Flugkapitän im Cockpit
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Breitling AOPA

« Neue Limited Edition zum 70-jährigen Jubiläum der Navitimer? »

Wussten Sie, dass die erste Navitimer von 1952 kein Breitling-Logo im Zifferblatt trug? Stattdessen zierte sie das Emblem der weltweit größten Pilotenvereinigung AOPA, ohne die es den legendären Chronographen nie gegeben hätte. Jetzt, zum 70. Jubiläum der weltberühmten Fliegeruhr, steigen die Hoffnungen auf eine Neuauflage der legendären Breitling AOPA. Wir schätzen die Chancen für die heißersehnte Limited Edition ein und erklären, was die Schweizer Luxusmarke mit der US-Amerikanischen Organisation verbindet.

Der Auftrag: Willy Breitling und die AOPA

Es ist kein Geheimnis, dass Breitlings berühmtester Chronograph wie keine andere Uhr mit der Aviatik verknüpft ist. Aber warum besteht diese enge Beziehung eigentlich? Für die Antwort müssen wir ins Jahr 1952 zurückreisen, als der damalige Firmenboss Willy Breitling (1912-1979), Enkel des Markengründers Léon Breitling, von der Aircraft Owners and Pilots Association (AOPA) mit der Entwicklung eines neuen Chronographen für ihre Mitglieder beauftragt wird. Das Resultat kommt noch im selben Jahr und ist spektakulär: Mit dem berühmten, bis heute in der Navitimer enthaltenen Rechenschieber auf logarithmischer Basis versehen, erlaubt das Instrument eine Mannigfaltigkeit präziser Berechnungen über den Wolken. Neben dem Durchschnittstempo und der zurückgelegten Strecke können mithilfe des 41 Millimeter großen Zeitstoppers, welcher für damalige Verhältnisse einen enormen Durchmesser besitzt, der Treibstoffverbrauch und die Steig- bzw. Sinkflugrate ermittelt werden.

Breitling Navitimer AOPA von 1960
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Auch die Umrechnung verschiedener Einheiten, zum Beispiel von (See-)Meilen in Kilometer, zählt zu den wichtigen Aufgaben der Breitling in den mechanischen Cockpits der 50er-Jahre. Äußerlich ist die frühe Pilotenuhr, wie ihre modernen Nachfahren, von einem schwarzen Zifferblatt mit arabischen Leuchtziffern geprägt und besitzt mit den griffigen Perlen ihres Drehrings ein Merkmal, das ihren ikonischen Status bis heute beflügelt.

Undercover: Die ersten Modelle nur für Piloten

Das Besondere der ersten Navitimer AOPA: Sie trägt keine Referenznummer und verzichtet auf jegliche Erwähnungen des Schweizer Herstellers im Zifferblatt. Kein Markenname und kein Logo von Breitling sind zu sehen, stattdessen prangt ein geflügeltes AOPA-Emblem unterhalb der 12-Uhr-Position, welches man aus der Ferne mit dem ähnlich aussehenden Breitling-Logo verwechseln könnte. Der Grund für die Anonymität liegt in der absoluten Konzentration auf die Vorgaben der AOPA; Marketing ist im Grunde nicht erforderlich, weil der Chronograph ab 1954 ausschließlich an Mitglieder der amerikanischen Pilotenvereinigung ausgegeben wird. Diese an die Mitglieder der Organisation verteilten Uhren besitzen ein signiertes Flügellogo.

Breitling Navitimer Rattrapante

Ab 1955 kommt eine Version mit unsigniertem AOPA-Emblem hinzu, welche auf dem freien Markt verfügbar ist und großen Anklang in der damaligen Promi-Welt findet – neben dem Jahrhundert-Jazzmusiker Miles Davis entscheiden sich auch der Filmstar Serge Gainsbourg und die Formel-1-Koryphäe Graham Hill für eine Navitimer AOPA. Erst ab 1956 wird die Pilotenuhr offiziell mit dem Namen Breitling und ohne AOPA-Logo vermarktet. Sie erhält die Referenznummer 806, welche in Breitling-Fankreisen heutzutage eine heilige Zahl ist.

Breitling Chronomat 44 in der Version AB011012.G684.435X.A20BA.1

Piloten-Stipendium: Auftakt des Jubiläums

Mit Beginn des Jahres 2022 richten sich die Augen der Fachwelt erneut auf die AOPA, weil das einstige Standard-Instrument der Vereinigung ein rundes Jubiläum feiert. 70 Jahre Navitimer sind Grund genug für eine ausgelassene Party – die Frage ist nur, auf welche Weise der große Anlass zelebriert wird. Einen vorsichtigen Auftakt zur Fete lieferten die Uhrenmarke und die Aircraft Owners and Pilots Association im Dezember 2021, als sie gemeinsam das Breitling Stipendium für Piloten vorstellten. Bis zum 11. Februar 2022 konnten sich junge Flieger aus den USA bewerben, um die Chance auf eine vollständige Finanzierung ihrer Pilotenausbildung zu bekommen. Diese Zusammenarbeit ist die erste Kooperation zwischen den beiden Bündnispartnern anlässlich des 70. Jubiläums und Breitling betonte bereits im vergangenen Dezember, dass es nicht die letzte sein wird.

Breitling Navitimer Heritage

Werden 70 Jahre Navitimer mit einer Sonderauflage gefeiert?

Somit steht fest, dass sich Enthusiasten garantiert auf weitere Überraschungen freuen dürfen. Unsicher ist, ob mit der vagen Ankündigung die Neuauflage der Navitimer AOPA gemeint ist, welche möglicherweise in Form einer Limited Edition erscheinen könnte. Das Problem: Zwar wirkt das Comeback der Pilotenuhr ohne Breitling-Logo aufgrund ihres exakten Ursprungs im Jahr 1952 plausibel, doch die Geschichte der Navitimer ist lang und bietet zahlreiche weitere Anhaltspunkte, auf die sich ein Jubiläumsmodell beziehen könnte. Aber allein die Tatsache, dass mit dem Stipendium wieder eine Aktivität zwischen Breitling und der AOPA besteht, interpretieren wir als starken Hinweis auf ein kommendes Sondermodell. Warum sollten sich die beiden erfolgreichen Partner zwecks eines Stipendiums zusammenschließen, um ihren Kontakt anschließend direkt wieder herunterzufahren? Das ergibt keinen Sinn. Ob die heiß erwartete Uhr eine Limited Edition wird und welches Logo sie im Zifferblatt trägt, spielt erstmal eine untergeordnete Rolle.

Breitling Navitimer GMT

Es wäre nicht die erste AOPA Limited Edition

Blicken wir in die jüngere Geschichte Breitlings, verdichten sich die Hinweise auf eine bald erscheinende AOPA Limited Edition. Bereits im Jahr 2015 lancierten die Grenchener eine Navitimer AOPA, die auf 500 Exemplare begrenzt war und eindeutige Differenzen zur klassischen Breitling Navitimer an den Tag legte. Wie das Original aus den 1950ern, besaß die limitierte Auflage das AOPA-Logo im Zifferblatt, welches jedoch nicht allein stand, sondern vom schweizerischen Marken- und Modellschriftzug begleitet wurde. Rote Kontraste, beispielsweise in Form eines „Limited Edition“-Schriftzug oberhalb des 6-Uhr-Totalisators, prägten den Look der Sonderedition. Ein Ausblick auf die kommende AOPA-Uhr? Vermutlich, denn heutzutage wäre eine Vermarkung gänzlich ohne sichtbare Breitling-Kennzeichen aus Marketing-Perspektive nicht das Klügste.

Breitling Navitimer 1 Automatic 38 in der Version U17325211G1A1

Plausible Annahmen bezüglich der kommenden Sonderauflage

Was sich gegenüber dem 2015er-Modell wahrscheinlich ändern wird, ist der Antrieb. Während die damalige AOPA-Neuauflage von einem modifizierten ETA-Valjoux 7753 befeuert wurde, sind Manufakturwerke heutzutage von größerer Bedeutung und dürften insbesondere in wichtigen Jubiläumsmodellen vorzufinden sein. Bezüglich der Ausmaße erwarten wir keinen 46-Millimeter-Boliden, sondern historisch plausible Durchmesser zwischen 40 und 42 Millimetern. 2015 setzte man auf 42 Millimeter, was im damaligen Breitling-Universum eine Erwähnung für besondere Kompaktheit verdient hätte. Kommt also die AOPA von 2015 mit Manufakturwerk und leichtem Facelift zurück? Wir wissen es nicht, aber eine plausible Annahme ist der Verdacht allemal.

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