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Longines BigEye

« Neues aus der Heritage Avigation Kollektion »

Longines präsentiert eine neue Ausführung seines Vintage-inspirierten Chronographen BigEye. Geprägt durch ihr Titangehäuse und petrolblaues Dégradé-Zifferblatt, bleibt sie dem Geist der Heritage-Kollektion treu und verbindet ein originelles 30er-Jahre-Design mit modernen Elementen. Neben der detailgetreuen Ästhetik gefallen auch die stimmige Größe und automatische Säulenrad-Power des markanten Instruments.

Pilotenuhr mit unbekannter Herkunft

Erstmals vorgestellt wurde die Longines BigEye auf der Baselworld 2017. Damals entschied man sich für ein Stahlgehäuse mit schwarzem Zifferblatt (Ref. L2.816.4.53.2), um die Optik des historischen Vorbilds möglichst exakt nachzuahmen. Laut Hersteller wurde letzteres von einem Sammler an das Longines Museum überreicht, der keine Angaben zur Referenz oder dem Modelljahr machen konnte. Auch unternehmenseigene Recherchen lieferten kein Ergebnis, sodass die genauen Ursprünge der Longines BigEye bis heute unbekannt sind. Mit aller Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen Prototypen der Dreißigerjahre, welcher nicht in den Archiven der Schweizer Marke festgehalten wurde.

Longines Avigation Big Eye Chronograph 41mm

Die optischen Informationen reichten allerdings aus, um den mysteriösen Chronographen wiederzubeleben und mit der Technik des 21. Jahrhunderts auszustatten. Getreu der typischen Heritage-Manier, war die Neuschöpfung der Avigation („Aviation“ + „Navigation“) extrem nah am historischen Vorbild: Auffällig große Drücker, eine fast perfekte Nachbildung des Zifferblatts inklusive des namensgebenden „BigEyes“ (Näheres später) und die militärischen Gehäuseproportionen bescherten dem Edelstahl-Chronographen eine große Präsenz auf der inzwischen eingestellten Uhrenmesse. Jetzt, vier Jahre später, befreit sich die Longines BigEye von ihrer historischen Korrektheit und will Enthusiasten mit modernen Gesichtszügen überzeugen.

Pilot in Vintage Outfit steht vor historischem Flugzeug
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Leichter und komfortabler dank Titangehäuse

Eine der wichtigsten Modifikationen gegenüber der 2017er-Referenz betrifft das Gehäusematerial. Titan Grad 5 reduziert das Gewicht der 41 Millimeter großen Hülle im Vergleich zu Edelstahl spürbar und trägt zu einer höheren Ergonomie am Handgelenk bei. Die Stärke dieses Effekts resultiert aus der wuchtigen Bauweise der Heritage Avigation: Zwar bewegt sich der Durchmesser im moderaten Bereich und gewährleistet zusammen mit den kurzen Bandanstößen eine Eignung für schmalere Herrengelenke, trifft aber wegen des Chronographenwerks auf 14,5 Millimeter Höhe. Eine Goldmedaille für das leichteste Verschwinden unter dem Ärmel gewinnt die BigEye damit nicht. Was allerdings kein Problem darstellt, weil Käufer des kraftvollen Modells von vornherein keine Dresswatch erwarten.

Aus ästhetischer Sicht halten wir den Chronographen für einen Volltreffer. Einerseits gelingt ihm dieselbe ansprechende Balance zwischen satinierten Flächen und polierten Akzenten wie dem Edelstahlmodell, andererseits sorgen militärische Gesichtszüge wie die „Coin-Edge“-Lünette und das kastenförmige Saphirglas für einen selbstbewussten Auftritt. Eine weitere Gemeinsamkeit zum stählernen Verwandten kennzeichnet der massive Gehäuseboden, dessen Gravur eines historischen Flugzeugs zum Vintage-orientierten Gesamtbild der BigEye beiträgt. Ihre Robustheit ist ein zweischneidiges Schwert: Der exzellenten Kratzfestigkeit dank Titan und Saphirglas steht eine unspektakuläre Wasserdichtigkeit von 30 Metern gegenüber, sodass dem Chronographen maximal Spritzwasser zuzumuten ist.

Strahlend, körnig und schattiert: Das Zifferblatt

Die auffälligste Neuerung der frischen Referenz markiert die Kolorierung ihres Zifferblatts. Während das Schwarz der bisherigen Heritage Avigation möglichst nah am geschichtlichen Original sein wollte, ist das Petroleumblau des Newcomers eine Erfindung der Moderne und besitzt drei Besonderheiten: Erstens die hohe Strahlkraft des Farbtons, zweitens die Verdunkelung zum Rand hin (Dégradé-Effekt) und drittens die gekörnte Oberfläche. In Kombination bescheren sie der Longines BigEye einen gewaltigen Wiedererkennungswert und mehr Spannung im Vergleich zum dezenteren Edelstahlmodell. Von diesem übernimmt die neue Avigation ihre drei schwarzen, konzentrisch strukturierten Hilfszifferblätter, sodass ein zweifarbiges Layout entsteht.

Longines BigEye

Ihre farbliche Absetzung verleiht den Totalisatoren eine größere Wirkung als den Zählern der monoton schwarzen Heritage, wenngleich sie in Größe und Aufbau exakt dem Schwestermodell entsprechen. Nach wie vor begrüßen uns die kleine Sekunde bei der Neun, die 12-Stunden-Skala im unteren Zentrum und das „BigEye“ auf der Drei. Dabei handelt es sich um eine vergrößerte 30-Minuten-Anzeige, deren asymmetrische Dimensionen genauso ungewöhnlich sind wie die Unterteilung der breiten Striche in Drei-Minuten-Intervalle. Mutmaßlich handelt es sich dabei um eine Speziallösung, die dem Originalmodell eine höhere Funktionalität über den Wolken verleihen sollte. Dessen aufgemalte, arabische Ziffern wurden ebenfalls übernommen und prägen das Erscheinungsbild der Longines BigEye mit ihrer Cremefarbe entscheidend. Wie die Zeiger, verfügen die Markierungen über eine großzügige Superluminova-Beschichtung.

Säulenrad-Chronograph mit bis zu 66 Stunden Gangreserve

Einen gänzlichen Abschied vom jahrzehntealten Urmodell vollzieht die BigEye im Innern, wo das automatische L688 mit einigen modernen Features aufwartet. Zu diesen zählt neben den ordentlichen 66 Stunden Gangreserven vor allem die Säulenrad-Architektur, die ein geschmeidiges Druckgefühl bei der Betätigung des Chronographen gewährleistet. Entstanden ist die Konstruktion aus einer umfangreichen Modifikation des Valjoux 7750, welche sich nun ETA A08.L01 nennt. Die Frequenz beläuft sich auf gewohnte 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hertz), welche von einer Silizium-Spiralfeder mit erhöhter Magnetresistenz vollzogen werden. Ein Sichtboden zur Präsentation des Werkes wäre natürlich schön, aber die Entscheidung für eine geschlossene Konstruktion wird dem massiven, militärisch geprägten Charakter der Longines BigEye besser gerecht.

Geliefert wird der Chronograph an einem eleganten, naturbraunen Glattlederband mit Titan-Dornschließe. Es vervollständigt den charmanten Heritage-Look der Avigation erfolgreich, kann aber bedenkenlos gegen eine Vielzahl anderer Bänder ausgetauscht werden. Die BigEye gehört zu jenen Uhren, die wir uns am sportlichen NATO-Band genauso gut vorstellen können wie an der exklusiven Alligator-Option. Diese Varianten sind im Kaufpreis des unlimitierten Chronographen (Ref. L2.816.1.93.2) aber nicht enthalten. Er beträgt laut Hersteller 3.210 Euro. Wer moderne Technik mit originellen Designzügen, historischen Ursprüngen und einer hervorstechenden Farbgebung verbinden möchte, könnte diesen Betrag kaum besser investieren.

Longines Avigation Big Eye Chronograph 41mm

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