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160 Jahre Tag Heuer Carrera

«Sonderedition ehrt 160-jähriges Firmenjubiläum»

Technische Innovationskraft im sportlichen Design: Wer in der Uhrenwelt nach einer klaren Identität sucht, ist bei Tag Heuer seit 160 Jahren an der richtigen Adresse. Zur Feier ihres Firmenjubiläums präsentiert die Marke im Jahr 2020 ein limitiertes Sondermodell ihrer berühmten Carrera Kollektion, inspiriert von den frühen Editionen des beliebten Chronographen. Genau 1860 Exemplare werden produziert, eine Anlehnung an das Gründungsjahr des Schweizer Herstellers.

160 Jahre Meister im Chronographenbau

Geschliffen wirkt sie, die neue Carrera Limited Edition. Ein kühler Auftritt im silbernen Glanz, abgestimmt auf den horologischen Zeitgeist des 21. Jahrhunderts. Keine Zweifel – die Ästhetik gefällt. Doch der Anblick des modernen Chronographen wirft unvermeidlich die Frage nach seiner historischen Bedeutung auf: Welche Verbindung gibt es zwischen dem heutigen Jubiläumsmodell und den ersten Taschenuhren des 19. Jahrhunderts? Schließlich sind 160 Jahre eine monumentale Zeitspanne, in der sich Gesellschaft und Technik beinahe um 180 Grad gedreht haben.

Allen Veränderungen zum Trotz hat es Tag Heuer geschafft, über 160 Jahre hinweg einen klaren Fokus zu behalten: Die Herstellung und stetige Verbesserung tragbarer Chronographen. Sie sind es, die eine Brücke zwischen der neuen Limited Edition und den ältesten Uhren der Marke bauen. Alles begann im Jahr 1860, als Edouard Heuer eine überschaubare Werkstatt in Saint-Imier eröffnete. 1869 meldete der eifrige Uhrmacher sein erstes Patent an: Einen schlüssellosen Aufzug für Taschenuhren. Dieser sollte den Grundstein für alle späteren Innovationen im Kontext der Zeitmessung legen: So präsentierte Heuer 1887 den Schwingtrieb, ein bis heute in Chronographen verwendetes Antriebssystem zur Steigerung der Zuverlässigkeit.

Nur zwei Jahre später, auf der berühmten Weltausstellung 1889 in Paris, gewann der Hersteller die Silbermedaille für seine leistungsstarken Taschenchronographen. Der ultimative Startschuss ins 20. Jahrhundert.

Genial: Zeitstoppen in jeder Umgebung

Richtig modern wurde es 1914, als Tag Heuer die ersten Armbandchronographen einführte. Eine Steigerung dieser Leistung ließ nicht lange auf sich warten: 1916 versetzte die „Mikrograph“ mit ihrer auf Hundertstelsekunden genauen Zeitmessung die ganze Uhrenwelt in Aufruhe. Meilensteine wie diese ermöglichten in den folgenden Jahrzehnten eine Positionierung als führender Anbieter Schweizer Chronographen.

Die Zeitnahme bei den Olympischen Spielen ab 1924, die ersten Stoppuhren für Piloten ab 1930 und der erste wasserdichte Armbandchronograph aus 1939 setzten endgültig ein Gleichheitszeichen zwischen Tag Heuer und die Zeitmessung.

Ihre berühmteste, bis dato kommerziell erfolgreichste Kollektion lancierte die Marke 1963 mit der ersten Carrera. Benannt nach der mexikanischen „Carrera Panamericana“, einem ebenso spannenden wie gefährlichen Autorennen der Fünfziger, vereinte sie klare Funktionalität mit einem sportlichen Touch und markierte den endgültigen Übergang Tag Heuers in die moderne Ära.

Bis heute durch zahlreiche Weiterentwicklungen und neue Designelemente geprägt, steht die Reihe symbolisch für den engen Bezug der Marke zum Chronographenbau. Dadurch ist klar, dass 160 Jahre Unternehmensgeschichte mit keiner anderen Edition als einer Carrera gefeiert werden können.

Hommage an die erste Generation

Kenner werden sofort bemerken, dass die limitierte Reihe verblüffende Ähnlichkeiten zur Referenz 2447S aufweist, einem der ersten Modelle aus 1963. Nicht nur historisch, sondern auch optisch traf man mit dieser Reminiszenz eine brillante Entscheidung: So setzt die 160 Jahre Edition auf ein monoton silbernes Zifferblatt, geprägt durch seine drei Totalisatoren mit schwarzen Zeigern und das traditionelle Heuer-Logo anstelle des modernen Emblems. Ein harmonisches, vor allem aber zeitloses Erscheinungsbild – fast 60 Jahre ohne Ermüdungserscheinungen sprechen für sich.

Eine Kopie ihres Vorgängers ist die 160 Jahre Carrera aber bei Weitem nicht. Das fängt schon beim Gehäuse an: Während in den frühen Sechzigern noch 36 Millimeter das Maß aller Dinge waren, stellt die heutige Limited Edition ganze 39 Millimeter auf die Beine. Relativ betrachtet ein gewaltiger Unterschied, doch gemessen an heutigen Standards ist die Größe der Sonderreihe allenfalls unterer Durchschnitt.

Wie auch immer die Ausmaße des Edelstahlgehäuses erscheinen mögen: Seine Eleganz ist unbestreitbar. Was besonders gefällt, sind die durchgehenden Rundungen zwischen den Bandanstößen – kein Knick wagt es auch nur, das fließende Gesamtbild zu zerstören.

Leistungsstark und dekoriert: Das Manufakturwerk

Der optischen Attraktivität der 160 Jahre Carrera steht eine beachtliche Performance im Innern gegenüber. Angesichts des feierlichen Anlasses verwundert es kaum, dass Tag Heuer bei der Wahl des Antriebs auf eines seiner Flaggschiffe zurückgriff – das eigens entwickelte Heuer 02. Bestehend aus 168 Komponenten (160 wäre wohl zu passend gewesen), begeistert es durch eine satte Gangreserve von 80 Stunden und dürfte dank des Einsatzes von Säulenrad und vertikaler Kupplung auch hervorragende Präzisionswerte an den Tag legen. Messen konnten wir bisher nicht, weil die 160 Jahre Edition erst ab Juni 2020 verfügbar sein wird.

Die Bilder genügen aber schon, um ein weiteres Highlight des Chronographen zu erkennen: Die Gravur seines Rotors. In dunkler Kontrastfarbe zum Kaliber gehalten, zeigt die Schwungmasse der 160 Jahre Carrera neben dem Schriftzug „160 Years of Avant-Garde“ auch die berühmte Rennflagge des Schweizer Herstellers. Ein kleines, aber gelungenes Detail zur Abgrenzung des Modells von der restlichen Kollektion.

Tag Heuer Carrera Heuer 02 Tourbillon Nanograph 45mm in der Version CAR5A8K-FT6172

Bleibt noch die entscheidende Frage: Was soll die 160 Jahre Limited Edition kosten? Nach Angaben Tag Heuers werden inklusive dem schwarzen Lederband 5.850 Euro fällig. Ein beträchtlicher Aufpreis gegenüber den meisten Carreras, doch unter Absatzproblemen dürfte das Sondermodell angesichts der breiten Fangemeinde trotzdem nicht leiden. Es bleibt gespannt abzuwarten, wie die Schweizer Marke ihr 170-jähriges Jubiläum zelebrieren wird – vielleicht ja wieder mit einer neuen Carrera.

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