20 Jahre Frankfurter Finanzplatzuhren

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Mit den Frankfurter Finanzplatzuhren hat die Marke Sinn Spezialuhren im Luxussegment eine Sonderstellung inne. Denn wenngleich es auch von anderen Herstellern eine ganze Reihe von businesstauglichen Uhren gibt, hat doch wohl niemand dieses Konzept so konsequent umgesetzt wie das Team um den mittlerweile verstorbenen Unternehmensgründer Helmut Sinn. Dass diese außergewöhnliche Kollektion nun schon 20 Jahre existiert, haben wir zum Anlass genommen, sie unseren Leserinnen und Lesern in diesem Beitrag einmal im Detail vorzustellen.

Spezialuhren – eine scheinbar banale Idee sorgt für Aufmerksamkeit

Helmut Sinns Berufsweg bis an die Spitze eines renommierten Uhrenunternehmens unterscheidet sich deutlich von den Karrieren anderer Top-Manager und Unternehmensgründer der Luxusuhrenbranche. Denn im Unterschied zu den meisten von ihnen war er weder Uhrmacher noch hatte er im Management eines Luxusgüterkonzerns gearbeitet, als er 1961 sein eigenes Uhrenunternehmen gründete.

Sinn 6068 in der Version 6068-010Vielmehr hatte sich der 1916 in Metz Geborene schon in seiner Jugend der Fliegerei verschrieben und in diesem Zusammenhang belastbare und zugleich höchst präzise Chronographen als unentbehrliche Arbeitsmittel kennengelernt. Als Mittzwanziger hatte er 1939, noch kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, beim Militär seinen Pilotenschein erworben. Bei Kriegsbeginn wurde er einem Aufklärungsgeschwader zugeteilt, erlitt allerdings bei einem Absturz über russischem Gebiet schwere Verwundungen. Der Verlust seiner beiden kleinen Finger und ernste Rückenverletzungen verhinderten zunächst weitere Einsätze als Pilot, doch blieb er der Fliegerei als Fluglehrer – insbesondere für Maschinen der Typen JU 52 und JU 88 – sowie nach dem Krieg über viele Jahrzehnte hinweg als Privatpilot eng verbunden.

Als er schließlich altershalber in den 1990er Jahren seine Pilotenlizenz nicht mehr verlängern ließ, konnte er auf mehr als 15.000 erfolgreiche Starts zurückblicken.

Sinn 6052 in der Version 6052-010Als er nach dem Krieg ins Zivilleben zurückkehrte, widmete sich Sinn auch dem Motorsport und nahm an Rallyes teil. Einen Höhepunkt seiner Motorsportkarriere markierte der Klassensieg bei der von Algerien bis nach Kapstadt führenden „Raid Méditerranée-Le Cap“, den er 1953 auf einem VW Käfer mit Porsche-Motor einfuhr. Neben den Flugzeug-Borduhren und den Fliegerchronographen waren die Borduhren der Rallyefahrzeuge Sinns zweiter wesentlicher Berührungspunkt mit Präzisionsuhren für besondere Einsatzzwecke und höchste Ansprüche. Er begann, sich intensiver mit der Entwicklung von Borduhren für Rallyes zu beschäftigen, während er gleichzeitig einen ersten Uhrenhandel startete, indem er in Deutschland stationierten US-Soldaten die bei diesen sehr beliebten Kuckucksuhren verkaufte.

Im Laufe weniger Jahre wurden ihm diese Aktivitäten zu einem so zentralen Lebensinhalt, dass er 1961 in Frankfurt-Rödelheim seine eigene Uhrenmanufaktur eröffnete. Dass sich das junge Unternehmen schnell am Markt etablieren und bis heute erfolgreich gegenüber weitaus älteren und größeren Wettbewerbern behaupten konnte, verdankt es maßgeblich einer Idee: Spezialuhren für bestimmte Zielgruppen zu entwickeln und sie bestmöglich an deren Bedürfnisse anzupassen.

Konsequente Suche nach Innovationen

Das mag auf den ersten Blick banal klingen, doch hat sich Helmut Sinn über viele Jahre hinweg so intensiv wie kaum jemand anderes damit befasst, neue technische Lösungen und neue Materialien zu entwickeln, um damit die Genauigkeit, die Widerstandsfähigkeit und die Eignung für spezielle Einsatzgebiete bei seinen Uhren immer weiter zu verbessern.

Dies führte teils zu innovativen Details wie einem mit Öl gefüllten Werk für Taucheruhren, speziellen Gehäusebeschichtungen, außergewöhnlicher Resistenz gegenüber extremen Temperaturen oder einer auf einer Trockenkapsel basierenden Feuchtigkeitsanzeige, teils gingen aus dieser Forschungs- und Entwicklungstätigkeit völlig neue Uhrenkollektionen für bestimmte Anwendergruppen hervor.

Die Frankfurter Finanzplatzuhren sind dafür ein besonders gutes Beispiel. Hier liegt die besondere Innovation allerdings weniger in neuen Materialien oder physikalischen Eigenschaften, wie beispielsweise bei den sogenannten Einsatzzeitmessern, sondern in einer neuartigen Kombination von Funktionen, die im Geschäftsleben praktische Vorteile haben können.

20 Jahre lang auf der Erfolgsspur – Frankfurter Finanzplatzuhren von 1999 bis 2019

Im Jahr 2019 ist es genau 20 Jahre her, seit mit dem Modell 6000 die erste der Frankfurter Finanzplatzuhren lanciert wurde. Sie gilt mittlerweile als Klassiker und ist nach wie vor eines der Schwergewichte von Sinns Finanzplatz-Kollektion.

Sinn 6000 in der Version 6000-010Die elegante, schnörkellose Herrenuhr mit schwarzem Zifferblatt ist anhand ihrer drei Hilfszifferblätter schon auf den ersten Blick als Chronograph erkennbar, doch wurde das Chronographenwerk hier in besonderer Weise modifiziert.

Das Kaliber SZ03 verfügt zwar auch über eine Stoppfunktion, doch diese steht hier nicht im Fokus. So können mit der Uhr auch keine Sekundenbruchteile gemessen werden.

Dafür liefert sie aber eine Reihe von zusätzlichen Funktionen, die für die Zeitplanung von Projekten und Geschäften hilfreich sind. Vier zentrale Zeiger gibt es insgesamt; zwei davon dienen ganz klassisch zur Anzeige von Stunden und Minuten.

Ein weiterer Zeiger ist für die Stoppminute vorgesehen, während der vierte Zeiger in Kombination mit der Datumsskala auf dem Rehaut das jeweilige Tagesdatum angibt. Darüber hinaus gibt es eine kleine Sekunde, einen Minutenzähler und – als besonderes Highlight – auf dem Hilfszifferblatt bei der Sechs eine Anzeige der Kalenderwoche. Wochentag und Monat werden in kleinen Fenstern bei der Zwölf ebenfalls angezeigt. Das polierte Edelstahlgehäuse hat einen Durchmesser von 41,5 Millimetern, und bis zu einem Druck von 10 Bar oder 100 Metern Tiefe ist diese besondere Uhr wasserdicht.

Bis zu drei Zeitzonen auf einen Blick

Die übrigen Modelle der Kollektion, die Sinn Spezialuhren im Laufe der vergangenen 20 Jahre nach und nach auf den Markt gebracht hat, unterscheiden sich vor allem durch die Zahl der angezeigten Zeitzonen. Bis zu drei davon können – je nach Modell – auf einen Blick abgelesen werden.

Wer jederzeit wissen möchte, wie spät es an der Börse in New York und in Tokio ist, hat die entsprechenden Informationen zum Beispiel mit der Frankfurter Weltzeituhr jederzeit zur Hand.

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