Breguet

« Von großer Tradition und neuen Modellen »

Die Uhrenmanufaktur Breguet zählt zweifellos zu den großen Namen der Haute Horlogerie – und das nun schon seit mehr als zwei Jahrhunderten. Ihr Erfolgsrezept lässt sich schnell auf den Punkt bringen: enorme Innovationskraft und technische Finesse, verbunden mit einem meist klassisch wirkenden, edlen Design. Diese Kombination erfüllt offenbar bis heute perfekt die Erwartungen einer anspruchsvollen Kundschaft und prägt auch die neuesten Modelle des Hauses.

Abraham Louis Breguet
Abraham Louis Breguet (Schweizer Uhrmacher)

Weltweit bekannt – dank zahlreichen illustren Käufern

Caroline Bonaparte, 1782 in Ajaccio auf Korsika geboren, hatte ein bewegtes Leben. Die jüngste Schwester Napoléon Bonapartes heiratete im Jahr 1800 den ehrgeizigen Offizier Joachim Murat und begleitete fortan dessen steile Karriere, die ihn 1808 bis in das Amt des Königs von Neapel führen sollte. Für seine Frau bedeutete dies ebenfalls den Aufstieg in eine gesellschaftliche Spitzenstellung, auch wenn sie als Königin von Neapel heute fast nur noch Historikern ein Begriff sein mag. In der Uhrengeschichte hingegen hat sie sich für alle Zeiten einen einzigartigen Platz gesichert: als Auftraggeberin und Käuferin der ersten Armbanduhr der Welt. Zwischen der Bestellung im Jahr 1810 und der Auslieferung an die Kundin im Jahr 1812 waren damals übrigens rund zwei Jahre vergangen.

Hergestellt wurde dieses Meisterwerk der Uhrmacherkunst in der Manufaktur von Abraham Louis Breguet, dessen Kundenkreis schon damals einige der berühmtesten Persönlichkeiten seiner Zeit umfasste. Darunter waren neben Napoléon und Caroline noch weitere bedeutende Mitglieder der Familie Bonaparte, aber auch der englische König Georg IV. und der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt. In späteren Jahrzehnten reihten sich noch zahlreiche weitere Berühmtheiten in den exklusiven Kreis der Kunden der Manufaktur ein, so zum Beispiel, der preußische König Friedrich Wilhelm IV., der italienische Komponist Gioachino Rossini, der britische Staatsmann Winston Churchill und der polnische Pianist Arthur Rubinstein.

Der hochkarätige Kundenkreis trug einen wesentlichen Teil dazu bei, dass das 1775 gegründete Unternehmen, das aktuell eine als „Montres Breguet“ firmierende Aktiengesellschaft im Konzern der Swatch Group ist, schon früh weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Den Zugang zu besonders anspruchsvollen und zahlungskräftigen Kunden wiederum sicherte sich der Uhrmacher und Gründer durch sein hohes fachliches Können und durch die zahlreichen technischen Neuerungen, mit denen die Uhren immer wieder Geschichte schrieben.

Breguets Manufaktur: Motor des Fortschritts in der Uhrenherstellung

Zur beeindruckenden Reihe technischer Meisterleistungen Breguets gehörten beispielsweise die ersten Taschenuhren mit integrierten Tonfedern aus dem Jahr 1783. Sieben Jahre später folgte mit dem „Pare-chute“ ein Vorläufer heutiger Stoßsicherungen, und 1801 erteilte das französische Innenministerium ein Patent auf das erfundene Tourbillon, das noch heute als eine der anspruchsvollsten Komplikationen gilt, die es überhaupt gibt.

Bemerkenswert war zudem die Entwicklung einer besonders geformten Spiralfeder der Unruh, die unter Fachleuten als Breguet-Spirale bekannt ist. Bei all diesen Erfolgen musste die Marke jedoch auch schon früh die Schattenseite des Ruhmes kennenlernen, denn schnell gelangten mit seinem Namen signierte Fälschungen auf den Markt. Deshalb wurden auf den Zifferblättern des Originals bereits 1795 die ersten Geheimsignaturen angebracht, die die Echtheit der Uhren dokumentieren sollten. Die Manufaktur blieb übrigens für fast 100 Jahre im Besitz der Gründerfamilie, bevor sie 1870 von dem damaligen Werktstattleiter Edward Brown übernommen wurde, dessen Familie das Unternehmen für weitere 100 Jahre unabhängig führte.

Breguet Reine de Naples Brillantbesatz Mondphase gelbgold 8908BA52864 D00DHeute Breguet Reine de Naples Brillantbesatz Mondphase weißgold 8908BB52864 D00Dgehören Breguet Uhren nach wie vor zu den technisch raffiniertesten Zeitanzeigern des Luxus-Segments. So bewegen sich die aufwendigsten Modelle des Herstellers mit Mondphasenkalender auch im sechsstelligen Bereich. Dafür bekommt der Käufer dann allerdings auch eine Uhr, die sich nicht nur aus rund 2.500 Einzelteilen zusammensetzt, sondern auch noch Generationen nach ihm zuverlässig dienen kann: Der Mondphasenkalender bleibt für mehr als ein Jahrtausend gültig. Der Käuferin der ersten Armbanduhr bewahren übrigens auch Breguets Nachfolger ein ehrendes Gedenken – mit der Damenuhren-Modellreihe „Reine de Naples„.

Zeiger, Ziffern und Guillochen – unverkennbare Merkmale von Breguet Uhren

Dem Uhrenkenner fallen Breguet Uhren meist auf den ersten Blick ins Auge, weil sie sich durch eine besondere, klassisch-elegante Anmutung besonders hervorheben, gleichzeitig aber zumindest auch erahnen lassen, welche raffinierten technischen Meisterleistungen sie darstellen. Einige typische Merkmale sind zu regelrechten Markenzeichen der Manufaktur geworden. Dazu zählen neben der bereits erwähnten geheimen Signatur vor allem die typischen Zeiger und Ziffern, die bei zahlreichen Modellen anzutreffenden guillochierten Zifferblätter, die Kannelüren am Gehäusemittelteil sowie die angeschweißten Bandanstöße mit ihrer typischen, leicht eingerollten Form.

Breguet Classique Automatic 5178BR299V6 D000 18 K Roségold 38 mm Breguet Classique Automatic Day-Date Moonphase 7337BR1E9V6 18 K Roségold 39 mm Breguet Classique GMT 5717BRAS9ZU 18 K Roségold 44 mm

Die um 1783 entwickelten Zeiger mit der exzentrischen runden Durchbrechung kurz hinter der Zeigerspitze wurden schon bald nur noch Breguet-Zeiger genannt. Sie sind auch aktuell an vielen Modellen zu sehen, so beispielsweise an der Classique aus der aktuellen Kollektion. Die charakteristischen Zeiger sind meist schwarz oder gebläut, und das typische runde Zierelement wird als „Pomme“ (französisch für „Apfel“) bezeichnet. Oft treten sie in Kombination mit geschwungenen arabischen, teils aber auch mit römischen Ziffern auf.

Breguet Marine 5817ST925V8 39 mm Breguet Marine Chronograph 5827BB125ZU 42 mm Breguet Marine 5847BRZ25ZV 45 mm

Die seitlichen Kannelüren, die neben der Classique und der Marine auch zahlreiche weitere Breguet Uhren auszeichnen, sind ein ebenso schlichtes wie raffiniertes Dekorationsmotiv. Erzeugt werden sie im Kaltverfahren, wobei die Bearbeitung auf unbeweglichen mechanischen Werkzeughaltern von Hand erfolgt. Dieses Verfahren dokumentiert die hoch entwickelte Handwerkskunst der Manufaktur ebenso wie die seit 1786 angewandte Handguillochage der Zifferblätter.

Bis heute erfreuen sich viele Besitzer einer Classique an dem guillochierten Zifferblatt, das in einem aufwendigen Verfahren ebenfalls von Hand mit einer vor mehr als hundert Jahren entwickelten Guillochiermaschine hergestellt wird. Dabei entstehen verschiedene Motive wie Clou de Paris, Vieux Panier, Sonnenstrahlen, Wellen, Flammendekor oder Schachbrettmuster. Eine besondere handwerkliche Meisterleistung stellt übrigens die Guillochage auf Perlmutt dar, die für ausgewählte Modelle der laufenden Kollektion als Alternative zum Guillochieren auf Gold angeboten wird.