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Wie passt die neue Tudor Royal zum Sortiment?

Eine der größten Neuheiten Tudors aus dem Jahr 2020 ist die Royal. Als preisgünstige Alternative zur Rolex Day-Date positioniert, will sie den Spagat zwischen Sportlichkeit und Eleganz beherrschen und kann in über 50 Herren- wie Damenvarianten bestellt werden. Für Interessenten stellt sich die Frage, was die Tudor Royal vom restlichen Sortiment abhebt und welche Argumente für den Genfer Newcomer sprechen. Wir geben die Antworten.

Automatische Vielfalt unter 4.000 Euro

Blickt man in den Modellkatalog der Royal, läuft man Gefahr, vor lauter Auswahl erschlagen zu werden. Das Spektrum der modern interpretierten 50er-Jahre-Uhr umfasst vier Durchmesser (28, 34, 38 und 41 Millimeter), enthält neben reinen Stahlmodellen auch goldene Bicolor-Editionen und deckt so ziemlich alle Charaktere von glamouröser Damenuhr bis sportlichem Herrenmodell ab.

Wichtig: Nur die 41 Millimeter großen Varianten kommen mit Day-Date-Komplikation, während sich die kompakteren Ausführungen auf ein simples Datumsfenster beschränken.

Interessant wird es in puncto Antrieb, wo die Tudor Royal im Gegensatz zu anderen Newcomern wie der Black Bay Fifty-Eight kein Manufakturkaliber, sondern ein zugekauftes Werk von ETA/Sellita besitzt. Ein Nachteil? Keineswegs, denn die Fremdkaliber ermöglichen Tudor eine humane Preispolitik bei der Royal. So kostet die günstigste Day-Date-Version 2.160 Euro, während für das Topmodell mit gelbgoldener Lünette 3.710 Euro verlangt werden.

Gekerbte Lünette, integriertes Armband: Die Markenzeichen

Knapp über 2.000 Euro sind für eine Genfer Luxusuhr mit Automatikwerk eine echte Ansage und ermöglichen eine erste Einordnung innerhalb des Tudor-Sortiments. „Elegante Sportlichkeit zum attraktiven Preis“ wäre eine gute Charakterbeschreibung der Tudor Royal. Wer jetzt denkt, die moderate Bepreisung würde auf Kosten der optischen Eigenständigkeit gehen, liegt falsch. Im Gegenteil: Mit ihrem kissenförmigen Gehäusedesign inklusive integriertem Armband besitzt die Modellreihe einen höheren Wiedererkennungswert als jede andere Dresswatch der Rolex-Schwester.

Erhöht wird die Selbstständigkeit durch eine eigens für die Royal entworfene Lünette, deren gekerbte Struktur dem Zeitanzeiger im wahrsten Sinne des Wortes Profil verleiht. Unterm Strich ergibt sich ein interessanter Hybrid aus feierlichem Schmuckstück und sportlichem Begleiter, was eine exakte Kategorisierung erschwert. Am deutlichsten werden die Gesichtszüge der Tudor Royal im direkten Vergleich mit ihren Verwandten.

Kein Hardcore-Diver wie die Pelagos

Für eine Gegenüberstellung prädestiniert ist die Pelagos (Ref. M25600TN-0001), welche von Tudor ebenfalls als „Sportuhr“ kategorisiert wird, mit rund 4.000 Euro aber deutlich über den stählernen Day-Date-Editionen der Royal liegt. Wohin der Mehrpreis fließt, offenbaren die technischen Daten: Während die Tudor Pelagos satten 500 Metern Wassertiefe standhält, beschränkt sich der royale Neuling auf ein Fünftel dieses Wertes. Damit kann er zwar problemlos für leichte Schwimmgänge genutzt werden, ist für professionelle Anwendungen und harte Outdoor-Einsätze aber keine gute Wahl.Tudor Pelagos in der Version M25600TN-0001

 

Beim Innenleben zeigen sich ebenfalls gravierende Unterschiede, wie das COSC-zertifizierte Manufakturwerk der Pelagos demonstriert. Dessen 70 Stunden Gangreserve liegen Welten über den 38 Stunden der Tudor Royal. Folglich gehen die Kundengruppen beider Modelle stark auseinander: Leistungsstarkes Hardcore-Instrument auf der einen, eleganter Alltagsbegleiter auf der anderen Seite.

Enge Verwandtschaft zur Black Bay 41

Spürbar besser passt die neue Kollektion zu einigen Modellreihen der Tudor Black Bay Kollektion. Vor allem die zeitlosen 41er-Varianten (z.B. Ref. M79540-0004) liegen nah an den Day-Date-Versionen der Tudor Royal: Derselbe Durchmesser, eine ähnliche Wasserdichtigkeit (150 Meter) und ein modifiziertes ETA-Kaliber mit 38 Stunden Ausdauer verbinden beide Kollektionen.

Der größte Unterschied liegt in der Design-Philosophie: Während die Black Bay 41 ein klassisch geformtes, ohne jegliche Komplikationen ausgestattetes Tauchermodell für Puristen darstellt, erfordert der Kauf einer Royal einen gewissen Hang zur Außergewöhnlichkeit.

Nicht jeder mag ein kissenförmiges Gehäuse, nicht jeder kann sich mit der Idee eines integrierten Armbands anfreunden. Das schafft Liebhabern der neuen Kollektion die Möglichkeit, sich elegant und ohne großes Spektakel von der Masse abzuheben.

Sportlicher als die Glamour, moderner als die Style

Noch interessanter wird es, wenn man die kompakten Damenmodelle der Royal mit den femininen Dresswatches aus dem Hause Tudors vergleicht. Auf den ersten Blick ist die Konkurrenz zur Tudor Glamour Date Serie hoch, wie die Ref. M53000-0004 mit silbernem Zifferblatt zeigt: 100 Meter Wasserdichtigkeit, die Datumsfunktion und ein zugekauftes Automatikwerk mit identischer Gangreserve verbinden die Kollektionen. Trotzdem könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Während die Glamour auf maximale Zurückhaltung und klassische Rundungen setzt, zeigt die Tudor Royal mit ihren auffälligen Gehäusekanten und römischen Ziffern einen stärkeren Charakter. Das Gesamtbild wirkt moderner, sportlicher und vor allem aufregender.

Die wohl härteste markeninterne Gegnerin ist die 28 Millimeter kleine Style, hier in blauer Ausführung (Ref. M12110-0017). Wie die Royal, distanziert sich die weibliche Schönheit durch eine auffällige, in diesem Fall geriffelte Lünette von der Masse und bewegt sich technisch (100 Meter, Automatik, Datum) auf demselben Niveau. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist die Gehäuseform, welche bei der Tudor Style klassisch rund ausfällt. Keine Frage, die Style ist ein gelungenes, harmonisches Schmuckstück mit guten Kaufargumenten.

Wer sein Handgelenk jedoch anders zieren möchte als 90 Prozent der Uhrenträgerinnen, ist mit dem fließenden Gehäusedesign der Tudor Royal besser aufgehoben.

Fazit: Neue Nische erobert

Wie passt die neue Tudor Royal zum Sortiment? Erstklassig, was an der Mischung aus attraktivem Preis-Leistungsverhältnis und ästhetischer Distanzierung vom Rest des Produktportfolios liegt. Die Royal ist keineswegs redundant, sondern trifft den Puls der Zeit mit dem angesagten Konzept eines integrierten Armbands. Für uns ist sie damit die gelungenste Sport-Dresswatch im Katalog des Genfer Herstellers. Wir sind gespannt, auf welche Weise Tudor das vielversprechende Design in Zukunft weiterentwickeln wird.

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