigespann der Extraklasse: Omega 1957 Trilogy Limited Editions

Die Philosophie der Autavia steht in der Uhrenwelt nicht allein: Als Omega im Jahr 2017 seine 1957 Trilogy Limited Editions präsentiert, staunt die Fachwelt nicht schlecht. Anlässlich ihres 60. Jubiläums lanciert der Hersteller drei Re-Editions berühmter Klassiker aus den Fünfzigern: Die Speedmaster 38,6 mm, die Railmaster 38 mm und die Seamaster 300 in 39 mm.

Jeweils auf 3557 Stück limitiert, verfügen alle Neuauflagen über die typische Braunfärbung der Indizes aus den Fünfzigern und setzen auf moderne Mechanik im Innern. Nicht nur als historische Hommagen, sondern auch als zeitlose Funktionsträger des 21. Jahrhunderts können die Schweizer Luxusmodelle überzeugen.

Wer in den Besitz einer der Modelle kommen möchte, muss laut Hersteller zwischen 6.400 und 6.800 Euro auf den Tisch legen.

Oder er kauft gleich das Dreierset, präsentiert in einer speziellen Box aus Schweizer Eichenholz. Mehr Re-Edition auf einmal geht nicht.

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