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	<title>&quot;Uhrenstadt&quot; Tag - Uhrinstinkt Magazin</title>
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		<title>Le Locle im Porträt</title>
		<link>https://www.uhrinstinkt.de/magazin/le-locle/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 18 Oct 2018 09:50:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte & Persönlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>« Heimat von Certina, Mido, Tissot, Ulysse Nardin und Zenith » Sie gilt als Wiege der schweizerischen Uhrmacherei, ist seit 2009 UNESCO-Weltkulturerbe und beheimatet noch heute mit Tissot, Ulysse Nardin, Zenith oder Certina einige der wichtigsten Hersteller der Branche: die Gemeinde Le Locle im Kanton Neuenburg fasziniert in vielerlei Hinsicht. Nur wenige Orte waren der &#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h2>« Heimat von Certina, Mido, Tissot, Ulysse Nardin und Zenith »</h2>
<p style="text-align: justify;"><strong>Sie gilt als Wiege der schweizerischen Uhrmacherei, ist seit 2009 UNESCO-Weltkulturerbe und beheimatet noch heute mit Tissot, Ulysse Nardin, Zenith oder Certina einige der wichtigsten Hersteller der Branche: die Gemeinde Le Locle im Kanton Neuenburg fasziniert in vielerlei Hinsicht. Nur wenige Orte waren der Uhrenindustrie im Laufe ihrer Geschichte so eng verbunden. Begeben wir uns auf eine Tour durch die traditionsreiche Stadt und entdecken einige der prominenten Hersteller, deren Erfolg dort seinen Anfang nahm. </strong></p>
<h2>Industrie und Kultur treffen aufeinander</h2>
<p style="text-align: justify;">Die Uhrenstadt liegt im Nordwesten der Schweiz, direkt an der französischen Grenze und etwa 80 Fahrtkilometer westlich von Bern. Nur acht Kilometer entfernt liegt das ebenfalls für seine Uhrmacherei berühmte La Chaux-de-Fonds, dessen Historie sehr stark an Le Locles Entwicklung erinnert. Lässt man die berühmte Industrie einmal außer Betracht, entpuppt sich das rund 10.000 Einwohner große Städtchen als wahre Schatzkammer für kulturell Interessierte: Neben drei Museen, unter denen sich sowohl das Uhrenmuseum als auch ein Kunstmuseum mit ständig wechselnden Ausstellungen befinden, begeistert auch das markante Stadtbild im Schachbrettgrundriss.</p>
<figure id="attachment_14010" aria-describedby="caption-attachment-14010" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-14010 size-full" title="Rathaus in Le Locle" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Le-Locle-Rathaus.jpg" alt="Le Locle Rathaus" width="600" height="400" srcset="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Le-Locle-Rathaus.jpg 600w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Le-Locle-Rathaus-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-14010" class="wp-caption-text">© Waldteufel / Fotolia.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Zahlreiche Bauten im Stil der Neurenaissance sowie das imposante, ehemalige Rathaus lassen das Gefühl Schweizer Gemütlichkeit, aber auch den Geist vergangener Jahrhunderte lebendig werden. Erstmals um 1150 urkundlich erwähnt, durchlebte Le Locle seine größte Entwicklung ab dem Beginn des 18. Jahrhunderts. Im Jahr 1705 begann der Goldschmied und Uhrmacher Daniel Jeanrichard dort mit der Herstellung von Zeitanzeigern und legte damit den Grundstein für die spätere Industrie.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Rund 100 Jahre später, als der Übergang von reiner Handarbeit hin zu industrieller Fertigung gelang, zeichnete sich ein bemerkenswertes Wachstum ab, in dessen Folge einige der heute noch berühmtesten Uhrenmarken entstanden.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Einen kleinen Wermutstropfen gab es dennoch: Weil Le Locle in einem Talkessel liegt, blieben die Möglichkeiten zur Ausdehnung beschränkt – ganz anders als im benachbarten La Chaux-de-Fonds, wo das Wachstum noch stärker ausgeprägt war.</p>
<h2>Weltmarken mit beschaulicher Heimat</h2>
<p style="text-align: justify;">Der Kontrast erscheint extrem: Mit <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/tissot/">Tissot</a> und <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/certina/">Certina</a> haben zwei der größten Uhrenhersteller weltweit ihren Sitz in einem Ort, der nur ein Zehntel der Einwohner der kleinsten deutschen Großstadt besitzt. Diese Tatsache zeigt, dass beide Marken trotz ihrer Zugehörigkeit zur riesigen Swatch Group weiterhin auf Traditions- und Heimatverbundenheit setzen. Sowohl für den Verkaufserfolg als auch die Glaubwürdigkeit ist dies entscheidend – wer seine Uhren als Ergebnis jahrhundertealter Tradition präsentiert, muss die Treue zur eigenen Historie klar unterstreichen.</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/xrPVde0_vVM" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Tissot passte einst hervorragend in das fast schon ländliche Leben Le Locles: Im Jahr 1853 eröffnete der gleichnamige Firmengründer zunächst eine kleine Werkstatt, die aus fremden Komponenten Taschenuhren fertigte. Von der überdurchschnittlichen Robustheit der Zeitanzeiger beeindruckt, verlangte die internationale Kundschaft immer größere Stückzahlen – die schrittweise Vergrößerung des Betriebs war unausweichlich. Schließlich entschied man sich 1920 für die Produktion eigener Uhrwerke, was den Erfolg nur noch beschleunigte.</p>
<p><center><a href="https://www.uhrinstinkt.de/tissot-t-classic-le-locle-automatik-cosc-t006.408.11.057.00.html"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-14034 size-full" title="Tissot T-Classic Le Locle Automatik COSC in der Version T006.408.11.057.00" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Tissot-T-Classic-Le-Locle-Automatik-COSC-in-der-Version-T006-408-11-057-00.jpg" alt="Tissot T-Classic Le Locle Automatik COSC in der Version T006-408-11-057-00" width="249" height="450" srcset="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Tissot-T-Classic-Le-Locle-Automatik-COSC-in-der-Version-T006-408-11-057-00.jpg 249w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Tissot-T-Classic-Le-Locle-Automatik-COSC-in-der-Version-T006-408-11-057-00-166x300.jpg 166w" sizes="auto, (max-width: 249px) 100vw, 249px" /></a> <a href="https://www.uhrinstinkt.de/tissot-t-classic-le-locle-regulateur-t006.428.22.038.02.html"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-14035 size-full" title="Tissot T-Classic Le Locle Regulateur in der Version T006.428.22.038.02" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Tissot-T-Classic-Le-Locle-Regulateur-in-der-Version-T006-428-22-038-02.jpg" alt="Tissot T-Classic Le Locle Regulateur in der Version T006-428-22-038-02" width="257" height="450" srcset="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Tissot-T-Classic-Le-Locle-Regulateur-in-der-Version-T006-428-22-038-02.jpg 257w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Tissot-T-Classic-Le-Locle-Regulateur-in-der-Version-T006-428-22-038-02-171x300.jpg 171w" sizes="auto, (max-width: 257px) 100vw, 257px" /></a></center></p>
<p style="text-align: justify;">Genauso wie Tissot, ist Certina heute eine Weltmarke – beide Namen stehen für Schweizer Qualität mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings fanden die Anfänge von Certina gar nicht in Le Locle, sondern im rund 60 Kilometer entfernten Grenchen statt, das heute als Hauptsitz Breitlings bekannt ist. 1888 begannen die Brüder Adolf und Alfred Kurth dort mit der Herstellung von Uhrwerken und -komponenten.</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/ZOb99K7oMhA" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Nach Jahrzehnten des Erfolgs präsentierte Certina 1959 mit dem &#8220;DS&#8221;-Konzept eine revolutionäre Erfindung: Das Kürzel steht für &#8220;Doppelte Sicherheit&#8221; und bezeichnet eine Krone mit Schraubverschluss, die einen deutlichen Fortschritt in Sachen Wasserdichtigkeit und Widerstandsfähigkeit bedeutete.</p>
<h2>Pioniergeist und Luxus</h2>
<p style="text-align: justify;">Diese Innovation blieb nicht die einzige aus Le Locle: Der 1918 gegründete Traditionshersteller Mido, dessen Hauptsitz heute ebenfalls im Neuenburger Städtchen liegt, ging 1934 mit dem Modell &#8220;Multifort&#8221; einen bedeutsamen Schritt. Erstmals wurden die vier Eigenschaften Automatikwerk, Wasserdichtigkeit, Stoßsicherheit und Schutz vor Magnetfeldern in einem Gehäuse vereint. Auch Mido wurde nicht dort, sondern in Solothurn gegründet. Scheinbar hat die Uhrenstadt Le Locle seit jeher eine anziehende Wirkung – sie steht nicht nur für Tradition, sondern auch für den menschlichen Fortschrittsgedanken, den Willen, immer besser zu werden.</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/RVecz1S47zc" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Das Streben nach Perfektion hat die <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/ulysse-nardin/">Luxushersteller Ulysse Nardin</a> und <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/zenith/">Zenith</a> in besonderem Maße beeinflusst. Zenith, im Jahr 1865 als &#8220;Fabrique des Billodes&#8221; gegründet, steht für die Konstruktion einiger der präzisesten Automatikwerke überhaupt. Selten besaß allein der Name eines Kalibers, &#8220;<a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/zenith/el-primero/">El Primero</a>&#8220;, eine eigene Popularität. Als Teil des Luxusgüter-Herstellers LVMH ist die Marke ein weiteres Beispiel für die Treue zur Schweizer Heimat und gehört zu den bedeutendsten Arbeitgebern Le Locles.</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/_xHB9va0KWE" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Vielen Uhrenliebhabern gilt Ulysse Nardin als Inbegriff des Extremen: Egal ob Tourbillon, ewiger Kalender oder Modelle mit Minutenrepetition – wer den Gipfel mechanischer Leistungen bestaunen will, muss sich nur das Portfolio der High-End-Marke mit dem Anker im Logo ansehen. Ihre Geschichte geht bis ins Jahr 1846 zurück und zeigt, dass die Uhrenstadt seit jeher die klugsten Köpfe der Industrie beheimatet hat.</p>
<h2>Unverzichtbarer Bestandteil der Uhrengeschichte</h2>
<figure id="attachment_14019" aria-describedby="caption-attachment-14019" style="width: 233px" class="wp-caption alignleft"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-14019 size-full" title="Flagge | Kanton Neuenburg" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/11/Kanton-Neuenburg-Flagge.jpg" alt="Kanton Neuenburg Flagge" width="233" height="300" /><figcaption id="caption-attachment-14019" class="wp-caption-text">© JWS / Fotolia.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Unser Weg nach Le Locle hat gezeigt, dass diese Stadt mehr ist als bloß die Heimat einiger Uhrenmarken wie Certina, Tissot oder Zenith: Die Neuenburger Gemeinde ist ein faszinierender Ort voller Innovation, kultureller Anziehungskraft und mechanischer Höchstleistungen. Sie hat sich als Magnet für einige der bedeutendsten Hersteller unserer Zeit erwiesen und ist untrennbar mit dem Erfolg ihrer Manufakturen, aber auch der ganzen Branche verbunden.</p>
<p style="text-align: justify;">Und wer weiß, vielleicht würden wir die Uhrenindustrie in ihrer heutigen Vielfalt gar nicht kennen, hätte es diese Stadt nie gegeben.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine weitere Uhrenmetropole: <a href="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/la-chaux-de-fonds/">Beitrag über La Chaux-de-Fonds</a></p>
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		<title>Vergessene Uhrenstädte: Schwenningen und Pforzheim</title>
		<link>https://www.uhrinstinkt.de/magazin/uhrenstaedte-schwenningen-pforzheim/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Sep 2018 13:24:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte & Persönlichkeiten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Weltweit sind Genf, La Chaux-de-Fonds und Le Locle wohlklingende Namen in den Ohren von Uhrenliebhabern. Schließlich haben dort einige der renommiertesten Luxusuhrenhersteller ihren Sitz. Dies gilt auch für das sächsische Uhrenstädtchen Glashütte. Doch wer erinnert sich noch an die Bedeutung, die Orte wie Pforzheim und Schwenningen einmal für die Uhrenbranche hatten? In diesem Beitrag werfen &#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/uhrenstaedte-schwenningen-pforzheim/">Vergessene Uhrenstädte: Schwenningen und Pforzheim</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.uhrinstinkt.de/magazin">Uhrinstinkt Magazin</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify;"><strong>Weltweit sind Genf, La Chaux-de-Fonds und Le Locle wohlklingende Namen in den Ohren von Uhrenliebhabern. Schließlich haben dort einige der renommiertesten Luxusuhrenhersteller ihren Sitz. Dies gilt auch für das sächsische Uhrenstädtchen Glashütte. Doch wer erinnert sich noch an die Bedeutung, die Orte wie Pforzheim und Schwenningen einmal für die Uhrenbranche hatten? In diesem Beitrag werfen wir einen Blick auf Deutschlands vergessene Uhrenstädte.</strong></p>
<h2>Vom Ursprung der deutschen Uhrenindustrie im Schwarzwald</h2>
<p style="text-align: justify;">Beim Stichwort <a href="https://www.uhrinstinkt.de/">Luxusuhren</a> denken die meisten Uhrenliebhaber heute fast automatisch an die Schweiz. Und in der Tat ist die Alpenrepublik heute einer der führenden Uhrenhersteller und -exporteure der Welt. Gemessen am Gesamtwert der produzierten und exportierten Uhren dürfte sie nach wie vor an erster Stelle liegen; orientiert man sich hingegen rein an den hergestellten und verkauften Stückzahlen, so dürften eher fernöstliche Hersteller auf den Spitzenrängen zu finden sein. Nur wenige Uhrenkenner, die sich etwas intensiver mit der Historie beschäftigt haben, wissen heute noch um die führende Stellung an den internationalen Uhrenmärkten, die deutsche Uhrenhersteller einst innehatten. In diesem Zusammenhang waren seinerzeit gleich mehrere deutsche Städte als Zentren der Uhrenindustrie weltweit bekannt.</p>
<figure id="attachment_13554" aria-describedby="caption-attachment-13554" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13554 size-full" title="Alte Schwarzwälder Kuckucksuhr" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/alte-schwarzwaelder-kuckucksuhr.jpg" alt="alte-schwarzwaelder-kuckucksuhr" width="600" height="432" srcset="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/alte-schwarzwaelder-kuckucksuhr.jpg 600w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/alte-schwarzwaelder-kuckucksuhr-300x216.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-13554" class="wp-caption-text">© Juergen Wiesler / Fotolia.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Besonders erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang der Schwarzwald, wo schon in vorindustrieller Zeit Uhren in großen Stückzahlen hergestellt und in zahlreiche Länder exportiert wurden. Wann genau im Schwarzwald mit der Uhrmacherei begonnen wurde, lässt sich heute nicht mehr genau nachvollziehen. Es gilt jedoch als sicher, dass die ersten Schwarzwälder Uhren – damals noch aus Holz bestehend – bereits in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden sind. Aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region dauerte es jedoch noch bis etwa 1730, bis sich die Herstellung von Uhren dort Gewerbe mit nennenswertem Umfang etablieren konnte.</p>
<figure id="attachment_13552" aria-describedby="caption-attachment-13552" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13552 size-full" title="Alte deutsche Taschenuhren" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/Alte-deutsche-Taschenuhren.jpg" alt="Alte deutsche Taschenuhren" width="600" height="399" srcset="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/Alte-deutsche-Taschenuhren.jpg 600w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/Alte-deutsche-Taschenuhren-300x200.jpg 300w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/Alte-deutsche-Taschenuhren-310x205.jpg 310w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-13552" class="wp-caption-text">© PROMA / Fotolia.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts spielte die Uhrenindustrie jedoch eine wichtige Rolle weit über die Grenzen des Schwarzwaldes hinaus. Wenngleich neben den anfangs dominierenden Stand- und Wanduhren später auch Taschen- und Armbanduhren produziert wurden, spielten Großuhren und Wecker dort jedoch insgesamt immer eine größere Rolle.</p>
<h2>Industrialisierung und weltweite Expansion</h2>
<p style="text-align: justify;">Schon die aus Holz gefertigten Schwarzwälder Uhren des 18. und 19. Jahrhunderts verkauften sich sowohl im Inland als auch auf ausländischen Märkten so gut, dass Schwarzwälder Produkte bald eine dominierende Marktstellung erlangten. Die Wahl von Holz als Material für die Uhrenherstellung hatte übrigens nicht primär technische Gründe und war auch nicht in erster Linie der guten Verfügbarkeit dieses Materials in waldreichen Gegenden zu verdanken.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Diese beiden Faktoren haben die Entwicklung sicherlich begünstigt, doch die entscheidende Rolle dürften die damaligen zunftrechtlichen Regelungen gespielt haben.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Während die Fertigung von Uhren aus Metall gemäß den Zunftregeln allein den städtischen Uhrmachern vorbehalten war, galten für die Holzuhrmacherei keine derartigen Beschränkungen. Dass sich Schwarzwälder Holzuhren an den internationalen Märkten schneller und besser durchsetzen konnten als vergleichbare Produkte aus anderen Regionen, lag an einer weiteren Besonderheit der Schwarzwälder Uhrmacher. Früher als anderenorts setzte man hier auf eine konsequente Arbeitsteilung. So wurde eine Uhr nicht mehr komplett von einem Uhrmacher allein hergestellt, sondern aus Zeilen zusammengesetzt, die von unterschiedlichen, entsprechend spezialisierten Zulieferern stammten.</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/qb-LBlS6CKg?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Im Zuge dessen bildeten sich eigene Berufsbilder heraus – wie beispielsweise Gestellmacher, Kettenmacher, Schilderdreher, Schildermaler und andere mehr. Die Arbeitsteilung und die Entwicklung von neuen Herstellungsverfahren erlaubten eine deutliche Steigerung der Produktivität. Gleichwohl fand die Produktion noch bis deutlich über die Mitte des 19. Jahrhunderts in zahlreichen Kleinwerkstätten statt, die in die Wohnhäuser integriert waren und deren Inhaber fast immer auch noch mehrere Gesellen und Lehrlinge beschäftigten.</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/Txz_zMvYs70?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Um 1840 wurden im Schwarzwald von rund 1000 Werkstätten insgesamt etwa 600000 Holzuhren im Jahr hergestellt, was damals einem Großteil der weltweiten Produktion entsprach. Ab 1880 folgte dann ein relativ schneller Übergang zur industriellen Uhrenfertigung, nachdem sich bereits zuvor immer stärker abgezeichnet hatte, dass die zahlreichen Kleinstbetriebe in dieser Form nicht mehr bestehen können würden und immer mehr größere Werkstätten entstanden waren.</p>
<h2>Im Schwarzwald entstehen Uhrenfabriken und Uhrenstädte</h2>
<p style="text-align: justify;">Erste Uhrenfabriken im eigentlichen Sinne waren zunächst im zu Baden gehörenden Teil des Schwarzwaldes entstanden und hatten sich auf gut erreichbare Standorte konzentriert, die gegebenenfalls auch noch die Möglichkeit zur Wasserkraftnutzung boten. Solche Uhrenstädte waren insbesondere Furtwangen, Lenzkirch, St. Georgen, Titisee-Neustadt und Triberg.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Nach 1880 verlagerte sich die Uhrenindustrie im Schwarzwald zunehmend in dessen württembergischen Teil und auf die Baar, eine Hochebene, die Schwarzwald und Schwäbische Alb miteinander verbindet.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Weltweite Bekanntheit als Zentren der Uhrenindustrie erlangten vor allem Schramberg und Schwenningen, aber auch Pforzheim. In Schramberg war dies vor allem der erfolgreichen Expansion der Firma <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/junghans/">Junghans</a> sowie der ebenfalls hier ansässigen Hamburg-Amerikanischen Uhrenfabrik zu verdanken.</p>
<p><iframe loading="lazy" src="https://www.youtube.com/embed/SK9vnSLr3Mk?rel=0" width="560" height="315" frameborder="0" allowfullscreen="allowfullscreen"></iframe></p>
<p style="text-align: justify;">Bedeutende Uhrenhersteller in Schwenningen waren hingegen die Firmen Kienzle und Mauthe, aber auch die Württembergische Uhrenfabrik Bürk und ISGUS, die vor allem Kontrolluhren herstellten. Parallel zur Entstehung und zum Wachstum der Industriebetriebe verloren die Kleinbetriebe immer mehr an Bedeutung. Industrielle Massenproduktion, die sich an amerikanischen Vorbildern orientierte, bestimmte nun das Geschehen. Die verschiedenen Einzelteile der Uhren wurden für eine möglichst zeitsparende Montage optimiert.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: justify;">Als besonderer Meilenstein sollte sich das von Junghans in Schramberg zu Beginn der 1880er Jahre entwickelte Weckerwerk W10 erweisen.</p>
</blockquote>
<p style="text-align: justify;">Dessen Erfolg trug maßgeblich dazu bei, dass die Firma aus Schramberg um 1900 zum größten Uhrenhersteller der Welt aufstieg. Die mit diesem Werk oder daran orientierten Nachbauten anderer Schwarzwälder Hersteller ausgestatteten Wecker entwickelten sich zu den preisgünstigsten und gefragtesten Modellen auf dem Weltmarkt – wie einige Jahrzehnte zuvor bereits die Schwarzwälder Holzuhren.</p>
<h2>Transformation und Niedergang – Uhrenstädte in Kriegs- und Quarzkrisen</h2>
<p style="text-align: justify;">Der Erste Weltkrieg brachte die deutsche Uhrenproduktion fast vollständig zum Erliegen und traf die Uhrenstädte insofern schwer. Mit der Produktion von Zeitzündern und anderen Rüstungsgütern konnten sich Hersteller wie Junghans in Schramberg oder Kienzle in Schwenningen zwar alternative Geschäftsfelder erschließen, doch die wirtschaftliche Krise und die politischen Veränderungen in der Nachkriegszeit belasteten die Branche und die regionalen Uhrenstädte erheblich, und bis in die frühen 1930er Jahre hinein sahen sich zahlreiche Schwarzwälder Hersteller gezwungen, Konkurs anzumelden und ihre Betriebe zu schließen.</p>
<figure id="attachment_13547" aria-describedby="caption-attachment-13547" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13547 size-full" title="Gemeinde Schwenningen auf dem Heuberg" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/gemeinde-schwenningen-heuberg.jpg" alt="gemeinde-schwenningen-heuberg" width="600" height="400" srcset="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/gemeinde-schwenningen-heuberg.jpg 600w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/gemeinde-schwenningen-heuberg-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-13547" class="wp-caption-text">© Schlesier / Fotolia.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Uhrenbranche der Region nicht mehr an ihre alten Erfolge anknüpfen. Während zunehmend billige Massenware aus Asien auf den Markt drängte, konzentrierte sich die Nachfrage im Luxussegment immer mehr auf renommierte Hersteller mit Sitz in Genf, Le Locle oder La Chaux-de-Fonds. Mitte der 1970er Jahre – im Zuge der sogenannten Quarzkrise – folgte eine zweite Konkurswelle, die vor allem auch Zulieferer betraf.</p>
<p style="text-align: justify;">So kommt es, dass eine Reihe deutscher Uhrenstädte in Vergessenheit geriet und Namen wie Schwenningen oder Pforzheim heute selbst unter Uhrenkennern kaum noch entsprechende Assoziationen auslösen.</p>
<figure id="attachment_13527" aria-describedby="caption-attachment-13527" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13527 size-full" title=" Pforzheim bei Sonnenuntergang" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/pforzheim-sonnenuntergang.jpg" alt="pforzheim-sonnenuntergang" width="600" height="400" srcset="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/pforzheim-sonnenuntergang.jpg 600w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/pforzheim-sonnenuntergang-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-13527" class="wp-caption-text">© Fabian Reinhardt / Fotolia.com</figcaption></figure>
<h2>Deutsche Uhrenstädte heute</h2>
<p style="text-align: justify;">Pforzheim ist heute vor allem als Standort der Schmuckindustrie bekannt, die Uhrenproduktion spielt dort jedoch eine eher untergeordnete Rolle. Schramberg ist als Sitz von Junghans nach wie vor vielen Uhrenfans ein Begriff – nicht zuletzt wegen der Pionierrolle dieses Herstellers bei der Entwicklung von Produkten wie Solar- und Funkuhren. Deutsche Uhrenstädte, die außerhalb des Schwarzwaldes liegen, haben häufig eine ähnliche Entwicklung durchlaufen.</p>
<figure id="attachment_13530" aria-describedby="caption-attachment-13530" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13530 size-full" title="Kleinstadt Ruhla in Thüringen" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/ruhla-thueringen.jpg" alt="ruhla-thueringen" width="600" height="400" srcset="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/ruhla-thueringen.jpg 600w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/ruhla-thueringen-300x200.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-13530" class="wp-caption-text">© alephnull / Fotolia.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Im thüringischen Ruhla war seit 1890 mit der &#8220;Rühler Kartoffel&#8221; die erste maschinell hergestellte Taschenuhr produziert worden. Uhren werden in Ruhla zwar auch heute noch hergestellt, doch mangels namhafter Anbieter, die auch im Luxussegment Präsenz zeigen, wird der Ort überregional kaum noch als Uhrenstadt wahrgenommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Eine erfrischende Ausnahme stellt das sächsische Glashütte dar, wo sich ebenfalls schon im 19. Jahrhundert eine leistungsfähige Uhrenindustrie entwickelt hatte, die ihre Bedeutung niemals ganz verlor und nach der Wiedervereinigung Deutschlands an ihre früheren Erfolge anknüpfen konnte.</p>
<figure id="attachment_13535" aria-describedby="caption-attachment-13535" style="width: 600px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-13535 size-full" title="Glashütte in Sachsen" src="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/glashuette-sachsen.jpg" alt="glashuette-sachsen" width="600" height="409" srcset="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/glashuette-sachsen.jpg 600w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/glashuette-sachsen-300x205.jpg 300w, https://www.uhrinstinkt.de/magazin/wp-content/uploads/2018/10/glashuette-sachsen-110x75.jpg 110w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption id="caption-attachment-13535" class="wp-caption-text">© Torsten Becker / Fotolia.com</figcaption></figure>
<p style="text-align: justify;">Heute ist Glashütte wohl der einzige deutsche Standort, an dem gleich mehrere international bekannte Luxusuhrenhersteller produzieren, die ihren Wettbewerbern aus Genf, Le Locle und La Chaux-de-Fonds an den internationalen Märkten durchaus Paroli bieten können.</p>
<p style="text-align: justify;">Liebhaber können hier über Uhren der Marken <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/bruno-soehnle/">Bruno Söhnle</a>, <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/muehle-glashuette/">Mühle</a>, <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/union-glashuette/">Union</a>, <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/nomos-glashuette/">Nomos</a> oder <a href="https://www.uhrinstinkt.de/uhren/glashuette-original/">Glashütte Original</a> staunen!</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.uhrinstinkt.de/magazin/uhrenstaedte-schwenningen-pforzheim/">Vergessene Uhrenstädte: Schwenningen und Pforzheim</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.uhrinstinkt.de/magazin">Uhrinstinkt Magazin</a>.</p>
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